Akkusativartikel im Deutschen
Akkusativ (Artikel)
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Kurz gesagt
Der Akkusativ kennzeichnet häufig das direkte Objekt, also die Person oder Sache, auf die sich eine Handlung unmittelbar richtet. Bei den Artikeln sieht man den Unterschied zum Nominativ vor allem im Maskulinum: der → den und ein → einen. Femininum, Neutrum und Plural bleiben bei den grundlegenden Artikelformen gleich: die, das, die.
Überblick
In Der Mann kauft den Apfel ist der Mann das Subjekt (wer handelt?) und den Apfel das direkte Objekt (wen oder was betrifft die Handlung?). Der Kasus oder Fall zeigt, welche Aufgabe eine Nomengruppe im Satz hat. Eine Nomengruppe besteht hier aus einem Nomen (einem Wort für eine Person, Sache oder einen Begriff) und seinem Artikel: den Apfel.
Der Akkusativ gehört schon auf Niveau A1 zum Kern der deutschen Grammatik. Man braucht ihn in sehr vielen Alltagssätzen, etwa nach haben, brauchen, sehen, kaufen, essen und besuchen: Ich brauche einen Termin. Wir besuchen die Nachbarn. Weil nur die maskulinen Artikelformen deutlich wechseln, ist die erste Regel überschaubar. Entscheidend ist jedoch, das Geschlecht des Nomens mitzulernen: Nur wer weiß, dass es der Apfel heißt, kann sicher den oder einen Apfel bilden.
Der Akkusativ steht nicht ausschließlich beim direkten Objekt. Später begegnet er auch nach bestimmten Präpositionen, in Zeitangaben und in einigen festen Wendungen. Für den Einstieg reicht zunächst das Muster „Verb + wen oder was?“; die weiteren Verwendungen stehen weiter unten getrennt davon.
So funktioniert es
Subjekt und direktes Objekt unterscheiden
Der Nominativ bezeichnet in einem einfachen Aktivsatz meist das Subjekt, also die handelnde oder im Mittelpunkt stehende Person oder Sache. Der Akkusativ bezeichnet häufig das direkte Objekt, also das Ziel der Handlung.
- Der Hund sieht den Mann. — Wer sieht? der Hund. Wen sieht der Hund? den Mann.
- Den Hund sieht der Mann. — Wer sieht? der Mann. Wen sieht der Mann? den Hund.
Die Wortstellung kann sich ändern; die Artikel zeigen trotzdem die Satzrollen. Besonders bei zwei maskulinen Nomengruppen ist das wichtig. Die Frageprobe wen oder was? hilft, sollte aber immer zusammen mit dem Verb und der Bedeutung des Satzes verwendet werden.
Bestimmte Artikel
Der bestimmte Artikel verweist auf eine bekannte oder näher bestimmte Person oder Sache. Vergleiche Nominativ und Akkusativ:
| Geschlecht/Zahl | Nominativ | Akkusativ | Beispiel im Akkusativ |
|---|---|---|---|
| Maskulinum | der | den | Ich nehme den Zug. |
| Femininum | die | die | Ich nehme die Tasche. |
| Neutrum | das | das | Ich nehme das Fahrrad. |
| Plural | die | die | Ich nehme die Schlüssel. |
Die wichtigste A1-Regel lautet daher: Nur der maskuline Artikel verändert sich sichtbar. Das bedeutet nicht, dass nur maskuline Nomen im Akkusativ stehen können. Auch die Tasche, das Fahrrad und die Schlüssel sind Akkusativobjekte; ihre Artikel sehen nur genauso aus wie im Nominativ.
Unbestimmte Artikel
Der unbestimmte Artikel bezeichnet meist eine noch nicht näher bestimmte Person oder Sache. Im Plural gibt es keinen unbestimmten Artikel.
| Geschlecht/Zahl | Nominativ | Akkusativ | Beispiel im Akkusativ |
|---|---|---|---|
| Maskulinum | ein | einen | Sie bestellt einen Kaffee. |
| Femininum | eine | eine | Sie bestellt eine Suppe. |
| Neutrum | ein | ein | Sie bestellt ein Wasser. |
| Plural | — | — | Sie bestellt Getränke. |
Bei einem maskulinen Nomen erhält ein im Akkusativ die Endung -en: ein Kaffee → einen Kaffee. Diese Endung darf nicht wegfallen, auch wenn man sie in schneller Umgangssprache manchmal weniger deutlich hört.
Kein und Possessivartikel
Kein sowie Possessivartikel wie mein, dein, sein, ihr, unser, euer und das höfliche Ihr folgen im Singular demselben Muster wie ein. Solche Wörter begleiten ein Nomen und zeigen Verneinung, Besitz oder Zugehörigkeit.
| Geschlecht/Zahl | mit kein | mit mein | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Maskulinum | keinen | meinen | Ich finde meinen Schlüssel nicht. |
| Femininum | keine | meine | Sie braucht keine Hilfe. |
| Neutrum | kein | mein | Er verkauft sein Auto. |
| Plural | keine | meine | Wir besuchen unsere Freunde. |
Bei euer fällt vor einer Endung meist das zweite e weg: euer Bruder, aber euren Bruder; eure Schwester, euer Kind, eure Freunde.
Ein praktisches Satzmuster
Viele einfache Aussagen lassen sich so zerlegen:
Subjekt im Nominativ + Verb + direktes Objekt im Akkusativ
- Die Kundin kauft einen Mantel.
- Mein Bruder liest die Zeitung.
- Das Kind öffnet das Fenster.
Zum Bilden eines Satzes sind drei Schritte hilfreich:
- Bestimme das Nomen und sein Geschlecht: der Mantel.
- Prüfe seine Aufgabe: Was kauft die Kundin? Das Nomen ist direktes Objekt und steht im Akkusativ.
- Wähle den passenden Artikel: ein → einen, also einen Mantel.
Beispiele im Kontext
| Beispielsatz | Bedeutung | Hinweis |
|---|---|---|
| Ich sehe den Mann. | Der Mann ist die Person, die ich sehe. | bestimmter Artikel, maskulin |
| Sie kauft einen Apfel. | Ein Apfel ist ihr Einkauf. | unbestimmter Artikel, maskulin |
| Er hat die Zeitung. | Die Zeitung befindet sich bei ihm. | Femininum: die bleibt die |
| Wir suchen das Hotel. | Das Hotel ist das Ziel unserer Suche. | Neutrum: das bleibt das |
| Kannst du die Tür schließen? | Die Tür soll geschlossen werden. | feminines Akkusativobjekt |
| Die Kinder essen keinen Fisch. | Fisch gehört nicht zu ihrer Mahlzeit. | kein wird maskulin zu keinen |
| Ich brauche mein Handy. | Mein Handy wird gerade benötigt. | Neutrum: mein bleibt mein |
| Lea besucht ihren Großvater. | Der Großvater bekommt Besuch von Lea. | ihr wird maskulin zu ihren |
| Wir hören die Nachrichten. | Die Nachrichten sind das Gehörte. | Plural: die bleibt die |
| Nimmst du den Bus oder die Bahn? | Es geht um die Wahl des Verkehrsmittels. | zwei Akkusativobjekte |
| Der Kellner bringt einen Tee. | Ein Tee wird an den Tisch gebracht. | maskulines direktes Objekt |
| Es gibt hier einen Geldautomaten. | Ein Geldautomat ist hier vorhanden. | nach es gibt steht Akkusativ |
An den femininen, neutralen und pluralischen Beispielen erkennt man den Fall nicht allein am Artikel. Die Satzfunktion und das Verb zeigen, dass es sich um ein Akkusativobjekt handelt.
Häufige Fehler
Der beim maskulinen Objekt stehen lassen
- Falsch: Ich sehe der Mann.
- Richtig: Ich sehe den Mann.
- Warum: Der Mann ist das direkte Objekt von sehen. Der bestimmte maskuline Artikel lautet im Akkusativ den.
Die Endung bei einen vergessen
- Falsch: Sie kauft ein Apfel.
- Richtig: Sie kauft einen Apfel.
- Warum: Apfel ist maskulin (der Apfel). Der unbestimmte Artikel erhält im Akkusativ die Endung -en.
Alle Artikel verändern
- Falsch: Wir öffnen den Tür.
- Richtig: Wir öffnen die Tür.
- Warum: Tür ist feminin (die Tür). Nur beim Maskulinum ändert sich die grundlegende Artikelform im Akkusativ.
Das Geschlecht aus der Bedeutung erraten
- Falsch: Ich repariere den Fahrrad.
- Richtig: Ich repariere das Fahrrad.
- Warum: Das grammatische Geschlecht muss mit dem Nomen gelernt werden: Es heißt das Fahrrad. Die Akkusativform bleibt deshalb das Fahrrad.
Nach sein einen Akkusativ setzen
- Falsch: Herr Klein ist einen Lehrer.
- Richtig: Herr Klein ist ein Lehrer.
- Warum: Nach sein, werden und bleiben steht keine Akkusativergänzung, sondern normalerweise ein sogenanntes Gleichsetzungsnominativ: Herr Klein und ein Lehrer bezeichnen dieselbe Person.
Wortstellung und Fall gleichsetzen
- Falsch gedacht: „Das erste Nomen ist immer Nominativ und das zweite immer Akkusativ.“
- Richtig: Den Kuchen backt heute mein Vater.
- Warum: Den Kuchen steht zur Hervorhebung am Satzanfang, bleibt aber das Akkusativobjekt. Mein Vater ist das Subjekt.
Hinweise zum Gebrauch
Häufige Verben mit Akkusativobjekt
Zu den häufigen Verben mit direktem Akkusativobjekt gehören haben, brauchen, sehen, hören, finden, kennen, mögen, lieben, kaufen, bestellen, essen, trinken, lesen, besuchen, fragen und anrufen. Es lohnt sich, diese Verben gleich mit einer kleinen Frage zu lernen: jemanden besuchen, wen anrufen?, etwas brauchen.
Allerdings hat nicht jedes Verb ein Akkusativobjekt. Bei helfen steht beispielsweise der Dativ: Ich helfe dem Mann, nicht den Mann. Der Fall gehört deshalb auf Dauer zum Verb. Die Frageprobe beschreibt die Struktur, ersetzt aber nicht das Lernen der Verbverbindung.
Bestimmt oder unbestimmt?
Die Wahl zwischen den und einen betrifft nicht den Fall, sondern die Bedeutung:
- Ich suche einen Arzt: irgendeinen passenden Arzt, noch nicht näher bestimmt.
- Ich suche den Arzt: einen bestimmten, bereits bekannten Arzt.
Beide Nomengruppen stehen im Akkusativ. Dasselbe gilt für eine/die Apotheke und ein/das Krankenhaus.
Es gibt verlangt den Akkusativ
Nach der festen Verbindung es gibt steht die genannte Person oder Sache im Akkusativ:
- In der Nähe gibt es einen Park.
- Heute gibt es keine Suppe.
- Gibt es hier ein WC?
Gerade beim Maskulinum ist der Fall deutlich sichtbar. Das formale Subjekt der Wendung ist es; die neu eingeführte Sache steht im Akkusativ.
Über die Grundlagen hinaus
Die folgenden Verwendungen musst du auf A1 noch nicht vollständig beherrschen. Sie erklären aber Formen, die dir früh in Gesprächen und Texten begegnen werden.
Akkusativ nach Präpositionen
Die Präpositionen durch, für, gegen, ohne und um verlangen den Akkusativ:
- Das Geschenk ist für den Nachbarn.
- Wir gehen durch einen Park.
- Sie kommt ohne ihre Tasche.
- Die Kinder laufen um das Haus.
Bei den sogenannten Wechselpräpositionen, zum Beispiel in, auf, an, über und unter, hängt der Fall von der Bedeutung ab. Vereinfacht steht bei einer Richtung zu einem Ziel oft Akkusativ: Ich lege das Buch auf den Tisch. Ein Ort ohne Ortswechsel steht meist im Dativ: Das Buch liegt auf dem Tisch. Dieses Thema sollte später als eigenes System gelernt werden; „Bewegung bedeutet immer Akkusativ“ ist keine zuverlässige Regel.
Zeitdauer, Zeitpunkt und Maß
Auch Angaben ohne Präposition können im Akkusativ stehen:
- Ich arbeite den ganzen Tag. — Dauer
- Wir treffen uns nächsten Montag. — Zeitpunkt
- Der Tisch ist einen Meter breit. — Maß
- Sie fährt jeden Sommer ans Meer. — regelmäßige Zeitangabe
Diese Nomengruppen sind keine gewöhnlichen direkten Objekte, obwohl ihre Artikel dieselben Akkusativformen tragen.
Artikel und Adjektivendung
Steht zwischen Artikel und Nomen ein Adjektiv (ein Eigenschaftswort wie neu oder rot), richtet sich auch dessen Endung nach Fall, Geschlecht und Artikel:
- der rote Mantel → den roten Mantel
- ein roter Mantel → einen roten Mantel
- die neue Jacke → die neue Jacke
- das kalte Wasser → das kalte Wasser
Beim maskulinen Akkusativ ist -en besonders auffällig: den neu*en Computer*, einen frisch*en Kaffee*, meinen alt*en Pass*. Die vollständige Adjektivdeklination ist jedoch ein eigenes Lernthema.
Aktiv und Passiv
Wird ein Aktivsatz ins Passiv gesetzt, wird das frühere Akkusativobjekt zum Subjekt im Nominativ:
- Aktiv: Die Mechanikerin repariert den Wagen.
- Passiv: Der Wagen wird repariert.
Der Wechsel von den zu der ist also keine freie Stilentscheidung. Die grammatische Aufgabe der Nomengruppe hat sich verändert.
Manche Verben können außerdem mehr als eine Akkusativergänzung haben. Ein bekanntes Muster ist Das kostet mich einen Euro. Solche Konstruktionen sind korrekt, aber für die erste Akkusativregel nicht zentral.
Übungstipps
- Lerne jedes Nomen mit seinem Nominativartikel. Schreibe nicht nur Apfel, sondern der Apfel. Bilde dann sofort ein Paar: der Apfel – Ich kaufe einen Apfel.
- Markiere Satzrollen mit Fragen. Unterstreiche in kurzen Sätzen das Subjekt und kreise das direkte Objekt ein: Wer macht etwas? Wen oder was betrifft die Handlung? Achte besonders auf maskuline Nomen.
- Übe in Vierergruppen. Nimm ein Verb wie sehen und bilde nacheinander den Mann, die Frau, das Kind, die Freunde. Danach wiederhole die Reihe mit einen, eine, ein und einer artikellosen Pluralform.
Verwandte Konzepte
- Voraussetzung: Bestimmte Artikel im Nominativ — hilft beim Lernen von Geschlecht und Grundform der Artikel.
- Nächster Schritt: Akkusativpronomen — ersetzt Nomengruppen wie den Mann durch ihn.
- Nützliche Verbindung: Es gibt — diese feste Wendung verlangt den Akkusativ.
- Später wichtig: Präpositionen mit Akkusativ — behandelt durch, für, gegen, ohne, um ausführlich.
- Zum Vergleich: Dativ (Artikel) — zeigt die Artikelformen für indirekte Objekte und Dativverbindungen.
- Ergänzend: Präpositionen des Ortes — vertieft Orts- und Richtungsangaben.
- Ergänzend: Präpositionen der Zeit — ordnet Zeitangaben mit und ohne Präposition.
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