To be im englischen Präsens
To Be - Present
Dieser Artikel ist Teil des Englisch-Grammatikbaums auf Settemila Lingue.
Kurz gesagt
Das englische Verb to be entspricht meist „sein“. Im Präsens hat es drei Formen: am nach I, is nach he, she, it und are nach you, we, they. Anders als im Deutschen darf diese Verbform in einem vollständigen Satz normalerweise nicht fehlen: She is tired, nicht She tired.
Überblick
To be gehört zu den wichtigsten und zugleich unregelmäßigsten englischen Verben. Es verbindet ein Subjekt (die Person oder Sache, über die etwas gesagt wird) mit einer Identität, einer Eigenschaft oder einem Ort: I am Lea, The room is quiet, We are at home. Außerdem braucht man es für Alter, Uhrzeit und Wetter sowie später als Hilfsverb in weiteren grammatischen Formen.
Die Gegenwartsformen lernst du bereits auf Niveau A1. Die Grundregel ist überschaubar: am, is oder are richtet sich nach dem Subjekt. Trotzdem entstehen leicht Fehler, weil Deutsch und Englisch nicht immer dieselbe Wendung verwenden. „Ich habe Hunger“ heißt zum Beispiel I am hungry, während „Mir ist kalt“ meist I am cold heißt. Bei Berufen verlangt Englisch außerdem gewöhnlich einen Artikel: She is a doctor – „Sie ist Ärztin“.
Im Gespräch werden die Formen sehr oft verkürzt: I’m, you’re, he’s, she’s, it’s, we’re, they’re. Die vollständigen Formen bleiben aber wichtig, besonders in Fragen, kurzen Antworten und bei Betonung.
So funktioniert es
Die drei Grundformen
Der Infinitiv (die Grundform eines Verbs) lautet be; mit to nennt man ihn to be. Im einfachen Präsens sieht die vollständige Konjugation so aus:
| Person | Subjektpronomen | Vollform | Kurzform | Deutsche Entsprechung |
|---|---|---|---|---|
| 1. Person Singular | I | I am | I’m | ich bin |
| 2. Person Singular/Plural | you | you are | you’re | du bist / ihr seid / Sie sind |
| 3. Person Singular | he | he is | he’s | er ist |
| 3. Person Singular | she | she is | she’s | sie ist |
| 3. Person Singular | it | it is | it’s | es ist |
| 1. Person Plural | we | we are | we’re | wir sind |
| 3. Person Plural | they | they are | they’re | sie sind |
Merksatz: Nur I steht mit am. He, she, it stehen mit is. Alle übrigen Pronomen stehen mit are.
Bei einem Namen oder einem Substantiv (einem Wort für eine Person, Sache oder Idee) entscheidet die Zahl:
- Maya is here. – Maya ist hier.
- The hotel is full. – Das Hotel ist ausgebucht.
- Maya and Ben are here. – Maya und Ben sind hier.
- The rooms are clean. – Die Zimmer sind sauber.
Aussagesätze
Die normale Reihenfolge lautet:
Subjekt + am/is/are + Ergänzung
- I am ready. – Ich bin bereit.
- He is my neighbor. – Er ist mein Nachbar.
- They are in London. – Sie sind in London.
Die Ergänzung kann beispielsweise ein Adjektiv (ein Eigenschaftswort wie ready), ein Substantiv oder eine Ortsangabe sein. Im Gegensatz zu manchen Sprachen braucht Englisch in all diesen Sätzen ein ausgesprochenes Verb. Auch in sehr kurzen Aussagen bleibt to be stehen: Dinner is ready.
Kurzformen
Im gesprochenen Englisch und in informellen Texten sind Kurzformen der Normalfall. Apostroph und Schreibweise gehören fest zur Form:
- I’m from Germany.
- You’re late.
- She’s a doctor.
- It’s hot today.
- We’re ready.
- They’re tired.
In formellen Schreiben kann die Vollform passender sein. Eine Vollform dient außerdem der Betonung: You are right. – „Du hast wirklich recht.“ In bejahenden kurzen Antworten wird nicht verkürzt: Yes, I am, nicht Yes, I’m.
Verneinung
Für eine Verneinung setzt man not direkt hinter am, is oder are:
| Bejahung | Vollständige Verneinung | Übliche Kurzform | Deutsch |
|---|---|---|---|
| I am ready. | I am not ready. | I’m not ready. | Ich bin nicht bereit. |
| She is here. | She is not here. | She isn’t here. / She’s not here. | Sie ist nicht hier. |
| We are late. | We are not late. | We aren’t late. / We’re not late. | Wir sind nicht zu spät. |
Für am not gibt es im Standardenglischen keine allgemein übliche Form amn’t. Man sagt I’m not. Bei is und are kann entweder das Verb mit not verschmelzen (isn’t, aren’t) oder das Subjekt mit dem Verb (she’s not, we’re not). Die Bedeutung ist normalerweise gleich.
Ja-/Nein-Fragen und kurze Antworten
Für eine Frage tauschen Subjekt und Verb die Plätze. Ein zusätzliches do ist nicht nötig:
Am/Is/Are + Subjekt + Ergänzung?
- Are you tired? – Bist du müde?
- Is Daniel at work? – Ist Daniel bei der Arbeit?
- Are the shops open? – Sind die Geschäfte geöffnet?
Kurze Antworten wiederholen die passende Form von to be:
| Frage | Bejahende Antwort | Verneinende Antwort |
|---|---|---|
| Are you ready? | Yes, I am. | No, I’m not. |
| Is she at home? | Yes, she is. | No, she isn’t. |
| Are they busy? | Yes, they are. | No, they aren’t. |
Bei einer W-Frage steht das Fragewort zuerst:
Fragewort + am/is/are + Subjekt?
- Where are you? – Wo bist du?
- Why is he angry? – Warum ist er wütend?
- What is that? – Was ist das?
Wofür man to be verwendet
Identität, Rolle und Beruf
To be sagt, wer oder was jemand beziehungsweise etwas ist:
- I’m Nora. – Ich bin Nora.
- This is my brother. – Das ist mein Bruder.
- She is a doctor. – Sie ist Ärztin.
Vor einem zählbaren Beruf im Singular steht im Englischen normalerweise a oder an. Das unterscheidet sich vom Deutschen: He is an engineer, aber „Er ist Ingenieur“.
Eigenschaften und Zustände
Nach to be stehen sehr häufig Adjektive:
- The coffee is cold. – Der Kaffee ist kalt.
- We’re happy. – Wir sind glücklich.
- I’m hungry. – Ich habe Hunger.
Hier lohnt es sich, die ganze englische Wendung zu lernen. Eine wörtliche Übertragung von „haben“ oder „mir ist“ führt nicht immer zur natürlichen englischen Form.
Ort und Herkunft
- The keys are on the table. – Die Schlüssel liegen auf dem Tisch.
- We are in Berlin. – Wir sind in Berlin.
- I am from Germany. – Ich komme aus Deutschland.
Für Herkunft ist be from die neutrale Standardform. I come from Germany ist ebenfalls möglich, doch I am from Germany ist bei einer Vorstellung meist die naheliegendere Form.
Alter, Uhrzeit, Datum und Wetter
- I’m thirty. – Ich bin dreißig.
- My son is six years old. – Mein Sohn ist sechs Jahre alt.
- It’s three o’clock. – Es ist drei Uhr.
- Today is Monday. – Heute ist Montag.
- It’s hot today. – Heute ist es heiß.
Beim Wetter und bei der Uhrzeit verwendet Englisch häufig das unpersönliche it. Dieses it bezeichnet dabei keine konkrete Sache, muss aber trotzdem stehen.
Beispiele im Zusammenhang
| Englisch | Deutsch | Hinweis |
|---|---|---|
| I am from Germany. | Ich komme aus Deutschland. | Herkunft mit be from |
| She is a doctor. | Sie ist Ärztin. | Beruf mit Artikel im Englischen |
| They’re tired. | Sie sind müde. | Kurzform von they are |
| It’s hot today. | Heute ist es heiß. | Unpersönliches it beim Wetter |
| My name is Cem. | Ich heiße Cem. | Identität; keine wörtliche deutsche Entsprechung nötig |
| You’re very patient. | Du bist sehr geduldig. | Eigenschaft mit Adjektiv |
| Our room is on the second floor. | Unser Zimmer ist im zweiten Stock. | Ortsangabe |
| The children are in the garden. | Die Kinder sind im Garten. | Plurales Subjekt mit are |
| I’m not hungry, but I’m thirsty. | Ich habe keinen Hunger, aber ich habe Durst. | Englische Zustände mit be |
| Is your sister at home? | Ist deine Schwester zu Hause? | Ja-/Nein-Frage mit is am Anfang |
| Are you twenty-one? | Bist du einundzwanzig? | Altersangabe |
| Where are my glasses? | Wo ist meine Brille? | Englischer Plural glasses verlangt are |
| Yes, we are. | Ja, das sind wir. | In der kurzen Antwort keine bejahte Kurzform |
| The meeting isn’t today. | Die Besprechung ist nicht heute. | Verneinung mit isn’t |
| Why is the door open? | Warum ist die Tür offen? | Fragewort vor is und Subjekt |
Häufige Fehler
1. To be ganz weglassen
- Falsch: She tired.
- Richtig: She is tired.
- Warum: Zwischen Subjekt und Eigenschaft braucht der englische Satz eine Form von to be.
2. Die falsche Form wählen
- Falsch: They is at home.
- Richtig: They are at home.
- Warum: Is gehört zu he, she, it und zu einzelnen Personen oder Dingen. They und andere plurale Subjekte verlangen are.
3. In Fragen do ergänzen
- Falsch: Do you are ready?
- Richtig: Are you ready?
- Warum: To be bildet Fragen selbst, indem es vor das Subjekt rückt. Im einfachen Präsens kommt hier kein do hinzu.
4. Eine deutsche Wendung Wort für Wort übertragen
- Falsch: I have thirty years.
- Richtig: I am thirty. / I am thirty years old.
- Warum: Altersangaben stehen im Englischen mit to be. Dasselbe gilt für viele Zustände: I am hungry heißt „Ich habe Hunger“.
5. Den Artikel vor einem Beruf vergessen
- Falsch: She is doctor.
- Richtig: She is a doctor.
- Warum: Ein einzelner zählbarer Beruf braucht gewöhnlich a oder an. Im Deutschen steht an dieser Stelle oft kein Artikel.
6. Kurzformen verwechseln
- Falsch: Your late.
- Richtig: You’re late.
- Warum: You’re bedeutet you are. Your ist ein anderes Wort und zeigt Zugehörigkeit an: your bag – „deine Tasche“. Entsprechend ist they’re die Kurzform von they are, nicht their oder there.
Hinweise zum Gebrauch
You are hat mehrere deutsche Entsprechungen
Englisch unterscheidet beim Pronomen you nicht zwischen „du“, „ihr“ und dem höflichen „Sie“. Deshalb lautet die Verbform immer are: You are welcome. Erst Situation und Zusammenhang zeigen, wer gemeint ist. Die Höflichkeit wird nicht durch eine besondere Form von to be markiert.
Vollformen und Kurzformen
Im neutralen Gespräch klingt I’m fine meist natürlicher als I am fine. Vollformen sind jedoch nicht unhöflich oder falsch. Sie erscheinen eher bei Nachdruck, in sorgfältiger formeller Sprache und dort, wo keine Kurzform möglich ist. In einer bejahten Kurzantwort heißt es daher Yes, she is.
Negative Kurzformen bieten oft zwei Möglichkeiten: He isn’t ready und He’s not ready. Beide sind üblich. Die zweite Variante kann not etwas stärker hervorheben, doch Anfängerinnen und Anfänger können sie im Normalfall als bedeutungsgleich behandeln.
Nicht jede deutsche Form von „sein“ wird gleich übersetzt
Meist ist to be die richtige Entsprechung, aber natürliche Ausdrücke stimmen nicht immer Wort für Wort überein. „Ich bin wieder da“ kann I’m back heißen, „Wie geht es dir?“ wird meist mit How are you? wiedergegeben, und „Mir ist kalt“ lässt sich nicht durch einen festen Wort-für-Wort-Tausch bilden. Lerne deshalb häufige Verbindungen wie be ready, be afraid, be at home und be from als Einheiten.
Über die Grundlagen hinaus
Die folgenden Feinheiten musst du auf A1 noch nicht beherrschen. Sie helfen dir aber, spätere Konstruktionen richtig einzuordnen.
To be als Hilfsverb
In She is working bedeutet is nicht allein „ist“. Es ist ein Hilfsverb (ein Verb, das beim Aufbau einer grammatischen Form hilft) der englischen Verlaufsform: „Sie arbeitet gerade.“ Mehr dazu steht beim Present Continuous.
Auch das Passiv verwendet to be plus Partizip (eine Verbform wie made oder written): The bread is made here – „Das Brot wird hier hergestellt.“ Das sieht oberflächlich ähnlich aus wie The bread is fresh, erfüllt aber eine andere grammatische Aufgabe.
Zustand oder vorübergehendes Verhalten
Zustände stehen normalerweise nicht in der Verlaufsform: He is polite beschreibt ihn als höflich. Be being ist dennoch möglich, wenn es ausdrücklich um momentanes Verhalten geht: He is being polite bedeutet etwa „Er verhält sich gerade höflich“. Diese fortgeschrittene Unterscheidung ist kein Ersatz für die einfache A1-Regel, sondern eine besondere Erweiterung.
Mehrdeutige Kurzformen
He’s, she’s und it’s können nicht nur he/she/it is, sondern auch he/she/it has verkürzen:
- She’s tired. = She is tired.
- She’s finished the report. = She has finished the report.
Die Satzstruktur und der Zusammenhang zeigen, welche Langform gemeint ist.
Die besondere Frage aren’t I?
In angehängten Bestätigungsfragen sagt man im Standardenglischen gewöhnlich I’m late, aren’t I? – „Ich bin spät dran, oder?“ Obwohl die Aussage I am enthält, lautet die negative Frage hier aren’t I. Für normale A1-Fragen bleibt es dagegen bei Am I late?
There is und there are
Mit there is und there are sagt man, dass etwas vorhanden ist: There is a café near here. Das Wort there bedeutet in dieser Struktur nicht einfach „dort“. Welche Form gewählt wird und warum, ist ein eigenes Thema; die Grundformen is und are bleiben dabei dieselben.
Pronomen nach to be
In sehr formeller Sprache findet man gelegentlich It is I. Im heutigen Alltag sagt man fast immer It’s me. Entsprechend ist That’s him neutraler als das sehr formelle That is he. Hier weicht gebräuchliches Englisch von einer älteren Schulregel ab.
Tipps zum Üben
- Lerne in drei Gruppen. Schreibe I—am, he/she/it—is und you/we/they—are auf drei Karten. Ergänze danach Namen und Dinge: Nina is, the dog is, Nina and Leo are.
- Verwandle einen Satz dreimal. Aus They are ready werden They aren’t ready und Are they ready? So übst du Aussage, Verneinung und Frage ohne eine neue Regel für do einzuschleusen.
- Sammle feste Wendungen mit deutscher Gegenform. Notiere Paare wie I’m hungry – Ich habe Hunger, I’m cold – Mir ist kalt und I’m from Hamburg – Ich komme aus Hamburg. Sprich anschließend kurze persönliche Sätze damit.
Verwandte Themen
- Voraussetzung: Subjektpronomen – zeigt, warum I, you, he, she, it, we und they unterschiedliche Formen auslösen.
- Nächster Schritt: There is / There are – beschreibt, dass etwas vorhanden ist.
- Nächster Schritt: Present Continuous – verwendet am, is, are als Hilfsverb vor der -ing-Form.
- Vergangenheitsform: Was / Were – überträgt die Grundidee von to be in die Vergangenheit.
- Später für Fortgeschrittene: Auslassung und Ersatzformen – erklärt, wann bereits bekannte Satzteile weggelassen oder ersetzt werden können.
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