Das arabische Alphabet
الأبجدية العربية
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concept: ar-a1-alphabet lang: ar ui: de title: Das arabische Alphabet: Buchstaben und Aussprache description: >- Die 28 arabischen Buchstaben sicher erkennen: Reihenfolge, Schreibrichtung, Lautwerte, Verbindungen und typische Stolperfallen für Deutschsprachige. generation: article: version: native-ui-reference-v3.1 model: openai-codex/gpt-5.6-sol at: 2026-07-20T10:43:43Z reviews: spell-check: status: flagged at: 2026-07-20T10:43:43Z score: 0.0482 score-english: 0.0034 score-coverage: 0.0482 suspects: ["Abjad", "Alif", "Alphabetform", "Alphabetreihenfolgen", "Ersatzlautung", "Hamza", "Hocharabisch", "Kalligrafische", "Kehlverschlusslaut", "Konsonantenfolge", "Konsonantenfolgen", "Koranschrift", "Korantexte", "Lautorientierung", "Lautwerte", "Lesenlernen", "Rachenlaut", "Reibelaut", "Rezitationszeichen", "Urdu"] criteria: v7 language-mixing: status: clean at: 2026-07-20T12:00:00Z criteria: v2
Kurz gesagt
Das arabische Alphabet besteht aus 28 Buchstaben und wird von rechts nach links geschrieben. Die Schrift ist grundsätzlich verbunden: Ein Buchstabe kann je nach seiner Stelle im Wort anders aussehen; ا د ذ ر ز و unterbrechen jedoch die Verbindung zum folgenden Buchstaben. Kurze Vokale stehen meist nicht als eigene Buchstaben im normalen Schriftbild.
Überblick
Die arabische Schrift begegnet dir vom ersten Lerntag an: in Namen, Schildern, Nachrichten und natürlich in jedem arabischen Text. Auf Niveau A1 geht es zunächst darum, die 28 Grundbuchstaben in ihrer üblichen Reihenfolge zu erkennen, ihre wichtigsten Lautwerte zuzuordnen und die Schreibrichtung zu verinnerlichen. Das arabische Alphabet heißt الأبجدية العربية (al-abǧadiyya al-ʿarabiyya).
Anders als das deutsche Alphabet notiert die arabische Schrift vor allem Konsonanten und lange Vokale. Ein solches Schriftsystem wird Abjad genannt (eine Schrift, in der Konsonanten den Kern des geschriebenen Wortes bilden). Kurze Vokale können durch kleine Zusatzzeichen markiert werden, fehlen in Alltagstexten aber meistens. Deshalb lernst du beim Lesen nicht nur einzelne Buchstaben, sondern nach und nach auch typische Wortmuster.
Die Buchstaben stehen nicht wie deutsche Druckbuchstaben jeweils für sich. Viele verbinden sich mit ihren Nachbarn und verändern dabei ihre Form. Das wirkt anfangs wie eine große Zusatzaufgabe, folgt aber regelmäßigen Mustern. In diesem Artikel steht das Alphabet selbst im Mittelpunkt; die vier Positionsformen werden im weiterführenden Artikel zu den Buchstabenformen ausführlich behandelt.
Wie es funktioniert
Schreibrichtung und Verbindung
Ein arabisches Wort beginnt rechts. كتاب („Buch“) liest du also vom rechten ك über ت und ا bis zum linken ب. Auch die Zeilen eines Textes laufen von rechts nach links. Zahlen sind ein wichtiger Sonderfall: Innerhalb einer Zahl bleibt die Ziffernfolge in ihrer gewohnten Reihenfolge, auch wenn die Zahl in einem arabischen Satz steht.
Arabische Buchstaben können bis zu vier Gestalten haben:
- isoliert: der Buchstabe steht allein;
- am Wortanfang: er beginnt rechts und verbindet sich nach links;
- in der Wortmitte: er ist auf beiden Seiten verbunden;
- am Wortende: er schließt das Wort links ab.
„Anfang“ und „Ende“ beziehen sich dabei auf die Leserichtung: Der Wortanfang liegt rechts. Die Grundidentität eines Buchstabens bleibt trotz der Formänderung erhalten. Vergleichbar ist das ein wenig mit deutschen Groß- und Kleinbuchstaben: A und a sehen verschieden aus, gehören aber zum selben Buchstaben.
Sechs Buchstaben verbinden sich nicht mit dem nachfolgenden Buchstaben links von ihnen:
ا د ذ ر ز و
Sie können eine Verbindung von rechts aufnehmen, brechen die Schreiblinie danach aber ab. Der nächste Buchstabe beginnt dann neu. Diese Eigenschaft gehört zum Buchstaben und hängt nicht von der Aussprache ab.
Die 28 Buchstaben in Reihenfolge
Die folgende Tabelle verwendet eine sprachwissenschaftlich recht genaue Umschrift. Ein Strich über einem Vokal, etwa ā, kennzeichnet einen langen Vokal. Zeichen wie ḥ, ṣ und ṭ stehen für arabische Laute, die im Deutschen keine genaue Entsprechung haben.
| Buchstabe | Arabischer Name | Umschrift des Namens | Ungefähre Lautorientierung für Deutschsprachige |
|---|---|---|---|
| ا | أَلِف | ʾalif | meist Träger oder Zeichen für langes ā; kein einfacher fester Konsonant |
| ب | بَاء | bāʾ | b wie in „Bett“ |
| ت | تَاء | tāʾ | t wie in „Tag“ |
| ث | ثَاء | ṯāʾ | stimmloses englisches th; kein deutscher Standardlaut |
| ج | جِيم | ǧīm | in der Standardsprache meist wie dsch |
| ح | حَاء | ḥāʾ | kräftiger, stimmloser Rachenlaut; nicht deutsches h |
| خ | خَاء | ḫāʾ | ähnlich ch in „Bach“, meist weiter hinten gebildet |
| د | دَال | dāl | d wie in „Dach“ |
| ذ | ذَال | ḏāl | stimmhaftes englisches th; kein deutscher Standardlaut |
| ر | رَاء | rāʾ | kurzes oder gerolltes Zungen-r |
| ز | زَاي | zāy | stimmhaftes s wie in „Sonne“ |
| س | سِين | sīn | stimmloses s wie in „Tasse“ |
| ش | شِين | šīn | sch wie in „Schule“ |
| ص | صَاد | ṣād | „dunkles“, emphatisches s |
| ض | ضَاد | ḍād | emphatisches d |
| ط | طَاء | ṭāʾ | emphatisches t |
| ظ | ظَاء | ẓāʾ | emphatischer Laut; standardsprachlich etwa emphatisches ḏ |
| ع | عَيْن | ʿayn | stimmhafter Rachenlaut ohne deutsche Entsprechung |
| غ | غَيْن | ġayn | ähnlich einem kräftigen Zäpfchen-r, aber als eigener Reibelaut |
| ف | فَاء | fāʾ | f wie in „Fisch“ |
| ق | قَاف | qāf | tief im Rachen gebildetes k der Standardsprache |
| ك | كَاف | kāf | k wie in „Kind“ |
| ل | لَام | lām | l wie in „Licht“ |
| م | مِيم | mīm | m wie in „Mann“ |
| ن | نُون | nūn | n wie in „Nase“ |
| ه | هَاء | hāʾ | leichtes h wie in „Haus“ |
| و | وَاو | wāw | Konsonant w oder langer Vokal ū |
| ي | يَاء | yāʾ | Konsonant j wie in „ja“ oder langer Vokal ī |
Die deutschen Hinweise sind nur Einstiegshilfen. Besonders ح, ع, غ, ق und die emphatischen Buchstaben ص ض ط ظ solltest du mit Tonaufnahmen lernen. Eine deutsche Ersatzlautung kann beim Wiedererkennen helfen, bildet den arabischen Laut aber nicht vollständig ab.
Punkte sind bedeutungsentscheidend
Viele Buchstaben teilen sich dieselbe Grundform und unterscheiden sich nur durch Punkte. Besonders gut sieht man das an diesen Familien:
- ب ت ث: gleiche Grundform, aber ein Punkt unten, zwei Punkte oben oder drei Punkte oben;
- ج ح خ: Punkt unten, kein Punkt oder Punkt oben;
- د ذ und ر ز: jeweils ohne oder mit Punkt;
- س ش: ohne oder mit drei Punkten;
- ص ض sowie ط ظ: ohne oder mit zusätzlichem Punkt;
- ع غ: ohne oder mit Punkt oben;
- ف ق: ähnliche Form, aber unterschiedliche Punktsetzung und je nach Schriftart etwas andere Gestalt.
Punkte sind keine Verzierung. Sie entscheiden darüber, welcher Buchstabe und damit häufig welches Wort gemeint ist. Beim Schreiben sollten sie deshalb von Anfang an mitgelernt werden.
Wo sind die Vokale?
Die Buchstaben ا, و und ي können lange Vokale wiedergeben: ungefähr ā, ū und ī. و und ي können zugleich die Konsonanten w und j bezeichnen. Kurze Vokale werden mit Vokalzeichen (ḥarakāt, kleine Zeichen über oder unter einem Buchstaben) geschrieben. In Lehrbüchern, Kinderbüchern, Wörterbüchern und religiösen Texten findet man sie häufiger; in Zeitungen, Chats oder auf Schildern werden sie meist weggelassen.
Für Anfänger bedeutet das: Ein unvokalisiertes Wort lässt sich nicht immer allein Buchstabe für Buchstabe eindeutig aussprechen. Wortschatz und Zusammenhang liefern die fehlende Information. Das ist normal und kein Zeichen dafür, dass du das Alphabet noch nicht verstanden hast.
Beispiele im Zusammenhang
Die Wörter zeigen, wie die Buchstaben in echten Formen aussehen. Die Umschrift dient nur als Brücke; Ziel ist, das arabische Wort direkt zu erkennen.
| Arabisch | Umschrift | Deutsch | Worauf du achten kannst |
|---|---|---|---|
| باب | bāb | Tür | ا unterbricht die Verbindung zum letzten ب. |
| بَيْت | bayt | Haus | ي steht hier für die Lautfolge ay, nicht für langes ī. |
| كِتاب | kitāb | Buch | Gelesen wird rechts beginnend: ك ت ا ب. |
| مَدْرَسة | madrasa | Schule | Mehrere verbundene Formen stehen in einem Wort. |
| شَمْس | šams | Sonne | ش erkennst du an den drei Punkten oben. |
| قَمَر | qamar | Mond | ق hat zwei Punkte; ر beendet danach die Verbindung. |
| وَلَد | walad | Junge | و steht hier als Konsonant w. |
| زَهْرة | zahra | Blume | Nach ز beginnt ه neu, weil ز nicht nach links verbindet. |
| عَرَبيّ | ʿarabī | arabisch | Das Wort beginnt mit dem für Deutschsprachige ungewohnten ع. |
| لُغة | luġa | Sprache | غ ist die punktierte Form aus der Familie ع غ. |
| خُبْز | ḫubz | Brot | خ trägt einen Punkt oben; am Ende steht ز. |
| يَد | yad | Hand | ي ist hier der Konsonant j. |
Die Vokalzeichen sind in dieser Tabelle teilweise gesetzt, damit die Aussprache leichter nachvollziehbar ist. Im Alltag begegnen dir dieselben Wörter oft als بيت، كتاب، مدرسة، شمس ohne kurze Vokalzeichen.
Häufige Fehler
1. Ein Wort von links nach rechts aufbauen
- Falsch: باتك als Versuch, kitāb („Buch“) in deutscher Schreibrichtung zusammenzusetzen
- Richtig: كتاب
- Warum: Das erste Zeichen des Wortes steht rechts. Sprich beim Schreiben die Buchstaben in normaler Reihenfolge, bewege dich auf dem Blatt aber nach links.
2. Punkte als unwichtige Details behandeln
- Falsch: حبز für ḫubz („Brot“)
- Richtig: خبز
- Warum: ح und خ haben dieselbe Grundform, aber nur خ trägt den Punkt oben. Ohne Punkt entsteht ein anderer Buchstabe.
3. Nach jedem Buchstaben eine Lücke setzen
- Falsch: ك ت ا ب als normale Schreibweise des Wortes
- Richtig: كتاب
- Warum: Einzelne Formen sind zum Aufsagen des Alphabets nützlich, Wörter werden jedoch verbunden geschrieben, soweit die beteiligten Buchstaben das erlauben.
4. Einen Verbindungsbrecher nach links anbinden
- Falsch: زـهرة
- Richtig: زهرة
- Warum: ز gehört zu ا د ذ ر ز و und kann sich nicht mit dem folgenden Buchstaben links verbinden. Zwischen ز und ه entsteht deshalb ein sichtbarer Bruch, aber keine Wortlücke.
5. Ähnliche Laute zusammenwerfen
- Falsch: هال schreiben, wenn حال (ḥāl, „Zustand“) gemeint ist
- Richtig: حال
- Warum: ه und ح werden in einer groben Umschrift manchmal beide als h dargestellt, sind im Arabischen aber verschiedene Laute und Buchstaben. Dasselbe gilt etwa für س/ص, ت/ط und د/ض.
6. Jeden Vokal als sichtbaren Buchstaben erwarten
- Falsch: Aus كتب schließen, das Wort müsse ohne Vokale ausgesprochen werden
- Richtig: Je nach Form und Zusammenhang kann dieselbe Konsonantenfolge beispielsweise كَتَبَ (kataba, „er schrieb“) gelesen werden.
- Warum: Kurze Vokale sind in gewöhnlichen Texten meistens nicht notiert. Du ergänzt sie aus dem gelernten Wort und dem Satzkontext.
Hinweise zum Gebrauch
In gedruckten Texten unterscheiden sich Schriftarten deutlich. Eine Zeitungsschrift, eine Handy-Schrift und Handschrift können zunächst wie verschiedene Systeme wirken. Die Punkte, die Reihenfolge der Striche und die Verbindungsregeln bleiben jedoch verlässliche Orientierungspunkte. Lerne deshalb nicht nur ein einzelnes Schriftbild auswendig.
Die Aussprache einzelner Buchstaben variiert regional. Besonders ج und ق hörst du in Dialekten in mehreren Varianten. Für das Lesenlernen ist die Aussprache des Modernen Hocharabisch ein sinnvoller Ausgangspunkt: ج ungefähr als dsch, ق als tief gebildetes q. Eine regionale Aussprache macht die Schreibung nicht automatisch anders.
Arabische Buchstaben werden auch für andere Sprachen verwendet, etwa Persisch oder Urdu. Diese Sprachen haben zusätzliche Zeichen und teilweise andere Lautwerte. Ein persischer Text ist daher nicht einfach arabischer Text, auch wenn das Schriftbild ähnlich aussieht.
Die übliche Satzzeichensetzung passt sich der Schreibrichtung an. Das arabische Fragezeichen sieht so aus: ؟, das Komma so: ،. In digitalen Texten können arabische Wörter, lateinische Umschrift und Zahlen nebeneinander gelegentlich unübersichtlich angeordnet werden. Das ist oft ein Darstellungsproblem gemischter Schreibrichtungen, kein Fehler im Wort.
Über die Grundlagen hinaus
Die folgenden Einzelheiten musst du auf A1 noch nicht sicher beherrschen. Sie erklären aber Formen, die du schon früh sehen wirst.
Hamza (ء): Der Kehlverschlusslaut hamza kann allein oder auf einem sogenannten Träger stehen, etwa in أ، إ، ؤ، ئ. In der traditionellen Zählung gilt Hamza nicht als zusätzlicher 29. Grundbuchstabe. Auch أ in der häufig gezeigten Alphabetform von Alif bedeutet daher nicht, dass أ und ا zwei getrennte Buchstaben des 28er-Inventars wären.
Sonderformen am Wortende: ة heißt tāʾ marbūṭa („gebundenes t“) und markiert häufig feminine Wörter, zum Beispiel مدرسة („Schule“). ى heißt alif maqṣūra („verkürztes Alif“) und sieht wie ein punktloses ي aus. Beide Formen werden in eigenen Themen genauer behandelt.
Lām-Alif: Treffen ل und ا aufeinander, erscheinen sie gewöhnlich als Ligatur لا (eine feste Verbindung zweier Zeichen). Es bleiben trotzdem zwei Buchstaben: ل + ا.
Zwei Alphabetreihenfolgen: Die heute zum Lernen und Sortieren übliche Reihenfolge beginnt ا ب ت ث ج... und heißt häufig hiǧāʾī-Reihenfolge. Daneben existiert die ältere abǧad-Reihenfolge أ ب ج د..., in der Buchstaben auch Zahlenwerte haben. Für Wörterbücher und die alphabetische Sortierung brauchst du zunächst die moderne Reihenfolge aus der großen Tabelle.
Kalligrafie und Koranschrift: Kalligrafische Stile dürfen Buchstaben stark strecken oder kunstvoll anordnen. Korantexte enthalten außerdem besonders viele Vokal- und Rezitationszeichen. Die 28 Grundbuchstaben bleiben dieselben, doch das Lesen verlangt zusätzliche Kenntnisse. Beginne daher mit einer klaren Druckschrift, bevor du dekorative Stile entzifferst.
Übungstipps
- Lerne in Formfamilien statt nur als Liste. Schreibe zum Beispiel ب ت ث, dann ج ح خ, und benenne jedes Mal laut die Zahl und Position der Punkte. So verknüpfst du Gestalt, Namen und Laut.
- Übe täglich in beide Richtungen. Lies fünf Buchstaben, schreibe sie anschließend aus dem Gedächtnis von rechts nach links und kontrolliere besonders ا د ذ ر ز و. Kurze, regelmäßige Einheiten sind wirksamer als seltene lange Abschriften.
- Arbeite früh mit Ton und echten Wörtern. Höre einen Buchstaben oder ein kurzes Wort, sprich nach und markiere Laute ohne deutsche Entsprechung. Entferne die Umschrift schrittweise: zuerst bei باب, بيت und كتاب, später bei längeren Wörtern.
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