Italienisch-Grammatik
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A1 (43)
Italienische Subjektpronomen heißen io, tu, lui, lei, noi, voi und loro. Anders als im Deutschen lässt man sie meistens weg, weil die Verbform bereits zeigt, wer handelt: Parlo italiano bedeutet „Ich spreche Italienisch“. Für die höfliche Anrede verwendet man Lei mit einem Verb in der dritten Person Singular: Lei parla italiano?
Jedes italienische Substantiv ist entweder maskulin oder feminin. Als einfache Anfangsregel gilt: Wörter auf -o sind meistens maskulin (il libro), Wörter auf -a meistens feminin (la casa); bei -e muss das Genus in der Regel mitgelernt werden (il fiore, aber la notte). Wichtige Ausnahmen sind etwa il problema und la mano.
Im Italienischen entsteht der Plural meist dadurch, dass sich der letzte Vokal eines Substantivs ändert: libro → libri, casa → case, notte → notti. Anders als im Deutschen hängt man also normalerweise keine zusätzliche Endung an. Für den Anfang reichen drei Grundmuster; Schreibweisen wie amica → amiche und häufige Ausnahmen lernt man anschließend als Wortpaare.
Das Italienische hat ein sehr regelmäßiges Verhältnis zwischen Schrift und Laut: Kennt man einige feste Buchstabengruppen, kann man die meisten Wörter richtig vorlesen. Besonders wichtig sind c/g vor e und i, die Kombinationen ch/gh, gn/gl, deutlich gesprochene Doppelkonsonanten und der Wortakzent.
Mit wenigen Wendungen kannst du auf Italienisch bereits grüßen, dich bedanken, höflich um etwas bitten und sagen, dass du etwas nicht verstehst. Non steht zur einfachen Verneinung meist direkt vor dem Verb, ecco weist auf etwas oder jemanden hin, und bei bitte musst du je nach Situation zwischen per favore und prego wählen.
Der italienische bestimmte Artikel richtet sich nach Geschlecht, Zahl und Anfangslaut des folgenden Wortes. Die Grundformen sind il, lo, la, l’, i, gli, le: etwa il libro, lo studente, l’amica und gli zaini. Für den Einstieg genügt diese Leitidee: Zuerst bestimmst du männlich oder weiblich und Einzahl oder Mehrzahl; danach prüfst du den Wortanfang.
Der italienische unbestimmte Artikel bedeutet meist „ein/eine“. Vor einem männlichen Nomen steht un oder uno, vor einem weiblichen una oder un’. Entscheidend sind das grammatische Geschlecht und der Laut, mit dem das folgende Wort beginnt: un libro, uno studente, una casa, un’amica.
Im Italienischen verschmelzen di, a, da, in und su mit einem folgenden bestimmten Artikel: di + il = del, a + la = alla, in + il = nel. Welche Form richtig ist, hängt vom Artikel des folgenden Substantivs ab: il tavolo → sul tavolo, aber lo scaffale → sullo scaffale. Steht kein Artikel, gibt es auch keine Verschmelzung: a Roma, in Italia.
Essere bedeutet meist „sein“ und gehört zu den wichtigsten italienischen Verben. Seine Präsensformen sind unregelmäßig: sono, sei, è, siamo, siete, sono. Man verwendet es unter anderem für Identität, Herkunft, Eigenschaften und die Uhrzeit: Sono di Berlino, È gentile, Sono le tre.
Avere bedeutet zunächst „haben“, wird im Italienischen aber auch in vielen Fällen verwendet, in denen im Deutschen „sein“ oder eine andere Formulierung steht: ho fame heißt „ich habe Hunger“, ho freddo „mir ist kalt“ und ho vent'anni „ich bin zwanzig Jahre alt“. Das Präsens ist unregelmäßig: ho, hai, ha, abbiamo, avete, hanno.
Bei einem regelmäßigen Verb auf -are wird die Grundform gekürzt und mit einer Personenendung versehen: parlare → parl- → parlo, parli, parla, parliamo, parlate, parlano. Die Endung zeigt bereits, wer handelt; deshalb lässt man io, tu, noi und die anderen Subjektpronomen im Italienischen oft weg. Bei Verben wie mangiare, giocare und pagare kommen zusätzlich feste Schreibregeln hinzu.
Bei einem regelmäßigen Verb auf -ere fällt im Präsens die Infinitivendung -ere weg; an den Stamm treten -o, -i, -e, -iamo, -ete, -ono. So wird aus scrivere „schreiben“: scrivo, scrivi, scrive, scriviamo, scrivete, scrivono. Das Subjektpronomen steht meistens nicht dabei, weil die Verbendung bereits zeigt, wer handelt.
Bei regelmäßigen Verben auf -ire ohne -isc- streicht man im Präsens die Infinitivendung -ire und hängt -o, -i, -e, -iamo, -ite, -ono an: dormire → dormo, dormi, dorme, dormiamo, dormite, dormono. Zu dieser Gruppe gehören wichtige Alltagsverben wie partire, sentire und aprire.
Ein Teil der italienischen Verben auf -ire erweitert im Präsens den Verbstamm in vier Personen um -isc-: finisco, finisci, finisce, finiscono. Bei noi und voi fehlt diese Erweiterung: finiamo, finite. Ob ein Verb zu dieser Gruppe gehört, muss zusammen mit dem Verb gelernt werden.
Potere bedeutet je nach Zusammenhang „können“ oder „dürfen“. Im Präsens lauten die Formen posso, puoi, può, possiamo, potete, possono; danach folgt meist ein Infinitiv (die Grundform eines Verbs): Posso entrare? – „Kann/Darf ich hereinkommen?“
Volere bedeutet meist „wollen“ und wird im Präsens unregelmäßig konjugiert: voglio, vuoi, vuole, vogliamo, volete, vogliono. Danach kann entweder ein Nomen stehen (Voglio un caffè) oder ein Infinitiv, also die Grundform eines Verbs (Voglio partire). Bei Bestellungen klingt vorrei („ich hätte gern“) oft höflicher als das direkte voglio.
Dovere drückt meist eine Pflicht oder Notwendigkeit aus und entspricht dann dem deutschen müssen: Devo lavorare – „Ich muss arbeiten.“ Im Präsens lauten die Formen devo, devi, deve, dobbiamo, dovete, devono; danach steht ein Verb im Infinitiv (in der Grundform): dobbiamo partire – „wir müssen abreisen“.
Andare bedeutet meist „gehen“ oder „fahren“ und beschreibt eine Bewegung zu einem anderen Ort: Vado al lavoro. Venire bedeutet „kommen“ und richtet die Bewegung auf den Sprecher, den Gesprächspartner oder einen im Gespräch gewählten Bezugspunkt: Vieni da me? Beide Verben sind unregelmäßig und müssen im Präsens als eigene Formen gelernt werden.
Fare bedeutet je nach Zusammenhang „machen“, „tun“ oder wird im Deutschen mit einem ganz anderen Verb wiedergegeben. Im Präsens ist es unregelmäßig: faccio, fai, fa, facciamo, fate, fanno. Besonders wichtig sind feste Verbindungen wie fare colazione „frühstücken“, fare la spesa „einkaufen“ und fare una domanda „eine Frage stellen“.
Stare hat im Präsens die Formen sto, stai, sta, stiamo, state, stanno. Man braucht es vor allem für das Befinden (Come stai?), für Bleiben oder Aufenthalt (Sto a casa) und zusammen mit dem Gerundium für eine gerade laufende Handlung (Sto mangiando). Es entspricht deshalb je nach Zusammenhang deutschen Verben wie „sein“, „bleiben“ oder „sich aufhalten“ – aber nicht jedem deutschen „sein“.
Das häufige Verb dare bedeutet zunächst „geben“, wird im Präsens aber unregelmäßig konjugiert: do, dai, dà, diamo, date, danno. Meist gibt jemand etwas an jemanden: Ti do il libro – „Ich gebe dir das Buch.“ Außerdem steckt dare in vielen festen Wendungen, deren deutsche Entsprechung kein „geben“ enthält, etwa dare un esame („eine Prüfung ablegen“) und dare fastidio („stören“).
Sapere steht für gewusste Fakten, Informationen und erlernte Fähigkeiten: So la risposta („Ich weiß die Antwort“) und So nuotare („Ich kann schwimmen“). Conoscere bezeichnet Vertrautheit aus Erfahrung, besonders mit Personen, Orten und Themen: Conosco Luca („Ich kenne Luca“) und Conosciamo Roma („Wir kennen Rom“).
Bei piacere ist die Person nicht das Subjekt: Mi piace la pizza heißt wörtlich „Die Pizza gefällt mir“. Deshalb richtet sich das Verb nach dem, was gefällt: piace vor allem bei einer Sache oder Tätigkeit, piacciono bei mehreren Dingen. Die Person steht als indirektes Objekt (die Person, der etwas gefällt) davor: mi, ti, gli, le, ci, vi.
Bei einem italienischen Reflexivverb bezieht sich die Handlung auf die handelnde Person zurück: Mi lavo bedeutet „Ich wasche mich“. Vor der gebeugten Verbform steht deshalb eines der Reflexivpronomen mi, ti, si, ci, vi, si. Im Wörterbuch erkennt man solche Verben meist an der Endung -si, zum Beispiel chiamarsi, svegliarsi oder vestirsi.
Mit c’è sagt man, dass eine einzelne Sache oder Person vorhanden ist: C’è un problema („Es gibt ein Problem“). Vor mehreren Dingen oder Personen steht ci sono: Ci sono molte persone („Es sind viele Leute da“). Für Fragen bleibt die Form gleich: C’è un bagno qui?
Italienische Adjektive passen ihre Endung an das Substantiv an: un ragazzo alto, aber una ragazza alta und ragazze alte. Adjektive auf -o haben meist vier Formen, Adjektive auf -e nur eine Singular- und eine Pluralform. Anders als im Deutschen gilt diese Übereinstimmung auch nach Verben wie essere: La casa è nuova.
Stehen bello („schön“) und buono („gut“) direkt vor einem Substantiv, richten sich einige ihrer Formen nach dessen Anfangslaut: un bel ragazzo, un bell’uomo, un bello zaino; un buon amico, aber un buono studente. Nach dem Substantiv und nach essere werden beide wie gewöhnliche Adjektive angeglichen: ragazzi belli, la pizza è buona.
Italienische Possessivbegleiter richten sich in Geschlecht und Zahl nach dem Besitz, nicht nach der besitzenden Person: la mia macchina, aber i miei libri. Meist steht davor ein bestimmter Artikel: il mio libro. Bei unveränderten Bezeichnungen für ein einzelnes Familienmitglied entfällt er gewöhnlich: mia madre.
Questo bezeichnet meist etwas Nahes („dieser/diese/dieses“) und hat die vier regelmäßigen Formen questo, questa, questi, queste. Quello verweist meist auf etwas weiter Entferntes („der/die/das dort“) und richtet sich vor einem Substantiv nach dem Muster des bestimmten Artikels: etwa quel libro, quello zaino, quell’amica, quei libri und quegli zaini. Steht es allein, lauten die Grundformen dagegen quello, quella, quelli, quelle.
Im Italienischen steht ein Adjektiv meist nach dem Substantiv: una macchina rossa („ein rotes Auto“). Häufige wertende Adjektive wie bello, buono, grande, piccolo, nuovo oder vecchio können auch davor stehen. Bei einigen Adjektiven verändert die Stellung die Blickrichtung oder sogar die Bedeutung: una casa grande ist ein großes Haus, una grande donna eine bedeutende Frau.
Die vier Präpositionen a, di, da und in gehören zu den häufigsten Wörtern des Italienischen. Als einfache Grundregel gilt: a steht oft bei Städten und Zielen, in bei Ländern und größeren Gebieten, di bei Zugehörigkeit oder Herkunft mit essere und da bei einer Bewegung von einem Ausgangspunkt weg. Die deutsche Übersetzung allein reicht jedoch nicht aus: Ein deutsches „in“, „nach“, „aus“, „von“ oder „bei“ kann je nach Zusammenhang verschiedenen italienischen Präpositionen entsprechen.
Con bedeutet meist „mit“, su „auf“ oder „über“, per „für“, „durch“ oder „um … zu“ und tra/fra „zwischen“, „unter“ oder bei zukünftiger Zeit „in“. Vor einem bestimmten Artikel verschmilzt su zu Formen wie sul und sulla; con, per und tra/fra bleiben für den Anfang getrennt: con il, per la, tra gli.
Italienische W-Fragen beginnen meist mit einem Fragewort wie chi (wer), cosa (was), dove (wo), quando (wann), come (wie) oder perché (warum). Für Ja-/Nein-Fragen braucht man dagegen keine besondere Satzkonstruktion: Aus Parli italiano. wird durch fragende Intonation und ein Fragezeichen Parli italiano?
Mit quanto, quanta, quanti, quante fragst du nach einer Menge oder Anzahl; die Form richtet sich nach Genus und Numerus des folgenden Substantivs: quanto pane, quante persone. Mit quale im Singular und quali im Plural fragst du nach einer Auswahl oder Identität: Quale preferisci? Wichtig: Man schreibt qual è ohne Apostroph.
Die italienischen Grundzahlen heißen zero, uno, due, tre und so weiter bis cento. Ab zwanzig stehen – anders als im Deutschen – zuerst die Zehner und dann die Einer: ventidue entspricht also „zweiundzwanzig“. Vor uno und otto fällt der letzte Vokal des Zehners weg: ventuno, ventotto.
Die italienischen Ordinalzahlen von 1. bis 10. heißen primo, secondo, terzo, quarto, quinto, sesto, settimo, ottavo, nono, decimo. Sie verhalten sich wie Adjektive und passen ihre Endung an das zugehörige Substantiv an: il primo giorno, la prima volta, i primi giorni, le prime settimane.
Nach der Uhrzeit fragt man mit Che ore sono? oder Che ora è?: Nur bei ein Uhr heißt es È l’una, sonst Sono le due, le tre und so weiter. Ein einmaliger Wochentag steht meist ohne Artikel (Parto lunedì), eine regelmäßige Handlung mit Artikel (Parto il lunedì). Daten bestehen gewöhnlich aus Artikel + Kardinalzahl + Monat: il 15 agosto; nur der erste Tag eines Monats heißt il primo.
Häufigkeitsadverbien sagen, wie oft etwas geschieht: sempre „immer“, spesso „oft“, qualche volta „manchmal“, raramente „selten“ und mai „nie“. Zeitadverbien sagen, wann etwas geschieht: oggi „heute“, domani „morgen“, ieri „gestern“, ora/adesso „jetzt“, prima „vorher/zuerst“, poi „dann“ und dopo „danach/später“. Als sichere Grundregel steht ein Häufigkeitsadverb meist nach dem konjugierten Verb; „nie“ heißt in einem normalen Aussagesatz non + Verb + mai: Non mangio mai carne.
Italienische Ortsadverbien geben an, wo etwas ist oder wohin sich jemand bewegt: qui/qua „hier“, lì/là „dort“, vicino „in der Nähe“, lontano „weit weg“, dentro „drinnen“, fuori „draußen“, sopra „oben/darüber“ und sotto „unten/darunter“. Sie bleiben unverändert; folgt jedoch ein konkreter Bezugspunkt, braucht man je nach Wort oft eine Ergänzung wie a, da oder direkt ein Nomen: vicino alla stazione, lontano da casa, sotto il tavolo.
Vor einem Nomen richten sich molto, troppo, poco und tanto nach Geschlecht und Zahl: molti amici, poca acqua. Beziehen sie sich dagegen auf ein Verb, ein Adjektiv oder ein anderes Adverb, bleiben sie unverändert: lavoro molto, sono molto stanche. Für den Einstieg reicht also die Frage: Steht ein Nomen dahinter?
Die direkten Objektpronomen mi, ti, lo, la, La, ci, vi, li, le ersetzen eine Person oder Sache, auf die eine Handlung unmittelbar gerichtet ist. Vor einem konjugierten Verb stehen sie normalerweise vorne: Vedo Marco wird zu Lo vedo. Bei einem Infinitiv werden sie meist angehängt: voglio vederlo.
Die indirekten Objektpronomen mi, ti, gli, le, Le, ci, vi, gli geben meist an, wem oder für wen etwas geschieht. Sie ersetzen eine Ergänzung mit a: Scrivo a Luca wird zu Gli scrivo. Vor einem konjugierten Verb steht das Pronomen normalerweise direkt vor dem Verb.
Mit e (und), o/oppure (oder), ma/però (aber, jedoch), perché (weil), anche (auch) und quindi (also, deshalb) lassen sich Wörter und Aussagen verbinden. Für Deutschsprachige ist besonders wichtig: Nach italienischem perché steht das Verb nicht wie nach deutschem „weil“ am Satzende: Resto a casa perché sono stanco – „Ich bleibe zu Hause, weil ich müde bin.“
A2 (16)
Das passato prossimo bildet man aus der Gegenwartsform von avere oder essere und einem Partizip: ho mangiato („ich habe gegessen“), sono partito („ich bin abgefahren“). Mit essere richtet sich die Endung des Partizips nach der Person: Marco è arrivato, aber Giulia è arrivata. Für den Einstieg gilt: Die meisten Verben mit einem direkten Objekt verwenden avere; reflexive Verben und eine wichtige Gruppe von Bewegungs- und Zustandsverben verwenden essere.
Im Italienischen bilden einige sehr häufige Verben das participio passato (Partizip Perfekt, also eine Form wie deutsch „gemacht“) unregelmäßig. Statt einer regelmäßigen Endung muss man Formen wie fare → fatto, scrivere → scritto und vedere → visto einzeln lernen. Im passato prossimo stehen sie nach avere oder essere: ho fatto, ha scritto, sono stato/a.
Bei einer wichtigen Gruppe italienischer Verben wird das passato prossimo mit einer Form von essere und dem Partizip Perfekt gebildet: sono arrivata, siamo partiti. Anders als im Deutschen richtet sich die Endung des Partizips nach dem Subjekt: -o, -a, -i oder -e. Für den Einstieg sind vor allem andare, venire, partire, arrivare, nascere, morire, diventare, stare, restare und rimanere wichtig.
Reflexive Verben bilden das passato prossimo immer mit essere: mi sono svegliato, si è vestita. Das Reflexivpronomen steht vor dem Hilfsverb, und das Partizip wird in Geschlecht und Zahl an das Subjekt angepasst: ci siamo alzati/alzate.
Mit essere richtet sich das Partizip nach dem Subjekt: Maria è arrivata, i ragazzi sono partiti. Mit avere bleibt es normalerweise auf -o: Ho visto Maria. Steht jedoch ein direktes Objektpronomen wie lo, la, li, le vor dem Verb, wird angeglichen: L'ho vista, li abbiamo invitati.
Die italienischen Teilungsartikel del, dello, della, dell’, dei, degli und delle bezeichnen eine nicht genau bestimmte Menge: del pane („etwas Brot“), della frutta („etwas Obst“), degli studenti („einige Studierende“). Sie bestehen aus di + bestimmtem Artikel und richten sich wie dieser nach Geschlecht, Zahl und Wortanfang. Im Deutschen bleibt die entsprechende Stelle oft ganz ohne Artikel: Compro delle mele heißt schlicht „Ich kaufe Äpfel“ oder, ausdrücklich mengenbezogen, „einige Äpfel“.
Das unbetonte Pronomen ne steht für eine bereits genannte Menge oder für eine Ergänzung mit di: Hai del pane? Ne ho un po’ („Hast du Brot? Ich habe etwas davon“). Bleibt eine Zahl oder ein Mengenwort stehen, ist ne meist unverzichtbar: Quanti ne vuoi? Ne voglio due. Im Deutschen entspricht es je nach Zusammenhang „davon“, „darüber“ oder auch gar keinem ausgesprochenen Wort.
Das italienische ci ersetzt häufig eine bereits bekannte Ortsangabe mit a, in oder su und bedeutet dann je nach Zusammenhang „dort“, „dorthin“ oder „darin“: Vai a Roma? – Sì, ci vado. Anders als deutsches dort steht ci normalerweise direkt beim Verb, meist davor. Außerdem gehört ci zu häufigen Wendungen wie ci vuole, ci metto und pensarci.
Bei potere, volere und dovere wird im passato prossimo nur das Modalverb ins Partizip gesetzt; das folgende Verb bleibt im Infinitiv: ho dovuto aspettare. Nach der traditionellen Grundregel richtet sich das Hilfsverb nach dem Infinitiv: ho dovuto mangiare, aber sono dovuta partire. Im heutigen Italienisch hört und liest man bei Modalverben jedoch sehr oft avere, auch vor Verben, die allein essere nehmen.
Italienische aggettivi indefiniti geben eine nicht genau bestimmte Menge oder Auswahl an. Besonders wichtig: qualche und ogni stehen immer vor einem Substantiv im Singular, alcuni/alcune dagegen vor dem Plural; tutto wird angepasst und meist mit dem bestimmten Artikel verbunden: tutto il giorno, tutte le sere.
Italienische Indefinitpronomen stehen für nicht genauer bestimmte Personen oder Dinge: qualcuno „jemand“, qualcosa „etwas“, nessuno „niemand“ und niente/nulla „nichts“. Steht ein negatives Pronomen nach dem Verb, braucht der Satz zusätzlich non: Non vedo nessuno. Steht es vor dem Verb, entfällt non: Nessuno mi vede.
Die Adverbien già, ancora, mai, sempre und appena stehen beim passato prossimo meist zwischen Hilfsverb und Partizip: Ho già mangiato, Non è ancora arrivata, Sei mai stato a Roma? Für Deutschsprachige ist diese Stellung erfreulich vertraut: „Ich habe schon gegessen“ ist ähnlich aufgebaut.
Mit quando, mentre, dopo che, prima che, appena und finché verbindet man zwei Teilsätze zeitlich: Etwas geschieht als, während, nachdem, bevor, sobald oder bis etwas anderes geschieht. Für den Einstieg gilt: Meist steht der indicativo (die normale Wirklichkeitsform); nur prima che verlangt grundsätzlich den congiuntivo (eine Verbform für unter anderem noch nicht verwirklichte oder abhängige Vorgänge).
Das unveränderliche Relativpronomen che verbindet zwei Aussagen und bezieht sich auf eine Person oder Sache: La donna che parla bedeutet „die Frau, die spricht“. Es kann im Relativsatz das Subjekt oder das direkte Objekt sein, hat aber nach einer Präposition keinen Platz. Anders als das deutsche Relativpronomen richtet sich che weder nach Geschlecht noch nach Zahl.
Mit stare per + Infinitiv sagt man, dass etwas unmittelbar bevorsteht: Sto per uscire bedeutet „Ich gehe gleich raus“ oder „Ich bin im Begriff hinauszugehen“. Dabei wird nur stare an die Person und Zeit angepasst; per und der Infinitiv bleiben unverändert. Für eine bloße Absicht irgendwann in der Zukunft ist diese Konstruktion nicht gedacht.
Mit bisogna, basta, sembra, pare und occorre formuliert man eine Notwendigkeit, eine ausreichende Bedingung oder einen Eindruck, ohne eine handelnde Person als Subjekt zu nennen: Bisogna aspettare bedeutet „Man muss warten“. Meist folgt ein Infinitiv (die Grundform des Verbs); wird eine bestimmte Person oder Sache genannt, steht häufig che mit dem congiuntivo.
B1 (18)
Das imperfetto beschreibt Vergangenes, ohne dessen Abschluss in den Mittelpunkt zu stellen: frühere Gewohnheiten, eine gerade laufende Handlung sowie Zustände und Hintergründe. Da bambino giocavo fuori bedeutet „Als Kind spielte ich draußen“, während Mentre giocavo, è iniziato a piovere eine laufende Handlung mit einem neu eintretenden Ereignis verbindet. Die regelmäßigen Endungen sind -avo, -evo, -ivo mit den jeweiligen Personenendungen.
Das passato prossimo stellt ein Ereignis als abgeschlossen und begrenzt dar: Ieri ho lavorato fino alle sei. Das imperfetto zeigt dagegen Gewohnheiten, Zustände, Beschreibungen oder gerade laufende Vorgänge in der Vergangenheit: Da giovane lavoravo molto. In Erzählungen liefert das imperfetto oft den Hintergrund, während das passato prossimo die Handlung voranbringt.
Das futuro semplice bezeichnet meist Zukünftiges: Domani lavorerò da casa – „Morgen werde ich zu Hause arbeiten.“ Es besteht aus einem Zukunftsstamm und den Endungen -ò, -ai, -à, -emo, -ete, -anno. Anders als das deutsche Futur I kann es außerdem eine Vermutung über die Gegenwart ausdrücken: Saranno le dieci bedeutet „Es wird wohl zehn Uhr sein“.
Das condizionale presente drückt vor allem höfliche Bitten, Wünsche, Ratschläge und gedachte Möglichkeiten aus: vorrei „ich hätte gern“, potresti „könntest du“, sarebbe „es wäre“. Es wird mit dem Stamm des Futurs und den Endungen -ei, -esti, -ebbe, -emmo, -este, -ebbero gebildet. Anders als im Deutschen braucht das Italienische dafür meist kein eigenes Wort wie „würde“.
Mit dem italienischen Imperativ gibt man Anweisungen, macht Vorschläge oder äußert Bitten: Ascolta! („Hör zu!“), Entrate! („Kommt herein!“). Besonders wichtig sind drei Regeln: Bei tu endet ein regelmäßiges Verb auf -are meist auf -a, die höfliche Lei-Form entspricht dem congiuntivo presente, und der verneinte tu-Imperativ besteht aus non + Infinitiv: Non parlare! („Sprich nicht!“).
Treffen im Italienischen ein indirektes Pronomen für die empfangende Person und ein direktes Pronomen für die Sache zusammen, steht die Person zuerst: me lo, te la, ce li, ve le. Vor lo, la, li, le und ne werden mi, ti, ci, vi zu me, te, ce, ve; gli und le verschmelzen mit dem zweiten Pronomen zu glielo, gliela, glieli, gliele, gliene.
Mit che verbindet man einen Relativsatz ohne Präposition: Das Wort kann darin Subjekt oder direktes Objekt sein. Nach einer Präposition steht cui; die Formen il quale, la quale, i quali, le quali sind eine förmlichere und eindeutigere Alternative. Anders als deutsche Relativpronomen werden che und cui weder nach Geschlecht noch nach Zahl verändert.
Ci ersetzt meist einen Ort oder eine Ergänzung mit a oder in: Vai a Roma? – Sì, ci vado („Fährst du nach Rom? – Ja, ich fahre hin“). Ne ersetzt meist eine Ergänzung mit di oder das Nomen nach einer Menge: Parli del film? – Sì, ne parlo („Sprichst du über den Film? – Ja, ich spreche darüber“), Quanti ne vuoi? – Due („Wie viele möchtest du? – Zwei“). Welches Pronomen passt, richtet sich also nach der italienischen Präposition und Satzstruktur, nicht allein nach der deutschen Übersetzung.
Die betonten Pronomen me, te, lui, lei, Lei, noi, voi, loro stehen selbstständig oder nach einer Präposition: per te, con noi, più alto di me. Im Gegensatz zu kurzen, unbetonten Pronomen wie mi, ti, lo tragen sie einen eigenen Akzent und heben eine Person hervor. Als Subjekt verwendet man bei der ersten und zweiten Person jedoch io und tu: Io sì, tu no.
Für einen ungleichen Vergleich setzt man im Italienischen meist più „mehr“ oder meno „weniger“ vor ein Adjektiv: più alto „größer“, meno caro „weniger teuer“. Vor der verglichenen Person oder Sache steht gewöhnlich di; vergleicht man dagegen zwei Eigenschaften, Tätigkeiten oder Satzteile derselben Person oder Sache, steht che: Luca è più alto di Paolo, aber È più facile leggere che scrivere.
Der relative Superlativ bezeichnet das höchste oder niedrigste Maß innerhalb einer Gruppe: il più caro („der teuerste“) und il meno caro („der am wenigsten teure“). Der absolute Superlativ verstärkt dagegen ohne Vergleich: carissimo oder molto caro bedeutet „sehr beziehungsweise ausgesprochen teuer“. Endungen wie -issimo sowie Formen wie ottimo werden an Geschlecht und Zahl des Bezugsworts angeglichen.
Adverbien der Art und Weise beschreiben, wie etwas geschieht: Parla lentamente bedeutet „Er/Sie spricht langsam“. Viele dieser Adverbien entstehen aus der weiblichen Form eines Adjektivs und -mente: lento → lenta → lentamente. Bei Adjektiven auf -le oder -re fällt das letzte -e normalerweise weg: facile → facilmente, regolare → regolarmente.
Mit se („wenn“, „falls“) nennt man eine reale oder gut mögliche Bedingung. Im se-Satz steht normalerweise der Indikativ: Se piove, resto a casa („Wenn es regnet, bleibe ich zu Hause“). Je nach Zeit und Aussage stehen dabei Präsens oder Futur; der Folgesatz kann außerdem eine Aufforderung enthalten: Se hai fame, mangia qualcosa.
Mit stare + Gerundio rückst du eine Handlung in den Mittelpunkt, die gerade abläuft: Sto cucinando bedeutet „Ich koche gerade“. Dabei wird stare an Person und Zeit angepasst; das Gerundio (eine unveränderliche Verbform auf -ando oder -endo) bleibt gleich. Besonders häufig sind sto/stai/sta … für die Gegenwart und stavo/stavi/stava … für die Vergangenheit.
Der italienische Infinitiv kann wie ein Nomen (Hauptwort) gebraucht werden: Viaggiare è bello bedeutet „Reisen ist schön“, il sapere „das Wissen“. Außerdem steht er häufig nach Präpositionen: prima di partire „vor der Abreise“, dopo aver mangiato „nachdem man gegessen hat“ und per imparare „um zu lernen“.
Mit si + Verb in der 3. Person Singular formuliert man allgemeine Aussagen, ohne eine bestimmte handelnde Person zu nennen: In Italia si mangia bene bedeutet „In Italien isst man gut“. Das italienische si impersonale entspricht daher oft dem deutschen man. Bei essere stehen Adjektive jedoch normalerweise im Plural: si è stanchi – „man ist müde“.
Beim si passivante steht si mit einem Verb in der dritten Person; das Verb richtet sich nach dem Substantiv, das die Handlung erfährt: Si vende la casa, aber Si vendono le case. Im Deutschen entspricht das je nach Zusammenhang einem Passiv, einer Konstruktion mit „man“ oder einer knappen Aufschrift wie „Wohnungen zu verkaufen“.
Der Congiuntivo Presente steht häufig in einem mit che eingeleiteten Nebensatz, wenn der Hauptsatz eine Meinung, einen Wunsch, ein Gefühl, einen Zweifel oder eine Bewertung ausdrückt: Spero che tu venga („Ich hoffe, dass du kommst“). Er ist nicht einfach die italienische Entsprechung des deutschen Konjunktivs: Wo im Deutschen meist der Indikativ steht, verlangt oder bevorzugt das Italienische oft den Congiuntivo.
B2 (15)
Das congiuntivo passato bezeichnet eine bereits abgeschlossene Handlung in einem Zusammenhang, der den italienischen Konjunktiv verlangt: Penso che sia partito („Ich glaube, dass er abgereist ist“). Es besteht aus dem congiuntivo presente von avere oder essere und einem Partizip: abbia mangiato, sia arrivata. Entscheidend sind also zwei Fragen: Warum steht der Konjunktiv, und liegt die Handlung vor dem Zeitpunkt des Hauptsatzes?
Das congiuntivo imperfetto steht vor allem in Nebensätzen, wenn Zweifel, Wunsch, Gefühl oder Bewertung aus einer vergangenen Perspektive ausgedrückt werden: Pensavo che fosse italiano. Es bildet außerdem zusammen mit dem condizionale presente hypothetische Sätze: Se avessi tempo, viaggerei di più. Regelmäßige Verben tragen die gut erkennbaren Endungen -assi, -essi, -issi.
Das congiuntivo trapassato bezeichnet meist eine Handlung, die vor einem vergangenen Bezugspunkt liegt und im Konjunktiv stehen muss: Pensavo che fosse già partito („Ich dachte, er sei schon weggegangen“). Es besteht aus avessi/fossi und dem Partizip der Vergangenheit. In irrealen Bedingungen der Vergangenheit steht es nach se: Se avessi saputo, sarei venuto („Wenn ich es gewusst hätte, wäre ich gekommen“).
Das condizionale passato wird mit dem Condizionale presente von avere oder essere und einem Partizip Perfekt gebildet: avrei parlato, sarei partito. Es bezeichnet vor allem eine nicht eingetretene Folge oder Möglichkeit in der Vergangenheit: Sarei venuto, ma ero malato – „Ich wäre gekommen, aber ich war krank.“ Außerdem drückt es die Zukunft aus der Sicht eines vergangenen Zeitpunkts aus: Ha detto che sarebbe arrivato – „Er sagte, dass er kommen würde.“
Für eine gedachte, unsichere oder eher unwahrscheinliche Situation verwendet das Italienische se + congiuntivo imperfetto und im anderen Satzteil das condizionale presente: Se avessi tempo, viaggerei di più – „Wenn ich Zeit hätte, würde ich mehr reisen.“ Anders als im Deutschen stehen die beiden Verbformen also nicht im gleichen Modus.
Das italienische Passiv wird meist mit einer Form von essere und dem Partizip Perfekt gebildet: La porta è stata chiusa („Die Tür wurde geschlossen“). Das Partizip richtet sich in Geschlecht und Zahl nach dem Subjekt. Venire hebt den Vorgang hervor, während andare + Partizip häufig ausdrückt, dass etwas getan werden muss.
Mit fare + Infinitiv drückst du aus, dass jemand eine Handlung veranlasst: Faccio riparare la macchina bedeutet „Ich lasse das Auto reparieren“. Die konjugierte Form von fare trägt Zeit und Person, während das zweite Verb im Infinitiv bleibt. Pronomen stehen normalerweise vor fare: Mi ha fatto aspettare – „Er/Sie hat mich warten lassen.“
Mit lasciare + Infinitiv sagt man, dass jemand eine Handlung erlaubt oder nicht verhindert: Lascio uscire i ragazzi bedeutet „Ich lasse die Jugendlichen hinausgehen“. Anders als fare + Infinitiv bezeichnet lasciare normalerweise keinen Zwang und kein Veranlassen. Unbetonte Pronomen stehen vor lasciare oder werden beim bejahten Imperativ angehängt: Non mi lasciano uscire, aber Lasciami uscire!
Mit dem discorso indiretto gibt man Äußerungen wieder, ohne sie wörtlich zu zitieren: «Sono stanco» wird zu Ha detto che era stanco. Steht das einleitende Verb in einer Vergangenheitszeit, verschiebt sich die Perspektive häufig: Gegenwart wird zum imperfetto, Vorzeitigkeit zum trapassato prossimo und Zukunft zum condizionale passato. Auch Personen sowie Zeit- und Ortsangaben müssen zur neuen Sprechsituation passen.
Subordinierende Konjunktionen leiten einen Nebensatz ein und zeigen sein Verhältnis zum Hauptsatz: Zeit, Grund, Zweck, Gegensatz oder Bedingung. Quando, mentre, perché, siccome und dato che stehen in ihrer gewöhnlichen Bedeutung meist mit dem Indikativ; affinché, benché, sebbene, prima che, senza che und a meno che verlangen in der Standardsprache den italienischen Konjunktiv (congiuntivo).
Italienische connettivi testuali machen sichtbar, wie Gedanken zusammenhängen: inoltre fügt etwas hinzu, tuttavia schränkt ein, pertanto zieht eine Folge, und in conclusione leitet den Abschluss ein. Sie verbinden meist ganze Aussagen oder Textabschnitte; anders als unterordnende Konjunktionen verlangen sie nicht von sich aus einen bestimmten Verbmodus.
Das italienische Gerundium kann nicht nur mit stare eine laufende Handlung ausdrücken. Selbstständig gebraucht, fasst es einen Nebengedanken knapp zusammen: Essendo stanco, sono andato a letto bedeutet je nach Zusammenhang „Da ich müde war, ging ich ins Bett“. Das gerundio composto wie avendo finito bezeichnet normalerweise eine Handlung, die vor der des Hauptsatzes abgeschlossen ist.
Das italienische participio presente wird meist mit -ante oder -ente gebildet: parlare → parlante, seguire → seguente. Heute begegnet es vor allem als Adjektiv (acqua corrente) oder Substantiv (un insegnante); ein frei gebildetes deutsches Partizip I wie „singend“ gibt man im Italienischen dagegen meistens mit einem Relativsatz wieder: che canta.
Das Trapassato Prossimo drückt aus, dass eine Handlung bereits vor einem anderen Zeitpunkt in der Vergangenheit abgeschlossen war: Quando sono arrivato, era già partita – „Als ich ankam, war sie schon gegangen.“ Es besteht aus dem Imperfekt von avere oder essere und dem Partizip Perfekt: avevo parlato, ero partito/a.
Chi bedeutet ohne genanntes Bezugswort „wer“ oder „derjenige, der“. Ciò che und quello che geben meist deutsches „was“ wieder, il che bezieht sich auf einen ganzen vorherigen Sachverhalt. Besitz drückt man mit il cui, la cui, i cui, le cui aus; der Artikel richtet sich dabei nach dem Besitz, nicht nach dem Besitzer.
C1 (13)
Das passato remoto schildert abgeschlossene Ereignisse, die als von der Gegenwart getrennt dargestellt werden. Es ist das typische Erzähltempus historischer und literarischer Texte: Dante nacque nel 1265. Im heutigen Gespräch hängt seine Verwendung stark von Region und Sprechsituation ab; eine feste Regel wie „alles vor mehr als einem Jahr“ gibt es nicht.
Das trapassato remoto bezeichnet eine Handlung, die unmittelbar vor einer anderen, im passato remoto erzählten Handlung abgeschlossen wurde: Appena ebbe chiuso la porta, uscì. Es wird aus dem passato remoto von avere oder essere und dem Partizip Perfekt gebildet. Die Form gehört vor allem zur gehobenen Erzähl- und Schriftsprache und steht typischerweise in temporalen Nebensätzen mit dopo che, quando, appena oder non appena.
Das futuro anteriore verbindet die Zukunftsform von avere oder essere mit einem Partizip: avrò finito, sarà partita. Es bezeichnet entweder etwas, das vor einem künftigen Zeitpunkt abgeschlossen sein wird, oder eine Vermutung über Vergangenes: Avrà dimenticato l’appuntamento bedeutet je nach Zusammenhang „Er/Sie wird den Termin wohl vergessen haben“.
Für eine nicht mehr erfüllbare Bedingung in der Vergangenheit steht im se-Satz das congiuntivo trapassato, im Folgesatz meist das condizionale passato: Se avessi saputo, sarei venuto – „Wenn ich es gewusst hätte, wäre ich gekommen.“ Eine vergangene Bedingung kann auch eine Folge in der Gegenwart haben: Se avessi accettato quel lavoro, ora vivrei a Roma – „Wenn ich die Stelle angenommen hätte, würde ich jetzt in Rom leben.“
Der congiuntivo indipendente steht nicht in einem abhängigen Nebensatz, sondern bildet selbst die Aussage: Magari potessi venire! („Wenn ich doch kommen könnte!“), Che venga! („Er soll kommen!“). Je nach Zeitform und Einleitung drückt er vor allem Wünsche, Zweifel, Aufforderungen, Zugeständnisse oder emotionale Ausrufe aus.
Der italienische infinito composto bezeichnet eine Handlung, die vor einer anderen Handlung oder einem anderen Zeitpunkt abgeschlossen ist. Er besteht aus dem Infinitiv avere oder essere und einem Partizip Perfekt: aver mangiato, essere arrivata. Welches Hilfsverb gebraucht wird und ob sich das Partizip angleicht, folgt im Wesentlichen denselben Regeln wie beim passato prossimo.
Beim participio passato assoluto steht ein Partizip Perfekt ohne Hilfsverb zusammen mit einem eigenen Subjekt: Finita la lezione, uscirono („Als der Unterricht beendet war, gingen sie hinaus“). Die Konstruktion ersetzt meist einen zeitlichen Nebensatz und bezeichnet ein Geschehen, das vor dem Hauptsatz abgeschlossen ist. Das Partizip richtet sich in Geschlecht und Zahl nach dem zugehörigen Substantiv: finito il lavoro, finita la lezione, finiti i lavori, finite le lezioni.
Bei einer Dislokation steht ein Satzteil außerhalb seiner üblichen Position und wird im Kernsatz durch ein unbetontes Pronomen wiederaufgenommen: Il libro, l'ho letto („Das Buch habe ich gelesen“). Steht das herausgestellte Element vorn, spricht man von Linksversetzung; steht es am Ende, von Rechtsversetzung: L'ho letto, il libro. Die Pronomenwiederaufnahme ist im Italienischen der entscheidende Teil der Konstruktion.
Mit einem italienischen Spaltsatz (frase scissa) hebt man genau den Teil einer Aussage hervor, der neu, wichtig oder kontrastiv ist: È Marco che ha chiamato („Marco hat angerufen, nicht jemand anderes“). Das Grundmuster lautet essere + hervorgehobenes Element + che + Restsatz; häufig sind außerdem essere + Handelnder + a + Infinitiv und die Umkehrung quello che … è ….
Bei der italienischen concordanza dei tempi wählst du die Verbform im Nebensatz nach zwei Fragen: Liegt der zeitliche Bezugspunkt der Aussage in Gegenwart/Zukunft oder in der Vergangenheit, und geschieht der Nebensatz gleichzeitig, vorher oder nachher? So steht etwa Spero che venga für Gleich- oder Nachzeitigkeit aus heutiger Sicht, Spero che sia venuto dagegen für Vorzeitigkeit.
Formelles Italienisch ist keine eigene Grammatik, sondern eine bewusste Auswahl aus mehreren sprachlichen Mitteln: Lei als höfliche Anrede, unpersönliche und passive Konstruktionen, präzise Verknüpfungen sowie zurückhaltende, feste Formeln. Gute formelle Sprache wirkt sachlich und respektvoll, aber nicht unnötig schwerfällig. Entscheidend ist, Ausdruck, Textsorte und Verhältnis zur angesprochenen Person aufeinander abzustimmen.
Italienische Redewendungen sollte man als feste Einheiten lernen: Ihre Gesamtbedeutung ergibt sich oft nicht aus den einzelnen Wörtern. Verben wie fare, dare, andare, stare, essere und avere werden dabei normal gebeugt, während Präpositionen, Artikel und Bilder meist fest bleiben: Questa spiegazione non sta né in cielo né in terra bedeutet „Diese Erklärung ergibt überhaupt keinen Sinn“.
Bei Verben wie farcela, andarsene oder prendersela gehören kurze Pronomen fest zum Verb und erzeugen zusammen eine eigene Bedeutung. Man lernt deshalb am besten das ganze Paket: fare heißt „machen“, aber farcela heißt „es schaffen“; andare heißt „gehen“, aber andarsene heißt „weggehen“. Beim Konjugieren ändern sich Verb und Personenpronomen, während la oder ne Teil der festen Verbindung bleiben.
C2 (11)
Lag ein Ereignis aus Sicht eines vergangenen Zeitpunkts noch in der Zukunft, verwendet das Italienische normalerweise das condizionale passato: Disse che sarebbe tornato – „Er sagte, dass er zurückkehren würde.“ Dieselbe Form kann auch etwas Irreales in der Vergangenheit bezeichnen; beim futuro nel passato zeigt jedoch der zeitliche Zusammenhang, nicht eine unerfüllte Bedingung, warum sie steht.
Literarisches Italienisch verwendet Formen, die im heutigen Gespräch selten oder stilistisch markiert sind: egli statt lui, v’è statt c’è, ove statt dove oder qualora und verkürzte Infinitive wie dir und far. Dazu kommen zahlreiche unregelmäßige Formen des passato remoto. Für Lernende auf C2-Niveau ist vor allem wichtig, diese Formen sicher zu erkennen und ihren Stilwert zu verstehen; ungeprüft in die Alltagssprache übernommen wirken sie leicht feierlich, altmodisch oder ironisch.
Ein anacoluto beginnt mit einer grammatischen Konstruktion und läuft dann in einer anderen weiter: Ein Wort oder eine Wortgruppe wird als Thema vorangestellt, passt aber syntaktisch nicht vollständig zum folgenden Satz. So entsteht etwa Quell’uomo, non mi fido di lui: Zuerst steht „dieser Mann“ frei im Raum, danach wird der Gedanke mit di lui neu aufgebaut. Im Gespräch ist das oft natürlich; in sorgfältiger Sachprosa kann es dagegen wie ein Satzbaufehler wirken.
Bei markierter Syntax weicht die Wortstellung bewusst von einer neutralen Reihenfolge ab, um Thema, Gegensatz oder neue Information hervorzuheben. So rückt QUESTO volevo dirti nicht einfach ein Objekt nach vorn, sondern stellt questo als Kontrastfokus heraus: „DAS wollte ich dir sagen.“ Entscheidend sind dabei nicht nur die Position, sondern auch Pronomen, Pausen und Satzmelodie.
Ein gelungener italienischer periodo complesso verbindet mehrere Haupt- und Nebensätze so, dass Abhängigkeit, logische Beziehung und zeitliche Abfolge jederzeit erkennbar bleiben. Entscheidend ist nicht die bloße Länge, sondern eine klare Hierarchie: Jeder Nebensatz muss sich eindeutig auf einen übergeordneten Satz beziehen, der passende Modus und die passende Zeitform müssen gewählt sein, und Satzzeichen sollen die Struktur sichtbar machen.
Italienisch kann Nebensätze mit Infinitiv, Gerundium oder Partizip stark verkürzen: Dopo aver firmato, uscì statt Dopo che ebbe firmato, uscì. Entscheidend ist dabei, wer die Handlung ausführt und ob sie gleichzeitig, vorher oder als abgeschlossener Umstand dargestellt wird. Solche Verdichtungen sind besonders typisch für gehobene Schriftsprache, Verwaltung, Wissenschaft und Literatur.
Italienische Modalformen drücken nicht nur Fähigkeit, Erlaubnis oder Pflicht aus, sondern auch Vermutung, Distanz und Höflichkeit. Entscheidend ist deshalb nicht allein das Verb: sapere bezeichnet meist erlerntes Können, potere eine Möglichkeit unter den gegebenen Umständen, und dovere kann je nach Kontext „müssen“ oder „wohl sein“ bedeuten. Konditional und Imperfekt schwächen Aussagen zusätzlich ab.
Italienische Umgangssprache ist nicht einfach „falsches Italienisch“, sondern ein Bündel typischer Mittel des spontanen Gesprächs: che übernimmt mehrere Funktionen, Wörter werden zur Hervorhebung wiederholt, und Ausdrücke wie cioè, tipo oder dai steuern den Gesprächsverlauf. Entscheidend ist nicht, möglichst viele solcher Formen zu verwenden, sondern ihre Wirkung, ihre regionale Färbung und die passende Situation zu erkennen.
Italienisch klingt und funktioniert nicht überall gleich: Je nach Region unterscheiden sich unter anderem die Wahl der Vergangenheitsform, einzelne Alltagswörter, die Aussprache und feste Wendungen. Meist handelt es sich nicht um starre Grenzen oder um „richtig“ gegen „falsch“, sondern um regionale Vorlieben innerhalb eines gemeinsamen Standards. Für Lernende ist zunächst das sichere Erkennen wichtiger als das Nachahmen.
Bürokratisches Italienisch begegnet Ihnen in Bescheiden, Formularen, Verträgen und Verwaltungsschreiben. Es stellt Verfahren und Rechtsfolgen in den Vordergrund, während handelnde Personen oft hinter Passivformen, si-Konstruktionen, Substantiven und festen Formeln verschwinden: Si comunica che…, ai sensi di…, il richiedente è tenuto a…. Auf C2-Niveau geht es nicht darum, jeden Satz selbst möglichst schwerfällig zu formulieren, sondern solche Texte präzise zu entschlüsseln und bei Bedarf angemessen nachzuahmen.
Fortgeschrittenes italienisches Erzählen gibt fremde Stimmen nicht nur als direkte oder indirekte Rede wieder. Der discorso indiretto libero lässt Figurenrede in die Stimme des Erzählers einfließen, das presente storico macht Vergangenes szenisch gegenwärtig, und metasprachliche Markierungen zeigen, dass über einen Ausdruck selbst gesprochen wird. Entscheidend ist daher nicht allein die Verbform, sondern immer auch die Frage: Wer spricht, aus wessen Sicht und mit welcher Haltung?
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