A1

Einfache Präpositionen im Walisischen

Arddodiaid Syml

Dieser Artikel ist Teil des Walisisch-Grammatikbaums auf Settemila Lingue.

Kurz gesagt

Die wichtigsten einfachen Präpositionen sind i „nach, zu, für“, o „aus, von“, yn „in“, ar „auf, an“, am „über, für, um“, â und gyda „mit“, dan „unter“ sowie dros „über“. Entscheidend ist nicht nur die Bedeutung: Vor einem Wort ohne Artikel verändern viele Präpositionen dessen Anfang, etwa i + Caerdydd → i Gaerdydd und yn + Cymru → yng Nghymru.

Überblick

Eine Präposition ist ein kurzes Verhältniswort: Sie zeigt zum Beispiel Ort, Richtung, Herkunft, Begleitung oder Thema an. Im Deutschen gehören dazu „in“, „auf“, „aus“, „mit“ und „über“. Walisisch verwendet dafür häufig ebenfalls kurze Wörter, aber ihre Bedeutungsbereiche decken sich nicht immer genau mit den deutschen. So kann am je nach Zusammenhang „über“, „für“ oder bei einer Uhrzeit „um“ bedeuten.

Einfache Präpositionen gehören zum Grundstoff auf Niveau A1, weil sie schon in Sätzen über Wohnen, Reisen, Verabredungen und Gegenstände vorkommen: yn yr ysgol „in der Schule“, ar y bwrdd „auf dem Tisch“ oder gyda ffrindiau „mit Freunden“. Anders als im Deutschen muss man dabei keinen Dativ oder Akkusativ wählen. Dafür spielt die Mutation eine große Rolle, also die grammatisch ausgelöste Veränderung des ersten Lautes eines folgenden Wortes.

Für den Anfang reichen drei Gewohnheiten: Lerne jede Präposition mit einer Kernbedeutung, achte auf den bestimmten Artikel y/yr/'r, und speichere häufige Ortsangaben als ganze Wortgruppen. Die feineren Bedeutungen und gebeugten Formen der Präpositionen können später dazukommen.

Wie es funktioniert

Die wichtigsten Präpositionen und ihre Aufgaben

Präposition Häufige deutsche Entsprechungen Typischer Gebrauch Beispiel
i nach, zu, in; für Ziel, Empfänger, Zweck i Gaerdydd – nach Cardiff
o aus, von; aus … heraus Herkunft, Ausgangspunkt, Inhalt o Fangor – aus Bangor
yn in fester Ort, Aufenthalt yng Nghymru – in Wales
ar auf, an Oberfläche, Lage; feste Wendungen ar y bwrdd – auf dem Tisch
am über, für, um Thema, Zweck, Uhrzeit am saith – um sieben
â mit Begleitung oder Mittel; oft in festen Mustern â cherdyn – mit einer Karte
gyda mit, bei Begleitung; in manchen Regionen auch Besitz gyda ffrindiau – mit Freunden
dan unter tiefere Lage, auch übertragen dan y bont – unter der Brücke
dros über, über … hinweg Bewegung oder Lage oberhalb von etwas dros y ffordd – über die Straße

Die deutsche Übersetzung ist nur eine Orientierung. Bei Ortsangaben ist besonders wichtig, Richtung und Aufenthalt auseinanderzuhalten:

  • mynd i'r ysgol – zur Schule gehen
  • bod yn yr ysgol – in der Schule sein
  • dod o'r ysgol – aus der Schule kommen

Im Deutschen kann „in“ sowohl eine Richtung als auch einen Ort ausdrücken und der Kasus liefert den Unterschied: „in die Schule“ gegenüber „in der Schule“. Walisisch verteilt diese Aufgaben normalerweise auf i und yn.

Weiche Mutation nach vielen Präpositionen

i, o, ar, am, dan und dros lösen häufig die weiche Mutation aus, wenn direkt danach ein Nomen (ein Wort für eine Person, Sache oder einen Ort) ohne Artikel steht. Die sichtbaren Änderungen sind dieselben wie bei der allgemeinen weichen Mutation.

Grundform Nach der Präposition Veränderung
Caerdydd i Gaerdydd c → g
Bangor o Fangor b → f
bwrdd ar fwrdd b → f
Cymru am Gymru c → g
pont dan bont p → b
dŵr dros ddŵr d → dd

Nicht jeder Wortanfang verändert sich sichtbar. In gyda ffrindiau bleibt ff unverändert, obwohl die Konstruktion richtig gebildet ist. Auch bereits mutierte Ortsnamen sollte man gedanklich auf ihre Grundform zurückführen: Gaerdydd gehört zu Caerdydd.

Die besondere Ortspräposition yn

Das örtliche yn löst vor einem Wort ohne Artikel normalerweise die nasale Mutation aus. Dabei ändern sich sowohl der Wortanfang als auch teilweise die Form der Präposition:

Grundform Ortsangabe Bedeutung
Cymru yng Nghymru in Wales
Caerdydd yng Nghaerdydd in Cardiff
Bangor ym Mangor in Bangor
Pontypridd ym Mhontypridd in Pontypridd

Vor c/g erscheint meist yng, vor p/b/m meist ym. Diese Schreibformen sind keine frei wählbaren Varianten, sondern gehören zum Mutationsmuster.

Steht dagegen der bestimmte Artikel dazwischen, folgt keine nasale Mutation durch yn:

  • yn y tŷ – im Haus
  • yn yr ysgol – in der Schule
  • yn y parc – im Park

Eine andere Regel kann trotzdem eine Mutation verursachen. In yn yr ardd „im Garten“ steht die Grundform gardd nach dem Artikel als ardd, weil gardd weiblich und Einzahl ist. Diese weiche Mutation kommt vom Artikel, nicht von yn.

â, gyda und die behauchte Mutation

â und gyda „mit“ lösen vor p, t, c die behauchte Mutation aus:

Grundform Nach der Präposition Bedeutung
pobl â phobl mit Leuten
teulu â theulu mit einer Familie
cerdyn â cherdyn mit einer Karte
plant gyda phlant mit Kindern

Vor anderen Anlauten ist die Veränderung oft nicht sichtbar. Deshalb bleiben etwa gyda ffrindiau und gyda Mair äußerlich unverändert. Vor einem Vokal findet man bei â die Form ag, zum Beispiel ag arian „mit Geld“. Gyda ist eine gut brauchbare Form für Begleitung; â begegnet außerdem häufig in festen Verbindungen wie talu â cherdyn „mit Karte bezahlen“.

Der bestimmte Artikel

Walisisch hat y/yr/'r für „der, die, das“, aber keinen unbestimmten Artikel wie „ein/eine“. Nach i und o wird der bestimmte Artikel regelmäßig zu 'r verkürzt:

Verbindung Beispiel Bedeutung
i + y/yr → i'r i'r dref in die Stadt / zur Stadt
o + y/yr → o'r o'r dref aus der Stadt
yn + y yn y dref in der Stadt
yn + yr yn yr ysgol in der Schule
ar + y ar y bwrdd auf dem Tisch

Der Artikel steht zwischen Präposition und Nomen. Deshalb mutiert die Präposition nicht einfach „durch den Artikel hindurch“. Eine mögliche Mutation nach dem Artikel richtet sich nach den Regeln für Geschlecht und Einzahl des Nomens.

Beispiele im Kontext

Walisisch Deutsch Hinweis
Dw i'n mynd i Gaerdydd yfory. Ich fahre morgen nach Cardiff. i bezeichnet das Ziel; Caerdydd → Gaerdydd.
Mae hi wedi dod o Fangor. Sie ist aus Bangor gekommen. o bezeichnet die Herkunft; Bangor → Fangor.
Mae'r plant yn yr ysgol. Die Kinder sind in der Schule. yn yr steht vor einem Nomen mit Artikel.
Mae fy chwaer yng Nghymru. Meine Schwester ist in Wales. Ortsangabe mit nasaler Mutation: Cymru → Nghymru.
Mae'r llyfr ar y bwrdd. Das Buch liegt auf dem Tisch. ar bezeichnet hier eine Oberfläche.
Dyn ni'n siarad am y daith. Wir sprechen über die Reise. am führt das Gesprächsthema ein.
Dw i'n cwrdd â ffrind am saith. Ich treffe mich um sieben mit einem Freund. â für Begleitung, am für die Uhrzeit.
Wnaethoch chi dalu â cherdyn? Haben Sie mit Karte bezahlt? cerdyn → cherdyn nach â.
Mae hi'n mynd gyda ffrindiau. Sie geht mit Freunden. Bei ff ist keine Mutation sichtbar.
Mae'r gath dan y gadair. Die Katze ist unter dem Stuhl. dan bezeichnet eine tiefere Lage.
Aethon ni dros y bont. Wir gingen über die Brücke. dros bezeichnet eine Bewegung über etwas hinweg.
Ga i baned o de, os gwelwch yn dda? Bekomme ich bitte eine Tasse Tee? o bezeichnet hier den Inhalt: eine Tasse Tee.
Mae'r awyren yn hedfan dros Gymru. Das Flugzeug fliegt über Wales. Cymru → Gymru durch weiche Mutation nach dros.
Oes rhywbeth i fwyta? Gibt es etwas zu essen? i kann einen Zweck ausdrücken; bwyta → fwyta.
Mae'r siop ar agor. Das Geschäft ist geöffnet. ar agor ist eine feste Zustandsangabe.

Häufige Fehler

Richtung und Ort mit derselben Präposition ausdrücken

  • Falsch: Dw i'n mynd yn yr ysgol.
  • Richtig: Dw i'n mynd i'r ysgol.
  • Warum: i bezeichnet das Ziel einer Bewegung. yn yr ysgol bezeichnet den Ort, an dem jemand bereits ist.

Die Mutation nach i auslassen

  • Falsch: i Caerdydd
  • Richtig: i Gaerdydd
  • Warum: i löst hier die weiche Mutation aus: c → g. Lerne Ortsnamen am besten gleich in einer kleinen Reihe: Caerdydd – i Gaerdydd – yng Nghaerdydd.

yn vor Ortsnamen unverändert lassen

  • Falsch: yn Cymru oder yn Caerdydd
  • Richtig: yng Nghymru oder yng Nghaerdydd
  • Warum: Das örtliche yn verlangt vor einem Namen ohne Artikel normalerweise die nasale Mutation.

Nach â nur die Grundform verwenden

  • Falsch: talu â cerdyn
  • Richtig: talu â cherdyn
  • Warum: Nach â werden p, t, c zu ph, th, ch. Der deutsche Ausdruck „mit Karte“ gibt keinen Hinweis auf diese walisische Lautveränderung.

Deutsche Präpositionen Wort für Wort übertragen

  • Falsch: Mae'r llyfr yn y bwrdd. für „Das Buch liegt auf dem Tisch.“
  • Richtig: Mae'r llyfr ar y bwrdd.
  • Warum: Präpositionen haben sprachspezifische Bedeutungsbereiche. Für eine Oberfläche steht hier ar, nicht yn.

Gebrauchshinweise

â und gyda können beide „mit“ ausdrücken, sind aber nicht in jedem Satz beliebig austauschbar. Für Begleitung sind beide häufig: gyda ffrind oder â ffrind. Bei einem Mittel ist â in Wendungen wie talu â cherdyn besonders üblich. Im gesprochenen Walisisch begegnet außerdem regional efo für „mit“, vor allem in nördlichen Varietäten. Als Anfänger muss man nicht alle Varianten aktiv verwenden; wichtig ist, sie beim Hören wiederzuerkennen.

Gyda kommt im südlichen Walisisch auch in Besitzkonstruktionen vor: Mae car gyda fi bedeutet „Ich habe ein Auto“, wörtlich ungefähr „Ein Auto ist bei mir“. Das ist keine allgemeine Regel, nach der jedes deutsche „haben“ mit gyda übersetzt werden kann. Besitz und feste Redewendungen lernt man besser als vollständige Satzmuster.

Am ist besonders vielseitig. Vergleiche siarad am y llyfr „über das Buch sprechen“, aros am awr „eine Stunde lang warten“ und am saith „um sieben“. Dros kann räumlich „über“ bedeuten, während das deutsche „über“ beim Gesprächsthema meist am entspricht. Der Zusammenhang entscheidet also mehr als eine einzelne Wörterbuchübersetzung.

Schließlich gibt es zwei sehr häufige Wörter yn, die Anfänger leicht verwechseln. Das örtliche yn steht vor einem Nomen: yn y tŷ „im Haus“. In Dw i'n darllen „Ich lese“ verbindet 'n dagegen eine Form von bod mit dem Verbnomen darllen; es ist dort keine Ortspräposition. Beide Formen sehen ähnlich aus, erfüllen aber verschiedene Aufgaben.

Über die Grundlagen hinaus

Die folgenden Punkte muss man auf A1 noch nicht beherrschen, wird ihnen aber früh begegnen. Viele walisische Präpositionen werden vor Personalpronomen nicht einfach mit fi, ti, fe/fo, hi kombiniert, sondern erhalten besondere, nach der Person gebeugte Formen. Beispiele sind arna i „auf mir/an mir“, ohonoch chi „von Ihnen/von euch“ und iddi hi „zu ihr/für sie“. Diese sogenannten flektierten Präpositionen bilden ein eigenes Lerngebiet.

Präpositionen sind außerdem Bestandteil zahlreicher fester Ausdrücke, deren deutsche Übersetzung ganz anders gebaut ist. Mae eisiau bwyd arna i bedeutet „Ich habe Hunger“, obwohl ar wörtlich meist „auf/an“ heißt. In solchen Fällen bringt eine Wort-für-Wort-Analyse wenig; lerne die ganze Konstruktion zusammen mit der passenden gebeugten Form.

Auch bei i + Verbnomen geht die Bedeutung über eine räumliche Richtung hinaus. Ein Verbnomen ist die Grundform, mit der eine Tätigkeit benannt wird, etwa bwyta „essen“. In rhywbeth i fwyta „etwas zu essen“ drückt i einen Zweck aus und löst die weiche Mutation bwyta → fwyta aus. Später erscheint i außerdem in komplexeren Sätzen, in denen ein Handelnder genannt wird; diese Satzmuster sollte man nicht vorschnell aus der deutschen Infinitivkonstruktion ableiten.

Übungstipps

  1. Bilde Dreierreihen mit Orten. Schreibe zu jedem Ortsnamen Herkunft, Richtung und Aufenthalt auf: o Gaerdydd – i Gaerdydd – yng Nghaerdydd. So lernst du Bedeutung und Mutation gemeinsam.
  2. Übe mit Gegenständen im Zimmer. Lege ein Buch nacheinander ar y bwrdd, dan y gadair und yn y bag und sprich jedes Mal einen vollständigen Satz mit Mae…. Ein sichtbarer Ort prägt sich besser ein als eine isolierte Wortliste.
  3. Markiere den Auslöser. Unterstreiche in kurzen Texten die Präposition und kreise den veränderten Anlaut ein. Notiere daneben die Grundform, zum Beispiel i Gaerdydd ← Caerdydd oder â cherdyn ← cerdyn.

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