A2

Menschen und Aussehen auf Walisisch beschreiben

Disgrifio Pobl ac Ymddangosiad

Dieser Artikel ist Teil des Walisisch-Grammatikbaums auf Settemila Lingue.

Kurz gesagt

Für allgemeine Eigenschaften steht meist Mae + Person + yn + Adjektiv: Mae e'n dal („Er ist groß“). Haare und Augen beschreibt man häufig mit Mae + Merkmal + ganddo/ganddi: Mae gwallt golau ganddi („Sie hat helles Haar“). Das Adjektiv folgt normalerweise dem Substantiv: llygaid glas („blaue Augen“).

Überblick

Beim Beschreiben einer Person braucht das Walisische vor allem zwei Satzmuster. Größe, Statur oder Alter werden als Eigenschaft ausgedrückt: Mae hi'n fyr („Sie ist klein“). Bei Haaren, Augen oder einem Bart verwendet man dagegen oft eine Besitzkonstruktion: Mae llygaid brown ganddo („Er hat braune Augen“). Anders als im Deutschen steht dabei normalerweise kein eigenständiges Verb, das direkt haben entspricht; wörtlich gedacht sind die Augen „bei ihm“.

Dieses Thema gehört zum Niveau A2. Es baut auf den grundlegenden Adjektiven auf und verbindet Wortschatz mit zwei wichtigen Eigenheiten des Walisischen: Adjektive stehen meist nach dem Substantiv, und bestimmte Wörter lösen eine Anlautmutation aus. Damit ist eine Veränderung des ersten Lautes eines folgenden Wortes gemeint. So wird aus tal nach yn die Form dal.

Die einfache Anfängerregel reicht für viele Alltagssituationen: eine Person mit Mae … yn … beschreiben, ein sichtbares Merkmal mit ganddo oder ganddi nennen und Kleidung mit gwisgo („tragen“) ausdrücken. Regionale Varianten und feinere Mutationsregeln folgen weiter unten getrennt davon.

So funktioniert es

Eigenschaften mit Mae … yn …

Für eine allgemeine Eigenschaft gilt dieses Grundmuster:

Mae + Person + yn + Adjektiv

Vor einem Adjektiv wird yn nach einem Wort, das auf einen Vokal endet, meist zu 'n verkürzt:

  • Mae e'n dal. — Er ist groß.
  • Mae hi'n fyr. — Sie ist klein.
  • Mae'r dyn yn denau. — Der Mann ist dünn.
  • Mae'r ferch yn gryf. — Das Mädchen beziehungsweise die junge Frau ist kräftig.

Mae ist hier eine Form von bod („sein“). Das Bindewort yn verbindet die Person mit ihrer Eigenschaft. Es löst in diesem Satzmuster gewöhnlich die weiche Mutation aus, also eine regelmäßige Veränderung des Wortanfangs.

Grundform Form nach yn Bedeutung
tal yn dal groß, hochgewachsen
tenau yn denau dünn, schlank
byr yn fyr klein, kurz
golygus yn olygus gut aussehend
gwyn yn wyn weiß
ifanc yn ifanc jung; keine sichtbare Änderung

Bei ll- und rh- bleibt der Anlaut nach diesem prädikativen yn in der Standardsprache gewöhnlich unverändert. Für A2 ist es am sinnvollsten, häufige Verbindungen als Einheit zu lernen: nicht nur tal, sondern gleich yn dal.

Werden zwei Eigenschaften mit a/ac („und“) verbunden, steht yn normalerweise vor jeder Eigenschaft:

  • Mae e'n dal ac yn denau. — Er ist groß und dünn.
  • Mae hi'n fyr ac yn gryf. — Sie ist klein und kräftig.

Vor einem Vokal verwendet man meist ac, sonst a. Beim Aufbau eigener Sätze hilft das klare Schema yn … ac yn ….

Haare und Augen: Adjektiv nach dem Substantiv

Ein Substantiv ist ein Wort für eine Person oder Sache, etwa gwallt („Haar“) oder llygaid („Augen“). Ein Adjektiv beschreibt dieses Wort genauer. Im Deutschen heißt es „blaue Augen“, im Walisischen lautet die normale Reihenfolge dagegen wörtlich „Augen blau“:

Walisisch Deutsch
gwallt hir langes Haar
gwallt byr kurzes Haar
gwallt syth glattes Haar
gwallt cyrliog lockiges Haar
gwallt tywyll dunkles Haar
gwallt golau helles beziehungsweise blondes Haar
llygaid glas blaue Augen
llygaid gwyrdd grüne Augen
llygaid brown braune Augen

Die deutsche Gewohnheit „Adjektiv zuerst“ führt hier leicht zu Fehlern. Lerne deshalb nicht nur einzelne Wörter, sondern ganze Wortgruppen wie gwallt cyrliog und llygaid glas.

Ein weibliches Substantiv in der Einzahl kann das folgende Adjektiv weich mutieren. Ein gut sichtbares Beispiel ist barf ddu („schwarzer Bart“): barf ist grammatisch weiblich, deshalb wird du zu ddu. Im Plural gibt es diese geschlechtsbedingte Mutation nicht; daher bleibt es bei llygaid glas. Diese Regel innerhalb einer Wortgruppe ist von der Mutation nach yn zu unterscheiden.

Besitz mit ganddo, ganddi und gyda

Für „er/sie hat …“ ist bei Körpermerkmalen dieses Muster besonders nützlich:

Mae + Merkmal + ganddo/ganddi

  • Mae gwallt du ganddo. — Er hat schwarzes Haar.
  • Mae gwallt golau ganddi. — Sie hat helles Haar.
  • Mae llygaid gwyrdd ganddo. — Er hat grüne Augen.

Ganddo und ganddi sind gebeugte Präpositionsformen. Das heißt: Die Präposition verändert ihre Form je nach der Person, auf die sie sich bezieht.

Besitzende Person Form mit gan Häufige Form mit gyda
er ganddo; auch ganddo fe/fo gyda fe/fo
sie ganddi; auch ganddi hi gyda hi

Die Endung richtet sich nach der besitzenden Person, nicht nach Haaren, Augen oder Bart. Ganddi bedeutet hier also „bei ihr“, ganddo „bei ihm“. Das zusätzliche fe, fo oder hi kann die Person nochmals ausdrücklich nennen, ist für das Verständnis aber nicht immer nötig.

Das Muster mit gyda hat dieselbe praktische Funktion:

  • Mae llygaid glas gyda hi. — Sie hat blaue Augen.
  • Mae gwallt syth gyda fe. — Er hat glattes Haar.

Auch die umgekehrte Reihenfolge ist möglich:

  • Mae ganddi wallt golau. — Sie hat helles Haar.
  • Mae ganddo farf. — Er hat einen Bart.

Dabei kann das folgende Substantiv weich mutieren: gwallt wird zu wallt, barf zu farf. Für den Einstieg ist die Reihenfolge Mae gwallt … ganddi oft leichter, weil die Grundform des Merkmals sichtbar bleibt.

Kleidung, Brille und sichtbare Einzelheiten

Für Kleidung und Dinge, die jemand am Körper trägt, verwendet man gwisgo („tragen“, „anziehen“):

Mae + Person + yn gwisgo + Kleidungsstück

  • Mae e'n gwisgo sbectol. — Er trägt eine Brille.
  • Mae hi'n gwisgo cot las. — Sie trägt einen blauen Mantel.
  • Mae'r dyn yn gwisgo het ddu. — Der Mann trägt einen schwarzen Hut.

Das deutsche „eine Brille haben“ beschreibt in diesem Zusammenhang meist, was die Person trägt. Deshalb ist gwisgo sbectol die sichere und natürliche Wahl für eine Personenbeschreibung.

Beispiele im Zusammenhang

Walisisch Deutsch Hinweis
Mae gwallt golau ganddi. Sie hat helles Haar. Merkmal zuerst, weibliche Besitzerin
Mae e'n dal ac yn denau. Er ist groß und dünn. tal → dal, tenau → denau
Mae llygaid glas gyda hi. Sie hat blaue Augen. Besitzmuster mit gyda
Mae e'n gwisgo sbectol. Er trägt eine Brille. Kleidung beziehungsweise getragenes Merkmal
Mae hi'n fyr ac yn gryf. Sie ist klein und kräftig. yn wird vor dem zweiten Adjektiv wiederholt
Mae gwallt hir a chyrliog ganddo. Er hat langes, lockiges Haar. Beide Adjektive folgen gwallt
Mae llygaid brown ganddi hi. Sie hat braune Augen. hi hebt die Besitzerin nochmals hervor
Mae gwallt syth gyda fe. Er hat glattes Haar. Gesprochene Variante mit gyda fe
Mae ganddi wallt coch. Sie hat rotes Haar. gwallt mutiert nach der vorangestellten Besitzform
Mae ganddo fwstas. Er hat einen Schnurrbart. mwstas wird weich zu fwstas mutiert
Mae hi'n gwisgo cot las. Sie trägt einen blauen Mantel. Adjektiv nach dem Substantiv
Mae'r dyn yn gwisgo het ddu. Der Mann trägt einen schwarzen Hut. du → ddu nach dem weiblichen het
Mae ei wallt e'n fyr. Sein Haar ist kurz. Besitzform ei … e und Mutation nach yn
Mae ei llygaid hi'n wyrdd. Ihre Augen sind grün. Besitzform ei … hi; gwyrdd → wyrdd nach yn

Häufige Fehler

1. Die Grundform nach yn stehen lassen

  • Falsch: Mae e'n tal.
  • Richtig: Mae e'n dal.
  • Warum: Das verbindende yn löst hier die weiche Mutation aus. Deshalb wird t- zu d-.

2. yn beim zweiten Adjektiv vergessen

  • Falsch: Mae e'n dal ac denau.
  • Richtig: Mae e'n dal ac yn denau.
  • Warum: Jedes prädikative Adjektiv — also jedes Adjektiv, das mit „ist“ eine Aussage über die Person macht — erhält normalerweise sein eigenes yn.

3. Die deutsche Wortstellung übernehmen

  • Falsch: Mae glas llygaid ganddi.
  • Richtig: Mae llygaid glas ganddi.
  • Warum: Das walisische Adjektiv folgt dem Substantiv normalerweise: erst llygaid, dann glas.

4. ganddo und ganddi nach dem Merkmal auswählen

  • Falsch: Mae llygaid glas ganddo, wenn eine Frau gemeint ist.
  • Richtig: Mae llygaid glas ganddi.
  • Warum: Die Form bezeichnet die Person, die das Merkmal hat. Ganddo gehört zu „er“, ganddi zu „sie“.

5. Körpergröße mit mawr ausdrücken

  • Unpassend: Mae e'n fawr, wenn nur „Er ist großgewachsen“ gemeint ist.
  • Richtig: Mae e'n dal.
  • Warum: Tal bezeichnet Körpergröße beziehungsweise Höhe. Mawr bedeutet eher „groß“ im Sinn von Umfang, Größe oder Bedeutung und ergibt deshalb eine andere Beschreibung.

6. Bei einer Brille nur Besitz ausdrücken

  • Weniger passend für das Aussehen: Mae sbectol ganddo.
  • Üblich in einer Beschreibung: Mae e'n gwisgo sbectol.
  • Warum: Entscheidend ist, dass die Person die Brille trägt. Gwisgo benennt genau diese sichtbare Situation.

Gebrauchshinweise

Gesprochenes Walisisch unterscheidet sich regional. Für einen männlichen Bezug hört man je nach Region e, fe oder besonders im Norden fo. Daher können ganddo, ganddo fe und ganddo fo inhaltlich dieselbe Person bezeichnen. Formen mit gyda fe/hi sind besonders aus südlichen Sprachmustern vertraut. Es ist nicht nötig, alle Varianten sofort selbst zu verwenden: Halte dich beim Sprechen zunächst an das System deines Kurses, lerne die anderen Formen aber beim Hören wiederzuerkennen.

Gwallt wird normalerweise als singularisches Sammelwort behandelt, ähnlich wie deutsches „Haar“ in „langes Haar“. Llygad bedeutet „Auge“, der Plural lautet llygaid. Da man meist beide Augen beschreibt, begegnet llygaid in Personenbeschreibungen wesentlich häufiger.

Farbnamen decken sich nicht immer vollständig mit deutschen Kategorien. Gwallt golau kann je nach Zusammenhang „helles“ oder „blondes Haar“ meinen. Auch Grenzen zwischen Blau, Grün und Grau werden nicht in jeder Sprache und von jeder Person gleich gezogen. Die Grammatik bleibt davon unberührt: Merkmal zuerst, Farbadjektiv danach.

Bei Beschreibungen von Menschen ist eine neutrale Wortwahl sinnvoll. Größe, Haar, Augen, Kleidung oder Brille sind oft geeignete Erkennungsmerkmale. Bewertungen wie „schön“ oder Hinweise auf Körperform können dagegen je nach Situation persönlich wirken. Die Grammatik sagt nichts darüber aus, ob eine Beschreibung höflich ist; das entscheidet der Zusammenhang.

Über die Grundlagen hinaus

Die folgenden Feinheiten müssen auf A2 noch nicht aktiv beherrscht werden. Sie erklären aber Formen, die später in Texten und Gesprächen auftauchen.

„Sein Haar“ und „ihr Haar“

Walisische Besitzformen mit ei unterscheiden „sein“ und „ihr“ durch Mutation und häufig durch ein nachgestelltes Pronomen:

Walisisch Deutsch Was geschieht?
ei wallt e sein Haar männliches ei löst weiche Mutation aus: gwallt → wallt
ei gwallt hi ihr Haar weibliches ei löst eine andere Mutationsart aus; g- bleibt dabei sichtbar
ei lygaid e seine Augen llygaid → lygaid nach männlichem ei
ei llygaid hi ihre Augen llygaid bleibt nach weiblichem ei hier unverändert

Die nachgestellten Formen e/fo und hi sind besonders hilfreich, weil geschriebenes ei allein in beiden Bedeutungen gleich aussieht.

Kompakte Beschreibungen mit â und sydd

Mehrere Angaben lassen sich später zu einer einzigen Nominalgruppe verbinden. Eine Nominalgruppe ist eine Wortgruppe, deren Kern ein Substantiv ist, etwa „der große Mann mit dunklem Haar“:

  • y dyn tal â gwallt tywyll — der große Mann mit dunklem Haar
  • y ferch dal â llygaid glas — das große Mädchen beziehungsweise die große junge Frau mit blauen Augen
  • y dyn sydd â barf ddu — der Mann, der einen schwarzen Bart hat

 bedeutet hier „mit“. Sydd leitet einen Relativsatz ein, also einen Nebensatz, der eine Person oder Sache näher beschreibt. Das Muster sydd â entspricht in solchen Sätzen ungefähr „der/die … hat“. Für eigene A2-Sätze bleibt Mae … ganddo/ganddi jedoch leichter.

Vergleiche

Sobald Vergleichsformen bekannt sind, kann aus einer einfachen Beschreibung ein Vergleich werden:

  • Mae hi'n dalach na fi. — Sie ist größer als ich.
  • Mae e mor dal â'i frawd. — Er ist so groß wie sein Bruder.

Hier kommen zusätzliche Regeln für Vergleichsendungen und die Wörter na („als“) sowie mor … â („so … wie“) hinzu. Sie gehören nicht mehr zum Kern dieser A2-Einheit.

Übungstipps

  1. Baue Beschreibungen in drei Schritten. Nenne zuerst eine allgemeine Eigenschaft mit Mae … yn …, dann Haare oder Augen mit ganddo/ganddi und zuletzt Kleidung mit gwisgo: Mae hi'n dal. Mae gwallt cyrliog ganddi. Mae hi'n gwisgo cot ddu.
  2. Lerne mutierte Paare zusammen. Schreibe auf eine Seite tal, tenau, byr, gwyrdd und auf die andere yn dal, yn denau, yn fyr, yn wyrdd. So wird nicht nur das Adjektiv, sondern gleich seine häufige Satzform abrufbar.
  3. Beschreibe ein Bild, ohne Namen zu nennen. Verwende drei neutrale Hinweise zu Größe, Haaren, Augen, Brille oder Kleidung. Prüfe anschließend gezielt: Steht das Adjektiv nach dem Substantiv? Wurde yn vor jedem Eigenschaftsadjektiv gesetzt? Passt ganddo oder ganddi zur Person?

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