Arabisch-Grammatik

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Das arabische Alphabetالأبجدية العربية

Das arabische Alphabet besteht aus 28 Buchstaben und wird von rechts nach links geschrieben. Die Schrift ist grundsätzlich verbunden: Ein Buchstabe kann je nach seiner Stelle im Wort anders aussehen; ا د ذ ر ز و unterbrechen jedoch die Verbindung zum folgenden Buchstaben. Kurze Vokale stehen meist nicht als eigene Buchstaben im normalen Schriftbild.

Arabische Buchstabenformen und Verbindungenأشكال الحروف

Arabische Buchstaben werden innerhalb eines Wortes meist verbunden und können deshalb vier Formen haben: alleinstehend, am Anfang, in der Mitte und am Ende. Die sechs Buchstaben ا د ذ ر ز و verbinden sich nicht mit dem nachfolgenden Buchstaben; nach ihnen entsteht also eine sichtbare Lücke. Es bleiben trotzdem dieselben Buchstaben — nur ihre Gestalt passt sich an die Umgebung an.

Kurze Vokale (Harakat) im Arabischenالحركات

Arabisch schreibt kurze Vokale mit kleinen Zeichen über oder unter einem Konsonanten: بَ ba, بِ bi und بُ bu. Ein Sukūn zeigt an, dass kein Vokal folgt (بْ), eine Shadda verdoppelt den Konsonanten (بّ). In gewöhnlichen Texten fehlen diese Zeichen meistens; beim Lesen erschließt man die Vokale dann aus Wortschatz, Grammatik und Zusammenhang.

Lange Vokale im Arabischenحروف المد

Die drei langen Vokale des Standardarabischen sind ā, ū und ī. Sie werden mit Buchstaben geschrieben: meist ـَا für ā, ـُو für ū und ـِي für ī. Die Vokallänge gehört zum Wort und kann seine Bedeutung ändern; deshalb muss ein langer Vokal wirklich länger klingen als a, u oder i.

Der bestimmte Artikel ال im Arabischenأداة التعريف

Der arabische bestimmte Artikel lautet ال (al-) und wird ohne Leerzeichen vor ein Nomen (ein Hauptwort) gesetzt: كتاب (kitāb, „Buch“) wird zu الكتاب (al-kitāb, „das Buch“). Vor einem Sonnenbuchstaben hört man das l nicht; stattdessen wird der erste Laut des Nomens verdoppelt: الشمس spricht man aš-šams. Die Schreibweise ال bleibt dabei erhalten.

Genus arabischer Nomenالجنس

Arabische Nomen (Hauptwörter) sind entweder maskulin oder feminin; ein Neutrum wie im Deutschen gibt es nicht. Die häufigste Kennzeichnung des Femininums ist ة, die sogenannte tāʾ marbūṭa: طالب „Student“ wird zu طالبة „Studentin“. Doch Wörter wie يد „Hand“ sind auch ohne diese Endung feminin, weshalb das Genus am besten zusammen mit jedem neuen Nomen gelernt wird.

Personalpronomen im Arabischenالضمائر الشخصية

Arabische Personalpronomen unterscheiden nicht nur Person und Zahl, sondern bei du/ihr und er/sie auch das Geschlecht: أنتَ richtet sich an einen Mann, أنتِ an eine Frau. Im Präsens steht kein Wort für deutsches „sein“: أنا طالب bedeutet direkt „Ich bin Student“. Außerdem besitzt das Hocharabische eigene Formen für genau zwei Personen.

Angehängte Pronomen im Arabischenالضمائر المتصلة

Im Arabischen werden viele Pronomen direkt an das vorhergehende Wort angehängt: كتابي bedeutet „mein Buch“, رأيته „ich sah ihn“ und معها „mit ihr“. Dieselbe Grundreihe von Endungen bezeichnet also bei einem Nomen den Besitzer, bei einem Verb das Objekt und bei einer Präposition die Person oder Sache nach der Präposition.

Demonstrativpronomen im Arabischenأسماء الإشارة

Arabische Demonstrativa richten sich nach Nähe, Genus (grammatischem Geschlecht) und Zahl: هذا steht bei einem nahen maskulinen Nomen, هذه bei einem nahen femininen Nomen; für die Ferne verwendet man ذلك beziehungsweise تلك. Bei menschlichen Pluralen stehen هؤلاء „diese“ und أولئك „jene“, während nichtmenschliche Plurale normalerweise wie ein femininer Singular behandelt werden: هذه الكتب „diese Bücher“.

Nominalsätze im Arabischenالجملة الاسمية

Im arabischen Nominalsatz steht im bejahten Präsens normalerweise kein Wort für „sein“: البيت كبير bedeutet wörtlich „das Haus groß“, aber auf Deutsch „Das Haus ist groß“. Das Grundmuster lautet مبتدأ (das, worüber gesprochen wird) + خبر (die Information darüber): أنا طالب – „Ich bin Student“.

Adjektivkongruenz im Arabischenمطابقة الصفة

Im Arabischen steht ein Adjektiv normalerweise nach dem Nomen und stimmt mit ihm in Geschlecht, Zahl, Bestimmtheit und – im formellen Arabisch – Fall überein: كتاب جديد „ein neues Buch“, aber الكتاب الجديد „das neue Buch“. Besonders wichtig ist der Artikel: Ist das Nomen mit الـ bestimmt, erhält auch das Adjektiv الـ.

Die Zahlen 1 bis 10 im Arabischenالأرقام ١-١٠

Bei eins und zwei richtet sich die Zahl nach dem Geschlecht des Nomens: كتاب واحد „ein Buch“, سيارة واحدة „ein Auto“. Von drei bis zehn gilt dagegen die umgekehrte Genusregel: Zu einem maskulinen Nomen steht die Zahlenform mit ـة, zu einem femininen Nomen die Form ohne ـة. Danach folgt das gezählte Nomen im Plural und im Genitiv: ثلاثة كتب „drei Bücher“, ثلاث طالبات „drei Studentinnen“.

Arabische Zahlen von 11 bis 100الأرقام ١١-١٠٠

Bei 11 bis 19 steht zuerst die Einerzahl und dann eine Form von عشر; ab 21 verbindet و „und“ Einer und Zehner: خمسة وعشرون „fünfundzwanzig“, wörtlich „fünf und zwanzig“. Nach den Zahlen 11 bis 99 steht das Gezählte im Singular und im Akkusativ, zum Beispiel أحد عشر كتابًا „elf Bücher“. 100 folgt einer anderen Regel: مائة كتابٍ „hundert Bücher“.

Grundlegende Präpositionen im Arabischenحروف الجر الأساسية

Arabische Präpositionen stehen vor einem Nomen und beschreiben etwa Ort, Richtung, Herkunft oder Begleitung: في البيت „im Haus“, من مصر „aus Ägypten“ und إلى المدرسة „zur Schule“. Das folgende Nomen steht grammatisch im Genitiv, auf Arabisch مجرور; in Texten ohne Vokalzeichen ist diese Form meistens nicht sichtbar. بـ und لـ werden direkt an das nächste Wort geschrieben.

Fragewörter im Arabischenأدوات الاستفهام

Im Hocharabischen steht das Fragewort meist am Anfang: من fragt nach einer Person, ما/ماذا nach einer Sache, أين nach einem Ort und متى nach einer Zeit. Für Fragen, auf die man mit Ja oder Nein antwortet, setzt man هل oder أَ vor einen vollständigen Satz. Anders als im Deutschen muss dafür kein Verb an eine andere Stelle rücken.

Das arabische Perfekt: Vergangenheitالفعل الماضي

Das arabische Perfekt (الفعل الماضي) bezeichnet vor allem abgeschlossene Handlungen. Anders als im Deutschen braucht es weder ein Hilfsverb noch ein Partizip: An den Vergangenheitsstamm treten Endungen, zum Beispiel كَتَبَ „er schrieb/hat geschrieben“, كَتَبْتُ „ich schrieb/habe geschrieben“ und كَتَبُوا „sie schrieben/haben geschrieben“.

Das Präsens (الفعل المضارع) im Arabischenالفعل المضارع

Das arabische Präsens wird vor allem durch eine Vorsilbe am Verbstamm gebildet: أَكْتُبُ „ich schreibe“, يَكْتُبُ „er schreibt“, نَكْتُبُ „wir schreiben“. Je nach Person kommen zusätzlich Endungen hinzu, etwa تَكْتُبِينَ „du schreibst“ zu einer Frau. Die Form kann eine gegenwärtige, regelmäßige oder – mit passendem Kontext – zukünftige Handlung ausdrücken.

Verben im Arabischen verneinenنفي الفعل

Im Hocharabischen steht die Verneinungspartikel direkt vor dem Verb. Für den Einstieg genügt diese Zuordnung: ما + Vergangenheit, لا + Gegenwart, لن + Gegenwartsform für die Zukunft und لم + verkürzte Gegenwartsform mit Vergangenheitsbedeutung. Besonders ungewohnt für Deutschsprachige ist لم يكتبْ: Das Verb sieht wie eine Gegenwartsform aus, der ganze Ausdruck bedeutet aber „er schrieb nicht“ oder „er hat nicht geschrieben“.

Häufige Wendungen im Arabischenعبارات شائعة

Viele sehr häufige arabische Äußerungen sind feste Formeln: Auf السلام عليكم antwortet man mit وعليكم السلام, auf شكراً meist mit عفواً, und zum Abschied sagt man مع السلامة. Lerne solche Wendungen am besten als vollständige Paare und zusammen mit ihrer Situation – das deutsche Wort „bitte“ hat zum Beispiel je nach Funktion mehrere verschiedene arabische Entsprechungen.

Regelmäßige Pluralformen im Arabischenجمع السالم

Im Hocharabischen gibt es zwei wichtige regelmäßige Mehrzahlmuster: Der regelmäßige maskuline Plural endet bei männlichen Personen meist auf ـون oder ـين, der regelmäßige feminine Plural auf ـات. So wird aus معلم „Lehrer“ je nach Satzfunktion معلمون oder معلمين, während معلمة „Lehrerin“ zu معلمات wird.

كان: „war“ und „waren“ im Arabischenكان وأخواتها

Im arabischen Nominalsatz steht in der Gegenwart meist kein Wort für „sein“: الجو بارد bedeutet „Das Wetter ist kalt“. Für einen Zustand in der Vergangenheit setzt man كان ein: كان الجو بارداً – „Das Wetter war kalt“. كان wird nach Person, Geschlecht und Zahl verändert; das Subjekt bleibt grammatisch im Nominativ, das Prädikat steht im Akkusativ.

Tägliche Grüße und Antworten im Arabischenتحيات يومية

Arabische Alltagsgrüße werden oft als feste Gruß-und-Antwort-Paare gelernt: Auf صباح الخير „Guten Morgen“ folgt typischerweise صباح النور, auf مساء الخير entsprechend مساء النور. Bei كيف حالك؟ „Wie geht es dir?“ hängt die Aussprache von der angesprochenen Person ab; eine sichere Antwort ist بخير، الحمد لله „Gut, Gott sei Dank“.

Zeitausdrücke im Arabischenتعبيرات الوقت

Mit اليوم (heute), أمس (gestern), غداً (morgen) und الآن (jetzt) lässt sich schon früh sagen, wann etwas geschieht. Nach der Uhrzeit fragt man häufig كم الساعة؟ oder im Gespräch الساعة كم؟; eine volle Stunde heißt in sorgfältigem Hocharabisch zum Beispiel الساعة الثالثة (es ist drei Uhr). Anders als im Deutschen braucht ein einfacher arabischer Satz wie اليوم الجمعة kein Wort für „ist“.

Nisba-Adjektive im Arabischenالنسبة

Mit einem Nisba-Adjektiv drückt Arabisch Herkunft, Zugehörigkeit oder eine andere Beziehung aus. An den Wortstamm tritt im Maskulinum meist ـيّ und im Femininum ـية: مصر → مصريّ / مصرية „Ägypten → ägyptisch; Ägypter/Ägypterin“. Im normalen unvokalisierten Text wird die Verdopplung des ي oft nicht markiert, sodass man gewöhnlich مصري sieht.

Verbalsätze im Arabischenالجملة الفعلية

Ein arabischer Verbalsatz (الجملة الفعلية) beginnt in seiner Grundform mit dem Verb und folgt häufig dem Muster Verb – Subjekt – Objekt: كتب الطالب الدرس „Der Schüler schrieb die Lektion“. Steht das Verb vor einem ausdrücklich genannten Subjekt, bleibt es bei einem Subjekt im Dual oder Plural normalerweise im Singular; mit dessen grammatischem Geschlecht stimmt es jedoch überein.

Grundlegende Adverbien im Arabischenالظروف الأساسية

Mit Wörtern wie جداً (sehr), كثيراً (viel/oft), دائماً (immer), أحياناً (manchmal), أبداً (nie), هنا (hier) und هناك (dort) lassen sich schon auf A1-Niveau genaue Aussagen bilden. Besonders wichtig: جداً steht normalerweise nach dem Adjektiv, und أبداً erscheint in der Bedeutung „nie“ zusammen mit einer Verneinung.

Wochentage, Monate und Jahreszeiten auf Arabischالأيام والأشهر

Die arabischen Wochentage haben normalerweise den bestimmten Artikel الـ: الأحد، الاثنين، الثلاثاء und so weiter. Bei den Monaten begegnen dir je nach Region zwei verbreitete Reihen, etwa يناير und كانون الثاني für Januar. Jahreszeiten stehen nach في („im“) meist bestimmt: في الصيف („im Sommer“).

Farben im Arabischenالألوان

Viele grundlegende arabische Farbadjektive haben eine auffällige männliche und weibliche Form: أَحْمَر / حَمْرَاء „rot“, أَزْرَق / زَرْقَاء „blau“ und أَخْضَر / خَضْرَاء „grün“. Die Form richtet sich nach dem grammatischen Geschlecht des beschriebenen Nomens: كِتَاب أَحْمَر „ein rotes Buch“, aber سَيَّارَة حَمْرَاء „ein rotes Auto“.

„Haben“ im Arabischen ausdrückenالتعبير عن الملكية

Im Arabischen gibt es kein allgemeines Verb, das genauso wie deutsches „haben“ funktioniert. Stattdessen sagt man meist عندي سيارة – wörtlich etwa „bei mir ist ein Auto“ – und meint damit „Ich habe ein Auto“. عند bezeichnet allgemeinen Besitz, لدى ist besonders in formeller Standardsprache üblich, مع hebt hervor, dass man etwas bei sich hat, und لـ kann Zugehörigkeit ausdrücken.

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Das arabische Wurzel- und Mustersystemالجذر والوزن

Viele arabische Wörter bestehen aus einer meist dreikonsonantigen Wurzel und einem Muster, das Vokale und manchmal zusätzliche Buchstaben vorgibt. So verbindet ك-ت-ب das Bedeutungsfeld „Schreiben“: كِتَاب „Buch“, كَاتِب „Verfasser, Schreibender“, مَكْتُوب „geschrieben“ und مَكْتَبَة „Bibliothek“. Das System hilft beim Erkennen von Wortfamilien, liefert aber keine mechanisch berechenbare Übersetzung.

Arabische Kasusendungen (Iʿrāb)الإعراب

Im formellen Arabisch zeigen kurze Endvokale häufig die Funktion eines Nomens im Satz: -u steht meist für den Nominativ, -a für den Akkusativ und -i für den Genitiv. Bei unbestimmten Nomen erscheinen oft die entsprechenden Tanwīn-Endungen -un, -an, -in. In unvokalisierten Alltagstexten sieht man diese Zeichen meist nicht, die grammatische Struktur bleibt aber bestehen.

Gebrochene Plurale im Arabischenجمع التكسير

Beim gebrochenen Plural (جمع التكسير) entsteht die Mehrzahl durch einen Umbau im Wortinneren, nicht nur durch eine angehängte Endung: كتاب → كتب „Buch → Bücher“. Es gibt wiederkehrende Muster, doch die konkrete Pluralform lässt sich nicht immer sicher vorhersagen. Lerne daher jedes neue Substantiv am besten gleich als Paar aus Singular und Plural.

Die Zweizahl im Arabischenالمثنى

Das Arabische besitzt neben Einzahl und Mehrzahl eine eigene Zweizahl, arabisch المثنى: Sie bezeichnet genau zwei Personen oder Dinge. Bei Substantiven steht im Nominativ meist ـانِ, im Akkusativ und Genitiv ـيْنِ: كتابانِ „zwei Bücher“, aber رأيتُ كتابَيْنِ „ich sah zwei Bücher“. Auch Adjektive, Pronomen und Verben können besondere Formen für zwei haben.

Die Idafa-Konstruktion im Arabischenالإضافة

Die Idafa (الإضافة) verbindet zwei Substantive (Nomen, also Wörter für Personen, Dinge oder Begriffe): zuerst das, worum es geht, dann der Besitzer oder die nähere Bestimmung. كتاب الطالب bedeutet daher „das Buch des Studenten“. Das erste Wort erhält weder الـ noch Tanwin; das zweite steht im Genitiv und bestimmt, ob die ganze Verbindung bestimmt oder unbestimmt ist.

Verbformen II und III im Arabischenالأفعال: الثاني والثالث

Die Form II hat im Grundmuster einen verdoppelten zweiten Wurzelkonsonanten: فَعَّلَ. Sie bezeichnet oft ein Verursachen, Verstärken oder Wiederholen. Die Form III setzt nach dem ersten Wurzelkonsonanten ein langes ا ein: فَاعَلَ; sie drückt häufig ein Handeln mit, an oder gegenüber einer anderen Person aus. Diese Bedeutungen sind gute Lernhilfen, aber keine zuverlässige Übersetzungsformel: Jedes Verb muss auch als eigenes Wort gelernt werden.

Verbformen IV und V im Arabischenالأفعال: الرابع والخامس

Die Form IV أَفْعَلَ macht eine Handlung häufig ursächlich oder auf ein Objekt gerichtet: خَرَجَ „hinausgehen“ wird zu أَخْرَجَ „etwas oder jemanden hinausbringen“. Die Form V تَفَعَّلَ steht oft in einer rückbezüglichen oder „nach innen gerichteten“ Beziehung zur Form II: عَلَّمَ „lehren“ wird zu تَعَلَّمَ „lernen“. Diese Bedeutungen sind gute Orientierungshilfen, aber keine Übersetzungsformeln; jedes Verb muss auch als Wort gelernt werden.

Das aktive Partizip im Arabischenاسم الفاعل

Das aktive Partizip اسم الفاعل bezeichnet meist jemanden oder etwas, der beziehungsweise das eine Handlung ausführt: كاتب „Schreiber, Autor“ oder سائق „Fahrer“. Bei einfachen Verben hat es häufig das Muster فاعِل; je nach Kontext funktioniert es als Substantiv (Namenwort), Adjektiv (Eigenschaftswort) oder als Aussage über eine gerade bestehende Handlung oder einen Zustand.

Das Passivpartizip im Arabischenاسم المفعول

Das Passivpartizip heißt auf Arabisch اسم المفعول (ism al-mafʿūl) und bezeichnet meist etwas oder jemanden, auf das beziehungsweise den eine Handlung gerichtet ist: مَكْتُوب „geschrieben“, مَفْتُوح „geöffnet/offen“, مَعْرُوف „bekannt“. Im einfachen Verbstamm I folgt es meist dem Muster مَفْعُول; im Satz verhält es sich oft wie ein Adjektiv und passt sich daher an sein Bezugswort an.

Das Verbalnomen (Masdar) im Arabischenالمصدر

Das Masdar (المَصْدَر) ist ein Nomen, das eine Handlung oder einen Vorgang bezeichnet: كِتَابَة „das Schreiben“, دُخُول „das Eintreten“ und تَعْلِيم „das Unterrichten; Bildung“. Bei Verben der Form I muss das passende Masdar meist mitgelernt werden; bei den abgeleiteten Verbformen II–X ist sein Muster wesentlich besser vorhersagbar.

Komparativ und Superlativ im Arabischenالتفضيل

Im Hocharabischen dient meist dieselbe Form auf أَفْعَل sowohl für den Komparativ als auch für den Superlativ: أَكْبَر مِنْ heißt „größer als“, الأَكْبَر oder أَكْبَر مَدِينَة dagegen „der/die größte“. Welche Bedeutung gemeint ist, erkennt man also nicht an einer zusätzlichen Endung, sondern an der Konstruktion.

Die Zukunft im Arabischenالمستقبل

Im modernen Hocharabisch setzt man سـ direkt vor ein Verb im Präsens oder stellt سوف davor: سأذهب غداً „Ich werde morgen gehen“ und سوف ندرس „Wir werden lernen“. Für „nicht werden“ verwendet man لن ohne zusätzlichen Zukunftsmarker: لن أنسى „Ich werde nicht vergessen“. Welcher Mensch handelt, zeigt weiterhin die Form des Verbs.

Der Imperativ im Arabischenفعل الأمر

Der arabische Imperativ, فِعْلُ الأَمْرِ, richtet sich immer an eine oder mehrere angesprochene Personen. Die Grundform wird aus der Form der 2. Person im Präsens gebildet: Das Personenpräfix تـ fällt weg, und wenn dadurch am Wortanfang zwei Konsonanten zusammentreffen, kommt ein Hilfsvokal hinzu: تَكْتُبُ → اُكْتُبْ „Schreib!“. Ein Verbot bildet man dagegen mit لا und der verkürzten Präsensform: لا تَكْتُبْ „Schreib nicht!“.

Relativsätze im Arabischenالجملة الموصولة

Nach einem bestimmten Nomen steht im Hocharabischen normalerweise ein Relativpronomen wie الذي oder التي: الكتاب الذي قرأته „das Buch, das ich gelesen habe“. Nach einem unbestimmten Nomen folgt der beschreibende Satz dagegen ohne Relativpronomen: رأيت رجلاً يحمل حقيبة „Ich sah einen Mann, der eine Tasche trug“. Ist das Bezugswort im Relativsatz nicht selbst das Subjekt, braucht Arabisch häufig zusätzlich ein rückbezügliches Pronomen.

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Arabische Verbformen VI–Xالأفعال: السادس إلى العاشر

Die Formen VI bis X erweitern eine arabische Wortwurzel nach wiederkehrenden Mustern. Häufig stehen sie für gegenseitiges Handeln (تعاون „zusammenarbeiten“), eine Zustandsänderung (انكسر „zerbrechen“), Beteiligung oder Selbstbezug (اجتمع „zusammenkommen“), Farben (احمرّ „rot werden“) sowie Bitten oder abgeleitete Einzelbedeutungen (استخدم „benutzen“). Diese Bedeutungen sind Orientierungshilfen, keine festen Übersetzungsregeln: Jedes Verb muss mit seiner tatsächlichen Bedeutung und seinem Satzbau gelernt werden.

Schwache Verben im Arabischenالأفعال المعتلة

Arabische schwache Verben enthalten in ihrer Wurzel ein و oder ي. Je nachdem, ob dieser schwache Radikal am Anfang, in der Mitte oder am Ende steht, fällt er aus, wird zu einem langen Vokal oder erscheint bei bestimmten Endungen wieder: وَصَلَ → يَصِلُ, قَالَ → يَقُولُ, مَشَى → يَمْشِي, دَعَا → يَدْعُو. Deshalb lernt man bei einem neuen Verb am besten immer Vergangenheits- und Gegenwartsstamm zusammen.

Verdoppelte Verben im Arabischenالأفعال المضعفة

Bei einem verdoppelten arabischen Verb sind der zweite und der dritte Wurzelkonsonant gleich: Die Wurzel von مَدَّ „ausstrecken, verlängern“ lautet م–د–د. In vielen Formen verschmelzen die beiden gleichen Konsonanten zu دّ, in anderen treten sie wieder getrennt auf: مَدَّ „er streckte aus“, aber مَدَدْتُ „ich streckte aus“.

Das Passiv im Arabischenالمبني للمجهول

Im Hocharabischen entsteht das Passiv meist im Verb selbst: Die Konsonanten bleiben erhalten, aber die kurzen Vokale ändern sich. Aus كَتَبَ „er schrieb“ wird كُتِبَ „es wurde geschrieben“, aus يَكْتُبُ „er schreibt“ wird يُكْتَبُ „es wird geschrieben“. Der Handelnde wird normalerweise nicht genannt; das bisherige Objekt rückt zum grammatischen Subjekt auf.

Subjunktiv im Arabischen: المضارع المنصوبالمضارع المنصوب

Der arabische Naṣb oder Subjunktiv (المضارع المنصوب) ist eine Form des Präsensstamms, die nach bestimmten Partikeln (kurzen, unveränderlichen Funktionswörtern) wie أنْ, لن, كي, لكي und in passenden Verwendungen von حتى steht. Bei vielen Verben wird dabei aus der Endung ـُ ein ـَ: يكتبُ → لن يكتبَ. Bei anderen Formen fällt stattdessen ein ن weg: يكتبون → لن يكتبوا.

Der Jussiv im Arabischenالمضارع المجزوم

Der Jussiv (arabisch المضارع المجزوم) ist eine Form des arabischen Präsensstamms. Er steht vor allem nach لم „nicht in der Vergangenheit“, nach dem verbietenden لا „tu nicht!“ und nach bestimmten Bedingungswörtern. Bei regelmäßigen Verben endet er auf Sukūn, bei anderen Formen wird ein ن oder ein schwacher Endbuchstabe entfernt: يكتبُ → لم يكتبْ, تكتبونَ → لم تكتبوا, يسعى → لم يسعَ.

Bedingungssätze im Arabischenالجملة الشرطية

Arabische Bedingungssätze bestehen aus einer Bedingung und einer Folge. Für offene oder erfüllbare Bedingungen stehen meist إنْ oder إذا, für nicht erfüllte, unwirkliche oder nur gedachte Bedingungen لو: إنْ تدرسْ تنجحْ („Wenn du lernst, hast du Erfolg“) gegenüber لو درستَ لنجحتَ („Wenn du gelernt hättest, hättest du bestanden“). Welche Verbform folgt, hängt vor allem vom Einleitewort ab.

إنّ und ihre Schwesterpartikeln im Arabischenإنّ وأخواتها

إنّ وأخواتها stehen vor einem arabischen Nominalsatz und verändern den Fall seines ersten Teils: Aus الكتابُ جديدٌ wird إنّ الكتابَ جديدٌ. Das Nomen nach der Partikel steht im Akkusativ, die Aussage darüber bleibt im Nominativ. Zu dieser Gruppe gehören إنّ، أنّ، لكنّ، كأنّ، ليت und لعلّ.

Der Ḥāl im Arabischen: Zustände ausdrückenالحال

Der حال (ḥāl) beschreibt, in welchem Zustand sich jemand oder etwas während einer Handlung befindet: جاء مسرعًا „Er kam in Eile“ und خرجت وهي تبكي „Sie ging hinaus, während sie weinte“. Er steht entweder als meist unbestimmtes Wort im Akkusativ oder als ganzer Satz; ein solcher Satz ist häufig mit و und einem rückverweisenden Pronomen verbunden.

Der Tamyiz im Arabischenالتمييز

Der Tamyiz (التمييز) ist meist ein unbestimmtes Substantiv im Akkusativ, das eine zunächst unklare Menge oder Eigenschaft genauer bestimmt: عِشْرُونَ طَالِبًا „zwanzig Schüler“ oder هُوَ أَكْبَرُ مِنِّي سِنًّا „er ist älter als ich, dem Alter nach“. Besonders häufig steht er nach den Zahlen 11–99, nach كَمْ „wie viel/wie viele“ und nach Vergleichsformen wie أَكْبَرُ „größer/älter“.

Ordnungszahlen im Arabischenالأعداد الترتيبية

Arabische Ordnungszahlen stehen meist wie Adjektive nach dem Substantiv und richten sich nach dessen Genus und Bestimmtheit: الكتاب الأول „das erste Buch“, aber المرة الأولى „das erste Mal“. Die Zahlen 3 bis 10 folgen überwiegend dem Muster فاعل; die wichtige Ausnahme ist „erste/erster“ mit أول und أولى.

Orts- und Zeitnomen im Arabischenأسماء الزمان والمكان

Arabische Orts- und Zeitnomen benennen den Ort oder Zeitpunkt einer Handlung und werden häufig aus einer Verbalwurzel gebildet. Bei einfachen dreiwurzeligen Verben erscheinen vor allem die Muster مَفْعَل und مَفْعِل: كَتَبَ „schreiben“ → مَكْتَب „Büro, Schreibtisch“, وَعَدَ „versprechen“ → مَوْعِد „Termin“. Das Muster hilft beim Erkennen, ersetzt aber nicht den Blick ins Wörterbuch, denn viele Bildungen sind als eigenständige Wörter fest geworden.

Instrument- und Gefäßnomen im Arabischenأسماء الآلة

Arabische Instrumentnomen (اِسْمُ الآلَةِ, „Name eines Werkzeugs oder Mittels“) bezeichnen Dinge, mit denen man eine Handlung ausführt. Häufig setzt man die drei Konsonanten einer Wurzel in eines der Muster مِفْعَل, مِفْعَال oder مِفْعَلَة ein: Aus ف-ت-ح „öffnen“ wird مِفْتَاح „Schlüssel“. Die Muster helfen beim Erkennen und Lernen, sagen aber nicht bei jeder Wurzel zuverlässig voraus, welches konkrete Wort tatsächlich gebräuchlich ist.

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Ausnahmen im Arabischen: إلا, غير und سوىالاستثناء

Beim arabischen الاستثناء wird ein Element aus einer zuvor genannten Menge ausgenommen. Nach إلا hängt der Kasus des ausgenommenen Nomens davon ab, ob der Satz vollständig oder verkürzt und ob er bejaht oder verneint ist. غير und سوى übernehmen im Satz dieselbe Funktion wie das ausgenommene Element; das unmittelbar folgende Nomen steht bei ihnen jedoch immer im Genitiv.

Der Vokativ im Arabischen: النداءالنداء

Mit dem Vokativ النداء ruft man jemanden oder spricht eine Person oder Gruppe direkt an. Meist steht dazu يا vor dem Namen oder der Bezeichnung: يا محمدُ „Muhammad!“, يا أخي „mein Bruder!“. Vor einem Nomen mit dem bestimmten Artikel الـ verwendet die Standardsprache normalerweise يا أيها beziehungsweise يا أيتها: يا أيها الناسُ „ihr Menschen!“.

Schwurformeln im Arabischenالقسم

Ein arabischer Schwur besteht meist aus einer Schwurformel wie والله „bei Gott“ und einem Antwortsatz, der die eigentliche Behauptung enthält: والله ما فعلتُ „Bei Gott, ich habe es nicht getan.“ In der Standardsprache kann der Antwortsatz zusätzlich durch لَـ, قد oder نّ verstärkt werden; im heutigen Gespräch ist die Form oft einfacher.

Bekräftigung (التوكيد) im Arabischenالتوكيد

Das Arabische kann eine Aussage durch Partikeln und Verbformen besonders nachdrücklich machen, etwa إنّ oder لَـ … نَّ. Ein Nomen wird mit Wiederholung oder Wörtern wie نفس „selbst“ und كل „ganz/alle“ hervorgehoben. Entscheidend ist dabei, dass diese Ausdrücke zum Bezugswort passen und dessen Kasus übernehmen.

Hocharabisch und arabische Dialekteالفصحى والعامية

Modernes Hocharabisch, meist الفصحى genannt, ist die gemeinsame Standardsprache für Nachrichten, Sachtexte, Behörden und viele formelle Situationen. Im spontanen Alltag sprechen die meisten Menschen dagegen eine regionale Varietät, العامية oder الدارجة. Die Dialekte sind nicht bloß „Hocharabisch mit Akzent“: Sie unterscheiden sich auch in Wortschatz, Verbformen, Verneinung und Satzbau.

Fortgeschrittene Konnektoren im Arabischenأدوات الربط المتقدمة

Mit بينما („während; wohingegen“), رغم أن („obwohl“), بالتالي („folglich“), علاوة على ذلك („darüber hinaus“) und من ناحية ... ومن ناحية أخرى („einerseits ... andererseits“) stellst du genaue Beziehungen zwischen Aussagen her. Entscheidend ist nicht nur die Übersetzung, sondern die logische Funktion: Gleichzeitigkeit oder Gegensatz, Einräumung, Folge, Ergänzung oder Abwägung.

Vierkonsonantige Verben im Arabischenالأفعال الرباعية

Vierkonsonantige Verben beruhen auf einer Wurzel mit vier Konsonanten, etwa ت ر ج م in تَرْجَمَ „übersetzen“. Ihr Grundmuster lautet فَعْلَلَ – يُفَعْلِلُ; ein wichtiger abgeleiteter Stamm ist تَفَعْلَلَ – يَتَفَعْلَلُ, zum Beispiel تَدَحْرَجَ – يَتَدَحْرَجُ „rollen“. Diese beiden Muster bilden ein eigenes System und dürfen nicht mit den Formen I und II der dreikonsonantigen Verben verwechselt werden.

Sätze mit ما im Arabischenجمل ما

Das Wort ما kann allein „was“ oder „das, was“ bedeuten und ist außerdem Bestandteil wichtiger Verknüpfungen: مهما „was auch immer“, عندما „als/wenn“, بما أن „da/weil“, طالما und ما دام „solange“. Diese Formen sehen ähnlich aus, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben im Satz; deshalb lohnt es sich, sie als feste Muster mit ihrem jeweiligen Satzbau zu lernen.

Das absolute Objekt (المفعول المطلق) im Arabischenالمفعول المطلق

Das absolute Objekt (المفعول المطلق, al-mafʿūl al-muṭlaq) ist meist ein Verbalsubstantiv aus demselben Wortstamm wie das Verb und steht im Akkusativ: فرح فرحاً كبيراً „Er freute sich sehr“. Es bekräftigt die Handlung oder beschreibt ihre Art; außerdem kann es angeben, wie oft sie geschieht. Im Deutschen entspricht ihm häufig ein Adverb wie „sehr“ oder „heftig“, nicht ebenfalls ein Substantiv.

Zweck- und Begründungssätze im Arabischenجمل الغاية والسبب

Für einen Zweck stehen meist لِـ، كي، لكي oder حتى vor einem Verb im المضارع المنصوب, einer Form des Präsens mit besonderer Endung: جئتُ لأتعلّمَ العربيةَ „Ich kam, um Arabisch zu lernen.“ Einen Grund nennt man dagegen mit لأنّ oder إذ vor einem ganzen Satz und mit بسبب vor einem Nomen: غاب بسبب المرض „Er fehlte wegen der Krankheit.“

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Klassische arabische Syntaxنحو اللغة الفصحى

Die klassische arabische Syntax nutzt die grundsätzlich freie Satzgliedstellung sehr gezielt: Ein Satzteil kann zur Hervorhebung vorangestellt, ein erschließbares Element ausgelassen oder ein Bedingungsgefüge kunstvoll erweitert werden. Entscheidend ist dabei der إعراب (iʿrāb), also die Bestimmung der grammatischen Funktion und der dazugehörigen Kasus- oder Modusendung. Solche Strukturen begegnen vor allem im Koran, in älterer Literatur, in Reden und in bewusst gehobener moderner Standardsprache.

Arabische Rhetorik: البلاغةالبلاغة

البلاغة bezeichnet die wirkungsvolle, dem Zusammenhang angemessene Ausdrucksweise. Für die Textanalyse sind besonders fünf Mittel wichtig: تشبيه (Vergleich), استعارة (Metapher), كناية (indirekte Andeutung), طباق (Gegenüberstellung von Gegensätzen) und جناس (Wortspiel mit ähnlich klingenden Wörtern). Entscheidend ist nicht nur, das Mittel zu benennen, sondern seine Wirkung im jeweiligen Satz zu erklären.

Merkmale des koranischen Arabischاللغة القرآنية

Koranisches Arabisch ist eine besonders dichte Ausprägung des klassischen Arabisch. Seine Wirkung entsteht unter anderem durch ungewöhnliche Wortwahl, Voranstellung, Auslassung, Wechsel der Sprechperspektive und feste Schwurformeln. Wer diese Mittel erkennt, sollte eine Stelle dennoch nicht vorschnell nach modernen Gewohnheiten deuten: Satzendungen, Kontext, anerkannte Lesarten und klassische Korankommentare können für die Analyse entscheidend sein.

Formelles Schreiben auf Arabischالكتابة الرسمية

Formelles Arabisch verwendet die moderne arabische Standardsprache العربية الفصحى المعاصرة und setzt auf klare Gliederung, sachliche Wortwahl und feste Wendungen. Typisch sind Formeln wie تحية طيبة وبعد، in Schreiben, unpersönliche oder passive Aussagen wie أُجريت الدراسة und strukturierende Ausdrücke wie من الجدير بالذكر أنّ. Welche Formulierung passt, hängt jedoch stark davon ab, ob du eine Behörde anschreibst, einen wissenschaftlichen Text verfasst oder journalistisch berichtest.

Juristisches und amtliches Arabischاللغة القانونية

Juristisches und amtliches Arabisch ist eine stark formalisierte Variante des modernen Hocharabischen. Verträge, Gesetze und Bescheide arbeiten mit festen Wendungen wie وفقاً لـ „gemäß“, بناءً على „aufgrund“ und يلتزم بـ „sich zu etwas verpflichten“; zugleich bündeln sie Bedingungen, Ausnahmen und Rechtsfolgen oft in langen Sätzen. Entscheidend ist daher nicht nur der Fachwortschatz, sondern auch, genau zu erkennen, wer verpflichtet wird, unter welcher Bedingung etwas gilt und worauf sich ein Verweis bezieht.

Komplexe Genitivketten im Arabischenالإضافة المتسلسلة

In einer arabischen Genitivkette stehen mehrere Substantive (Wörter für Personen, Dinge oder Begriffe) direkt hintereinander: مدير مكتب رئيس الجمهورية „Direktor des Büros des Präsidenten der Republik“. Jedes Glied außer dem letzten ist zugleich Besitzer des vorherigen und gehört grammatisch zum folgenden; deshalb tragen diese Glieder weder ال noch Tanwīn. Ob die gesamte Kette bestimmt oder unbestimmt ist, entscheidet grundsätzlich ihr letztes Glied.

Der Diminutiv im Arabischen (التصغير)التصغير

Der arabische Diminutiv التصغير (at-taṣġīr, Verkleinerungsform) wird nicht mit einer Endung wie deutschem -chen oder -lein gebildet, sondern durch Umbau des Wortinneren: كَلْب → كُلَيْب „Hund → Hündchen“. Die Form kann Kleinheit, geringe Menge, Nähe, Zuneigung oder auch Geringschätzung ausdrücken. Im modernen Hocharabisch begegnet sie vor allem in fest gewordenen Wörtern sowie in gehobener, literarischer oder bewusst stilisierter Sprache.

Medienarabisch: Nachrichtensprache verstehenلغة الإعلام

Medienarabisch ist eine verdichtete Form des modernen Hocharabischen: Überschriften nennen das Wichtigste knapp, während der Nachrichtentext Aussagen sorgfältig Quellen zuordnet. Typisch sind feste Verbindungen wie صرّح بأنّ „erklärte, dass“, حسب مصادر مطّلعة „informierten Quellen zufolge“, أسفر عن „hatte … zur Folge“ und على هامش القمة „am Rande des Gipfels“.

C2 (6)

Arabische Dichtung und Verslehreالشعر والعروض

Die klassische arabische Verslehre العَروض ordnet Gedichte nach wiederkehrenden Folgen kurzer und langer Silben. Ein Vers بيت besteht meist aus zwei Halbversen; sein Versmaß بحر wird durch Versfüße تفعيلات beschrieben, während Reim قافية und Reimbuchstabe رويّ den Versschluss organisieren. Entscheidend ist dabei nicht die gewöhnliche Schreibung, sondern die tatsächlich gesprochene Lautfolge.

Arabische Dialektologieعلم اللهجات العربية

Arabisch bildet keinen Gegensatz aus einer einzigen Hochsprache und einer einzigen „Umgangssprache“, sondern ein Kontinuum aus Modernem Hocharabisch und zahlreichen regionalen sowie lokalen Varietäten. Ägyptisch, Levantinisch, Golfarabisch, Irakisch und Maghrebinisch sind nützliche Großgruppen; innerhalb jeder Gruppe können Aussprache, Wortschatz und Grammatik jedoch erheblich variieren. Entscheidend ist deshalb, Formen nicht vorschnell einem ganzen Land zuzuschreiben, sondern Ort, soziale Situation und Register mitzudenken.

Arabische Philologie: Wurzeln, Wörterbücher, Wandelفقه اللغة

Die arabische Philologie (فقه اللغة) fragt nicht nur, was ein Wort heute bedeutet, sondern auch, wie es gebildet ist, wie es früher belegt wurde und wie sich seine Bedeutung verändert hat. Dafür verbindet sie Wurzel- und Musteranalyse mit klassischen Wörterbüchern, Textbelegen und vorsichtigen Vergleichen mit anderen semitischen Sprachen. Eine ähnlich aussehende Form oder eine passende Wurzel liefert dabei zunächst eine Hypothese, noch keinen Beweis.

Klassische arabische Literaturstileالأساليب الأدبية

Klassische arabische Prosa wird nicht nur durch ihren Inhalt, sondern stark durch Klang, Parallelbau, feste Eröffnungen und die jeweilige Gebrauchssituation geprägt. Besonders wichtig sind السجع (klanglich gebundene Prosa), المقامات (kunstvolle episodische Erzählungen), الخطابة (öffentliche Redekunst), الرسائل (Briefe und Sendschreiben) und التوقيعات (äußerst knappe amtliche Vermerke). Auf C2-Niveau geht es vor allem darum, diese Stile zu erkennen, ihre Wirkung zu deuten und sie nicht mit moderner Alltagssprache oder Versdichtung zu verwechseln.

Grammatische Muster der arabischen Umgangsspracheأنماط العامية النحوية

Arabische Dialekte sind nicht einfach „Hocharabisch ohne Endungen“, sondern besitzen eigene, regelmäßige Grammatik. Im Ägyptisch-Arabischen kennzeichnet بـ häufig ein gegenwärtiges oder gewohntes Geschehen, während levantinische Dialekte für einen laufenden Vorgang oft عم verwenden. Auch die Verneinung — etwa ما بعرف oder مفيش — und die Formen des Verbs unterscheiden sich systematisch vom modernen Hocharabisch.

Religiös-kulturelle Wendungen im Arabischenالتعبيرات الدينية والثقافية

Formeln wie بسم الله, ما شاء الله und الحمد لله sind im Arabischen keine bloßen wörtlichen Aussagen über Gott: Sie erfüllen feste kommunikative Aufgaben, etwa einen Anfang zu markieren, Bewunderung auszudrücken oder Dankbarkeit zu zeigen. Entscheidend ist deshalb nicht nur die Übersetzung, sondern wer die Formel wann, mit welchem Ton und in welcher Situation sagt.

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