Spanisch-Grammatik
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Spanische Subjektpronomen zeigen, wer etwas tut: yo, tú, él, ella, usted, nosotros/as, vosotros/as, ellos, ellas, ustedes. Anders als im Deutschen werden sie oft weggelassen, weil die Verbform die Person bereits erkennen lässt: Hablo español bedeutet „Ich spreche Spanisch“. Wichtig sind außerdem usted/ustedes als höfliche Anrede und der regionale Unterschied zwischen vosotros und ustedes.
Jedes spanische Nomen ist grammatisch entweder maskulin oder feminin. Häufig weisen -o und -a auf das Genus hin: el libro, aber la casa. Da es wichtige Ausnahmen wie el día, el problema und la mano gibt, lernst du ein neues Nomen am besten immer zusammen mit seinem Artikel.
Die Grundregel ist übersichtlich: Nach einem unbetonten Vokal kommt meist -s (libro → libros), nach einem Konsonanten meist -es (ciudad → ciudades). Ein z wird dabei zu c (pez → peces). Manchmal muss außerdem ein Akzentzeichen gesetzt oder entfernt werden, damit die spanischen Betonungsregeln weiter stimmen: examen → exámenes.
Die spanischen bestimmten Artikel heißen el, la, los und las. Sie richten sich nach Genus (grammatischem Geschlecht) und Numerus (Einzahl oder Mehrzahl) des Substantivs: el libro, la casa, los libros, las casas. Eine wichtige Sonderregel lautet: Vor einem weiblichen Substantiv, das mit betontem a- oder ha- beginnt, steht in der Einzahl meist el: el agua fría.
Vor einem spanischen Nomen (einem Wort für eine Person, Sache oder Idee) richtet sich der unbestimmte Artikel nach Geschlecht und Zahl: un libro, una casa, unos libros, unas casas. Die Einzahl entspricht meist deutschem ein/eine; die Mehrzahl bedeutet oft einige oder ein paar. Bei Berufen und Nationalitäten nach ser steht dagegen häufig gar kein Artikel: Soy médico („Ich bin Arzt“).
Ser ist eines der beiden spanischen Verben für deutsches „sein“. Im Präsens hat es die unregelmäßigen Formen soy, eres, es, somos, sois, son. Man verwendet es vor allem für Identität, Herkunft, Beruf, Uhrzeit, grundlegende Merkmale und Zugehörigkeit: Soy de Madrid, Somos estudiantes, Son las tres.
Estar ist eines der beiden häufigsten spanischen Verben für deutsches „sein“. Im Präsens lautet es estoy, estás, está, estamos, estáis, están. Man braucht es vor allem für den Ort von Personen und Dingen, für das Befinden und für Zustände, die als aktuelle Situation oder Ergebnis betrachtet werden: Estoy en casa, Estamos cansados, La puerta está cerrada.
Das deutsche sein entspricht im Spanischen zwei Verben. Ser bezeichnet vor allem Identität, Einordnung und charakteristische Merkmale; estar steht vor allem für Zustände und den Ort von Personen oder Dingen. Bei Veranstaltungen gilt eine wichtige Ausnahme: Ihr Veranstaltungsort wird mit ser angegeben — La fiesta es en mi casa.
Tener bedeutet zunächst „haben“: Tengo un coche heißt „Ich habe ein Auto“. Das Verb ist im Präsens unregelmäßig: tengo, tienes, tiene, tenemos, tenéis, tienen. Außerdem steht tener in vielen Wendungen, in denen das Deutsche teils „haben“, teils „sein“ oder eine andere Formulierung verwendet: tener hambre (Hunger haben), tener frío (frieren), tener treinta años (dreißig Jahre alt sein) und tener que trabajar (arbeiten müssen).
Bei regelmäßigen Verben auf -ar streicht man im Präsens -ar und hängt an den Stamm die Endungen -o, -as, -a, -amos, -áis, -an an: hablar → hablo, hablas, habla, hablamos, habláis, hablan. Die Verbendung zeigt meist schon, wer handelt; deshalb kann das Subjektpronomen häufig entfallen.
Bei einem regelmäßigen Verb auf -er wird im Präsens die Infinitivendung -er entfernt und durch -o, -es, -e, -emos, -éis, -en ersetzt: comer → como, comes, come, comemos, coméis, comen. Die Endung zeigt meist schon, wer handelt; deshalb kann das spanische Subjektpronomen häufig wegfallen.
Bei einem regelmäßigen spanischen Verb auf -ir fällt im Präsens die Endung -ir weg; an den verbleibenden Wortstamm kommen -o, -es, -e, -imos, -ís, -en. So wird aus vivir („leben, wohnen“) zum Beispiel vivo, vives, vive, vivimos, vivís, viven. Das Subjektpronomen kann meist entfallen, weil die Verbendung bereits zeigt, wer handelt.
Das unregelmäßige Verb ir bedeutet meist „gehen“ oder „fahren“. Im Präsens heißt es voy, vas, va, vamos, vais, van; ein Ziel folgt gewöhnlich mit a: Voy al trabajo. Mit ir a + Infinitiv drückt man außerdem einen Plan oder eine bevorstehende Handlung aus: Voy a comer.
Hacer bedeutet je nach Zusammenhang meist „machen“ oder „tun“. Im Präsens ist nur die Form der ersten Person Singular auffällig unregelmäßig: hago; die übrigen Formen lauten haces, hace, hacemos, hacéis, hacen. Außerdem steht hacer in unpersönlichen Wetterangaben wie Hace calor („Es ist heiß“) und in vielen festen Verbindungen wie hacer deporte („Sport treiben“).
Mit poder + Infinitiv drückt man aus, dass jemand etwas tun kann oder darf oder dass etwas möglich ist: Puedo venir bedeutet je nach Zusammenhang „Ich kann kommen“. Im Präsens lautet die wichtigste Besonderheit o → ue: puedo, puedes, puede, podemos, podéis, pueden. Nur bei nosotros und vosotros bleibt das o erhalten.
Das spanische Verb querer bedeutet je nach Zusammenhang „wollen“, „möchten“ oder „lieben“. Im Präsens wechselt bei den meisten Formen das e des Verbstamms zu ie: quiero, quieres, quiere, queremos, queréis, quieren. Vor einem Substantiv bezeichnet querer einen Wunsch, vor einem Infinitiv einen gewünschten Plan: Quiero un café und Quiero descansar.
Bei Verben wie pensar, entender und preferir wird im Präsens ein e im Verbstamm zu ie, wenn diese Silbe betont ist: pienso, entiendes, prefieren. Bei nosotros und vosotros bleibt das e erhalten: pensamos, entendéis, preferís. Die normalen Personalendungen ändern sich nicht.
Bei einer bestimmten Gruppe spanischer Verben wird im Präsens das o im Stamm zu ue, sobald dieser Teil des Verbs betont ist: dormir → duermo, volver → vuelves. Der Wechsel gilt für yo, tú, él/ella/usted und ellos/ellas/ustedes, nicht aber für nosotros/nosotras und vosotros/vosotras: dormimos, volvéis. Ob ein Verb zu dieser Gruppe gehört, muss man mitlernen.
Reflexive Verben stehen mit me, te, se, nos, os, se. Das Pronomen richtet sich nach dem Subjekt, also nach der Person, die handelt: Me levanto bedeutet „Ich stehe auf“, aber Nos levantamos „Wir stehen auf“. Im Infinitiv hängt das Pronomen am Verb (levantarse); bei einem konjugierten Verb steht es normalerweise davor (me levanto).
Mit hay sagst du, dass etwas oder jemand vorhanden ist: Hay un problema („Es gibt ein Problem“) und Hay muchas personas („Da sind viele Menschen“). Die Form bleibt im Singular und Plural immer gleich. Verneint wird mit no hay, eine Frage beginnt mit ¿Hay ...?.
Im Spanischen steht no normalerweise unmittelbar vor dem konjugierten Verb: Entiendo wird zu No entiendo. Wörter wie nada, nadie und nunca dürfen nach dem Verb zusammen mit no stehen: No veo a nadie. Diese „doppelte“ Verneinung ist im Spanischen richtig und üblich.
Ein spanisches Adjektiv richtet sich in Geschlecht und Zahl nach dem Substantiv, das es beschreibt: un chico alto, una chica alta, dos chicos altos, dos chicas altas. Adjektive auf -e und viele Adjektive auf einen Konsonanten haben dagegen dieselbe Form für männliche und weibliche Substantive; im Plural kommt meist -s oder -es hinzu: inteligente → inteligentes, joven → jóvenes.
Im Spanischen steht ein beschreibendes Adjektiv normalerweise nach dem Nomen: una casa blanca („ein weißes Haus“). Vorangestellte Adjektive heben oft eine Bewertung, eine erwartete Eigenschaft oder einen besonderen Blickwinkel hervor. Bei einigen häufigen Wörtern verändert die Position die Bedeutung deutlich: un hombre pobre ist mittellos, un pobre hombre dagegen bemitleidenswert.
Die kurzen spanischen Possessivformen stehen vor einem Substantiv (einem Wort für Personen, Dinge oder Begriffe): mi libro, tu casa, sus amigos. Sie richten sich in Zahl und teilweise im Geschlecht nach dem Besitz, nicht nach der Person, der etwas gehört. Vor dem Substantiv steht dabei normalerweise kein Artikel: mi coche, nicht el mi coche.
Mit este, ese und aquel zeigt man im Spanischen, welches Wesen oder welchen Gegenstand man meint und wie nah oder fern es beziehungsweise er ist: este libro „dieses Buch hier“, ese libro „dieses/das Buch da“ und aquel libro „jenes Buch dort drüben“. Die Form richtet sich immer nach Genus (grammatischem Geschlecht) und Numerus (Einzahl oder Mehrzahl) des zugehörigen Substantivs: esta casa, esos libros, aquellas montañas.
Für einen Aufenthaltsort verwendet man meist en, für ein Ziel a und für einen Ausgangspunkt de: Estoy en Madrid, Voy a Madrid, Vengo de Madrid. Genauere Positionen geben unter anderem entre, sobre, debajo de, delante de und detrás de an. Anders als im Deutschen entscheidet dabei nicht die Frage nach einem Kasus, sondern die räumliche Bedeutung.
Steht eine konkrete Person als direktes Objekt im Satz, setzt man im Spanischen normalerweise a davor: Veo a María („Ich sehe María“). Bei einer nicht näher bestimmten Person fehlt a oft: Busco un médico („Ich suche einen Arzt, irgendeinen“). Auch vor alguien, nadie und Fragewörtern wie quién ist das persönliche a üblich.
Im Spanischen werden a + el immer zu al und de + el immer zu del, wenn el der bestimmte Artikel ist: Voy al cine und Vengo del trabajo. Mit la, los und las gibt es keine solche Verschmelzung: a la estación, de los vecinos. Auch vor dem betonten Pronomen él und bei Namen wie El Salvador bleiben die Wörter getrennt.
Spanische Fragewörter tragen im fragenden Gebrauch einen Akzent: quién, qué, dónde, cuándo, cómo und por qué. Direkte Fragen stehen zwischen zwei Fragezeichen: ¿Dónde vives? Ja-/Nein-Fragen brauchen kein eigenes Wort für „ob“ und keine zwingende Umstellung wie im Deutschen; oft machen Satzmelodie und Fragezeichen aus einer Aussage eine Frage: ¿Vives aquí?
Mit cuánto, cuánta, cuántos, cuántas fragst du nach Menge, Anzahl, Preis oder Dauer: ¿Cuánta agua?, ¿Cuántos días?, ¿Cuánto cuesta? Cuál und cuáles dienen meist dazu, etwas zu identifizieren oder aus bekannten Möglichkeiten auszuwählen: ¿Cuál prefieres? Vor einem ausdrücklich genannten Substantiv steht im Standardspanischen dagegen in der Regel qué: ¿Qué libro prefieres?
Spanische Kardinalzahlen geben eine Menge an: uno, dos, tres und so weiter. Die Zahlen 16 bis 29 schreibt man jeweils als ein Wort; ab 31 verbindet y den Zehner mit dem Einer: veintidós, aber treinta y dos. Vor einem männlichen Substantiv (einem Namenwort wie libro) wird uno zu un, und genau 100 heißt cien.
Die spanischen Ordinalzahlen von eins bis zehn heißen primero, segundo, tercero, cuarto, quinto, sexto, séptimo, octavo, noveno und décimo. Sie richten sich in Geschlecht und Zahl nach dem zugehörigen Substantiv: el segundo piso, aber la segunda planta. Nur primero und tercero verlieren vor einem männlichen Substantiv im Singular ihr -o: el primer día, el tercer intento.
Für ein Uhr sagt man es la una, für alle anderen Uhrzeiten son las dos, son las tres usw. Wochentage und Monate schreibt man klein; „am Montag“ heißt el lunes, und ein Datum folgt meist dem Muster el + Zahl + de + Monat: el 15 de agosto.
Häufigkeitsadverbien sagen, wie oft etwas geschieht: siempre (immer), a veces (manchmal), nunca (nie). Zeitadverbien sagen, wann oder in welcher Reihenfolge etwas geschieht: hoy (heute), mañana (morgen), primero (zuerst), después (danach). Viele dieser Wörter können am Satzanfang oder in der Nähe des Verbs stehen; besonders wichtig ist die Verneinung: Nunca voy oder No voy nunca, aber nicht No nunca voy.
Mit spanischen Ortsadverbien sagt man, wo etwas ist oder wohin sich jemand bewegt: aquí „hier“, ahí „da“, allí „dort“, cerca „in der Nähe“ und lejos „weit weg“. Viele Formen stehen allein; nennt man einen Bezugspunkt, folgt oft de: cerca de la estación „in der Nähe des Bahnhofs“.
Vor einem Substantiv (einem Wort für eine Person, Sache oder Idee) richten sich mucho und poco nach Geschlecht und Zahl: muchos amigos, poca agua. Vor einem Adjektiv oder Adverb steht normalerweise das unveränderliche muy: muy bonito, muy rápido. Bezieht sich „viel/wenig“ auf eine Tätigkeit, steht mucho oder poco nach dem Verb: Trabajo mucho, Duermo poco.
Direkte Objektpronomen ersetzen die Person oder Sache, auf die sich eine Handlung unmittelbar richtet: Compro el libro wird zu Lo compro. Vor einem konjugierten Verb stehen me, te, lo/la, nos, os, los/las davor; an einen Infinitiv, ein Gerundium oder einen bejahten Imperativ können beziehungsweise müssen sie angehängt werden: quiero verlo, estoy leyéndolo, cómpralo.
Die Formen me, te, le, nos, os, les zeigen meist, wem etwas gegeben, gesagt, geschickt oder getan wird: Le doy el libro bedeutet „Ich gebe ihm/ihr das Buch“. Bei einem konjugierten Verb stehen sie normalerweise vor dem Verb. Le und les verraten kein Geschlecht; falls nötig, macht eine Ergänzung wie a ella oder a mis padres die gemeinte Person deutlich.
Bei gustar ist die Sache, die gefällt, das grammatische Subjekt (also der Satzteil, nach dem sich das Verb richtet): Me gusta la pizza. Wörtlich ähnelt das eher „Die Pizza gefällt mir“ als „Ich mag Pizza“. Deshalb steht vor gusta/gustan ein indirektes Objektpronomen wie me, te, le, nos, os oder les; gusta gehört zu einer einzelnen Sache oder einem Infinitiv, gustan zu mehreren Dingen.
Mit y „und“, o „oder“ und pero „aber“ verbindest du Wörter oder gleichwertige Aussagen. Porque nennt einen Grund, así que eine Folge, und sino korrigiert nach einer Verneinung: No es lunes, sino martes. Vor einem i-Laut wird y zu e, vor einem o-Laut wird o zu u.
A2 (13)
Das Pretérito Indefinido bezeichnet meist eine Handlung, die in einem abgeschlossenen vergangenen Zeitraum stattfand: Ayer comí pizza – „Gestern aß ich Pizza.“ Bei regelmäßigen Verben ersetzt man die Infinitivendung -ar, -er oder -ir durch besondere Vergangenheitsendungen. Es entspricht je nach deutschem Kontext sowohl dem Präteritum als auch dem Perfekt.
Häufige spanische Verben bilden das Pretérito indefinido nicht mit den regelmäßigen Endungen: tener wird zum Beispiel zu tuve, hacer zu hice und decir zu dije. Viele dieser Verben verwenden jedoch dieselbe Gruppe von Endungen: -e, -iste, -o, -imos, -isteis, -ieron. Nur ser und ir haben mit fui, fuiste, fue … ein ganz eigenes gemeinsames Muster.
Das Pretérito Perfecto verbindet eine Präsensform von haber mit dem Partizip: he hablado, has comido, han vivido. Es bezeichnet meist etwas Vergangenes, das aus Sicht der sprechenden Person noch zur Gegenwart gehört oder für sie jetzt relevant ist. Besonders in Spanien hört man es oft mit Zeitangaben wie hoy, esta semana und ya; in vielen Regionen Lateinamerikas steht in denselben Situationen häufiger das Pretérito Indefinido.
Einige häufige spanische Verben bilden ihr Partizip nicht regelmäßig mit -ado oder -ido: hacer → hecho, ver → visto, decir → dicho. In zusammengesetzten Zeiten steht davor eine Form von haber, und das Partizip bleibt unverändert: he hecho, hemos hecho, han hecho. Die wichtigsten Formen lernst du am besten als feste Paare aus Infinitiv und Partizip.
Das Pretérito Imperfecto beschreibt Gewohnheiten, Zustände, laufende Vorgänge und Hintergründe in der Vergangenheit: De niño jugaba mucho fuera („Als Kind spielte ich viel draußen“). Bei Verben auf -ar lauten die Endungen -aba, -abas, ..., bei Verben auf -er und -ir -ía, -ías, .... Nur ser, ir und ver sind unregelmäßig.
Das spanische futuro próximo wird mit einer Präsensform von ir, der Präposition a und dem Infinitiv gebildet: voy a comer („ich werde essen“). Es bezeichnet besonders oft einen Plan, eine Absicht oder etwas, das sich bereits ankündigt. Nur ir wird an die Person angepasst; der Infinitiv bleibt unverändert.
Mit estar + gerundio drückst du aus, dass eine Handlung gerade im Gange ist: Estoy comiendo bedeutet „Ich esse gerade“. Du setzt estar in die passende Form und bildest das gerundio meist mit -ando bei Verben auf -ar sowie -iendo bei Verben auf -er und -ir. Das Gerundio selbst bleibt immer unverändert.
Sowohl por als auch para können auf Deutsch „für“ heißen, sie betrachten aber unterschiedliche Zusammenhänge. Para richtet den Blick meist auf ein Ziel: Empfänger, Zweck, Zielort oder Frist. Por erklärt eher den Grund oder Weg: Ursache, Dauer, Bewegung durch einen Ort, Mittel oder Gegenleistung.
Unterschiede drückt man meist mit más … que („mehr … als“) und menos … que („weniger … als“) aus. Für Gleichheit stehen tan + Adjektiv oder Adverb + como und tanto/a/os/as + Substantiv + como. Anders als im Deutschen erhält das spanische Adjektiv normalerweise keine Steigerungsendung: „schneller“ heißt más rápido, nicht eine veränderte Form von rápido.
Mit dem bejahenden Imperativ fordert man jemanden auf, etwas zu tun: Habla bedeutet „Sprich!“, Coma „Essen Sie!“ und Sentaos „Setzt euch!“. Die Form richtet sich danach, ob man eine oder mehrere Personen duzt oder siezt. Unbetonte Pronomen werden direkt angehängt: Escríbeme heißt „Schreib mir!“.
Mit que verbindet man im Spanischen die meisten Relativsätze: Das Wort kann sich auf Personen oder Sachen beziehen und verändert seine Form nie. Quien und quienes beziehen sich dagegen nur auf Personen und stehen vor allem nach einer Präposition: la amiga con quien viajo. Für den Einstieg reicht daher die Regel: zuerst an que denken, nach einer Präposition bei Personen oft quien/quienes wählen.
Wenn im Spanischen zwei Objektpronomen zusammenstehen, kommt zuerst das indirekte, dann das direkte Pronomen: Te lo doy („Ich gebe es dir“). Vor lo, la, los oder las werden le und les immer zu se: Se lo expliqué, niemals le lo expliqué. Beide Pronomen bleiben als feste Gruppe zusammen.
Bei einem reflexiven Verb steht auch in der Vergangenheit ein passendes Pronomen vor der konjugierten Verbform: me levanté, se vistió, nos hemos divertido. Im pretérito perfecto wird das Partizip nicht an Person oder Geschlecht angepasst: Es heißt immer me he levantado, se ha levantado und se han levantado.
B1 (15)
Das Futuro Simple wird gebildet, indem man an den vollständigen Infinitiv die Endungen -é, -ás, -á, -emos, -éis, -án anhängt: hablaré, comerás, vivirán. Einige häufige Verben haben einen veränderten Stamm, aber dieselben Endungen: tendré, podré, haré. Neben zukünftigen Ereignissen drückt diese Zeitform auch Vermutungen über die Gegenwart aus: ¿Dónde estará? – „Wo wird er oder sie wohl sein?“
Das condicional simple wird gebildet, indem an den vollständigen Infinitiv die Endungen -ía, -ías, -ía, -íamos, -íais, -ían treten: hablaría, comerías, viviríamos. Es entspricht häufig deutschem „würde + Infinitiv“, dient aber auch höflichen Bitten und der Zukunft aus der Sicht eines vergangenen Zeitpunkts.
Das Indefinido zeigt ein vergangenes Geschehen als abgeschlossenes Ganzes: Ayer salí tarde. Das Imperfecto zeigt dagegen Gewohnheiten, Zustände, Beschreibungen oder ein Geschehen, das zu einem vergangenen Zeitpunkt gerade im Verlauf war: Antes salía tarde. In Erzählungen liefert das Imperfecto häufig die Kulisse, während das Indefinido die Handlung voranbringt.
Der subjuntivo presente ist eine Verbform, mit der Spanisch Wünsche, Zweifel, Gefühle, Bewertungen und noch nicht verwirklichte Handlungen ausdrückt. Häufig steht er in einem Nebensatz mit que: Quiero que vengas („Ich möchte, dass du kommst“). Für die Bildung nimmt man meist den Stamm der yo-Form im Präsens und hängt die jeweils „anderen“ Endungen an: Verben auf -ar erhalten e-Endungen, Verben auf -er/-ir erhalten a-Endungen.
Der spanische Subjuntivo steht vor allem dann, wenn eine Handlung nicht einfach als Tatsache mitgeteilt wird, sondern als Wunsch, Forderung, Möglichkeit, Zweck oder noch nicht eingetretenes Ereignis erscheint. Typische Signale sind querer que, es necesario que, ojalá, para que, antes de que und bei Zukunftsbezug auch cuando. Entscheidend ist jedoch immer die Bedeutung des ganzen Satzes, nicht allein das Wort que.
Das Pluscuamperfecto bezeichnet etwas, das vor einem bereits vergangenen Zeitpunkt geschehen war: Cuando llegué, Marta ya había salido – „Als ich ankam, war Marta schon gegangen.“ Gebildet wird es immer mit dem Imperfekt von haber und einem Partizip: había, habías, había, habíamos, habíais, habían + hablado/comido/vivido.
Für „der/die …ste“ verwendet man im Spanischen meist den bestimmten Artikel + más oder menos + Adjektiv: la ciudad más grande („die größte Stadt“), el día menos frío („der am wenigsten kalte Tag“). Mejor, peor, mayor und menor sind wichtige Sonderformen. Die Endung -ísimo/-ísima bedeutet dagegen „äußerst/sehr“ und vergleicht nicht mit einer Gruppe.
Donde verbindet einen Ort mit einer näheren Beschreibung: la ciudad donde vivo („die Stadt, in der ich wohne“). El cual, la cual, los cuales, las cuales richten sich in Geschlecht und Zahl nach dem Bezugswort und stehen besonders häufig nach Präpositionen: el problema del cual hablamos. Lo que bedeutet oft „das, was“; lo cual greift meist eine ganze vorherige Aussage auf.
Das spanische Passiv wird entweder mit ser + Partizip gebildet (La casa fue vendida) oder, besonders häufig, mit se + Verb (Se venden casas). Beim Passiv mit ser richtet sich das Partizip nach dem Subjekt; die handelnde Person wird bei Bedarf mit por angeschlossen. Im alltäglichen Spanisch klingt eine aktive Formulierung oder eine Konstruktion mit se oft natürlicher als ein Passiv mit ser.
Eine verneinte Aufforderung bildet man im Spanischen mit no + Subjuntivo Präsens: No hables („Sprich nicht“), No coma („Essen Sie nicht“). Das gilt für alle Anredeformen. Unbetonte Pronomen stehen dabei vor dem Verb und direkt hinter no: No lo hagas („Tu es nicht“), No se preocupe („Machen Sie sich keine Sorgen“).
Mit der indirekten Rede gibt man wieder, was jemand gesagt oder gefragt hat: Dice que viene („Er/Sie sagt, dass er/sie kommt“) und Preguntó si estaba libre („Er/Sie fragte, ob ich frei war“). Aussagen werden meist mit que, Entscheidungsfragen mit si eingeleitet. Steht das einleitende Verb in der Vergangenheit, werden Zeitformen, Pronomen und Zeitangaben häufig an die neue Sprechsituation angepasst.
Mit unpersönlichen Konstruktionen spricht man über Regeln, Möglichkeiten, allgemeine Aussagen und Bewertungen, ohne eine bestimmte handelnde Person zu nennen. Besonders wichtig sind hay que + Infinitiv für allgemeine Pflichten, se + Verb für Aussagen mit der Bedeutung „man“, sowie es + Adjektiv + Infinitiv/que: Hay que reservar, Se puede pagar con tarjeta, Es importante descansar.
Für reale oder gut mögliche Bedingungen steht nach si meist das Präsens: Si vienes, estaré contento. Für eine nur gedachte oder unwahrscheinliche Gegenwart verwendet man si + Imperfecto de Subjuntivo und im anderen Satzteil den Konditional: Si tuviera dinero, viajaría. Direkt nach dem bedingenden si stehen im Standardspanischen weder Futur noch Konditional.
Bei ser und estar geht es nicht einfach um „dauerhaft“ oder „vorübergehend“. Ser ordnet eine Eigenschaft meist als Merkmal, Einordnung oder Identität ein; estar stellt einen Zustand in einer bestimmten Situation oder als Ergebnis dar. Deshalb heißt es listo „er ist klug“, está listo aber „er ist fertig/bereit“.
Das spanische gerundio bezeichnet meist eine Handlung, die gleichzeitig abläuft, andauert oder sich allmählich entwickelt. Besonders wichtig sind seguir/continuar + gerundio („weiter etwas tun“), llevar + Zeitangabe + gerundio („seit einer bestimmten Zeit etwas tun“) und ir + gerundio („nach und nach“). Anders als im Deutschen dient das gerundio normalerweise nicht als Substantiv: Für „Lesen ist wichtig“ steht im Spanischen der Infinitiv, also Leer es importante.
B2 (11)
Der subjuntivo imperfecto drückt meist einen Wunsch, Zweifel, Zweck oder eine nicht als Tatsache dargestellte Handlung aus, wenn der Bezugspunkt in der Vergangenheit liegt: Quería que vinieras („Ich wollte, dass du kommst“). Außerdem steht er in irrealen Bedingungen wie Si pudiera, lo haría und nach como si. Gebildet wird er aus der ellos/ellas-Form des pretérito indefinido: vinieron → viniera/viniese.
Das Perfekt des Subjuntivo (pretérito perfecto de subjuntivo) besteht aus dem Subjuntivo Präsens von haber und einem unveränderlichen Partizip: haya llegado, hayas visto, hayan hecho. Es steht, wenn eine bereits geschehene oder als abgeschlossen betrachtete Handlung in einen Subjuntivo-Kontext gehört: Me alegro de que hayas venido – „Ich freue mich, dass du gekommen bist.“
Das condicional compuesto wird mit einer Form von habría und dem Partizip Perfekt gebildet: habría hablado, habrías comido, habríamos salido. Es beschreibt vor allem etwas, das in der Vergangenheit unter anderen Umständen geschehen wäre, aber nicht geschehen ist: Habría ido, pero estaba enfermo – „Ich wäre hingegangen, aber ich war krank.“ In irrealen Bedingungssätzen steht es normalerweise im Folgesatz; der si-Satz hat dagegen hubiera/hubiese + Partizip.
Für eine nicht verwirklichte Bedingung in der Vergangenheit verwendet man si + hubiera/hubiese + Partizip. Die vorgestellte Folge steht normalerweise im zusammengesetzten Konditional: habría + Partizip. Si hubiera sabido, habría venido bedeutet: „Wenn ich es gewusst hätte, wäre ich gekommen.“
Das Pluscuamperfecto de Subjuntivo bezeichnet meist eine Handlung, die vor einem anderen Zeitpunkt in der Vergangenheit liegt und als bezweifelt, gewünscht, bewertet oder nicht wirklich geschehen dargestellt wird. Es besteht aus hubiera/hubiese + Partizip: Ojalá hubieras venido („Wenn du doch gekommen wärst“). Beide Formenreihen sind korrekt; die Reihe mit hubiera ist im heutigen Sprachgebrauch häufiger.
Por blickt häufig auf Ursache, Auslöser, Austausch, Verhältnis oder die handelnde Person im Passiv; para richtet den Blick auf Ziel, Maßstab oder Standpunkt. Besonders deutlich wird der Unterschied bei para mí („meiner Meinung nach“), por mí („von mir aus“) sowie bei estar por und estar para, deren Bedeutung von der folgenden Ergänzung abhängt.
Cuyo, cuya, cuyos, cuyas verbinden einen Besitzer mit dem, was ihm zugeordnet ist: la mujer cuyo hijo vive aquí – „die Frau, deren Sohn hier lebt“. Die Form richtet sich nicht nach dem Besitzer, sondern in Genus und Numerus nach dem Substantiv, das cuyo begleitet: cuyo hijo, cuya hija, cuyos hijos, cuyas hijas. Ein Artikel steht dazwischen nicht.
Das futuro perfecto besteht aus der Zukunftsform von haber und einem Partizip: habré terminado („ich werde fertig geworden sein/ich werde es beendet haben“). Es bezeichnet entweder etwas, das bis zu einem zukünftigen Zeitpunkt abgeschlossen sein wird, oder eine Vermutung über ein bereits vergangenes Ereignis: Habrá olvidado („Er oder sie wird es wohl vergessen haben“).
Bei spanischen Temporalsätzen entscheidet oft nicht die Zeitform des Hauptsatzes, sondern die Sicht auf das Ereignis: Für Gewohntes oder als Tatsache Dargestelltes steht der Indikativ, für ein noch ausstehendes zukünftiges Ereignis meist der Subjuntivo. Deshalb heißt es Cuando llegas, me llamas („Immer wenn du ankommst, rufst du mich an“), aber Cuando llegues, llámame („Wenn du ankommst, ruf mich an“).
Spanische Adverbien auf -mente entstehen meist aus der femininen Singularform eines Adjektivs: lento → lenta → lentamente, rápido → rápida → rápidamente. Anders als Adjektive bleiben sie unverändert. In einer Reihung kann -mente nur am letzten Glied stehen: lenta y cuidadosamente.
Wo im Deutschen oft einfach „werden“ steht, wählt das Spanische je nach Art des Wandels ein anderes Verb. Ponerse bezeichnet meist das Einsetzen eines Zustands, volverse eine tiefere Veränderung, hacerse eine Entwicklung oder bewusste Entscheidung, convertirse en eine Umwandlung, quedarse den verbleibenden Zustand und llegar a ser das Ergebnis eines längeren Weges.
C1 (10)
Das pretérito anterior bezeichnet eine Handlung, die unmittelbar vor einer anderen abgeschlossenen Handlung in der Vergangenheit beendet war: Apenas hubo llegado, empezó a llover. Es wird mit dem pretérito indefinido von haber (hube, hubiste, hubo …) und einem Partizip gebildet. Heute begegnet es vor allem in älteren, literarischen oder bewusst gehobenen Texten; im normalen Gespräch stehen meist das pretérito indefinido oder das pluscuamperfecto.
Das subjuntivo futuro bezeichnet in älterem Spanisch eine noch offene zukünftige Handlung, ist heute aber nicht mehr Teil des normalen Alltagsgebrauchs. Es lebt vor allem in Rechtstexten, Sprichwörtern und festen Wendungen wie sea lo que fuere weiter. Für Lernende auf C1-Niveau ist das Erkennen dieser Formen wichtiger als ihr aktiver Einsatz.
Im Spanischen richtet sich die Zeitform eines abhängigen Satzes oft nach zwei Dingen: dem zeitlichen Standpunkt des Hauptsatzes und danach, ob das Geschehen im Nebensatz gleichzeitig, später oder früher liegt. Besonders beim Subjuntivo gilt als Grundmuster: Quiero que vengas, aber Quería que vinieras; für ein bereits abgeschlossenes Geschehen heißt es Espero que haya llegado, aber Esperaba que hubiera llegado.
In der überregionalen Standardsprache stehen lo/la/los/las für ein direktes Objekt und le/les für ein indirektes Objekt. Leísmo verwendet dagegen le anstelle von lo, laísmo la anstelle von le und loísmo lo anstelle von le. Nur ein begrenzter Fall des Leísmo gilt ebenfalls als standardsprachlich: le für eine einzelne männliche Person, etwa A Juan le vi ayer.
Spanische Verbalperiphrasen verbinden ein gebeugtes Verb mit einem Infinitiv und stellen eine Handlung aus einer bestimmten Perspektive dar: als Wiederholung, Ende, unmittelbare Vergangenheit, plötzlichen Beginn, Vermutung oder erreichtes Ergebnis. Gebeugt wird nur das erste Verb: Volvió a llamar bedeutet „Er rief wieder an“, Dejó de fumar „Er hörte mit dem Rauchen auf“.
Formelles Spanisch unterscheidet sich von neutralem Spanisch nicht nur durch einzelne „gehobene“ Wörter. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus präzisen Verknüpfungen wie no obstante und en virtud de, unpersönlichen Formulierungen und höflichen Konstruktionen mit dem Subjuntivo (einer Verbform für unter anderem Wünsche, Aufforderungen und nicht als Tatsache dargestellte Inhalte). Gute formelle Sprache bleibt dabei klar: Eine einfache Formulierung ist oft besser als unnötiges Amtsdeutsch auf Spanisch.
Bei der Nominalisierung wird eine Handlung oder Eigenschaft als Substantiv, also als Ding oder Begriff, ausgedrückt: desarrollar la economía wird zu el desarrollo de la economía, posible zu la posibilidad. Das ist besonders in wissenschaftlichen, journalistischen und administrativen Texten üblich. Die Bildung ist jedoch nicht völlig mechanisch: Endung, Genus und Präposition müssen oft zusammen mit dem jeweiligen Substantiv gelernt werden.
Die pasiva refleja bildet eine passive Aussage mit se + Verb in der dritten Person: Se venden coches („Autos werden verkauft“). Das Verb stimmt dabei mit dem grammatischen Subjekt überein: Singular Se vende un coche, Plural Se venden coches. Fehlt ein solches Subjekt, steht das Verb beim unpersönlichen se immer im Singular: Aquí se vive bien („Hier lebt es sich gut“).
Spanisch kann einen Satzteil mit ser + Fokus + Relativsatz hervorheben: Fue Laura quien llamó („Laura war es, die anrief“). Weitere wichtige Mittel sind lo que…es („was …, ist …“), das bekräftigende sí que, ni siquiera („nicht einmal“) und ein vorangestelltes Satzthema mit wiederaufnehmendem Objektpronomen: A María, la vi ayer.
Mit Endungen wie -ito/-ita und -illo/-illa kann Spanisch etwas verkleinern, aber auch Zuneigung, Höflichkeit oder Geringschätzung ausdrücken. -ón/-ona, -azo/-aza und -ote/-ota vergrößern oder verstärken und können dabei lobend, scherzhaft oder abwertend wirken. Welche Bedeutung tatsächlich gemeint ist, entscheiden das Grundwort, die Situation, die Betonung und die Region gemeinsam.
C2 (8)
Bei no creer, aunque und el hecho de que ist der Modus nicht bloß eine Frage fester „Signalwörter“. Der Indikativ stellt einen Sachverhalt meist als behauptete oder bekannte Information dar; der Subjuntivo behandelt ihn eher als verneinte Annahme, offene Möglichkeit, bereits vorausgesetzten Hintergrund oder für das Ergebnis unerheblichen Umstand. Deshalb kann ein Wechsel des Modus den Blickwinkel verändern, ohne dass sich das Ereignis selbst ändert.
Spanisch besitzt nicht nur eine einzige überall identische Standardsprache. Besonders auffällig sind vos statt tú, ustedes statt vosotros sowie regionale Wörter wie coche, carro und auto. Diese Varianten sind keine Fehler: Entscheidend ist, Formen innerhalb einer konkreten Region und Situation stimmig zu verwenden.
Spanische Umgangssprache besteht nicht nur aus besonderen Wörtern, sondern auch aus Gesprächspartikeln, verkürzten Formen, Wiederholungen und einer lebendigen Intonation. Formen wie vale, venga, hombre, súper, profe, pues und o sea können Zustimmung, Drängen, Zögern, Überraschung oder Nähe ausdrücken. Entscheidend ist deshalb nicht allein die Wörterbuchbedeutung, sondern wer mit wem, wo und mit welchem Ton spricht.
Komplexe spanische Sätze ordnen mehrere Aussagen so an, dass Abhängigkeit, Gegensatz, Alternative oder Steigerung sofort erkennbar bleiben. Dafür nutzt man unter anderem verschachtelte Nebensätze, zweiteilige Verknüpfungen wie no solo … sino también und cuanto más … más, Einschübe sowie Sätze, deren erwarteter Hauptsatz bewusst unausgesprochen bleibt. Anders als im Deutschen steht das gebeugte Verb im spanischen Nebensatz normalerweise nicht am Satzende.
Rhetorische Mittel verändern nicht in erster Linie den Sachinhalt, sondern dessen Wirkung: Sie können abschwächen, übertreiben, Nachdruck erzeugen, eine Erwartung lenken oder einen Gedanken bewusst abbrechen. Im Spanischen gehören dazu unter anderem lítotes, hipérbole, pregunta retórica, quiasmo und anáfora sowie ausdrucksvolle Satzfragmente und Konstruktionen, die die entscheidende Information bis zum Schluss zurückhalten.
Diskurskonnektoren zeigen, wie eine Aussage zur vorherigen passt: sin embargo und no obstante räumen einen Einwand ein, en cambio und por el contrario markieren unterschiedliche Arten von Gegensatz, por consiguiente leitet eine Folgerung ein. A fin de cuentas, en resumidas cuentas und dicho sea de paso ordnen dagegen den Verlauf des ganzen Gedankengangs. Entscheidend ist daher nicht nur die deutsche Übersetzung, sondern die genaue Beziehung zwischen den Aussagen.
Spanische Verwaltungstexte verdichten Handlungen gern durch unpersönliches se, Passivformen, Substantivierungen und feste Formeln wie de conformidad con oder se pone en su conocimiento que. Entscheidend ist nicht, möglichst umständlich zu schreiben, sondern Zuständigkeit, Rechtsgrund, Frist und Folge eindeutig auszudrücken. Auf C2-Niveau sollte man solche Formen sicher entschlüsseln und beim eigenen Schreiben zwischen notwendiger Fachsprache und vermeidbarem Amtsstil unterscheiden können.
Spanische Redewendungen wie ir al grano oder echar una mano versteht man nicht zuverlässig, indem man jedes Wort einzeln übersetzt. Entscheidend sind die feste Gesamtbedeutung, die grammatische Form und die Situation, in der der Ausdruck natürlich klingt. Für eine sichere Verwendung sollte man deshalb immer die ganze Wendung zusammen mit einem typischen Satz lernen.
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