A1

Farben im Walisischen

Lliwiau

Dieser Artikel ist Teil des Walisisch-Grammatikbaums auf Settemila Lingue.

Kurz gesagt

Walisische Farbadjektive stehen normalerweise nach dem Nomen: car coch bedeutet „ein rotes Auto“. Nach einem femininen Nomen im Singular wird der Anlaut des Adjektivs häufig weich mutiert: ci du „ein schwarzer Hund“, aber cath ddu „eine schwarze Katze“. In Sätzen wie Mae'r car yn goch „Das Auto ist rot“ löst dagegen das prädikative yn die Mutation aus.

Überblick

Farben heißen auf Walisisch lliwiau, im Singular lliw. Die wichtigsten Grundwörter begegnen schon auf Niveau A1: coch „rot“, glas „blau“, gwyrdd „grün“, du „schwarz“, gwyn „weiß“ und melyn „gelb“. Um sie richtig zu verwenden, braucht man nicht nur den Wortschatz, sondern auch zwei Grundzüge der walisischen Grammatik: Das Adjektiv (Eigenschaftswort) folgt meist dem Nomen (Hauptwort), und der Anfang eines Wortes kann sich je nach grammatischer Umgebung verändern.

Diese Veränderung heißt weiche Mutation: Der erste Konsonant wird durch einen anderen ersetzt oder fällt weg. Bei Farbadjektiven ist besonders das Genus wichtig, also das grammatische Geschlecht eines Nomens. Ein feminines Nomen im Singular löst beim nachgestellten Adjektiv gewöhnlich die weiche Mutation aus. Deshalb steht neben ci du die Form cath ddu. Im Deutschen zeigt oft eine Endung die Anpassung an: „schwarzer Hund“, „schwarze Katze“. Das Walisische setzt keine entsprechende Adjektivendung ein, sondern verändert gegebenenfalls den Wortanfang.

Das grammatische Geschlecht lässt sich nicht immer aus der Bedeutung erraten. Es lohnt sich daher, ein neues Nomen gleich mit seinem Geschlecht und einer typischen Farbkombination zu lernen. Die Anfängerregel ist überschaubar: Nomen zuerst, Farbe danach; nach einem femininen Singular auf die Mutation achten. Weitere Besonderheiten werden unten klar davon getrennt.

So funktioniert es

Die wichtigsten Farbwörter

Walisische Grundform Deutsch Typische Verbindung
coch rot car coch – ein rotes Auto
glas blau beic glas – ein blaues Fahrrad
gwyrdd grün drws gwyrdd – eine grüne Tür
du schwarz ci du – ein schwarzer Hund
gwyn weiß tŷ gwyn – ein weißes Haus
melyn gelb blodau melyn – gelbe Blumen
llwyd grau car llwyd – ein graues Auto
oren orange crys oren – ein orangefarbenes Hemd
pinc rosa bag pinc – eine rosa Tasche
porffor violett sgarff porffor – ein violetter Schal
brown braun cot brown – ein brauner Mantel

Grundmuster: Nomen + Farbe

Die normale Reihenfolge innerhalb einer Nomengruppe ist:

Nomen + Farbadjektiv

  • car coch – ein rotes Auto
  • y car coch – das rote Auto
  • blodau melyn – gelbe Blumen
  • y blodau melyn – die gelben Blumen

Walisisch besitzt einen bestimmten Artikel (y, yr, 'r), aber keinen eigenen unbestimmten Artikel wie deutsches „ein/eine“. Daher kann car coch je nach Zusammenhang „rotes Auto“ oder „ein rotes Auto“ bedeuten. Die Farbe bleibt hinter dem Nomen; die deutsche Wortfolge darf also nicht wörtlich übernommen werden.

Femininer Singular: Mutation am Adjektiv

Folgt eine Farbe direkt auf ein feminines Nomen im Singular, erscheint gewöhnlich eine mutierte Form. Bei gwyn, gwyrdd und melyn kommt zusätzlich eine traditionelle feminine Vokalform vor. Für den Grundwortschatz sind die folgenden Paare besonders nützlich:

Grundform Nach femininem Singular Veränderung Beispiel
coch goch c → g cadair goch – ein roter Stuhl
glas las g fällt weg ffrog las – ein blaues Kleid
gwyrdd werdd feminine Form gwerdd, dann fällt g weg cadair werdd – ein grüner Stuhl
du ddu d → dd cath ddu – eine schwarze Katze
gwyn wen feminine Form gwen, dann fällt g weg cath wen – eine weiße Katze
melyn felen feminine Form melen, dann m → f cadair felen – ein gelber Stuhl
llwyd lwyd ll → l carreg lwyd – ein grauer Stein

Dabei bezeichnet dd einen eigenen walisischen Laut und ist nicht einfach ein langes d. Auch ll ist ein eigener Laut; bei der weichen Mutation wird daraus l.

Das Geschlecht des deutschen Übersetzungswortes hilft nicht zuverlässig. Cadair „Stuhl“ ist im Walisischen feminin, obwohl „Stuhl“ im Deutschen maskulin ist. Entscheidend ist immer das walisische Nomen.

Mit bestimmtem Artikel: zwei Veränderungen sind möglich

Bei einem femininen Nomen im Singular kann nach dem bestimmten Artikel auch das Nomen selbst weich mutieren. Danach mutiert zusätzlich das nachgestellte Adjektiv:

  • cath ddu – eine schwarze Katze
  • y gath ddu – die schwarze Katze

In y gath ddu sind also zwei Auslöser am Werk:

  1. Der Artikel y führt bei dem femininen Singular cath zur Form gath.
  2. Das feminine Nomen führt beim Adjektiv du zur Form ddu.

Das ist kein doppeltes Auswendiglernen eines ganzen Ausdrucks, sondern das Zusammentreffen zweier regelmäßiger Muster.

Mehrzahl: zunächst die Grundform verwenden

Nach einem Nomen im Plural steht für den A1-Gebrauch normalerweise die unveränderte Grundform des Adjektivs:

  • blodau melyn – gelbe Blumen
  • ceir coch – rote Autos
  • esgidiau du – schwarze Schuhe
  • llygaid glas – blaue Augen

Die feminine Mutation gehört hier nicht hin, selbst wenn die Singularform des Nomens feminin ist. Der Gegensatz lautet also etwa cath ddu „eine schwarze Katze“, aber cathod du „schwarze Katzen“.

„Etwas ist rot“: yn + mutierte Farbe

Eine Farbe kann ein Nomen unmittelbar beschreiben, wie in car coch. Sie kann aber auch nach „sein“ die Aussage des Satzes bilden: „Das Auto ist rot.“ In dieser prädikativen Verwendung verbindet yn das Verb bod „sein“ mit dem Adjektiv. Dieses yn löst die weiche Mutation aus:

Grundform Nach yn Beispielsatz
coch goch Mae'r car yn goch. – Das Auto ist rot.
glas las Mae'r beic yn las. – Das Fahrrad ist blau.
gwyrdd wyrdd Mae'r drws yn wyrdd. – Die Tür ist grün.
du ddu Mae'r ci yn ddu. – Der Hund ist schwarz.
gwyn wyn Mae'r tŷ yn wyn. – Das Haus ist weiß.
melyn felyn Mae'r blodau'n felyn. – Die Blumen sind gelb.
llwyd lwyd Mae'r car yn llwyd. – Das Auto ist grau.

Wichtig ist der Unterschied zwischen cath wen und Mae'r gath yn wyn. In der ersten Verbindung steht die Farbe direkt nach einem femininen Nomen; deshalb erscheint die feminine Form wen. Im zweiten Satz wird gwyn durch prädikatives yn mutiert: yn wyn. Das grammatische Geschlecht des Nomens bestimmt diese prädikative Form nicht.

Vor einem Vokal oder bei einem Wort, dessen Anfang von der weichen Mutation nicht betroffen ist, sieht man keine Veränderung: Mae'r crys yn oren „Das Hemd ist orange“. Vor einem Wort kann yn nach einem Vokal zu 'n verkürzt werden, etwa Mae'r blodau'n felyn.

Eine natürliche Frage nach der Farbe lautet:

  • Pa liw ydy'r car? – Welche Farbe hat das Auto?
  • Mae'n goch. – Es ist rot.

Beispiele im Kontext

Walisisch Deutsch Hinweis
Mae gen i gar coch. Ich habe ein rotes Auto. car ist maskulin; coch bleibt unverändert.
Mae'r gath ddu yn cysgu. Die schwarze Katze schläft. cath → gath nach dem Artikel; du → ddu nach dem femininen Nomen.
Mae'r drws gwyrdd ar agor. Die grüne Tür ist offen. drws ist maskulin; daher steht gwyrdd.
Mae blodau melyn yn yr ardd. Im Garten sind gelbe Blumen. Nach dem Plural steht die Grundform melyn.
Mae hi'n gwisgo ffrog las. Sie trägt ein blaues Kleid. Femininer Singular: glas → las.
Dw i'n eistedd ar gadair werdd. Ich sitze auf einem grünen Stuhl. cadair ist feminin; gwyrdd → werdd.
Mae'r tŷ gwyn ar y bryn. Das weiße Haus steht auf dem Hügel. Unmittelbar nach dem maskulinen steht gwyn.
Mae'r gath wen wrth y drws. Die weiße Katze ist an der Tür. Feminine attributive Form: gwyn → gwen → wen.
Mae'r car yn goch. Das Auto ist rot. Prädikatives yn mutiert coch → goch.
Mae'r gadair yn wyrdd. Der Stuhl ist grün. Nach yn steht wyrdd, nicht die attributive feminine Form werdd.
Pa liw ydy'r beic? Mae'n las. Welche Farbe hat das Fahrrad? Es ist blau. yn glas wird zu yn las.
Mae'r esgidiau'n ddu. Die Schuhe sind schwarz. 'n ist die verkürzte Form von yn; du → ddu.
Mae ganddi lygaid glas. Sie hat blaue Augen. Plural llygaid: die einfache Grundform ist auf A1 passend.
Dw i eisiau sgarff porffor. Ich möchte einen violetten Schal. Bei porffor ist hier keine Mutation nötig.

Häufige Fehler

Die deutsche Wortfolge übernehmen

  • Falsch: coch car
  • Richtig: car coch
  • Warum: Farbadjektive stehen im normalen walisischen Muster nach dem Nomen. Deutsches „rotes Auto“ wird deshalb nicht Wort für Wort in derselben Reihenfolge gebaut.

Die Mutation nach einem femininen Singular vergessen

  • Falsch: cath du
  • Richtig: cath ddu
  • Warum: Cath ist feminin und steht im Singular. Das folgende du wird weich mutiert.

Nach jedem Nomen automatisch mutieren

  • Falsch: ci ddu, blodau felyn
  • Richtig: ci du, blodau melyn
  • Warum: Die hier gelernte Genusregel gilt für feminine Nomen im Singular. Ein maskulines Nomen und ein Plural lösen diese attributive Mutation nicht aus.

Bei gwyn nur den Anfang ändern

  • Falsch: cath wyn
  • Richtig: cath wen
  • Warum: Gwyn hat die feminine Form gwen; nach dem femininen Nomen fällt deren anlautendes g durch Mutation weg. Das Ergebnis ist wen. Prädikativ heißt es dagegen Mae'r gath yn wyn.

Artikelmutation und Adjektivmutation vermischen

  • Falsch: y cath ddu oder y gath du
  • Richtig: y gath ddu
  • Warum: Beim femininen Singular mutiert nach y zunächst cath → gath. Das Nomen löst danach unabhängig davon du → ddu aus.

In einem „ist“-Satz yn auslassen

  • Falsch: Mae'r car coch.
  • Richtig: Mae'r car yn goch.
  • Warum: Für „Das Auto ist rot“ verbindet prädikatives yn die Form von bod mit dem Adjektiv. Ohne yn entsteht nicht das normale Satzmuster. Y car coch ist dagegen die Nomengruppe „das rote Auto“.

Hinweise zum Gebrauch

Im Alltag werden Farben häufig entweder als direkte Beschreibung nach einem Nomen oder nach bod mit yn gebraucht. Für flüssiges Sprechen ist es sinnvoll, beide Formen zusammen zu lernen: car coch und Mae'r car yn goch. So wird zugleich deutlich, dass goch nicht „eine andere Farbe“, sondern die mutierte Form von coch ist.

Mutationen können in spontaner Umgangssprache je nach Region und Sprecher nicht immer gleich konsequent zu hören sein. In sorgfältigem Standardwalisisch und beim Lernen sollte die Mutation nach einem femininen Singular dennoch als klares Grundmuster verwendet werden. Nord- und Südwalisisch unterscheiden sich in vielen Wörtern und Wendungen, das Grundprinzip der Farbadjektive bleibt jedoch dasselbe.

Bei Farbbezeichnungen sind feste Verbindungen wichtig. Glas entspricht im heutigen Grundwortschatz meist „blau“, kann in traditionellen Bezeichnungen aber je nach Gegenstand auch Farbbereiche abdecken, die im Deutschen als grünlich oder grau beschrieben würden. Für eindeutiges modernes „grün“ ist gwyrdd das zentrale Lernwort. Farbwörter sind daher nicht in jedem Zusammenhang deckungsgleich mit deutschen Farbkategorien.

Helle und dunkle Abstufungen lassen sich mit golau „hell“ und tywyll „dunkel“ ausdrücken, zum Beispiel glas golau „hellblau“ und gwyrdd tywyll „dunkelgrün“. Solche mehrteiligen Farbangaben lernt man am besten als feste Wortgruppen, statt jede Komponente einzeln aus dem Deutschen zu übertragen.

Über A1 hinaus

Die folgenden Einzelheiten müssen am Anfang noch nicht aktiv beherrscht werden, erklären aber Formen, die in Texten auftauchen können.

Einige walisische Adjektive besitzen eigene Pluralformen. Bei Farben begegnen etwa cochion, gleision, gwyrddion, duon und gwynion. Solche Formen kommen je nach Ausdruck, Stil und Art des beschriebenen Nomens unterschiedlich häufig vor; llygaid gleision kann beispielsweise neben dem einfacheren llygaid glas stehen. Für die erste Lernstufe ist die unveränderte Grundform nach einem Plural ein verlässliches und produktives Muster. Später sollten häufige Pluralverbindungen als ganze Einheiten gelernt werden.

Auch traditionelle feminine Formen reichen über die bloße Anfangsmutation hinaus. Bei gwyn → gwen, gwyrdd → gwerdd und melyn → melen ändert sich der Vokal; in der normalen attributiven Verbindung kommt anschließend die Mutation hinzu: wen, werdd, felen. Nach prädikativem yn geht man dagegen von der Grundform aus: yn wyn, yn wyrdd, yn felyn. Dieser Gegensatz ist vor allem beim Lesen sorgfältiger Texte und beim präzisen Schreiben wichtig.

Farbadjektive treten außerdem in Eigennamen, festen Wendungen und übertragenen Bedeutungen auf. Dort ist eine wörtliche deutsche Farbzuordnung nicht immer sinnvoll. Solche Ausdrücke sollte man wie andere feste Wortverbindungen im Kontext lernen, ohne die einfache A1-Regel aufzugeben.

Übungstipps

  1. Lerne Kontrastpaare. Sprich nacheinander ci du – cath ddu, car coch – cadair goch und tŷ gwyn – cath wen. So verknüpfst du Farbe, Genus und Mutation.
  2. Baue zwei Satztypen aus demselben Wortschatz. Verwandle car coch in Mae'r car yn goch und cadair werdd in Mae'r gadair yn wyrdd. Markiere dabei den jeweiligen Auslöser der Mutation.
  3. Beschreibe Dinge in deiner Umgebung. Wähle täglich fünf Gegenstände und bilde eine Nomengruppe sowie einen ganzen Satz. Prüfe bei jedem Nomen: Singular oder Plural, maskulin oder feminin, direktes Adjektiv oder yn + Adjektiv?

Verwandte Themen

  • Voraussetzung: Grundlegende Adjektive – erklärt die normale Stellung walisischer Adjektive und ihre Anpassung.
  • Hilfreich dazu: Genus der Nomen – zeigt, warum das grammatische Geschlecht für Mutationen entscheidend ist.
  • Hilfreich dazu: Weiche Mutation – behandelt die Konsonantenwechsel und weitere grammatische Auslöser im Zusammenhang.

Voraussetzung

Grundlegende Adjektive im WalisischenA1

Mehr A1-Konzepte

Dieses Konzept in anderen Sprachen

In allen Sprachen vergleichen

Übe Lliwiau auf Walisisch mit einem kostenlosen Settemila-Lingue-Konto. Wir richten Walisisch · A1 ein und erstellen Karten genau zu diesem Grammatikkonzept.

Dieses Konzept üben