Zahlen und Zählen auf Swahili
Nambari na Kuhesabu
Dieser Artikel ist Teil des Suaheli-Grammatikbaums auf Settemila Lingue.
Kurz gesagt
Die Grundzahlen heißen moja, mbili, tatu, nne, tano, sita, saba, nane, tisa, kumi. Beim Zählen stehen diese Formen allein; vor allem bei 1–5 und 8 richtet sich die Form im Satz jedoch nach der Nominalklasse des gezählten Wortes: watu watatu „drei Menschen“, aber vitabu vitatu „drei Bücher“. Das Nomen steht dabei normalerweise vor der Zahl.
Überblick
Zahlen begegnen dir auf Swahili von Anfang an: beim Einkaufen, bei Preisen, Mengen, Telefonnummern, Adressen und Verabredungen. Das Grundsystem ist regelmäßig. Für 11 bis 19 verbindet na („und“) die Zehner und Einer, und ab 20 gibt es eigene Wörter für die Zehner. Anders als im Deutschen sagt man wörtlich „zwanzig und drei“, nicht „dreiundzwanzig“.
Eine Besonderheit ist die Nominalklasse (eine grammatische Wortgruppe, zu der ein Nomen gehört). Swahili teilt Nomen nicht nur in Singular und Plural ein, sondern in Klassen mit eigenen Vorsilben. Einige Zahlwörter übernehmen eine passende Vorsilbe. Deshalb heißt es mtu mmoja „ein Mensch“, watu wawili „zwei Menschen“ und vitabu viwili „zwei Bücher“. Im Deutschen bleibt „zwei“ immer unverändert; diese Gewohnheit führt beim Swahili leicht zu Fehlern.
Das Thema gehört zum Niveau A1. Für den Einstieg genügt es, 1 bis 10 sicher zu beherrschen, das Nomen vor die Zahl zu setzen und häufige Formen wie mmoja, wawili, watatu und viwili, vitatu als Einheiten zu lernen. Die späteren Abschnitte zeigen außerdem größere Zahlen, Fragen mit -ngapi und Ordnungszahlen.
Wie es funktioniert
Die Zahlen von 0 bis 10
Beim reinen Aufsagen oder bei Ziffernfolgen verwendest du die folgenden Formen. Sifuri ist „null“.
| Swahili | Deutsch | Hinweis |
|---|---|---|
| sifuri | null | etwa in Telefonnummern |
| moja | eins | im Satz oft mit Klassenpräfix |
| mbili | zwei | der zugrunde liegende Stamm ist -wili |
| tatu | drei | im Satz oft mit Klassenpräfix |
| nne | vier | im Satz oft mit Klassenpräfix |
| tano | fünf | im Satz oft mit Klassenpräfix |
| sita | sechs | unveränderlich |
| saba | sieben | unveränderlich |
| nane | acht | im Satz oft mit Klassenpräfix |
| tisa | neun | unveränderlich |
| kumi | zehn | unveränderlich |
Der Bindestrich in Formen wie -wili oder -tatu bedeutet: Das Wort braucht in vielen Verbindungen vorne eine zur Nominalklasse passende Ergänzung. Er wird nicht mitgeschrieben. Aus wa- und -wili wird zum Beispiel wawili.
Grundregel: erst das Nomen, dann die Zahl
Die gewöhnliche Reihenfolge lautet:
Nomen + passende Zahlform
- mtu mmoja — ein Mensch
- watu watatu — drei Menschen
- vitabu vitano — fünf Bücher
- nyumba mbili — zwei Häuser
Das unterscheidet sich deutlich vom Deutschen, wo die Zahl normalerweise vor dem Nomen steht: „drei Menschen“. Übertrage diese deutsche Reihenfolge nicht wörtlich.
Welche Zahlen sich anpassen
Die Zahlen mit den Stämmen -moja (1), -wili (2), -tatu (3), -nne (4), -tano (5) und -nane (8) zeigen Klassenübereinstimmung. Das bedeutet: Ihre Vorsilbe passt zur Klasse des Nomens. sita, saba, tisa und kumi bleiben unverändert.
Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Muster. Ein Nomen ist schlicht ein Wort für eine Person, Sache oder einen Begriff, etwa „Mensch“, „Baum“ oder „Buch“.
| Nomengruppe | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 8 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| mtu / watu (Mensch/Menschen) | mtu mmoja | watu wawili | watu watatu | watu wanne | watu watano | watu wanane |
| mti / miti (Baum/Bäume) | mti mmoja | miti miwili | miti mitatu | miti minne | miti mitano | miti minane |
| kitabu / vitabu (Buch/Bücher) | kitabu kimoja | vitabu viwili | vitabu vitatu | vitabu vinne | vitabu vitano | vitabu vinane |
| nyumba (Haus/Häuser) | nyumba moja | nyumba mbili | nyumba tatu | nyumba nne | nyumba tano | nyumba nane |
| gari / magari (Auto/Autos) | gari moja | magari mawili | magari matatu | magari manne | magari matano | magari manane |
Bei Wörtern der N-Klasse wie nyumba sehen viele Formen genauso aus wie die Formen aus der Zählreihe. Trotzdem gehört auch dieses Muster zum Klassensystem. Es ist daher besser, nyumba mbili als vollständige Verbindung zu lernen, statt anzunehmen, mbili passe unverändert zu jedem Nomen.
Für 6, 7, 9 und 10 ist es einfacher:
| Swahili | Deutsch | Muster |
|---|---|---|
| watu sita | sechs Menschen | sita bleibt gleich |
| vitabu saba | sieben Bücher | saba bleibt gleich |
| magari tisa | neun Autos | tisa bleibt gleich |
| miti kumi | zehn Bäume | kumi bleibt gleich |
Zahlen von 11 bis 19
Nach kumi folgt na und dann die Einerzahl:
- 11: kumi na moja
- 12: kumi na mbili
- 13: kumi na tatu
- 14: kumi na nne
- 15: kumi na tano
- 18: kumi na nane
Bei einem Nomen kann auch der Einerteil die passende Klassenform erhalten: watu kumi na watatu „dreizehn Menschen“, vitabu kumi na vitatu „dreizehn Bücher“. Bei Nomen der N-Klasse ist die Anpassung oft nicht sichtbar: siku kumi na tano „fünfzehn Tage“.
Zehner, Hunderter und Tausender
| Swahili | Deutsch | Beispiel |
|---|---|---|
| ishirini | zwanzig | ishirini na moja — einundzwanzig |
| thelathini | dreißig | thelathini na tano — fünfunddreißig |
| arobaini | vierzig | arobaini na nane — achtundvierzig |
| hamsini | fünfzig | hamsini na mbili — zweiundfünfzig |
| sitini | sechzig | sitini na saba — siebenundsechzig |
| sabini | siebzig | sabini na nne — vierundsiebzig |
| themanini | achtzig | themanini na tisa — neunundachtzig |
| tisini | neunzig | tisini na sita — sechsundneunzig |
| mia moja | einhundert | wörtlich „Hundert eins“ |
| elfu moja | eintausend | wörtlich „Tausend eins“ |
Bei 21, 35 oder 48 steht der Zehner zuerst, danach na und der Einer. Das ist genau umgekehrt zur deutschen Zusammensetzung „ein-und-zwanzig“:
- ishirini na tatu — dreiundzwanzig
- arobaini na sita — sechsundvierzig
- tisini na tisa — neunundneunzig
Mehrere Hunderter und Tausender werden mit einer Zahl nach mia beziehungsweise elfu gebildet: mia mbili „zweihundert“, mia tano „fünfhundert“, elfu mbili „zweitausend“. Eine Zahl wie 125 lautet mia moja ishirini na tano.
Nach der Anzahl fragen: -ngapi
-ngapi bedeutet „wie viele?“ und richtet sich ebenfalls nach der Nominalklasse. Die Frage steht gewöhnlich nach dem Nomen:
- watu wangapi? — wie viele Menschen?
- miti mingapi? — wie viele Bäume?
- vitabu vingapi? — wie viele Bücher?
- nyumba ngapi? — wie viele Häuser?
- magari mangapi? — wie viele Autos?
Auch hier hilft dieselbe Denkweise: Lerne nicht nur ngapi, sondern ganze Paare wie watu wangapi und vitabu vingapi.
Beispiele im Kontext
| Swahili | Deutsch | Anmerkung |
|---|---|---|
| Nina kaka mmoja. | Ich habe einen Bruder. | Klasse M-/Wa-, Einzahl |
| Nina dada wawili. | Ich habe zwei Schwestern. | Personenplural: wa- |
| Watu watatu wanasubiri nje. | Drei Menschen warten draußen. | -tatu stimmt mit watu überein |
| Tuna vitabu vitano. | Wir haben fünf Bücher. | Klasse Ki-/Vi-, Mehrzahl |
| Mezani kuna vikombe vinane. | Auf dem Tisch stehen acht Tassen. | -nane erhält vi- |
| Bustani ina miti minne. | Der Garten hat vier Bäume. | Klasse M-/Mi-, Mehrzahl |
| Nimeona nyumba mbili. | Ich habe zwei Häuser gesehen. | N-Klasse: mbili |
| Ninahitaji machungwa sita. | Ich brauche sechs Orangen. | sita verändert sich nicht |
| Ana magari tisa. | Er/Sie hat neun Autos. | tisa verändert sich nicht |
| Tutakaa siku kumi na tano. | Wir werden fünfzehn Tage bleiben. | Zehn + na + fünf |
| Darasani kuna wanafunzi ishirini. | Im Klassenraum sind zwanzig Lernende. | ishirini bleibt gleich |
| Watoto ishirini na wawili wamefika. | Zweiundzwanzig Kinder sind angekommen. | Der Einerteil stimmt mit watoto überein |
| Bei ni shilingi elfu mbili. | Der Preis beträgt zweitausend Schilling. | elfu mbili |
| Una watoto wangapi? | Wie viele Kinder hast du? | Frageform der Personenklasse |
Häufige Fehler
1. Die deutsche Wortstellung übernehmen
- Falsch: tatu watu
- Richtig: watu watatu
- Warum: Im Swahili steht das gezählte Nomen normalerweise vor der Zahl. Außerdem braucht -tatu hier die Vorsilbe wa-.
2. Immer die Form aus der Zählreihe verwenden
- Falsch: vitabu mbili
- Richtig: vitabu viwili
- Warum: Die Zahl 2 hat den Stamm -wili. Bei der Vi-Klasse entsteht viwili; mbili gehört unter anderem zum Muster der N-Klasse, etwa nyumba mbili.
3. Unveränderliche Zahlen unnötig anpassen
- Falsch: watu wasaba
- Richtig: watu saba
- Warum: 6, 7, 9 und 10 — sita, saba, tisa, kumi — erhalten keine Klassenpräfixe.
4. Die deutsche Reihenfolge bei zusammengesetzten Zahlen benutzen
- Falsch: tatu na ishirini für 23
- Richtig: ishirini na tatu
- Warum: Swahili nennt zuerst den Zehner und dann den Einer. Deutsches „dreiundzwanzig“ darf nicht Wort für Wort übertragen werden.
5. na zwischen Zehner und Einer weglassen
- Falsch: kumi tano
- Richtig: kumi na tano
- Warum: Bei 11 bis 19 sowie bei Zahlen wie 25 verbindet na die beiden Teile.
6. ngapi bei jedem Nomen unverändert lassen
- Falsch: vitabu ngapi?
- Richtig: vitabu vingapi?
- Warum: Auch das Fragewort -ngapi übernimmt bei vielen Klassen eine passende Vorsilbe.
Hinweise zum Gebrauch
Beim Zählen ohne Nomen hörst du moja, mbili, tatu und so weiter. In einem Satz entscheidet dagegen das Nomen über die Form. Dieser Wechsel ist kein Unterschied zwischen formeller und lockerer Sprache, sondern ein zentraler Teil der Grammatik.
Im Alltag werden sowohl Zahlwörter als auch Ziffern verwendet. Preise stehen auf Schildern meist als Ziffern; gesprochen werden sie als Zahlwortfolge, zum Beispiel shilingi elfu tano „fünftausend Schilling“. Bei Telefonnummern werden die Ziffern häufig einzeln gelesen. Dann dienen die selbstständigen Zählformen, nicht die Klassenformen: sifuri, saba, mbili …
Bei Personen ist mmoja nicht nur „eins“, sondern oft „ein/eine“ im Sinn einer genauen Anzahl: mwalimu mmoja heißt „ein Lehrer/eine Lehrerin“. Swahili hat keinen unbestimmten Artikel, der genau dem deutschen „ein/eine“ entspricht. Ohne mmoja kann mwalimu je nach Zusammenhang einfach „Lehrer“, „Lehrerin“ oder „ein Lehrer/eine Lehrerin“ bedeuten.
Über die Grundlagen hinaus
Die folgenden Punkte musst du auf A1 noch nicht vollständig beherrschen. Du wirst ihnen aber bei Daten, Reihenfolgen und größeren Mengen begegnen.
Ordnungszahlen
Ordnungszahlen geben eine Stelle in einer Reihenfolge an: „erste“, „zweite“, „dritte“. Häufig stehen -a kwanza für „erste/r/s“, -a pili für „zweite/r/s“ und danach Verbindungen wie -a tatu, -a nne. Der Teil -a passt sich an die Nominalklasse an:
| Swahili | Deutsch | Klassenform |
|---|---|---|
| mtu wa kwanza | die erste Person | wa bei einer Person |
| kitabu cha pili | das zweite Buch | cha bei kitabu |
| nyumba ya tatu | das dritte Haus | ya bei nyumba |
| siku ya nne | der vierte Tag | ya bei siku |
Die Form der Grundzahl und die Form der Ordnungszahl sind also nicht austauschbar: vitabu vitatu bedeutet „drei Bücher“, kitabu cha tatu dagegen „das dritte Buch“.
Klassenübereinstimmung in langen Zahlen
Wenn eine größere Zahl auf 1, 2, 3, 4, 5 oder 8 endet, kann der Einerteil mit dem gezählten Nomen übereinstimmen:
- watu ishirini na mmoja — einundzwanzig Menschen
- watu ishirini na wawili — zweiundzwanzig Menschen
- vitabu thelathini na vinane — achtunddreißig Bücher
Bei mia und elfu richtet sich die direkt folgende Zahl dagegen nach diesen Zähleinheiten: mia mbili „zweihundert“, elfu tatu „dreitausend“. Solche langen Formen lernst du am besten in realen Preis- und Mengenangaben.
Übungstipps
- Lerne Zahlen zusammen mit drei Nomen. Sprich für 1 bis 10 jeweils Reihen wie watu wawili, vitabu viwili, nyumba mbili. So trainierst du nicht nur das Zählen, sondern gleich die Klassenübereinstimmung.
- Übersetze nicht Ziffer für Ziffer aus dem Deutschen. Schreibe zehn Zahlen zwischen 11 und 99 auf und zerlege sie in „Zehner + na + Einer“: 47 → arobaini na saba.
- Zähle echte Dinge. Zähle Bücher, Tassen oder Menschen auf einem Bild und stelle anschließend die passende Frage: vitabu vingapi? — vitabu vitano. Ganze Frage-Antwort-Paare bleiben besser im Gedächtnis als isolierte Listen.
Verwandte Themen
- Grundlage: Nominalklasse M-/Wa- — erklärt Formen wie mmoja, wawili und watatu bei Personen.
- Grundlage: Nominalklasse Ki-/Vi- — hilft bei Mengenangaben wie kitabu kimoja und vitabu vitano.
- Grundlage: Nominalklasse N- — erklärt das Muster in nyumba mbili.
- Weiterlernen: Fragewörter — vertieft Fragen mit -ngapi sowie weitere wichtige Frageformen.
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