A1

Häufige Präpositionen im Italienischen

Preposizioni Comuni

Dieser Artikel ist Teil des Italienisch-Grammatikbaums auf Settemila Lingue.

Kurz gesagt

Die vier Präpositionen a, di, da und in gehören zu den häufigsten Wörtern des Italienischen. Als einfache Grundregel gilt: a steht oft bei Städten und Zielen, in bei Ländern und größeren Gebieten, di bei Zugehörigkeit oder Herkunft mit essere und da bei einer Bewegung von einem Ausgangspunkt weg. Die deutsche Übersetzung allein reicht jedoch nicht aus: Ein deutsches „in“, „nach“, „aus“, „von“ oder „bei“ kann je nach Zusammenhang verschiedenen italienischen Präpositionen entsprechen.

Überblick

Eine Präposition ist ein kurzes Verhältniswort: Sie verbindet Wörter und zeigt zum Beispiel Ort, Richtung, Herkunft oder Zugehörigkeit an. In Vado a scuola verbindet a die Handlung des Gehens mit dem Ziel scuola. In il libro di Paolo zeigt di, wem das Buch gehört. Solche Verbindungen kommen bereits in den ersten Gesprächen auf A1-Niveau ständig vor.

Für deutschsprachige Lernende liegt die Schwierigkeit weniger in den vier Formen selbst als in ihrer Auswahl. Im Deutschen kann man „in Rom“, „nach Rom“ und „aus Rom“ sagen; im Italienischen braucht man dafür a Roma, a Roma beziehungsweise da Roma. Auch das deutsche „bei“ führt nicht immer zu derselben Lösung: „bei Marco“ heißt da Marco, „in der Bank“ dagegen meist in banca.

Am Anfang lohnt es sich deshalb, nicht nur einzelne Übersetzungen zu lernen, sondern feste Verbindungen: a casa, in Italia, di Milano, da Giulia. Später kommen Formen wie al, del, dal und nel hinzu. Sie entstehen, wenn eine dieser Präpositionen mit einem bestimmten Artikel verschmilzt.

Funktionsweise

Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten A1-Funktionen. Eine Präposition kann mehrere Bedeutungen haben; entscheidend ist immer die ganze Verbindung.

Präposition Häufige Funktion Grundmuster Beispiel Bedeutung
a Ziel oder Ort bei Städten und bestimmten festen Orten Verb + a + Ort Abito a Torino. Ich wohne in Turin.
a Empfänger Sache + a + Person Scrivo a Marta. Ich schreibe Marta.
di Zugehörigkeit, Inhalt, Stoff oder Thema Nomen + di + Nomen una tazza di tè eine Tasse Tee
di Herkunft mit essere essere + di + Ort Sono di Colonia. Ich komme aus Köln.
da Ausgangspunkt oder Herkunft bei einer Bewegung Verb + da + Ort Parto da Napoli. Ich fahre aus Neapel ab.
da bei oder zu einer Person Verb + da + Person Vado da Anna. Ich gehe zu Anna.
in Ort oder Ziel bei Ländern, Regionen und Kontinenten Verb + in + Gebiet Vivo in Toscana. Ich lebe in der Toskana.
in bestimmte Räume, Einrichtungen und Verkehrsmittel Verb + in + Nomen Vado in ufficio. Ich gehe ins Büro.

A: zu, nach, an oder in

A bezeichnet häufig einen Zielpunkt oder einen Ort, der als einzelner Punkt gedacht wird.

  • bei Städten: a Roma, a Berlino, a Vienna
  • in festen Alltagsverbindungen: a casa, a scuola, a letto, a tavola
  • bei einem Empfänger: a Luca, a mia sorella
  • vor einem Infinitiv (der Grundform eines Verbs) nach manchen Verben: iniziare a studiare, andare a comprare il pane

Ort und Richtung verwenden bei Städten dieselbe Präposition:

  • Sono a Firenze. – Ich bin in Florenz.
  • Vado a Firenze. – Ich fahre nach Florenz.

Das ist anders als im Deutschen, wo „in“ meist einen Ort und „nach“ eine Richtung bezeichnet. Ob eine Bewegung vorliegt, zeigt im Italienischen das Verb, nicht ein Wechsel der Präposition.

Mit einem bestimmten Artikel verschmilzt a: al, allo, alla, ai, agli, alle. Deshalb heißt es zwar a scuola, aber alla stazione. Diese Verschmelzung wird weiter unten noch einmal eingeordnet.

Di: von, aus oder über

Di verbindet sehr oft zwei Substantive (Nomen, also Wörter für Personen, Dinge oder Begriffe). Es kann verschiedene Beziehungen ausdrücken:

  • Besitz oder Zugehörigkeit: il libro di Sara – Saras Buch
  • Inhalt oder Menge: un bicchiere di vino – ein Glas Wein
  • Material: un tavolo di legno – ein Holztisch
  • Thema: un corso di italiano – ein Italienischkurs
  • Herkunft mit essere: Sono di Amburgo. – Ich komme aus Hamburg.

Italienisch bildet Besitz normalerweise nicht mit einer Endung wie das deutsche Genitiv-s. Statt „Paolos Fahrrad“ lautet das Grundmuster la bicicletta di Paolo. Vor einem Nomen mit bestimmtem Artikel verschmilzt di zu del, dello, della, dei, degli oder delle: la porta della casa.

Bei der Herkunft ist die Verbwahl wichtig. Essere di beschreibt, woher jemand stammt: Sono di Monaco. Venire da beschreibt das Kommen von einem Ort: Vengo da Monaco. Im Deutschen können beide Sätze mit „Ich komme aus München“ wiedergegeben werden, im Italienischen ist die Konstruktion verschieden.

Da: von, aus, bei oder zu jemandem

Da setzt einen Ausgangspunkt. Es passt daher zu Verben der Bewegung wie venire (kommen), partire (abfahren, aufbrechen), tornare (zurückkehren) oder uscire (hinausgehen):

  • Vengo da Milano. – Ich komme aus Mailand.
  • Partiamo da casa. – Wir brechen von zu Hause auf.
  • Torno da Roma domani. – Ich kehre morgen aus Rom zurück.

Eine besonders wichtige Verwendung hat im Deutschen keine einheitliche Entsprechung: da + Person bedeutet je nach Verb „bei jemandem“ oder „zu jemandem“.

  • Sono da Paolo. – Ich bin bei Paolo.
  • Vado da Paolo. – Ich gehe zu Paolo.
  • Ceniamo da mia zia. – Wir essen bei meiner Tante zu Abend.

Auch Berufe werden so behandelt, wenn die Person beziehungsweise ihr Arbeitsort gemeint ist: dal medico (beim Arzt oder zum Arzt), dal parrucchiere (beim Friseur oder zum Friseur). Hier steht bereits eine Verbindung aus da und Artikel.

In: in oder nach

In steht besonders bei Ländern, Regionen und Kontinenten – sowohl für den Ort als auch für die Richtung:

  • in Italia, in Germania, in Brasile
  • in Sicilia, in Toscana, in Baviera
  • in Europa, in Asia

Vergleiche:

  • Vivo in Italia. – Ich lebe in Italien.
  • Vado in Italia. – Ich fahre nach Italien.

Das Deutsche unterscheidet hier häufig „in“ und „nach“; Italienisch verwendet in beiden Fällen in. Bei Städten steht dagegen a: a Milano, nicht in Milano.

Daneben gehört in zu vielen festen Ortsangaben: in cucina (in der Küche), in ufficio (im Büro), in banca (in der Bank), in centro (im Stadtzentrum). Auch Verkehrsmittel stehen oft mit in: in treno, in autobus, in macchina, in bicicletta. Solche Verbindungen lernt man am zuverlässigsten als Einheit.

Ort und Herkunft zusammen denken

Eine kleine Dreiergruppe hilft beim Lernen:

Art des Ortes Wo? Wohin? Woher?
Stadt Sono a Roma. Vado a Roma. Vengo da Roma.
Land Sono in Italia. Vado in Italia. *Vengo **dall'*Italia.
Person Sono da Elena. Vado da Elena. Vengo da Elena.

Beim Land erscheint in der dritten Spalte dall'Italia, weil da mit dem bestimmten Artikel verschmilzt. Für den ersten Lernschritt genügt die Richtung: Stadt a, Land in, Ausgangspunkt da.

Beispiele im Zusammenhang

Italienisch Deutsch Hinweis
Vado a scuola ogni mattina. Ich gehe jeden Morgen zur Schule. fest: a scuola
Marta abita a Bologna. Marta wohnt in Bologna. Stadt mit a
Do le chiavi a Giulia. Ich gebe Giulia die Schlüssel. a bezeichnet die Empfängerin
Cominciamo a lavorare alle nove. Wir beginnen um neun zu arbeiten. a vor der Grundform lavorare
Questo è il quaderno di Paolo. Das ist Paolos Heft. Zugehörigkeit mit di
Vorrei un bicchiere di vino. Ich hätte gern ein Glas Wein. Inhalt mit di
Parliamo di musica italiana. Wir sprechen über italienische Musik. Thema mit di
Sono di Berlino, ma vivo a Roma. Ich komme aus Berlin, lebe aber in Rom. Herkunft mit essere di
Vengo da Milano. Ich komme aus Mailand. Bewegung vom Ausgangspunkt weg
Stasera mangiamo da Francesca. Heute Abend essen wir bei Francesca. Aufenthalt bei einer Person
Domani vado dal dentista. Morgen gehe ich zum Zahnarzt. da + Artikel
Vivo in Italia da tre anni. Ich lebe seit drei Jahren in Italien. Land mit in; Dauer mit da
Andiamo in Toscana in macchina. Wir fahren mit dem Auto in die Toskana. Region und Verkehrsmittel mit in
Luca è in cucina. Luca ist in der Küche. fester Raumbegriff mit in
Il treno parte da Firenze e arriva a Pisa. Der Zug fährt in Florenz ab und kommt in Pisa an. Ausgangspunkt da, Zielstadt a

Häufige Fehler

Bei Städten deutsches „in“ direkt übernehmen

  • Falsch: Vivo in Roma.
  • Richtig: Vivo a Roma.
  • Warum: Namen von Städten stehen im Normalfall mit a, unabhängig davon, ob es um einen Ort oder ein Ziel geht. Das deutsche „in Rom“ darf also nicht Wort für Wort übertragen werden.

Bei Ländern immer a verwenden

  • Falsch: Vado a Italia.
  • Richtig: Vado in Italia.
  • Warum: Länder, Regionen und Kontinente stehen im Grundmuster mit in: in Italia, in Toscana, in Europa.

Di und da bei der Herkunft verwechseln

  • Falsch: Sono da Napoli.
  • Richtig: Sono di Napoli.
  • Warum: Mit essere wird die Herkunft normalerweise durch di angegeben. Bei einer tatsächlichen Bewegung vom Ort weg steht da: Vengo da Napoli.

Bei Personen a statt da wählen

  • Falsch: Vado a Marco.
  • Richtig: Vado da Marco.
  • Warum: Ein Besuch bei einer Person oder der Weg zu ihr wird mit da ausgedrückt. A Marco kann dagegen einen Empfänger bezeichnen: Scrivo a Marco – „Ich schreibe Marco.“

Den notwendigen Artikel getrennt lassen

  • Falsch: Vado a il mercato.
  • Richtig: Vado al mercato.
  • Warum: A, di, da und in verschmelzen mit dem bestimmten Artikel: al, del, dal, nel und weitere Formen. Nicht jedes Nomen braucht aber einen Artikel: a casa, in ufficio.

Jede deutsche Präposition immer gleich übersetzen

  • Falsch: „nach“ = immer a
  • Richtig: Vado a Roma, aber Vado in Italia.
  • Warum: Italienische Präpositionen richten sich nach der Art des Ortes und nach festen Verbindungen. Lerne daher die Präposition zusammen mit dem Ausdruck.

Hinweise zum Gebrauch

Die Präposition gehört oft zum Wortschatz

Die Grundregeln erklären viel, aber nicht jede Ortsangabe lässt sich allein aus der Bedeutung ableiten. Italienisch sagt zum Beispiel a casa, a scuola, aber in ufficio und in banca. Diese Unterschiede sind keine Frage von „klein“ gegen „groß“. Es handelt sich oft um übliche, historisch gewachsene Verbindungen.

Notiere neue Nomen deshalb am besten gleich mit einer typischen Verbindung: nicht nur ufficio, sondern in ufficio; nicht nur scuola, sondern a scuola. Dasselbe gilt für Verben: parlare di (über etwas sprechen), pensare a (an etwas denken), venire da (von irgendwoher kommen).

Ort und Bewegung haben nicht automatisch verschiedene Formen

Deutsch unterscheidet durch Präpositionen und Fälle oft genauer zwischen „wo?“ und „wohin?“, etwa „in der Stadt“ und „in die Stadt“. Italienisch behält häufig dieselbe Verbindung bei:

  • Sono a Roma / Vado a Roma
  • Sono in ufficio / Vado in ufficio
  • Sono da Chiara / Vado da Chiara

Das Verb liefert die Information, ob jemand schon dort ist oder sich dorthin bewegt.

Einfach oder mit Artikel?

Einige feste Ausdrücke stehen ohne Artikel: a casa, a scuola, in Italia, in treno. Wenn ein bestimmter Gegenstand oder Ort mit Artikel genannt wird, entsteht häufig eine verschmolzene Präposition: al ristorante, della scuola, dal medico, nel giardino.

Der Unterschied kann auch die Bedeutung verändern. A casa heißt allgemein „zu Hause“ oder „nach Hause“; alla casa bezieht sich auf ein bestimmtes Haus und braucht normalerweise weiteren Zusammenhang, etwa alla casa in fondo alla strada („zu dem Haus am Ende der Straße“).

Über die Grundlagen hinaus

Die folgenden Verwendungen musst du auf A1 noch nicht aktiv beherrschen. Du wirst ihnen aber früh begegnen, und sie zeigen, warum eine reine Übersetzungsliste nicht genügt.

Da für einen Zeitraum, der noch andauert

Mit dem Präsens und da sagt Italienisch, seit wann oder wie lange etwas bis jetzt geschieht:

  • Studio italiano da sei mesi. – Ich lerne seit sechs Monaten Italienisch.
  • Abitiamo qui dal 2024. – Wir wohnen seit 2024 hier.

Anders als im Deutschen steht dabei kein Perfekt, sondern meist das italienische Präsens. Dal ist die Verbindung von da + il.

Da als Urheber einer Handlung

In einem Passivsatz kann da angeben, wer eine Handlung ausführt:

  • Il romanzo è scritto da Elena Ferrante. – Der Roman ist von Elena Ferrante geschrieben.
  • La cena è preparata da Luca. – Das Abendessen wird von Luca zubereitet.

Da führt hier die handelnde Person ein – also die Person, von der die Handlung im Passivsatz ausgeht.

Di und a als Ergänzung von Verben

Viele Verben verlangen eine feste Präposition. Hier lässt sich die Wahl nicht zuverlässig aus dem Deutschen ableiten:

  • cercare di + Grundform: Cerco di capire. – Ich versuche zu verstehen.
  • finire di + Grundform: Finisco di lavorare. – Ich höre auf zu arbeiten.
  • imparare a + Grundform: Imparo a cucinare. – Ich lerne kochen.
  • riuscire a + Grundform: Riesco a dormire. – Ich schaffe es zu schlafen.

Solche Verbindungen gehören jeweils zum Verb und sollten als Ganzes gelernt werden.

Da für Zweck oder Eignung

Da kann außerdem zeigen, wozu etwas bestimmt ist:

  • una macchina da caffè – eine Kaffeemaschine
  • gli occhiali da sole – die Sonnenbrille
  • una sala da pranzo – ein Esszimmer

Hier bedeutet da weder „von“ noch „bei“. Es verbindet einen Gegenstand mit seinem typischen Zweck.

Regionale und stilistische Unterschiede

Bei manchen Inselnamen, Einrichtungen und festen Wendungen schwankt der Gebrauch. Außerdem können Artikel und Präposition je nach gemeinter Bedeutung wechseln. Für den sicheren Anfang sind die häufigen Muster wichtiger als seltene Grenzfälle. Wenn Muttersprachler eine Verbindung regelmäßig anders verwenden als die Grundregel erwarten lässt, lerne den gesamten Ausdruck statt eine neue Universalregel zu erfinden.

Übungstipps

  1. Baue Ortsdreiergruppen. Schreibe für fünf Orte jeweils „wo?“, „wohin?“ und „woher?“: sono a Roma – vado a Roma – vengo da Roma. Nimm danach Länder und Personen dazu.
  2. Lerne Verbindungen statt Einzelwörter. Speichere auf Karteikarten a scuola, in ufficio, di legno und da un amico. Ergänze jeweils einen kurzen eigenen Satz.
  3. Markiere beim Lesen die Funktion. Unterstreiche a, di, da und in in einem kurzen italienischen Text und notiere daneben „Ziel“, „Ort“, „Herkunft“, „Zugehörigkeit“ oder „feste Verbindung“. So wird aus einer Übersetzung eine erkennbare Struktur.

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