A1

Akkusativpronomen im Deutschen

Akkusativpronomen

Dieser Artikel ist Teil des Deutsch-Grammatikbaums auf Settemila Lingue.

Kurz gesagt

Akkusativpronomen ersetzen ein direktes Objekt, also die Person oder Sache, auf die sich eine Handlung unmittelbar richtet: Ich sehe den Mann wird zu Ich sehe ihn. Die Formen lauten mich, dich, ihn, sie, es, uns, euch, sie, Sie. Besonders wichtig sind die Unterschiede zwischen ich – mich, du – dich und er – ihn.

Überblick

Ein Pronomen ist ein kurzes Wort, das für ein bereits bekanntes Substantiv (ein Wort für eine Person, Sache oder Idee) steht. Statt Kennst du den neuen Kollegen? kann man fragen: Kennst du ihn? Das Pronomen vermeidet eine unnötige Wiederholung und macht den Satz natürlicher.

Der Akkusativ ist ein grammatischer Fall. Er kennzeichnet häufig das direkte Objekt: die Person oder Sache, die von der Handlung unmittelbar betroffen ist. In Mara ruft Paul an ist Mara das Subjekt, also die handelnde Person. Paul ist das direkte Objekt. Ersetzt man Paul durch ein Pronomen, heißt es: Mara ruft ihn an. Eine hilfreiche Frage lautet wen oder was?: Wen ruft Mara an? – Ihn.

Akkusativpronomen gehören zum Grundwissen auf Niveau A1. Sie kommen in alltäglichen Gesprächen ständig vor: beim Treffen von Menschen, beim Kaufen von Dingen, beim Bestellen, bei Fragen und bei kurzen Antworten. Die Grundregel ist einfach; später werden vor allem die Wahl des richtigen Falls und die Stellung mehrerer Objekte wichtig.

So funktioniert es

Die Formen im Überblick

Die Person des Pronomens richtet sich nach dem Wort, das ersetzt wird. Das Genus, also das grammatische Geschlecht, ist nur in der dritten Person Singular entscheidend: ihn für maskuline, sie für feminine und es für neutrale Wörter.

Person Nominativ: Wer handelt? Akkusativ: Wen oder was? Beispiel
1. Person Singular ich mich Sie hört mich.
2. Person Singular du dich Ich verstehe dich.
3. Person Singular, maskulin er ihn Wir besuchen ihn.
3. Person Singular, feminin sie sie Ich frage sie.
3. Person Singular, neutral es es Er repariert es.
1. Person Plural wir uns Sie sieht uns.
2. Person Plural ihr euch Ich brauche euch.
3. Person Plural sie sie Kennst du sie?
höfliche Anrede Sie Sie Darf ich Sie etwas fragen?

Bei sie/Sie zeigt der Zusammenhang, welche Bedeutung gemeint ist:

  • Ich sehe sie kann „eine Frau“ oder „mehrere Personen“ meinen.
  • Ich sehe Sie richtet sich höflich an eine oder mehrere Personen.
  • Die höfliche Anrede Sie wird immer großgeschrieben, auch mitten im Satz. Das dazugehörige Verb steht in der Form der dritten Person Plural: Ich kenne Sie. Kommen Sie bitte herein.

Vom Substantiv zum Pronomen

Zuerst muss klar sein, welches Wort ersetzt wird. Dann übernimmt das Pronomen dessen Person, Zahl und – in der dritten Person Singular – grammatisches Geschlecht.

Satz mit Substantiv Satz mit Pronomen Grund für die Form
Ich kaufe den Mantel. Ich kaufe ihn. Mantel ist maskulin.
Ich suche die Brille. Ich suche sie. Brille ist feminin.
Wir nehmen das Taxi. Wir nehmen es. Taxi ist neutral.
Sie besucht ihre Eltern. Sie besucht sie. Eltern steht im Plural.

Das natürliche Geschlecht einer Sache ist dabei nicht entscheidend, sondern das grammatische Geschlecht des deutschen Substantivs. Deshalb heißt es die Person – ich sehe sie, auch wenn mit Person ein Mann gemeint ist. Ebenso: das Mädchen – ich kenne es. Bei Personen kann man den Satz oft umformulieren und einen passenderen Personenbezug wählen, doch die reine grammatische Ersetzung folgt dem Genus des Substantivs.

Das direkte Objekt erkennen

Viele häufige Verben nehmen ein Akkusativobjekt, also ein Objekt im Akkusativ. Dazu gehören zum Beispiel:

  • sehen: Sie sieht mich.
  • kennen: Kennst du ihn?
  • brauchen: Wir brauchen euch.
  • fragen: Ich frage sie.
  • besuchen: Er besucht uns.
  • anrufen: Ruf mich morgen an.
  • lieben: Ich liebe dich.
  • verstehen: Versteht ihr mich?

Die Frage wen oder was? ist eine Lernhilfe, aber nicht jedes Verb folgt derselben Logik. Man lernt deshalb ein Verb am besten gleich mit seinem Fall. Jemanden fragen steht zum Beispiel im Akkusativ, jemandem antworten dagegen im Dativ. Der Dativ ist ein anderer Fall und bezeichnet häufig einen Empfänger oder Beteiligten.

Stellung im einfachen Satz

Im normalen Aussagesatz steht das Akkusativpronomen meist nach dem gebeugten Verb, also nach dem Verbteil mit Personen- und Zeitinformation:

  • Ich sehe ihn jeden Morgen.
  • Heute besuchen wir euch.
  • Wir haben sie gestern getroffen.

Ein Pronomen steht gewöhnlich früher im Satz als ein längeres Objekt oder viele zusätzliche Angaben. Das klingt natürlicher als eine späte, schwere Stellung:

  • natürlich: Ich habe ihn gestern am Bahnhof gesehen.
  • stark hervorgehoben: Ich habe gestern am Bahnhof ihn gesehen, nicht seinen Bruder.

Bei trennbaren Verben bleibt das Pronomen im Mittelfeld, also zwischen dem gebeugten Verb und dem abgetrennten Verbteil: Ich rufe dich später an. Bei einem Modalverb steht es zwischen Modalverb und Infinitiv: Ich kann ihn heute nicht besuchen.

Fragen, Verneinungen und Aufforderungen

Auch in Fragen bleibt die Form des Pronomens gleich:

  • Siehst du mich?
  • Warum ruft er sie nicht an?
  • Kann ich euch morgen besuchen?

Nicht verneint häufig die Handlung oder einen Satzteil. Das kurze Pronomen steht meist davor: Ich kenne ihn nicht, Wir können sie heute nicht besuchen. Wird das Pronomen selbst ausdrücklich korrigiert, kann nicht direkt davor stehen: Ich meine nicht ihn, sondern seinen Bruder.

In Aufforderungen steht das Pronomen nach dem Verb: Hör mich an!, Ruf sie bitte an!, Setzen Sie uns auf die Liste! Bei festen Verbindungen muss jedoch weiterhin der vom Verb verlangte Fall beachtet werden.

Beispiele im Zusammenhang

Die zweite Spalte erklärt den Inhalt mit anderen deutschen Worten. So lässt sich nicht nur die Form, sondern auch ihre Funktion prüfen.

Beispielsatz Bedeutung in einfachen Worten Hinweis
Er sieht mich vor dem Café. Ich bin die Person, die er sieht. mich ersetzt die 1. Person Singular.
Ich liebe dich. Meine Liebe richtet sich an dich. dich gehört zu du.
Kennst du ihn schon? Ist dieser Mann dir bekannt? ihn ersetzt eine männliche Person.
Die Ärztin ist gleich frei. Ich frage sie. Ich stelle der Ärztin eine Frage. sie ersetzt die Ärztin.
Wo ist mein Handy? Ich finde es nicht. Ich kann mein Handy nicht entdecken. es ersetzt das Handy.
Unsere Nachbarn laden uns zum Essen ein. Wir bekommen eine Einladung. uns gehört zu wir.
Wir holen euch um acht Uhr ab. Wir kommen um acht zu euch und fahren gemeinsam weiter. euch gehört zu ihr.
Die Kinder warten draußen. Kannst du sie hereinholen? Du sollst die Kinder ins Haus holen. sie steht hier im Plural.
Frau Berger, darf ich Sie kurz sprechen? Der Sprecher bittet Frau Berger höflich um ein Gespräch. Höfliches Sie wird großgeschrieben.
Ruf mich bitte nach der Arbeit an. Bitte telefoniere später mit mir. Das Pronomen steht vor dem abgetrennten an.
Ich kann ihn heute leider nicht besuchen. Ein Besuch bei diesem Mann ist heute nicht möglich. Das Pronomen steht zwischen Modalverb und Infinitiv.
Wir haben sie gestern zufällig getroffen. Gestern begegneten wir dieser Frau oder diesen Personen. Der Zusammenhang klärt Singular oder Plural.
Der Film ist lang, aber ich mag ihn. Trotz seiner Länge gefällt mir der Film. Film ist maskulin, daher ihn.
Versteht ihr mich? Ich möchte wissen, ob meine Worte für euch klar sind. ihr ist das Subjekt, mich das Objekt.

Häufige Fehler

Nominativ statt Akkusativ verwenden

  • Falsch: Er sieht ich.
  • Richtig: Er sieht mich.
  • Warum? Er handelt und ist das Subjekt. Die gesehene Person ist das direkte Objekt und steht im Akkusativ.

er und ihn verwechseln

  • Falsch: Kennst du er?
  • Richtig: Kennst du ihn?
  • Warum? Er beantwortet die Frage wer? und ist eine Subjektform. Nach kennen braucht man hier die Objektform ihn.

Das Genus des ersetzten Wortes ignorieren

  • Falsch: Wo ist der Schlüssel? Ich finde es nicht.
  • Richtig: Wo ist der Schlüssel? Ich finde ihn nicht.
  • Warum? Schlüssel ist maskulin. Deshalb ersetzt ihn das Wort, auch wenn ein Schlüssel keine männliche Person ist.

Das höfliche Sie kleinschreiben

  • Falsch: Herr Yilmaz, ich rufe sie morgen an.
  • Richtig: Herr Yilmaz, ich rufe Sie morgen an.
  • Warum? Die direkte höfliche Anrede wird großgeschrieben. Das kleine sie würde normalerweise „diese Frau“ oder „diese Personen“ bedeuten.

Nach jedem Verb den Akkusativ setzen

  • Falsch: Ich helfe ihn.
  • Richtig: Ich helfe ihm.
  • Warum? Nicht jedes Objekt steht im Akkusativ. Helfen verlangt den Dativ. Sinnvoll ist daher, Verben in kleinen Verbindungen zu lernen: jemanden sehen, aber jemandem helfen.

Personal- und Reflexivpronomen nicht unterscheiden

  • Missverständlich: Paul wäscht ihn, wenn Paul sich selbst wäscht.
  • Richtig: Paul wäscht sich.
  • Warum? Bezieht sich das Objekt auf dieselbe Person wie das Subjekt, braucht man bei der dritten Person das Reflexivpronomen sich. Paul wäscht ihn bedeutet, dass Paul einen anderen Mann oder Jungen wäscht.

Hinweise zum Gebrauch

Dich, euch und Sie: Nähe und Höflichkeit

Dich gehört zur vertrauten Anrede du, euch zur vertrauten Pluralform ihr. Sie ist die höfliche Form im Singular und Plural. Welche Anrede angemessen ist, hängt von Situation, Region, Alter und persönlicher Absprache ab. Grammatisch bleibt die Zuordnung klar:

  • Kann ich dich kurz sprechen, Lara?
  • Kann ich euch kurz sprechen, Lara und Ben?
  • Kann ich Sie kurz sprechen, Frau Özdemir?

In Briefen und Nachrichten kann die vertraute Anrede ebenfalls großgeschrieben werden (Dich, Euch). Nach der amtlichen Rechtschreibung ist diese Großschreibung möglich, aber nicht nötig. Das höfliche Sie muss dagegen großgeschrieben werden.

Nicht jedes deutsche es ist ein Akkusativobjekt

In Ich kaufe das Buch. Ich lese es morgen ersetzt es tatsächlich das Buch und ist Akkusativobjekt. In Es regnet oder Es ist spät hat es jedoch eine andere Funktion: Es ersetzt keine konkrete Sache, die von einer Handlung betroffen ist. Die gleiche Form kann also verschiedene grammatische Aufgaben haben.

Wiederholung oder Pronomen?

Ein Pronomen funktioniert nur, wenn eindeutig ist, worauf es sich bezieht. Nach Anna spricht mit Lea. Später besucht sie sie ist zwar grammatisch erkennbar, dass das erste sie das Subjekt und das zweite das Objekt ist. Unklar bleibt aber, welche Frau welche besucht. Hier ist eine Wiederholung oder ein Name besser: Später besucht Anna Lea. Klarheit ist wichtiger als das Vermeiden jeder Wiederholung.

Über die Grundlagen hinaus

Die folgenden Punkte müssen am Anfang noch nicht aktiv beherrscht werden. Sie erklären aber Formen, die in längeren Sätzen häufig vorkommen.

Akkusativ- und Dativpronomen zusammen

Enthält ein Satz zwei Pronomen, steht das Akkusativpronomen in der neutralen Reihenfolge meist vor dem Dativpronomen:

  • Ich gebe es ihm.
  • Sie zeigt sie mir.
  • Kannst du ihn uns vorstellen?

Sind beide Objekte Substantive, steht dagegen häufig der Dativ vor dem Akkusativ: Ich gebe dem Kind das Buch. Ist nur eines der Objekte ein Pronomen, steht das Pronomen meist früh: Ich gebe ihm das Buch; Ich gebe es dem Kind. Diese Wortstellung ist eine wichtige spätere Erweiterung der einfachen A1-Regel.

Hervorhebung und Kontrast

Normalerweise sind unbetonte Pronomen kurz und stehen früh im Satz. Für einen deutlichen Gegensatz können sie betont und weiter nach hinten gestellt werden:

  • Ich habe ihn eingeladen. – neutrale Information
  • Ich habe ihn eingeladen, nicht sie. – ausdrücklicher Kontrast
  • Mich hat niemand gefragt. – das Objekt steht zur starken Hervorhebung am Satzanfang

Die Form bleibt Akkusativ, auch wenn das Objekt an erster Stelle steht. Die Satzposition allein bestimmt also nicht den Fall.

Pronomen nach Akkusativpräpositionen

Akkusativformen stehen nicht nur bei direkten Objekten, sondern auch nach bestimmten Präpositionen, etwa für, ohne, gegen, durch und um:

  • Das Geschenk ist für dich.
  • Ohne euch fangen wir nicht an.
  • Alle sind gegen ihn.
  • Sie kümmert sich um uns.

Hier hilft die Frage wen oder was? nicht immer zuverlässig. Entscheidend ist, dass diese Präpositionen den Akkusativ verlangen. Bei sich um jemanden kümmern kommt außerdem ein reflexives Verb hinzu; solche Verbindungen lernt man am besten als Ganzes.

Ähnliche Formen, verschiedene Funktionen

Mich, dich, uns und euch können Personalpronomen oder Reflexivpronomen sein. Der Satz zeigt die Funktion:

  • Du siehst mich: Das Subjekt du und das Objekt mich sind verschiedene Personen; mich ist ein Personalpronomen.
  • Ich sehe mich im Spiegel: Subjekt und Objekt beziehen sich auf dieselbe Person; mich wird reflexiv gebraucht.

In der dritten Person macht die Form den Unterschied sichtbar: Er sieht ihn bezeichnet normalerweise einen anderen Mann, er sieht sich dieselbe Person.

Übungstipps

  1. Ersetze Substantive systematisch. Bilde jeden Tag fünf Satzpaare: Ich öffne das Fenster – Ich öffne es. Markiere zuerst den Artikel (der, die, das, Plural) und wähle dann ihn, sie, es oder sie.
  2. Lerne Verben mit einem Platzhalter. Notiere nicht nur anrufen, sondern jemanden anrufen; nicht nur helfen, sondern jemandem helfen. So lernst du zugleich, ob Akkusativ oder Dativ nötig ist.
  3. Sprich kurze Frage-Antwort-Paare laut. Zum Beispiel: Siehst du mich? – Ja, ich sehe dich. Wechsle danach die Personen: Kennt ihr uns? – Ja, wir kennen euch. Das verbindet Form und Bedeutung schneller als das bloße Aufsagen der Tabelle.

Verwandte Themen

  • Voraussetzung: Akkusativ (Artikel) – zeigt, wie direkte Objekte erkannt werden und wie sich Artikel im Akkusativ verändern.
  • Nächster Schritt: Reflexivpronomen im Akkusativ – erklärt mich, dich, sich, uns, euch, sich, wenn Subjekt und Objekt dieselbe Person bezeichnen.

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Akkusativartikel im DeutschenA1

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