A1

Grundlegende Präpositionen im Schwedischen

Prepositioner

Dieser Artikel ist Teil des Schwedisch-Grammatikbaums auf Settemila Lingue.

Kurz gesagt

Die häufigsten schwedischen Präpositionen sind i „in“, „auf/an/bei“, till „zu/nach“, från „von/aus“, med „mit“, för „für“, av „von/aus/durch“ und om „über/um“. Wichtig ist, nicht Wort für Wort aus dem Deutschen zu übersetzen: Man lernt am besten ganze Verbindungen wie i Sverige, på jobbet, till Stockholm und prata om något.

Überblick

Präpositionen sind kurze Wörter, die Beziehungen ausdrücken: Wo befindet sich etwas, wohin bewegt es sich, woher kommt es, wann geschieht etwas oder mit wem findet etwas statt? Sie stehen meist vor einer Nominalgruppe (einem Nomen mit seinen Begleitern), etwa in på bordet „auf dem Tisch“ oder med min syster „mit meiner Schwester“.

Dieses Thema gehört zu den ersten Grundlagen auf A1-Niveau. Schon mit wenigen Präpositionen lassen sich Wohnort, Reiseweg, Begleitung, Herkunft und Gesprächsthema ausdrücken. Die Formen selbst sind leicht: Schwedische Präpositionen werden nicht verändert. Schwieriger ist die Wahl der passenden Präposition, denn die Zuordnung zum Deutschen ist nicht immer eindeutig.

Für deutschsprachige Lernende gibt es eine Erleichterung: Nach einer schwedischen Präposition muss man bei Nomen keinen Fall wie Dativ oder Akkusativ markieren. med mannen bedeutet „mit dem Mann“, för mannen „für den Mann“. Der bestimmte Artikel bleibt in beiden Beispielen gleich. Bei Personalpronomen verwendet man jedoch die Objektform, also zum Beispiel med mig „mit mir“ und från henne „von ihr“.

Wie es funktioniert

Die acht Grundpräpositionen

Präposition Kernbedeutung Typische Verbindungen Beispiel
i in, innerhalb Länder, Städte, Räume; Zeiträume i Sverige, i köket, i två dagar
auf, an, bei Oberflächen, Tätigkeiten und feste Ortsangaben; Wochentage på bordet, på jobbet, på måndag
till zu, nach, bis Ziel, Empfänger, Endpunkt till Malmö, till Anna, till fredag
från von, aus Ausgangspunkt, Herkunft från Norge, från stationen
med mit Begleitung, Werkzeug oder Mittel med en vän, med buss
för für, vor Zweck, Nutzen, vorgesehene Person; feste Zeitangaben för barn, för mig, för en vecka sedan
av von, aus, durch Urheber, Material, Ursache, Teil eines Ganzen en bok av Lagerlöf, gjord av trä
om über, um Thema; Zeit bis zu einem zukünftigen Ereignis; einige feste Ausdrücke prata om resan, om en timme

Diese Übersetzungen sind Orientierungshilfen, keine austauschbaren Etiketten. Das deutsche „in“ kann etwa i sein (i huset „im Haus“), bei einer zukünftigen Zeitangabe aber om (om en timme „in einer Stunde“).

Ort und Richtung: i, på, till und från

Für eine Position – also die Antwort auf „wo?“ – stehen oft i oder :

  • i bezeichnet häufig das Innere oder einen geografischen Raum: i rummet „im Zimmer“, i Göteborg „in Göteborg“, i Tyskland „in Deutschland“.
  • bezeichnet häufig eine Oberfläche: på golvet „auf dem Boden“. Es steht außerdem in vielen festen Ortsangaben: på jobbet „bei der Arbeit“, på stationen „am Bahnhof“, på landet „auf dem Land“.

Für das Ziel einer Bewegung – die Antwort auf „wohin?“ – steht sehr oft till: Vi åker till Stockholm. „Wir fahren nach Stockholm.“ Für den Ausgangspunkt oder die Herkunft verwendet man från: Hon kommer från Norge. „Sie kommt aus Norwegen.“ Die beiden bilden ein nützliches Paar: från Lund till Malmö „von Lund nach Malmö“.

Anders als im Deutschen entscheidet Bewegung allein nicht automatisch über die Präposition. In Jag lägger boken på bordet „Ich lege das Buch auf den Tisch“ bleibt erhalten, weil die entstehende Lage auf der Oberfläche gemeint ist. Till nennt dagegen typischerweise ein Reiseziel oder einen Empfänger. Die deutsche Regel „wo oder wohin?“ für Wechselpräpositionen lässt sich daher nicht eins zu eins auf das Schwedische übertragen.

Begleitung und Mittel: med

Med entspricht häufig „mit“:

  • Begleitung: Jag reser med min familj. „Ich reise mit meiner Familie.“
  • Verkehrsmittel: Vi åker med buss. „Wir fahren mit dem Bus.“
  • Werkzeug oder Art und Weise: Skriv med en penna. „Schreib mit einem Stift.“

Nach med steht bei einem Personalpronomen die Objektform: med mig, med dig, med honom, med henne, med oss, med er, med dem. Diese Formen entsprechen „mit mir, dir, ihm, ihr, uns, euch/Ihnen, ihnen“.

Empfänger, Zweck und Zuordnung: för und till

Deutsch „für“ wird oft mit för wiedergegeben: Det här är för dig. „Das ist für dich.“ En bok för nybörjare ist „ein Buch für Anfänger“. För kann also die begünstigte Person, den Zweck oder die vorgesehene Gruppe nennen.

Bei einer Übergabe konkurrieren för und till nicht beliebig. Till markiert häufig den Empfänger oder das Ziel einer Sendung: Jag skickar brevet till Erik. „Ich schicke den Brief an Erik.“ För betont eher, für wen etwas bestimmt oder gedacht ist: Brevet är för Erik. „Der Brief ist für Erik bestimmt.“

Urheber, Material und Ursache: av

Av hat mehrere häufige Verwendungen:

  • Urheber: en roman av Selma Lagerlöf „ein Roman von Selma Lagerlöf“
  • Material: ett bord av trä „ein Tisch aus Holz“
  • Ursache: trött av arbetet „müde von der Arbeit“
  • Handelnder in einem Passivsatz: Boken skrevs av Astrid Lindgren. „Das Buch wurde von Astrid Lindgren geschrieben.“

Für die Herkunft einer Person oder eine Bewegung aus einem Ort nimmt man dagegen normalerweise från, nicht av: Jag kommer från Berlin.

Thema und zukünftiger Zeitpunkt: om

Om bezeichnet sehr häufig das Thema einer Äußerung oder eines Gedankens: Vi pratar om filmen. „Wir sprechen über den Film.“ Ebenso heißt es en bok om Sverige „ein Buch über Schweden“.

In Zeitangaben bedeutet om „in, nach Ablauf von“: Tåget går om tio minuter. „Der Zug fährt in zehn Minuten.“ Räumliches „um … herum“ erscheint mit om vor allem in festen Verbindungen, etwa året om „das ganze Jahr über/rund ums Jahr“ oder en halsduk om halsen „ein Schal um den Hals“. Für ein allgemeines „rund um“ sind auch runt und omkring wichtig; diese gehören nicht zur einfachen Eins-zu-eins-Bedeutung von om.

Häufige Zeitmuster

Bedeutung Schwedisches Muster Beispiel
an einem Wochentag + Tag på tisdag „am Dienstag“
in einem Monat i + Monat i januari „im Januar“
während einer Dauer i + Zeitspanne i två timmar „zwei Stunden lang“
innerhalb einer benötigten Zeit + Zeitspanne på fem minuter „in fünf Minuten“
nach Ablauf einer Zeit om + Zeitspanne om fem minuter „in fünf Minuten, von jetzt an“
vor einer Zeitspanne för + Zeitspanne + sedan för fem minuter sedan „vor fünf Minuten“
von … bis … från … till … från måndag till fredag „von Montag bis Freitag“

Besonders wichtig ist der Unterschied zwischen i fem minuter und om fem minuter: Das erste beschreibt die Dauer einer Handlung, das zweite den Abstand von jetzt bis zu einem zukünftigen Zeitpunkt.

Beispiele im Zusammenhang

Schwedisch Deutsch Hinweis
Jag bor i Sverige. Ich wohne in Schweden. geografischer Raum
Boken är på bordet. Das Buch liegt auf dem Tisch. Oberfläche
Hon är på jobbet. Sie ist bei der Arbeit. feste Ortsverbindung
Vi åker till Stockholm i morgon. Wir fahren morgen nach Stockholm. Ziel
Hon kommer från Norge. Sie kommt aus Norwegen. Herkunft
Tåget går från Uppsala till Gävle. Der Zug fährt von Uppsala nach Gävle. Ausgangspunkt und Ziel
Jag äter lunch med en kollega. Ich esse mit einer Kollegin oder einem Kollegen zu Mittag. Begleitung
De åker med tåg. Sie fahren mit dem Zug. Verkehrsmittel
Den här presenten är för dig. Dieses Geschenk ist für dich. vorgesehene Person
Jag skickar ett mejl till läraren. Ich schicke der Lehrkraft eine E-Mail. Empfänger
Vi läser en bok av Tove Jansson. Wir lesen ein Buch von Tove Jansson. Urheberin
Stolen är gjord av trä. Der Stuhl ist aus Holz. Material
De pratar om resan. Sie sprechen über die Reise. Thema
Mötet börjar om en timme. Die Besprechung beginnt in einer Stunde. zukünftiger Zeitpunkt
Jag läste i två timmar. Ich habe zwei Stunden lang gelesen. Dauer

Häufige Fehler

I und nach der deutschen Übersetzung wählen

  • Falsch: Jag är i jobbet.
  • Richtig: Jag är på jobbet.
  • Warum: Für „bei der Arbeit“ lautet die feste schwedische Verbindung på jobbet. Ortsangaben sollten möglichst als ganze Wortgruppen gelernt werden.

Bei einem Reiseziel nur i verwenden

  • Falsch: Vi åker i Stockholm. (wenn „nach Stockholm“ gemeint ist)
  • Richtig: Vi åker till Stockholm.
  • Warum: Till markiert das Ziel. I Stockholm bezeichnet den Ort: Vi är i Stockholm. „Wir sind in Stockholm.“ Der falsche Satz kann außerdem so verstanden werden, dass man innerhalb Stockholms herumfährt.

Herkunft mit av ausdrücken

  • Falsch: Hon kommer av Norge.
  • Richtig: Hon kommer från Norge.
  • Warum: Persönliche oder geografische Herkunft steht mit från. Av wird unter anderem für Urheber, Material und Ursachen verwendet.

Dauer und zukünftigen Zeitpunkt verwechseln

  • Falsch: Filmen börjar i tio minuter.
  • Richtig: Filmen börjar om tio minuter.
  • Warum: Om tio minuter bedeutet „in zehn Minuten, von jetzt an“. I tio minuter bedeutet „zehn Minuten lang“ und beschreibt eine Dauer.

Nach einer Präposition die Subjektform des Pronomens setzen

  • Falsch: Det är för jag.
  • Richtig: Det är för mig.
  • Warum: Nach Präpositionen steht die Objektform (die Form für „mich“, „dich“ usw.): för mig, med dig, från henne, till oss.

Verbindungen mit Verben wörtlich übertragen

  • Falsch: Jag väntar för bussen.
  • Richtig: Jag väntar på bussen.
  • Warum: Schwedisch heißt vänta på „auf etwas oder jemanden warten“. Die Präposition gehört zur festen Verbindung mit dem Verb.

Hinweise zum Gebrauch

Die Wahl zwischen i und ist teilweise systematisch, teilweise fest im Sprachgebrauch verankert. Man sagt beispielsweise i staden „in der Stadt“, aber på landet „auf dem Land“; i skolan kann den Aufenthalt im Schulgebäude oder den schulischen Zusammenhang bezeichnen, während på jobbet die übliche Verbindung für „bei der Arbeit“ ist. Das eigene Kapitel På oder i bei Ortsangaben vertieft genau diesen Kontrast.

Bei Verkehrsmitteln sind mehrere Blickwinkel möglich. Med buss nennt das Mittel: „mit dem Bus“. På bussen bezeichnet den Ort „im Bus/auf der Busfahrt“. Till bussen bedeutet „zum Bus“. Die Präposition richtet sich also nach der Beziehung, die ausgedrückt werden soll, nicht allein nach dem Nomen.

Viele Verben und Adjektive verlangen eine bestimmte Präposition. Häufig sind lyssna på „jemandem oder etwas zuhören“, tänka på „an etwas denken“, vänta på „auf etwas warten“, prata om „über etwas sprechen“, rädd för „Angst vor etwas haben“ und intresserad av „an etwas interessiert sein“. Solche Verbindungen lassen sich zuverlässiger als Einheit lernen als über eine allgemeine Übersetzungsregel.

In der gesprochenen Standardsprache wird de „sie“ häufig wie dom ausgesprochen; nach einer Präposition schreibt man in der Standardsprache dennoch die Objektform dem: med dem. In informellen Texten kommt die Schreibweise dom vor. Für den Einstieg genügt es, med dem als Standardform zu verwenden.

Über die Grundlagen hinaus

Die folgenden Feinheiten müssen auf A1-Niveau noch nicht aktiv beherrscht werden. Sie erklären aber, warum in späteren Texten nicht jede Präposition mit einer einzigen deutschen Entsprechung übersetzt werden kann.

Präpositionen können die Bedeutung eines Verbs verändern. Tycka om bedeutet als feste Einheit „mögen“: Jag tycker om svensk musik. Das einzelne om lässt sich hier nicht sinnvoll mit „über“ übersetzen. Ähnlich bedeutet se efter „nachsehen/aufpassen“ oder gå igenom „durchgehen“. Mit wachsendem Wortschatz werden solche Verbindungen wie eigene Vokabeleinträge gelernt.

Zeitangaben hängen von Perspektive und Konvention ab. På sommaren bezeichnet gewöhnlich etwas, das im Sommer regelmäßig oder allgemein geschieht: På sommaren badar vi ofta. „Im Sommer baden wir oft.“ I sommar meint meist den kommenden beziehungsweise im Zusammenhang gemeinten Sommer: I sommar åker vi till Gotland. „Diesen Sommer fahren wir nach Gotland.“ Solche Unterschiede gehen über die einfache Grundübersetzung von i und hinaus.

Manche Präpositionen werden nachgestellt. In Fragen und Relativsätzen (Sätzen, die ein Nomen näher beschreiben) steht die Präposition im natürlichen Schwedisch oft am Ende: Vem pratar du med? „Mit wem sprichst du?“ und boken som vi pratade om „das Buch, über das wir gesprochen haben“. Eine vorangestellte Form wie Med vem talar du? ist möglich, wirkt aber formeller und im Alltag oft steifer.

Av und från überschneiden sich nur teilweise. Beide können im Deutschen „von“ heißen, doch ett brev från Sara ist ein Brief, der von Sara kommt, während en bok av Sara Sara als Verfasserin nennt. Entscheidend ist also, ob Quelle/Herkunft (från) oder Urheberschaft (av) ausgedrückt wird.

Übungstipps

  1. Lerne Ortsangaben paarweise. Notiere zu jedem Ort eine Lage und eine Richtung: i Stockholm – till Stockholm, på jobbet – till jobbet, från skolan – till skolan. So wird nicht nur das einzelne Wort, sondern die benötigte Beziehung geübt.
  2. Baue eine persönliche Beispielsammlung. Schreibe je einen wahren Satz mit allen acht Präpositionen, etwa über Wohnort, Arbeitsweg, Familie und Wochenplanung. Persönliche Sätze bleiben leichter im Gedächtnis als isolierte Listen.
  3. Markiere feste Verbindungen als Einheit. Lerne nicht nur vänta und , sondern vänta på bussen; nicht nur intresserad und av, sondern intresserad av språk. Achte beim Lesen und Hören besonders darauf, welches Wort vor einem Nomen oder Pronomen steht.

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