Walisisch-Grammatik

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A1 (30)

Personalpronomen im WalisischenRhagenwau Personol

Die wichtigsten walisischen Personalpronomen sind fi/i, ti, e/o, hi, ni, chi und nhw. Anders als im Deutschen stehen sie in gewöhnlichen Verbkonstruktionen meist nach der gebeugten Verbform: Dw i'n dysgu („Ich lerne“), Mae hi'n gweithio („Sie arbeitet“). Ti ist ein vertrauliches „du“, während chi sowohl „ihr“ als auch ein höfliches „Sie“ bezeichnet.

Weiche Mutation im WalisischenTreiglad Meddal

Bei der weichen Mutation (treiglad meddal) ändert sich der erste Konsonant eines walisischen Wortes: Aus cath wird zum Beispiel gath, aus tad wird dad. Nicht das Wort selbst bestimmt die Änderung, sondern seine grammatische Umgebung. Für den Anfang genügt es, die neun Wechsel zu erkennen und einige häufige Auslöser als feste Wortgruppen zu lernen.

Nasale Mutation im WalisischenTreiglad Trwynol

Die nasale Mutation verändert im Walisischen den Anfang von Wörtern: p → mh, t → nh, c → ngh, b → m, d → n, g → ng. Für den Einstieg genügen zwei wichtige Auslöser: fy „mein“ und die Präposition yn „in“. Daher wird aus pen „Kopf“ die Form fy mhen „mein Kopf“ und aus Caerdydd die Ortsangabe yng Nghaerdydd „in Cardiff“.

Die aspirierte Mutation im WalisischenTreiglad Llaes

Bei der aspirierten Mutation (treiglad llaes) ändern sich nur drei mögliche Anfangsbuchstaben: p → ph, t → th, c → ch. Wichtige Auslöser sind ei „ihr“, â „mit“, tri „drei“ und chwe „sechs“: Aus ei + ci wird deshalb ei chi „ihr Hund“. Beginnt das folgende Wort nicht mit p, t oder c, bleibt es unverändert.

Der bestimmte Artikel im WalisischenY Bannod

Der walisische bestimmte Artikel hat drei Formen: y vor einem Konsonanten, yr vor einem Vokal oder h und 'r nach einem Wort, das auf einen Vokal endet. Einen eigenen unbestimmten Artikel wie deutsches ein/eine gibt es nicht. Nach dem Artikel wird außerdem der Anfang eines weiblichen Nomens im Singular häufig weich verändert: merch wird zu y ferch („das Mädchen“).

Das Genus von Substantiven im WalisischenCenedl Enwau

Jedes walisische Substantiv (ein Wort für eine Person, Sache oder einen Begriff) ist männlich oder weiblich; ein sächliches Genus gibt es nicht. Besonders sichtbar wird das Genus beim bestimmten Artikel: Ein weibliches Substantiv im Singular erhält meist eine weiche Mutation, etwa merch → y ferch „das Mädchen“, ein männliches dagegen nicht: bachgen → y bachgen „der Junge“. Da es nur wenige verlässliche Regeln gibt, lernt man das Genus am besten zusammen mit jedem neuen Wort.

Pluralbildung im WalisischenFfurfiau Lluosog

Im Walisischen gibt es nicht nur eine Pluralendung. Ein Substantiv (ein Wort für ein Lebewesen, einen Gegenstand oder einen Begriff) kann etwa -au, -iau, -oedd, -i, -od oder -ion erhalten, seinen Vokal ändern oder eine ganz eigene Pluralform haben: cath → cathod, aber ci → cŵn. Deshalb lernt man ein neues Substantiv am besten gleich als Paar aus Singular und Plural.

Bod im Präsens im WalisischenBod - Presennol

Bod bedeutet „sein“, trägt im Walisischen aber auch viele Aufgaben, für die das Deutsche andere Verben oder einfache Verbformen verwendet. Die wichtigste Grundstruktur lautet Form von bod + Subjekt + yn + Ergänzung: Dw i'n hapus („Ich bin glücklich“) und Dw i'n gweithio („Ich arbeite/Ich bin gerade am Arbeiten“). In der 3. Person stehen vor allem mae und maen: Mae hi'n barod und Maen nhw'n barod.

Verneinung und Fragen im WalisischenNegyddol a Chwestiynau

Im gesprochenen Walisisch steht bei einer Verneinung ddim nach der gebeugten Form von bod „sein“ und dem Subjekt: Dw i ddim yn deall „Ich verstehe nicht“. Entscheidungsfragen beginnen dagegen mit einer Frageform von bod: Wyt ti'n barod? „Bist du bereit?“ Bei verneinten Fragen werden beide Muster verbunden: Dyw hi ddim yn dod? „Kommt sie nicht?“

Grundlegende Adjektive im WalisischenAnsoddeiriau Sylfaenol

Im Walisischen steht ein Adjektiv normalerweise nach dem Nomen (dem Wort für eine Person, Sache oder Idee): ci mawr „ein großer Hund“. Nach einem femininen Nomen im Singular wird der Anfang des Adjektivs meist weich mutiert, also lautlich verändert: cath fach „eine kleine Katze“ aus bach. Einige häufige Adjektive wie hen, prif und hoff stehen dagegen vor dem Nomen.

Einfache Präpositionen im WalisischenArddodiaid Syml

Die wichtigsten einfachen Präpositionen sind i „nach, zu, für“, o „aus, von“, yn „in“, ar „auf, an“, am „über, für, um“, â und gyda „mit“, dan „unter“ sowie dros „über“. Entscheidend ist nicht nur die Bedeutung: Vor einem Wort ohne Artikel verändern viele Präpositionen dessen Anfang, etwa i + Caerdydd → i Gaerdydd und yn + Cymru → yng Nghymru.

Zahlen auf WalisischRhifau

Im modernen Dezimalsystem werden Zahlen regelmäßig aus Zehnern und Einern gebildet: tri deg pump bedeutet 35, wörtlich „drei Zehn fünf“. Vor einem Nomen (einem Wort für eine Person, Sache oder Idee) brauchen 2, 3 und 4 unterschiedliche Formen je nach grammatischem Geschlecht; außerdem verändern einige Zahlen den ersten Laut des folgenden Wortes: dau gi „zwei Hunde“, aber dwy gath „zwei Katzen“.

Uhrzeit und Datum im WalisischenAmser a Dyddiadau

Für volle Stunden verwendet man Mae hi'n + Zahl + o'r gloch: Mae hi'n dri o'r gloch bedeutet „Es ist drei Uhr“. Bei Minuten heißt wedi „nach“ und i „vor“; Wochentage beginnen meist mit dydd, Monate können mit mis stehen. Die wichtigsten Zeitwörter für den Einstieg sind heddiw „heute“, yfory „morgen“ und ddoe „gestern“.

Verbalsubstantive im WalisischenBerfenwau

Das Verbalsubstantiv (berfenw) ist die Grundform eines walisischen Verbs, etwa darllen „lesen“, bwyta „essen“ oder mynd „gehen“. Für gewöhnliche Aussagen in der Gegenwart steht meist eine Form von bod „sein“ plus yn und das Verbalsubstantiv: Dw i'n darllen kann je nach Zusammenhang „Ich lese“ oder „Ich lese gerade“ bedeuten. Person und Zeit werden dabei an bod markiert; darllen bleibt unverändert.

Besitz im Walisischen ausdrückenPerchenogaeth

Für „haben“ verwendet das Walisische meist bod („sein“) zusammen mit gan oder gyda: Mae gen i gar beziehungsweise Mae car gyda fi bedeutet „Ich habe ein Auto“. Vor einem Substantiv (einem Wort für eine Person, Sache oder Idee) stehen Besitzformen wie fy „mein“, dy „dein“ und ei „sein/ihr“; sie können den Anfangslaut des folgenden Wortes verändern: fy nghath i, dy gath di, ei gath e, ei chath hi.

Grundlegende Ausdrücke im WalisischenYmadroddion Sylfaenol

Mit wenigen festen Wendungen kannst du auf Walisisch bereits grüßen, dich vorstellen, danken und um etwas bitten: Bore da heißt „Guten Morgen“, Anna ydw i „Ich bin Anna“ und Diolch yn fawr „Vielen Dank“. Wichtig ist vor allem, ganze Gesprächspaare zu lernen, etwa Sut dych chi? – Da iawn, diolch, statt jedes Wort nach einem deutschen Satzmuster einzeln zusammenzusetzen.

Modalverben im WalisischenBerfau Moddol

Im Walisischen werden Können, Müssen und Wollen meist nicht wie im Deutschen mit einem einzelnen gebeugten Modalverb ausgedrückt. Die wichtigsten Grundmuster sind dw i'n gallu + Berfenw („ich kann …“), (mae) rhaid i fi + Berfenw („ich muss …“) und dw i eisiau + Nomen oder Berfenw („ich möchte/ich will …“). Besonders wichtig: Vor gallu und gorfod steht yn, vor eisiau im hier behandelten Grundmuster dagegen nicht.

Fragewörter im WalisischenGeiriau Gofyn

Die wichtigsten walisischen Fragewörter sind beth „was“, pwy „wer“, ble/lle „wo“, pryd „wann“, sut „wie“, pam „warum“ und faint „wie viel/wie viele“. Sie stehen gewöhnlich am Anfang der Frage; danach folgt jedoch nicht einfach immer dieselbe Wortstellung. Besonders wichtig sind die Muster Pwy sy’n …? für eine Person, die selbst etwas tut, Ble mae …? für einen Ort und Beth ydy …? für die Bestimmung einer Sache.

Grundlegende Adverbien im WalisischenAdferfau Syml

Walisische Adverbien geben zum Beispiel an, wo, wann oder wie etwas geschieht: yma „hier“, nawr „jetzt“ und yn gyflym „schnell“. Orts- und Zeitadverbien stehen oft allein; viele Adverbien der Art und Weise entstehen dagegen aus yn + Adjektiv, wobei häufig eine Anlautmutation eintritt: cyflym → yn gyflym.

Vorlieben und Abneigungen auf WalisischHoffi a Chasáu

Für „mögen“ verwendet das Walisische meist eine Form von bod („sein“) + yn + hoffi oder licio: Dw i'n hoffi coffi heißt „Ich mag Kaffee“. caru und casáu drücken stärkere Gefühle aus, während Mae'n well gen i... „Ich bevorzuge …“ bedeutet. In der Verneinung steht ddim vor dem ausgeschriebenen yn: Dw i ddim yn hoffi coffi.

Wetterausdrücke im WalisischenY Tywydd

Für Wetterangaben verwendet das Walisische meist das feste Muster mae hi'n + Beschreibung: Mae hi'n oer bedeutet „Es ist kalt“, Mae hi'n wyntog „Es ist windig“. Das hi ist dabei das unpersönliche Subjekt und entspricht dem deutschen es; für Fragen beginnt der Satz mit Ydy hi'n ...?

Essen und Trinken auf WalisischBwyd a Diod

Für erste Gespräche genügen einige Kernwörter wie bara (Brot), caws (Käse), dŵr (Wasser), llaeth (Milch) und te (Tee). Beim Bestellen sind vor allem Ga i ...? („Kann ich bitte ... bekommen?“), Dw i eisiau ... („Ich möchte ...“) und Hoffwn i ... („Ich hätte gern ...“) nützlich. Achte dabei auf Anlautmutationen: Aus paned o te wird zum Beispiel in einem Satz Ga i baned o de?

Familie und Personen auf WalisischTeulu a Phobl

Walisische Familienwörter verändern am Satzanfang nicht einfach ihre Endung, sondern häufig ihren Anlaut: Aus tad wird etwa fy nhad i („mein Vater“) und dy dad di („dein Vater“). Welcher Laut sich ändert, hängt unter anderem vom Possessivwort (fy, dy, ei) und vom grammatischen Geschlecht des Wortes ab. Für den Einstieg reichen einige feste Wortgruppen wie fy mrawd i, dy fam di und ei thad hi.

Demonstrativa im Walisischen: hwn, hon, ymaRhagenwau Dangosol

Walisisch unterscheidet bei „dieser/diese“ als selbstständigem Pronomen meist hwn (maskulin), hon (feminin) und hyn (allgemein oder abstrakt). Steht ein Substantiv dabei, ist im gesprochenen Walisisch das Rahmenmuster y + Substantiv + yma/yna besonders wichtig: y llyfr yma „dieses Buch“, y tŷ yna „jenes Haus“. Anders als im Deutschen steht der hinweisende Ausdruck also häufig hinter dem Substantiv.

Gewohnheiten mit bod im WalisischenPresennol Arferol gyda Bod

Für Gewohnheiten verwendet das gesprochene Walisisch meist eine Präsensform von bod („sein“) + yn + Verbalsubstantiv: Dw i'n codi am saith bob bore („Ich stehe jeden Morgen um sieben auf“). Dieselbe Form kann auch eine gerade laufende Handlung bezeichnen; Ausdrücke wie bob dydd („jeden Tag“), fel arfer („gewöhnlich“) oder weithiau („manchmal“) machen die regelmäßige Bedeutung deutlich.

Ortsangaben mit bod im WalisischenLleoliad gyda Bod

Im Präsens steht bei einer Ortsangabe eine Form von bod („sein“) am Satzanfang, danach kommen die Person oder Sache und der Ort: Mae'r siop yn y dref („Das Geschäft ist in der Stadt“). Nach einem Ort fragst du mit Ble mae ...? („Wo ist ...?“). Für den Einstieg genügt also das Muster Form von bod + Subjekt + Ortsangabe.

Können und Nichtkönnen im WalisischenGallu a Methu

Für eine Fähigkeit verwendet man meist bod + yn gallu + Berfenw: Dw i'n gallu nofio („Ich kann schwimmen“). Unfähigkeit heißt entweder ddim yn gallu („nicht können“) oder yn methu („es nicht schaffen“). Bei Erlaubnis steht dagegen cael, besonders in der Frage Ga i …? („Darf ich …?“).

Farben im WalisischenLliwiau

Walisische Farbadjektive stehen normalerweise nach dem Nomen: car coch bedeutet „ein rotes Auto“. Nach einem femininen Nomen im Singular wird der Anlaut des Adjektivs häufig weich mutiert: ci du „ein schwarzer Hund“, aber cath ddu „eine schwarze Katze“. In Sätzen wie Mae'r car yn goch „Das Auto ist rot“ löst dagegen das prädikative yn die Mutation aus.

Körper und Gesundheit auf WalisischY Corff ac Iechyd

Für „Ich bin krank“ sagt man Dw i'n sâl. Beschwerden werden je nach Ausdruck unterschiedlich gebaut: Mae pen tost gyda fi oder Mae gen i ben tost bedeutet „Ich habe Kopfschmerzen“, während bei Mae fy nghoes i'n brifo das schmerzende Körperteil selbst im Mittelpunkt steht. Krankheiten wie eine Erkältung stehen häufig mit der gebeugten Präposition ar: Mae annwyd arna i.

Zusammengesetzte Präpositionen im WalisischenArddodiaid Cyfansawdd

Walisisch drückt viele räumliche Beziehungen mit festen Wortgruppen aus: wrth ymyl „neben“, o flaen „vor“, y tu ôl i „hinter“, ar ben „oben auf“ und o gwmpas „um … herum“. Lerne jede Gruppe als unzertrennliche Einheit, besonders das abschließende i in y tu ôl i und die bereits mutierten Formen flaen, ben und gwmpas.

A2 (12)

Das Imperfekt von *bod* im WalisischenBod - Amherffaith

Mit dem Imperfekt von bod beschreibt man, wie etwas in der Vergangenheit war, was damals regelmäßig geschah oder was gerade im Gang war: Roeddwn i'n flinedig bedeutet „Ich war müde“, Roedden ni'n cerdded bob dydd „Wir gingen jeden Tag spazieren“. Das Grundmuster lautet Imperfektform von bod + Subjekt + yn/'n + Eigenschaft oder Verbalsubstantiv.

Vergangenheit mit *gwneud* im WalisischenGorffennol gyda Gwneud

Für ein abgeschlossenes Ereignis verwendet man im gesprochenen Walisisch häufig eine Vergangenheitsform von gwneud („tun, machen“) plus Person und Verbalnomen: Wnes i ddarllen („Ich las/ich habe gelesen“). In Aussagen und Fragen wird das folgende Verbalnomen normalerweise leniert, also am Wortanfang verändert; nach ddim steht dagegen die Grundform: Wnes i ddim darllen („Ich habe nicht gelesen“).

Konjugierte Präpositionen im WalisischenArddodiaid Rhediadol

Im Walisischen steht vor einem Pronomen oft nicht einfach eine unveränderte Präposition: ar „auf“ wird zum Beispiel zu arna i „auf mir“, arnat ti „auf dir“ und arnyn nhw „auf ihnen“. Die Präposition trägt also selbst eine Personenform; das Pronomen dahinter macht zusätzlich deutlich, wer gemeint ist. Am besten lernt man häufige Reihen wie arna i – arnat ti – arno fe/fo – arni hi als zusammengehörige Muster.

Grundlegende Relativsätze im WalisischenCymalau Perthynol Sylfaenol

In einem bejahenden Relativsatz der Gegenwart ersetzt sy oder sydd die normale Form mae, wenn das beschriebene Nomen zugleich das Subjekt des Relativsatzes ist: Mae'r dyn yn gweithio yma wird zu y dyn sy'n gweithio yma („der Mann, der hier arbeitet“). Vor yn steht meist die Zusammenziehung sy'n; die volle Form lautet sydd yn.

Konjunktionen und Satzverknüpfer im WalisischenCysyllteiriau

Mit a/ac „und“, ond „aber“, achos/oherwydd „weil“, pan „wenn/als“, os „wenn/falls“, er „obwohl“ und felly „also/deshalb“ lassen sich kurze walisische Aussagen zu einem sinnvollen Zusammenhang verbinden. Wichtig sind dabei zwei Besonderheiten: Einige Verknüpfer verändern den Anfang des folgenden Wortes, und ein walisischer Nebensatz übernimmt nicht die deutsche Verbendstellung.

Befehle und Imperativ im WalisischenY Modd Gorchymynol

Für eine bejahte Aufforderung verwendet das Walisische eine besondere Verbform: Dere yma! heißt „Komm her!“, Dewch yma! „Kommt her!“ oder höflich „Kommen Sie her!“. Verneint wird mit paid â für eine vertraute Einzelperson und peidiwch â für mehrere Personen oder die höfliche Anrede, danach folgt das Verbalsubstantiv: Paid â phoeni! „Mach dir keine Sorgen!“

Perfekt und unmittelbare Vergangenheit im WalisischenWedi a Newydd

Für eine abgeschlossene Handlung steht eine Präsensform von bod plus wedi und die Grundform des Verbs: Dw i wedi bwyta („Ich habe gegessen“). Für etwas, das gerade erst geschehen ist, ersetzt du wedi durch newydd: Dw i newydd gyrraedd („Ich bin gerade angekommen“). Nach newydd steht in der Regel eine weiche Anlautmutation, nach wedi dagegen nicht.

Häufige unregelmäßige Verben im WalisischenBerfau Afreolaidd Cyffredin

Vier sehr häufige walisische Verben haben kurze, unregelmäßige Vergangenheitsformen: mynd → es i „ich ging“, dod → des i/ddes i „ich kam“, gwneud → wnes i „ich tat/machte“ und cael → ces i/ges i „ich bekam“. Das gebeugte Verb steht vor dem Subjektpronomen; für Fragen bleibt die Reihenfolge meist gleich, und Verneinungen erhalten ddim nach dem Subjekt.

Objektpronomen im WalisischenRhagenwau Dibynol

Vor einem walisischen Verbalnomen (der Grundform, mit der eine Handlung benannt wird) steht für das Objekt meist eine Form wie fy, dy, ei, ein, eich oder eu. Danach verändert sich bei mehreren Personen der erste Laut des Verbalnomens: Mae e'n fy ngweld i bedeutet „Er sieht mich“, Dw i'n dy garu di „Ich liebe dich“. Das Pronomen am Ende — i, di, e/fe, hi, ni, chi, nhw — nimmt die Person häufig noch einmal auf.

Menschen und Aussehen auf Walisisch beschreibenDisgrifio Pobl ac Ymddangosiad

Für allgemeine Eigenschaften steht meist Mae + Person + yn + Adjektiv: Mae e'n dal („Er ist groß“). Haare und Augen beschreibt man häufig mit Mae + Merkmal + ganddo/ganddi: Mae gwallt golau ganddi („Sie hat helles Haar“). Das Adjektiv folgt normalerweise dem Substantiv: llygaid glas („blaue Augen“).

Meinungen auf Walisisch ausdrückenMynegi Barn

Für „ich denke, dass …“ verwendest du meist Dw i'n meddwl bod …, für „meiner Meinung nach“ Yn fy marn i, …. Mit Dw i'n cytuno stimmst du zu, mit Dw i ddim yn cytuno oder dem höflicheren Dw i ddim yn siŵr am hynny widersprichst du beziehungsweise äußerst Zweifel. Eine Vorliebe drückst du mit Mae'n well gen i … aus.

Das Präteritum von *bod* im WalisischenBod - Gorffennol

Mit bues i, buest ti, buodd e/hi, buon ni, buoch chi, buon nhw beschreibt man einen vergangenen Zustand oder Aufenthalt als abgeschlossenen, zeitlich begrenzten Abschnitt: Bues i yn Sbaen am wythnos bedeutet „Ich war eine Woche lang in Spanien“. Für einen Hintergrund, einen damals andauernden Zustand oder eine Gewohnheit steht dagegen meist das Imperfekt mit roedd-, etwa Roeddwn i'n byw yno („Ich wohnte damals dort“).

B1 (13)

Bod im Futur im WalisischenBod - Dyfodol

Die Futurformen von bod („sein“) lauten bydda i, byddi di, bydd e/hi, byddwn ni, byddwch chi, byddan nhw. Sie drücken nicht nur „werden sein“ aus: Mit yn und einem Verbnomen entstehen auch künftige Handlungen, etwa Bydda i'n gweithio („Ich werde arbeiten“). Fragen beginnen meist mit fydd-, Verneinungen folgen dem Muster fydd- … ddim.

Flektierte Verbformen im WalisischenBerfau Cryno

Bei einer flektierten Kurzform trägt das walisische Verb selbst eine Personenendung: gwelais i „ich sah“ und gwelodd hi „sie sah“. Anders als bei dw i'n gweld steht dabei keine Form von bod „sein“ als Hilfsverb. Besonders die kurze einfache Vergangenheit ist auch in der Alltagssprache sehr häufig; andere Kurzformen wirken je nach Verb und Zeitform eher formell oder literarisch.

Der Konditional im WalisischenY Modd Amodol

Für „würde sein“ und „würde etwas tun“ verwendet gesprochenes Walisisch Konditionalformen von bod („sein“): baswn i, baset ti, basai fe/hi, basen ni, basech chi, basen nhw. Für eine Handlung folgt meist yn + Verbalnomen: Baswn i'n mynd bedeutet „Ich würde gehen“. In Fragen und verneinten Sätzen wird das anlautende b gewöhnlich zu f: Fasai hi'n dod? und Fasai hi ddim yn dod.

Komparativ und Superlativ im WalisischenCymariaethau

Für „so … wie“ verwendet Walisisch meist mor + Adjektiv + â/ag. Ein Mehrvergleich entsteht mit einer Form auf -ach oder mit mwy + Adjektiv, gefolgt von na/nag „als“; für den höchsten Grad stehen -af oder mwyaf + Adjektiv. Häufige Adjektive haben eigene Formen, etwa da → gwell → gorau „gut → besser → am besten“.

Hervorhebungssätze im WalisischenBrawddegau Pwyslais

Im Walisischen steht das hervorgehobene Satzglied meist am Anfang. Ist es das Subjekt einer Handlung, folgt im Präsens sy/sydd: Siân sy'n dod („Siân ist es, die kommt“). Bei einer vorangestellten Eigenschaft oder Berufsbezeichnung stehen häufig yw/ydy, während Orts- und Zeitangaben vor einen sonst vollständigen Satz treten können: Yng Nghaerdydd dw i'n byw („In Cardiff wohne ich“).

Nominalsätze mit *bod* im WalisischenCymalau Enwol

Nach Verben des Denkens, Wissens und Sagens leitet bod häufig einen Nebensatz ein, der auf Deutsch einem Satz mit dass entspricht: Dw i'n meddwl bod hi'n iawn („Ich glaube, dass sie recht hat“). Bei Pronomen verändert sich die Form je nach Person: fy mod i, dy fod di, ei fod e, ei bod hi, ein bod ni, eich bod chi, eu bod nhw.

Unpersönliche Verbformen im WalisischenFfurfiau Amhersonol

Die walisische unpersönliche Verbform nennt keine handelnde Person. Eine einzige gebeugte Verbform kann deshalb oft einem deutschen Passiv oder einer Konstruktion mit man entsprechen: Siaradir Cymraeg yma bedeutet „Hier wird Walisisch gesprochen“. Besonders wichtig sind -ir für Gegenwart beziehungsweise allgemeine Aussagen, -wyd für abgeschlossene Vergangenheit und -id für bedingte oder – je nach Zusammenhang – früher regelmäßig stattfindende Handlungen.

Temporalsätze im WalisischenCymalau Amserol

Mit pan „als/wenn“, cyn „bevor“, ar ôl „nachdem“, tra „während“, nes „bis“ und ers „seit“ ordnet man Ereignisse zeitlich ein. Besonders wichtig sind drei Muster: ein gebeugtes Verb nach pan oder tra, ein Verbalnomen nach cyn und ar ôl sowie i + handelnde Person + mutiertes Verbalnomen, wenn diese Person ausdrücklich genannt wird.

Einfache Bedingungssätze im WalisischenCymalau Amodol Syml

Os bedeutet in Bedingungssätzen „wenn“ oder „falls“. Bei einer offenen, noch erfüllbaren Bedingung in der Zukunft steht im Walisischen häufig das Futur in beiden Satzteilen: Os bydd hi'n braf, byddwn ni'n mynd („Wenn das Wetter schön ist, gehen wir“). Für allgemeine Tatsachen und gegenwärtige Situationen ist dagegen das Präsens möglich; als Folge kann auch eine Aufforderung stehen.

Zusammengesetzte Verbalnomen im WalisischenBerfenwau Cyfansawdd

Walisische Verbalnomen (berfenwau, verbale Grundformen) können aus anderen Wörtern abgeleitet sein, mit ym- beginnen oder Teil einer festen Verbindung mit gwneud, cael oder rhoi sein. Grammatisch verwendet man sie wie andere Verbalnomen, etwa in Dw i'n defnyddio ... oder Dw i wedi penderfynu ...; ihre genaue Form und ihre Ergänzungen lernt man jedoch am besten als vollständige Einheit.

Ordnungszahlen und Brüche auf WalisischRhifau Trefnol a Ffracsiynau

Walisische Ordnungszahlen folgen nicht alle demselben Bauplan: cyntaf „erste“ steht meist nach dem Nomen, ail „zweite“ dagegen davor und verändert den Anlaut des folgenden Wortes weich: y tro cyntaf, aber yr ail dŷ. Bei „dritte“ und „vierte“ richtet sich die Form teilweise nach dem grammatischen Geschlecht: trydydd/trydedd und pedwerydd/pedwaredd. Für alltägliche Brüche sind vor allem hanner „Hälfte/halb“, chwarter „Viertel“ und traean „Drittel“ wichtig.

Cael und seine Verwendungen im WalisischenCael - Defnyddiau Amrywiol

Cael kann je nach Satz „bekommen“, „dürfen“ oder – zusammen mit einem weiteren Verb – eine passive Bedeutung ausdrücken. Ces i anrheg heißt „Ich bekam ein Geschenk“, Ga i fynd? heißt „Darf ich gehen?“, und Cafodd hi ei geni bedeutet „Sie wurde geboren“. Für eine Fähigkeit im Sinn von „können“ steht dagegen normalerweise gallu.

Pläne und Verabredungen auf WalisischGwneud Trefniadau

Für eine konkrete Absicht steht meist mynd i + Verbalnomen: Dw i'n mynd i goginio heno („Ich habe vor, heute Abend zu kochen“). Das Futur mit bydda i'n beschreibt allgemeiner, was künftig geschehen wird; Beth am ...? macht einen Vorschlag, und Gawn ni ...? lädt zu einer gemeinsamen Handlung ein.

B2 (10)

Fortgeschrittene Relativsätze im WalisischenCymalau Perthynol Uwch

Für einfache bejahte Beschreibungen in der Gegenwart reicht oft sy/sydd. Sobald aber Besitz, eine Präposition, eine Verneinung oder eine andere Zeitform ins Spiel kommt, braucht das Walisische andere Muster: meist y/yr mit einem wiederaufnehmenden Element, na/nad in verneinten Sätzen oder a in direkten bejahten Relativsätzen.

Das Passiv im WalisischenY Goddefol

Das gewöhnliche walisische Passiv wird mit einer Form von cael („bekommen, erhalten“) gebildet: Passivsubjekt + cael + Possessivform + Verbalnomen. So bedeutet Cafodd y llyfr ei ysgrifennu „Das Buch wurde geschrieben“; wörtlich erinnert die Konstruktion etwa an „Das Buch bekam sein Schreiben“.

Komplexe Bedingungssätze im WalisischenAmodau Cymhleth

Mit pe beschreibt man eine nur gedachte oder nicht mehr erfüllbare Bedingung. Für eine irreale Gegenwart steht meist pe + Konditionalform + yn, etwa Pe baswn i'n gyfoethog ... („Wenn ich reich wäre ...“); für eine irreale Vergangenheit steht pe + bawn-Reihe + wedi, etwa Pe bawn i wedi gwybod ... („Wenn ich es gewusst hätte ...“). Der Folgesatz enthält die entsprechende Bedeutung „würde“ oder „hätte/wäre ...“.

Indirekte Rede im WalisischenAraith Anuniongyrchol

In der walisischen indirekten Rede wird ein Zitat nicht einfach hinter ein unveränderliches Wort für „dass“ gesetzt. Aussagen mit einer Form von bod werden meist als bod-Satz aufgebaut, zum Beispiel ei fod e'n mynd („dass er ging“); finite Verbformen (Formen, die selbst Person und Zeit anzeigen) stehen unter anderem nach y/yr, besonders häufig als y byddai („dass … würde“). Indirekte Ja-/Nein-Fragen beginnen dagegen mit a, etwa a oeddwn i'n dod („ob ich käme“).

Zusammengesetzte Zeiten im WalisischenAmserau Cyfansawdd

Im Walisischen verbindet man eine Form von bod („sein“) mit einem kleinen Verbindungswort und einem Verbalnomen (der Grundform des Verbs): wedi bezeichnet meist eine abgeschlossene Handlung, yn einen Zustand, Verlauf oder eine regelmäßige Handlung. So bedeutet Dw i wedi gorffen „Ich habe aufgehört/bin fertig“, während Roeddwn i wedi gorffen „Ich hatte aufgehört/war fertig“ bedeutet. Für „gerade erst“ steht häufig newydd: Dw i newydd gyrraedd („Ich bin gerade angekommen“).

Ursache, Zweck und Folge auf WalisischCymalau Achos, Pwrpas a Chanlyniad

Für eine Ursache stehen vor allem achos, oherwydd und gan fod, für einen Zweck er mwyn oder i und für eine Folge felly, o ganlyniad oder die Struktur mor … fel bod. Besonders wichtig ist bod: Bei einem persönlichen Subjekt heißt es zum Beispiel gan fy mod i „da ich“, gan ei fod e „da er“ und gan eu bod nhw „da sie“.

Das Passiv in verschiedenen Zeiten im WalisischenY Goddefol mewn Gwahanol Amserau

Das Walisische bildet ein sehr gebräuchliches Passiv mit einer Form von cael („bekommen“) + Possessivwort + Verbalsubstantiv (der Grundform des Verbs): Cafodd e ei arestio „Er wurde verhaftet“. Die Zeit steckt entweder direkt in cael oder in einer Form von bod („sein“): roedd … yn cael bezeichnet ein Geschehen in der Vergangenheit, bydd … yn cael ein künftiges Geschehen und mae … wedi cael ein abgeschlossenes Ergebnis mit Bezug zur Gegenwart.

Futur II und irreales Konditional im WalisischenDyfodol Perffaith a Gorffennol Amodol

Für eine Handlung, die zu einem zukünftigen Zeitpunkt bereits abgeschlossen sein wird, steht eine Zukunftsform von bod vor wedi + Verbnomen: Bydda i wedi gorffen erbyn tri („Bis drei werde ich fertig geworden sein“). Eine nicht eingetretene Möglichkeit in der Vergangenheit wird mit der Konditionalform von bod genauso aufgebaut: Baswn i wedi dod („Ich wäre gekommen“). Entscheidend ist also der Gegensatz bydd- „wird“ gegenüber bas- „würde“, während wedi die Handlung als abgeschlossen markiert.

Diskurs- und Verknüpfungsausdrücke im WalisischenDisgwrs a Chyplysu

Ausdrücke wie fodd bynnag „allerdings“, ar y llaw arall „andererseits“, yn ogystal â „zusätzlich zu“, o ganlyniad „infolgedessen“ und mewn gwirionedd „in Wirklichkeit“ machen den Gedankengang eines walisischen Textes sichtbar. Entscheidend ist nicht nur ihre Übersetzung: Manche verbinden ganze Aussagen, andere brauchen eine Ergänzung mit â oder i, und jeder Ausdruck bezeichnet eine andere logische Beziehung.

Konzessiv- und Kontrastsätze im WalisischenCymalau Ildiol a Chyferbyniol

Mit er bod und er i drückt man „obwohl“ aus, er gwaethaf entspricht „trotz“, und tra bod stellt zwei Sachverhalte als Gegensatz einander gegenüber. Yn hytrach na bedeutet „anstatt“ oder „eher als“ und steht meist vor einem Verbalsubstantiv, also der walisischen Grundform des Verbs: yn hytrach na mynd („anstatt zu gehen“).

C1 (8)

Literarische Verbformen im WalisischenBerfau Llenyddol

Im formellen und literarischen Walisisch können Person und Zeit in einer einzigen Verbform stecken: af „ich werde gehen“, dywedai „er oder sie sagte immer“ und gwnânt „sie werden tun“. Besonders wichtig sind das Präsens-Futur, dessen genaue Zeitbedeutung aus dem Kontext hervorgeht, und das Imperfekt für wiederholte, andauernde oder hintergründige Vorgänge in der Vergangenheit. Beim Lesen muss man neben den Endungen vor allem die unregelmäßigen Stämme von mynd, dod, gwneud und cael erkennen.

Fortgeschrittene Anlautveränderungen im WalisischenPatrymau Treiglad Uwch

In gehobenem und literarischem Walisisch lösen die negativen Partikeln ni, na und oni eine gemischte Anlautveränderung aus: p, t, c werden behaucht, die übrigen veränderlichen Anlaute folgen dem weichen Muster. Die Relativ- und Fragepartikel a verlangt dagegen die weiche Anlautveränderung. Da diese kleinen Partikeln in der gesprochenen Sprache oft fehlen oder anders verwendet werden, kann der veränderte Anlaut selbst anzeigen, welche Satzart vorliegt.

Formelles Register und Syntax im WalisischenCystrawen Ffurfiol

Formelles Schriftwalisisch verwendet häufig vollständige Formen wie yr wyf und y mae, die Negationspartikeln ni/nid sowie flektierte Verben: Yr wyf yn ysgrifennu atoch „Ich schreibe Ihnen“ und Nid yw hyn yn dderbyniol „Dies ist nicht hinnehmbar“. Entscheidend ist jedoch nicht, möglichst viele literarische Formen einzubauen, sondern Grammatik, Anrede und Wortwahl durchgehend an den Anlass anzupassen.

Walisische Redewendungen und feste AusdrückeIdiomau

Walisische Redewendungen werden am besten als ganze Wortgruppen gelernt: rhoi'r ffidil yn y to bedeutet „aufgeben“, nicht wörtlich „die Geige ins Dach legen“. Ganz unveränderlich sind solche Ausdrücke aber nicht: Zeitform, Person, Possessivform und flektierte Präposition müssen häufig zum Satz passen, etwa Mae ofn arna i („Ich habe Angst“) gegenüber Mae ofn arni hi („Sie hat Angst“).

Komplexe Satzstrukturen im WalisischenCystrawen Gymhleth

Komplexe walisische Sätze verbinden mehrere Teilaussagen, ohne die Satzstellung des Deutschen nachzuahmen. Besonders wichtig sind er + bod für Einräumungen, mor … fel (bod) für Folgen sowie die formellen Partikeln y/yr, na/nad und a. Diese kleinen Wörter bestimmen oft auch die Anlautmutation des folgenden Verbs.

Register und Stilebenen im WalisischenCyweiriau

Walisisch reicht von stark verkürzter Alltagssprache über neutrales Standardwalisisch bis zu bewusst formeller oder literarischer Sprache. Derselbe Inhalt kann daher etwa als Ma' fe'n dod, Mae e'n dod oder Y mae ef yn dyfod erscheinen. Entscheidend ist nicht nur, was grammatisch möglich ist, sondern welche Form zu Gespräch, Nachricht, Sachtext, Rede oder Literatur passt.

Poetische Tradition im WalisischenTraddodiad Barddol

Die traditionelle walisische Verskunst verbindet Reim, Betonung und eine genau geregelte Wiederkehr von Konsonanten. Dieses Klangsystem heißt cynghanedd; entscheidend ist, wie eine Zeile gesprochen klingt, nicht nur, wie sie geschrieben aussieht. Moderne walisische Lyrik nutzt daneben freie Verse und kann dieselben Klangeffekte lockerer einsetzen.

Idiomatisch ins Walisische übersetzenCyfieithu a Benthyciadau

Gute walisische Übersetzungen bilden nicht einzelne Wörter nach, sondern geben die Bedeutung und Funktion einer Aussage mit den üblichen walisischen Mitteln wieder. So heißt „teilnehmen“ cymryd rhan, „derzeit“ ar hyn o bryd und „soweit ich weiß“ hyd y gwn i. Nicht jede englisch beeinflusste Form ist unverständlich oder grundsätzlich falsch; entscheidend sind Bedeutung, Gebrauch und Register.

C2 (7)

Diskursgrammatik und Pragmatik im WalisischenGramadeg Disgwrs a Phragmateg

Im fortgeschrittenen Walisisch trägt nicht nur der Satzbau Bedeutung, sondern auch die Art, wie eine Aussage in ein Gespräch eingebettet wird. Anhängsel wie on'd ydy? holen Zustimmung ein, tybed formuliert eine offene Überlegung, falle und hwyrach stufen Gewissheit ab, und Voranstellungen zeigen, welche Information als Thema oder Kontrast im Mittelpunkt steht. Entscheidend ist dabei stets die Gesprächssituation: Dieselbe Aussage kann vorsichtig, nachdrücklich oder zur gemeinsamen Vergewisserung formuliert werden.

Mittelwalisisch und altertümliche FormenCymraeg Canol a Ffurfiau Hynafol

Mittelwalisisch ist nicht einfach modernes Walisisch mit alten Wörtern: Auch Schreibweise, Pronomen, Satzpartikeln und Verbformen können abweichen. Formen wie myfi, tydi, canys und sef begegnen heute noch in gehobener Sprache, Bibelzitaten, Sprichwörtern oder bewusst altertümlichem Stil. Beim Lesen ist daher zuerst zu klären, ob eine Form wirklich mittelalterlich, nur literarisch oder noch heute gebräuchlich ist.

Dialektale Variation im WalisischenTafodieithoedd

Walisisch besteht nicht aus genau zwei klar getrennten Dialekten. Nordwalisisch und Südwalisisch sind vielmehr nützliche Sammelbezeichnungen für zahlreiche regionale Varietäten. Formen wie rŵan/nawr „jetzt“, llefrith/llaeth „Milch“ oder Dwi isio/Dw i moyn „Ich will“ können die Herkunft eines Sprechers erkennen lassen, sind aber meist gegenseitig verständlich und nicht als „richtig“ oder „falsch“ zu bewerten.

Amtliches und juristisches WalisischCymraeg Swyddogol a Chyfreithiol

Amtliches und juristisches Walisisch stellt Verfahren, Rechte und Pflichten in den Vordergrund, nicht die handelnde Person. Besonders typisch sind unpersönliche Verbformen wie Hysbysir „es wird mitgeteilt“, feste Fügungen wie yn unol â „gemäß“ und sorgfältig gegliederte Nebensätze. Auf C2-Niveau geht es weniger darum, möglichst altertümlich zu schreiben, als solche Formen präzise zu verstehen und der jeweiligen Textsorte angemessen einzusetzen.

Walisische Umgangssprache und SlangCymraeg Llafar Anffurfiol

Gesprochenes Walisisch ist nicht einfach „schlampig geschriebenes“ Standardwalisisch. Häufige Formen wie S'mae?, ti'mod und ma' raid entstehen durch regelmäßige Verkürzung, schnelles Sprechtempo und regionale Gewohnheiten. Auf C2-Niveau geht es vor allem darum, solche Formen sicher zu erkennen, ihre soziale Wirkung einzuschätzen und sie nur dort selbst zu verwenden, wo Region, Beziehung und Situation passen.

Walisisch in Medien und JournalismusCymraeg y Cyfryngau

Cymraeg y Cyfryngau ist die standardnahe Sprache walisischsprachiger Nachrichten, Reportagen und Sendungen. Sie verbindet allgemein verständliche gesprochene Formen wie mae mit knappen, teils formelleren Mustern wie datgelwyd „es wurde bekannt gegeben“, credir bod „man glaubt, dass“ und yn ôl ffynonellau „Quellen zufolge“. Entscheidend sind nicht nur einzelne Wörter, sondern die klare Trennung von Tatsache, Quelle, Vermutung und Zitat.

Walisische Ortsnamen verstehenEnwau Lleoedd

Viele walisische Ortsnamen lassen sich in alte Landschafts- und Siedlungswörter zerlegen: aber bezeichnet eine Flussmündung oder einen Zusammenfluss, llan einen kirchlichen Ort, pen ein oberes Ende oder eine Anhöhe, cwm ein Tal und pont eine Brücke. Die Bestandteile werden jedoch nicht immer unverändert aneinandergereiht: Anlautmutationen, historische Schreibweisen und Bedeutungswandel können die ursprüngliche Form verdecken.

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