Zahlen auf Hawaiisch
Hua Helu
Dieser Artikel ist Teil des Hawaiisch-Grammatikbaums auf Settemila Lingue.
Kurz gesagt
Die Grundzahlen ʻekahi, ʻelua, ʻekolu, ʻehā, ʻelima bedeuten eins bis fünf; ʻumi bedeutet zehn und haneli hundert. Eine einfache Mengenangabe kann nach dem Muster he + Zahl + mau + Nomen stehen: He ʻekolu mau puke. – „Drei Bücher“ oder, je nach Zusammenhang, „Es sind drei Bücher.“ Hawaiianische Nomen erhalten dabei keine Pluralendung.
Überblick
Zahlen heißen auf Hawaiisch hua helu. Man braucht sie schon auf A1-Niveau: beim Einkaufen, für Uhrzeiten, beim Zählen von Personen und Dingen oder als Antwort auf die Frage, wie viele von etwas vorhanden sind. Besonders wichtig ist von Anfang an die genaue Schreibung mit ʻOkina (ʻ) und Kahakō (Längenzeichen über einem Vokal), denn beide gehören zum Wort.
Für deutschsprachige Lernende ist angenehm, dass sich eine Zahl nicht nach Genus oder Fall verändert. Während im Deutschen etwa „ein Buch“, „eine Blume“ und „einen Kaffee“ verschiedene Formen von ein enthalten, bleibt eine hawaiische Zahl gleich. Auch das Nomen selbst bekommt keine Endung, die den Plural anzeigt: puke kann in einer Zahlengruppe weiterhin „Buch“ heißen, obwohl mehrere Bücher gemeint sind.
Anders als im Deutschen genügt es jedoch nicht, jedes Zahlwort einfach Wort für Wort an dieselbe Stelle zu setzen. Vollständige Mengenaussagen werden oft mit Partikeln aufgebaut. Eine Partikel ist hier ein kurzes, unveränderliches Wort, das die Funktion der folgenden Wörter kenntlich macht. Für den Einstieg ist die Verbindung aus he, einer Zahl, häufig mau und einem Nomen besonders nützlich.
Wie es funktioniert
Die Zahlen von null bis zehn
Lerne die ersten zehn Zahlen am besten als feste Lautfolgen. Bei eins bis neun ist der anlautende ʻOkina deutlich hörbar: Vor dem Vokal beginnt eine kurze Stimmritzenpause, ähnlich der Trennung zwischen den beiden Vokalen in deutschem „beachten“.
| Zahl | Hawaiisch | Lernhinweis |
|---|---|---|
| 0 | ʻole | bedeutet auch „kein; nicht vorhanden“ in passenden Verbindungen |
| 1 | ʻekahi | Grundform beim Zählen |
| 2 | ʻelua | nicht ohne ʻOkina schreiben |
| 3 | ʻekolu | vier Silben: ʻe-ko-lu |
| 4 | ʻehā | das ā ist lang |
| 5 | ʻelima | vier Silben: ʻe-li-ma |
| 6 | ʻeono | die Vokale bleiben hörbar |
| 7 | ʻehiku | ʻe-hi-ku |
| 8 | ʻewalu | ʻe-wa-lu |
| 9 | ʻeiwa | ʻe-i-wa |
| 10 | ʻumi | beginnt ebenfalls mit ʻOkina |
Beim reinen Aufsagen kann man also sagen: ʻekahi, ʻelua, ʻekolu, ʻehā, ʻelima, ʻeono, ʻehiku, ʻewalu, ʻeiwa, ʻumi.
Von elf bis neunzehn
Zahlen über zehn werden aus größeren und kleineren Einheiten aufgebaut. Zwischen Zehner und Einer steht das Verbindungselement kūmā. In heutiger normalisierter Schreibung begegnen diese Zahlen meist als ein Wort:
| Zahl | Aufbau | Hawaiisch |
|---|---|---|
| 11 | zehn + Verbindung + eins | ʻumikūmākahi |
| 12 | zehn + Verbindung + zwei | ʻumikūmālua |
| 13 | zehn + Verbindung + drei | ʻumikūmākolu |
| 14 | zehn + Verbindung + vier | ʻumikūmāhā |
| 15 | zehn + Verbindung + fünf | ʻumikūmālima |
| 16 | zehn + Verbindung + sechs | ʻumikūmāono |
| 17 | zehn + Verbindung + sieben | ʻumikūmāhiku |
| 18 | zehn + Verbindung + acht | ʻumikūmāwalu |
| 19 | zehn + Verbindung + neun | ʻumikūmāiwa |
Bei der Einerstelle verändert sich die Form teilweise: Nach kūmā steht für eins kahi, nicht die vollständige Zählform ʻekahi. Dasselbe Prinzip zeigt sich bei den weiteren Zehnerzahlen. In Texten kann die Wortgrenze unterschiedlich dargestellt sein; so begegnet für elf neben ʻumikūmākahi auch die getrennte Schreibung ʻumi kumamākahi. Für das aktive Schreiben ist eine einheitliche moderne Schreibung mit ʻOkina und Kahakō am leichtesten.
Die Zehner
Ab zwanzig haben die vollen Zehner eigene, regelmäßig wiederkehrende Formen. Sie sollten zunächst wie eigener Wortschatz gelernt werden.
| Zahl | Hawaiisch |
|---|---|
| 20 | iwakālua |
| 30 | kanakolu |
| 40 | kanahā |
| 50 | kanalima |
| 60 | kanaono |
| 70 | kanahiku |
| 80 | kanawalu |
| 90 | kanaiwa |
Für eine Zahl mit Einerstelle wird wieder kūmā angeschlossen: iwakāluakūmākahi ist 21 und kanakolukūmālua ist 32. Das Verfahren ähnelt dem deutschen „einundzwanzig“ nur oberflächlich: Im Hawaiischen kommt zuerst der Zehner und dann der Einer – also in derselben Reihenfolge wie bei „zwanzig plus eins“, nicht wie bei „ein-und-zwanzig“.
Hundert
Haneli bezeichnet hundert. Eine Anzahl von Hunderten steht davor:
| Zahl | Hawaiisch |
|---|---|
| 100 | hoʻokahi haneli / haneli |
| 200 | ʻelua haneli |
| 300 | ʻekolu haneli |
Für den A1-Alltag genügt zunächst, haneli zu erkennen und einfache Vielfache zu bilden. Längere Zahlen lassen sich später nach demselben Grundgedanken in Einheiten zerlegen. Wichtig ist dabei, nicht vorschnell deutsche Wortgrenzen oder die deutsche Reihenfolge zu übertragen.
Zahlen bei Nomen
Ein Nomen ist ein Wort für eine Person, ein Ding oder einen Begriff, zum Beispiel keiki „Kind“ oder puke „Buch“. Die Zahl steht vor diesem Nomen. Als gut brauchbares Anfängermuster gilt:
he + Zahl + mau + Nomen
- He ʻelua mau keiki. – Zwei Kinder / Es sind zwei Kinder.
- He ʻekolu mau puke. – Drei Bücher / Es sind drei Bücher.
- He ʻelima mau pua. – Fünf Blumen / Es sind fünf Blumen.
He leitet hier eine unbestimmte Aussage oder Mengenangabe ein. Es ist deshalb nicht einfach das deutsche Wort „ein“. Mau macht sichtbar, dass von mehreren Exemplaren die Rede ist. Die Zahl liefert bereits die genaue Menge; mau unterstützt die Mehrzahllesart, ohne das Nomen selbst zu verändern.
In kürzeren Zahlengruppen oder anderen Satzmustern können Zahl und Nomen auch ohne dieses vollständige Gerüst erscheinen, etwa ʻelua keiki „zwei Kinder“. Lerne he + Zahl + mau + Nomen als sicheren Bauplan für einfache Mengenaussagen, aber halte ihn nicht für die einzig mögliche Zahlenkonstruktion.
Nach der Anzahl fragen
Das wichtige Fragewort lautet ʻehia? „wie viele?“. Mit einem Nomen ist das Muster ʻehia mau + Nomen? besonders nützlich:
- ʻEhia mau puke? – Wie viele Bücher?
- ʻEhia mau keiki? – Wie viele Kinder?
- He ʻekolu mau puke. – Drei Bücher.
Das deutsche Fragewort wie viele besteht aus zwei Wörtern und richtet sich nach einer Mehrzahl. Hawaiisch verwendet dafür ʻehia; das unveränderte Nomen erhält auch in der Frage keine Pluralendung.
Beispiele im Zusammenhang
| Hawaiisch | Deutsch | Hinweis |
|---|---|---|
| ʻekahi, ʻelua, ʻekolu, ʻehā, ʻelima | eins, zwei, drei, vier, fünf | Die ersten fünf Zahlen beim Aufsagen |
| ʻEono, ʻehiku, ʻewalu, ʻeiwa, ʻumi. | Sechs, sieben, acht, neun, zehn. | Fortsetzung der Zählreihe |
| He ʻelua mau keiki. | Zwei Kinder. / Es sind zwei Kinder. | Einfache Mengenangabe |
| He ʻekolu mau puke. | Drei Bücher. / Es sind drei Bücher. | puke bleibt unverändert |
| He ʻehā mau noho. | Vier Stühle. / Es sind vier Stühle. | mau kennzeichnet die Mehrzahl |
| He ʻelima mau pua. | Fünf Blumen. / Es sind fünf Blumen. | Zahl vor dem Nomen |
| ʻEhia mau puke? | Wie viele Bücher? | Frage nach einer Anzahl |
| He ʻelua aʻu keiki. | Ich habe zwei Kinder. | Zahl in einer Besitzangabe |
| ʻUmi kumamākahi. | Elf. | Getrennte Schreibweise; häufig auch ʻumikūmākahi |
| ʻumikūmālua | zwölf | zehn plus zwei |
| iwakālua | zwanzig | eigener Zehnerstamm |
| iwakāluakūmākahi | einundzwanzig | zuerst zwanzig, dann eins |
| He ʻelua haneli. | Es sind zweihundert. | Vielfaches von hundert |
| Ka hola ʻekolu. | Drei Uhr. | Zahl in einer Uhrzeit |
Häufige Fehler
ʻOkina und Kahakō weglassen
- Falsch: eha
- Richtig: ʻehā
- Warum: Der ʻOkina am Anfang und das lange ā gehören zur Form für „vier“. Sie sind keine bloßen typografischen Verzierungen. Wer sie weglässt, übt zugleich eine ungenaue Aussprache ein.
Die deutsche Reihenfolge auf 21 übertragen
- Falsch: ʻekahi kūmā iwakālua
- Richtig: iwakāluakūmākahi
- Warum: Im Deutschen steht in „einundzwanzig“ der Einer zuerst. Hawaiisch nennt zuerst den Zehner iwakālua und fügt dann mit kūmā den Einer an.
Nach zehn die volle Form ʻekahi einsetzen
- Falsch: ʻumikūmāʻekahi
- Richtig: ʻumikūmākahi
- Warum: In zusammengesetzten Zahlen lautet die Einerkomponente für eins kahi. Die selbstständige Zählform ist dagegen ʻekahi.
Das Nomen wie im Deutschen in den Plural setzen wollen
- Falsch gedacht: Für „drei Bücher“ müsse puke eine besondere Mehrzahlendung erhalten.
- Richtig: He ʻekolu mau puke.
- Warum: Hawaiianische Nomen werden nicht durch eine Pluralendung verändert. Zahl und Wörter wie mau zeigen die Anzahl an.
Mau vor die Zahl stellen
- Falsch: He mau ʻekolu puke.
- Richtig: He ʻekolu mau puke.
- Warum: Im hier gelernten Grundmuster folgt auf he zuerst die genaue Zahl; mau steht unmittelbar vor dem Nomen.
He für einen Teil des Zahlworts halten
- Falsch gedacht: he ʻelua sei das Zahlwort für „zwei“.
- Richtig: Die Zahl selbst ist ʻelua; he gehört zum Satzbau.
- Warum: Beim bloßen Zählen sagt man ʻekahi, ʻelua, ʻekolu …. He wird nur in bestimmten Aussagen mitverwendet.
Hinweise zum Gebrauch
Genau schreiben, auch in digitalen Texten
In älteren Drucken, auf Schildern oder in technisch eingeschränkten Texten fehlen ʻOkina und Kahakō manchmal. Daraus sollte man nicht schließen, dass sie bedeutungslos sind. In sorgfältigem modernem Hawaiisch werden sie gesetzt. Verwende für den ʻOkina das Zeichen ʻ und nicht einfach ein gerades Apostroph.
Mau ist eine Pluralmarkierung, keine Endung
Mau steht als eigenes Wort vor dem Nomen. Bei einer genauen Zahl ist die Mehrzahl zwar bereits logisch erkennbar, doch das im Grundkonzept verwendete Muster he + Zahl + mau + Nomen ist für klare erste Mengenaussagen hilfreich. In authentischen Texten wirst du daneben kompaktere Gruppen ohne he oder ohne mau finden. Entscheidend ist, die gesamte Satzkonstruktion zu betrachten, statt jedes Vorkommen isoliert nach einer deutschen Formel zu beurteilen.
Zahlen können allein oder als Teil einer größeren Gruppe stehen
Beim Zählen, Rechnen oder Nennen einer Antwort kann ein Zahlwort allein stehen: ʻumi „zehn“. Vor einem Nomen bezeichnet es dessen Menge. In einer Uhrzeit folgt die Zahl dagegen auf ka hola, wie in ka hola ʻekolu „drei Uhr“. Die Zahlform bleibt dabei erkennbar, ihre Umgebung richtet sich aber nach dem Zweck der Aussage.
Über die Grundlagen hinaus
Die folgenden Einzelheiten musst du auf A1 noch nicht aktiv beherrschen. Sie helfen dir aber, spätere Texte nicht vorschnell als „unregelmäßig“ abzutun.
Varianten der Worttrennung
Zusammengesetzte Zahlwörter können je nach Quelle mit anderen Wortgrenzen oder ohne alle diakritischen Zeichen erscheinen. So entspricht das im Grundmaterial vorkommende ʻUmi kumamākahi dem Wert elf; in normalisierter moderner Schreibung ist ʻumikūmākahi verbreitet. Beim Lesen zählt daher nicht nur die Leerstelle, sondern auch der erkennbare Aufbau aus ʻumi, kūmā und kahi.
Ältere Zählsysteme
Traditionelles Hawaiisch besitzt auch Zahlbegriffe und Zählweisen, die nicht einfach dem heute vertrauten Dezimalschema folgen. In historischen Quellen kann beispielsweise kaʻau als Zähleinheit von vierzig vorkommen. Solche Formen sind kultur- und textgeschichtlich wichtig, aber für alltägliche Anfängerangaben nicht der beste Ausgangspunkt. Lerne zunächst die modernen Einer, Zehner und haneli; erschließe ältere Systeme später als eigenes Thema.
Zahlen in Zeitangaben und Reihenfolgen
Eine Grundzahl sagt „wie viele“: ʻekolu puke „drei Bücher“. Eine Ordnungszahl sagt dagegen, an welcher Stelle etwas steht: „das erste“, „das zweite“, „das dritte“. Hawaiisch verwendet dafür andere Formen, darunter mua, ʻalua und ʻakolu. Verwechsle daher ʻelua „zwei“ nicht mit ʻalua „zweite“. Auch Uhrzeit-, Datums- und Kalenderangaben bringen eigene Satzmuster mit; die bekannten Zahlen bilden dafür nur das notwendige Fundament.
Tipps zum Üben
- Zähle in kleinen Gruppen. Zähle morgens fünf Gegenstände, später zehn Schritte oder Seiten. Sprich die Reihe nicht nur vorwärts, sondern auch rückwärts, und achte besonders auf ʻehā und ʻewalu.
- Baue Mengenpaare. Nimm fünf bekannte Nomen und bilde jeweils Frage und Antwort: ʻEhia mau puke? – He ʻekolu mau puke. So lernst du Zahl und Satzbau gemeinsam statt als getrennte Listen.
- Zerlege größere Zahlen laut. Markiere bei ʻumikūmāhiku die Teile ʻumi + kūmā + hiku und bei iwakāluakūmālua die Teile iwakālua + kūmā + lua. Das ist zuverlässiger als bloßes Auswendiglernen langer Wörter.
Verwandte Themen
- Nächster Schritt: Zeitangaben – verwendet Zahlen unter anderem bei Uhrzeiten, Tagen und Kalenderangaben.
- Nächster Schritt: Ordnungszahlen und Reihenfolgen – unterscheidet „zwei“ von „zweite“ und führt Formen wie mua, ʻalua und ʻakolu ein.
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