Deutsch-Grammatik
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A1 (36)
Die Personalpronomen ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie und Sie können im Deutschen als Subjekt stehen: Sie zeigen, wer etwas tut oder in welchem Zustand jemand oder etwas ist. Das Verb richtet sich nach Person und Zahl des Subjekts: ich bin, du bist, wir sind. Anders als in manchen Sprachen lässt man das Subjekt im Deutschen normalerweise nicht weg.
Im Nominativ heißt der bestimmte Artikel der bei maskulinen, die bei femininen und das bei neutralen Substantiven; im Plural steht immer die. Der Nominativ kennzeichnet meistens das Subjekt, also die Person oder Sache, die handelt oder über die etwas gesagt wird: Der Mann wartet, die Frau arbeitet, das Kind spielt, die Kinder lachen.
Im Nominativ stehen vor maskulinen und neutralen Substantiven ein und vor femininen Substantiven eine: ein Hund, ein Kind, eine Katze. Die Verneinung folgt demselben Muster: kein Hund, kein Kind, keine Katze. Einen unbestimmten Artikel im Plural gibt es nicht; die negative Form lautet jedoch keine: keine Hunde.
Sein ist unregelmäßig und muss als eigene Formenreihe gelernt werden: ich bin, du bist, er/sie/es ist, wir sind, ihr seid, sie/Sie sind. Es verbindet ein Subjekt häufig mit einer Eigenschaft, einer Identität oder einem Ort: Ich bin müde, Das ist Mia, Wir sind in Berlin.
Haben ist ein unregelmäßiges Verb. Im Präsens lauten seine Formen: ich habe, du hast, er/sie/es hat, wir haben, ihr habt, sie/Sie haben. Es bezeichnet meist Besitz oder Zugehörigkeit, kommt aber auch in häufigen Wendungen wie Zeit haben, Hunger haben und Angst haben vor.
Bei einem regelmäßigen Verb bleibt der Verbstamm gleich; nur die Endung richtet sich nach der Person: ich mache, du machst, er macht, wir machen. Die Grundendungen lauten -e, -st, -t, -en, -t, -en. Bei Stämmen auf -d oder -t kommt häufig ein zusätzliches e dazu: du arbeitest, sie arbeitet.
Bei manchen deutschen Verben ändert sich im Präsens der Vokal im Verbstamm, aber nur bei du und er/sie/es: sprechen → du sprichst, er spricht. Besonders häufig sind e → i, e → ie und a → ä. Die Formen mit ich, wir, ihr und sie/Sie behalten dagegen normalerweise den Vokal des Infinitivs.
Der Akkusativ kennzeichnet häufig das direkte Objekt, also die Person oder Sache, auf die sich eine Handlung unmittelbar richtet. Bei den Artikeln sieht man den Unterschied zum Nominativ vor allem im Maskulinum: der → den und ein → einen. Femininum, Neutrum und Plural bleiben bei den grundlegenden Artikelformen gleich: die, das, die.
Akkusativpronomen ersetzen ein direktes Objekt, also die Person oder Sache, auf die sich eine Handlung unmittelbar richtet: Ich sehe den Mann wird zu Ich sehe ihn. Die Formen lauten mich, dich, ihn, sie, es, uns, euch, sie, Sie. Besonders wichtig sind die Unterschiede zwischen ich – mich, du – dich und er – ihn.
Mit kein verneinst du meistens ein Substantiv (ein Wort für eine Person, Sache oder Idee), das sonst mit ein/eine oder ohne Artikel stehen würde: Das ist ein Hund → Das ist kein Hund. Mit nicht verneinst du Verben, Eigenschaften, Angaben oder Satzteile: Ich verstehe nicht. Das ist nicht teuer. Er kommt heute nicht.
Im deutschen Aussagesatz steht das konjugierte Verb an zweiter Position. Vor ihm steht genau ein Satzglied: Ich trinke Kaffee oder Heute trinke ich Kaffee. Dieses erste Satzglied kann aus mehreren Wörtern bestehen; „zweite Position“ bedeutet deshalb nicht unbedingt „zweites Wort“.
Bei einer Ja/Nein-Frage steht das konjugierte Verb am Satzanfang, danach folgt normalerweise das Subjekt: Kommst du morgen? – Hast du Zeit? – Ist das richtig? Die erwartete Antwort ist grundsätzlich ja oder nein; bei einer verneinten Frage kann auch doch nötig sein.
Eine W-Frage beginnt normalerweise mit einem Fragewort: Wo wohnst du? Direkt danach steht das konjugierte Verb (die Verbform, die zur Person und Zeit passt), dann meist das Subjekt: Wann kommt der Zug? Ist das Fragewort selbst das Subjekt, folgt das Verb ohne zusätzliches Subjekt: Wer kommt?
Können drückt vor allem eine Fähigkeit oder Möglichkeit aus, müssen eine Notwendigkeit oder Pflicht. Im Hauptsatz wird das Modalverb an die Person angepasst und steht an Position zwei; das zweite Verb bleibt als Infinitiv (Grundform) am Satzende: Ich kann heute länger bleiben. Bei einer Ja/Nein-Frage steht das Modalverb vorn: Kannst du morgen kommen?
Mit wollen drückst du einen Wunsch, einen Plan oder eine feste Absicht aus: Ich will nach Hause. Mögen bezeichnet meistens eine Vorliebe: Er mag keine Tomaten. Für einen höflichen oder vorsichtigen Wunsch verwendest du möchte: Ich möchte Kaffee.
Possessivartikel stehen vor einem Substantiv und zeigen meist Zugehörigkeit oder eine persönliche Beziehung: mein Buch, deine Schwester, unser Termin. Der Wortstamm richtet sich nach der Person, zu der etwas gehört; die Endung richtet sich nach Genus (grammatischem Geschlecht), Numerus (Einzahl oder Mehrzahl) und Kasus (der Aufgabe des Nomens im Satz).
Nach sein, werden und bleiben steht ein Adjektiv normalerweise in seiner unveränderten Grundform: Der Tee ist heiß, Die Suppe wird kalt, Die Kinder bleiben ruhig. Es bekommt dabei keine Endung – unabhängig davon, ob das Subjekt männlich, weiblich, sächlich oder im Plural ist.
Mit in, an, auf beschreibt man sowohl einen Ort als auch ein Ziel: Auf die Frage wo? folgt meist der Dativ, auf wohin? der Akkusativ. Bei, zu, aus und von stehen mit dem Dativ; nach verwendet man vor allem bei Städten, Ländern ohne Artikel, Himmelsrichtungen und in nach Hause. Welche Präposition passt, hängt nicht nur von der Richtung, sondern auch von der Art des Ortes ab.
Für genaue Uhrzeiten steht meist um, für Wochentage und Tagesabschnitte meist am, für Monate, Jahreszeiten und längere Zeiträume meist im: um acht Uhr, am Montag, im Sommer. Von … bis begrenzt einen Zeitraum, seit verbindet einen vergangenen Beginn mit der Gegenwart, und vor beziehungsweise nach ordnen zwei Zeitpunkte oder Ereignisse.
Deutsche Zahlen werden ab 21 meist „von hinten“ gesprochen: einundzwanzig bedeutet 1 und 20. Bei der Uhrzeit nennt man entweder die genaue, offizielle Form (vierzehn Uhr dreißig) oder eine alltagssprachliche Form (halb drei). Wochentage stehen meist mit am, Monate mit im und ein Datum wird als Ordinalzahl gesprochen: am dritten Mai.
Bei einem trennbaren Verb wird die Vorsilbe im einfachen Hauptsatz vom konjugierten Verb getrennt und steht am Ende der Satzklammer: Ich stehe um sieben Uhr auf. Der hintere Verbteil trägt die Personalendung; die Vorsilbe bleibt unverändert. In der Grundform schreibt man beide Teile dagegen zusammen: aufstehen.
Mit dem Imperativ fordert man jemanden auf, etwas zu tun oder nicht zu tun: Komm!, Wartet!, Gehen Sie bitte! Für du steht meist nur der Verbstamm, für ihr die normale ihr-Form ohne ihr und für das höfliche Sie der Infinitiv mit nachgestelltem Sie. Bei trennbaren Verben steht der abgetrennte Teil am Ende: Mach die Tür zu!
Und, aber, oder, denn und sondern verbinden gleichrangige Wörter, Wortgruppen oder Sätze. Verbinden sie zwei Hauptsätze, bleibt in jedem Hauptsatz die normale Wortstellung erhalten: Ich gehe, denn ich bin müde. Die Konjunktion selbst besetzt keine Satzposition.
Mit es gibt + Akkusativ sagt man, dass etwas existiert, vorhanden oder verfügbar ist: Es gibt einen Park. Die Form gibt bleibt auch bei mehreren Dingen gleich: Es gibt viele Parks. In einer Ja-Nein-Frage steht das Verb vorn: Gibt es hier einen Park?
Mit gern sagst du, dass du eine Tätigkeit magst: Ich koche gern. Mit lieber vergleichst du zwei Möglichkeiten: Ich koche lieber als zu bestellen. Am liebsten bezeichnet deine stärkste Vorliebe: Am liebsten koche ich mit Freunden. Die drei Formen bleiben immer unverändert.
Ein Reflexivpronomen zeigt, dass eine Handlung zum Subjekt zurückführt: In Ich wasche mich handelt ich, und dieselbe Person wird gewaschen. Die Formen lauten mich, dich, sich, uns, euch, sich; bei der höflichen Anrede heißt es ebenfalls sich. Das Pronomen passt immer zur Person des Subjekts.
Zeitadverbien geben an, wann, wie oft oder in welcher Reihenfolge etwas geschieht: heute, morgen, gestern, jetzt, dann, immer, manchmal, oft, nie. Sie können am Satzanfang oder im Mittelfeld stehen. Beginnt ein Hauptsatz mit einem Zeitadverb, bleibt das konjugierte Verb an zweiter Stelle: Heute bin ich müde.
Im Deutschen gibt es nicht nur eine Pluralendung: Häufig sind -e, -(e)n, -er und -s; manche Wörter erhalten keine Endung. Zusätzlich kann sich der Stammvokal durch einen Umlaut verändern, etwa Buch → Bücher. Am sichersten lernst du deshalb jedes neue Substantiv zusammen mit Artikel und Plural: das Buch, die Bücher.
Dürfen drückt meist eine Erlaubnis aus; nicht dürfen bezeichnet ein Verbot: Du darfst gehen, aber Du darfst hier nicht parken. Sollen gibt einen Auftrag, eine Erwartung oder einen Rat weiter: Ich soll den Arzt anrufen. Beide Verben stehen in der konjugierten Form an Position zwei, während der Infinitiv am Satzende steht.
Mit dieser, diese, dieses weist man gezielt auf eine Person oder Sache hin: Dieses Buch meine ich. Jener, jene, jenes bezeichnet meist etwas weiter Entferntes oder stellt zwei Dinge einander gegenüber, kommt im heutigen Alltag aber deutlich seltener vor. Beide Wörter richten ihre Endung nach Genus (grammatischem Geschlecht), Numerus (Einzahl oder Mehrzahl) und Kasus (der Rolle im Satz).
Jedes deutsche Substantiv hat ein festes grammatisches Genus: maskulin mit der, feminin mit die oder neutral mit das. Lernen Sie deshalb ein neues Substantiv immer zusammen mit seinem Artikel: nicht nur Tisch, sondern der Tisch. Endungen wie -ung, -heit und -chen geben oft einen zuverlässigen Hinweis; für viele andere Wörter muss das Genus mitgelernt werden.
Bei Verben mit den untrennbaren Vorsilben be-, emp-, ent-, er-, ge-, miss-, ver- und zer- bleibt die Vorsilbe immer mit dem Verb verbunden: Ich verstehe dich. Im Partizip II kommt kein zusätzliches ge- hinzu: Ich habe dich verstanden. Auch zu steht vor dem ganzen Verb: Es ist leicht, dich zu verstehen.
Ortsadverbien geben ohne ein nachfolgendes Substantiv an, wo etwas ist: hier, dort, oben, unten, links, rechts, vorne, hinten, draußen, drinnen. Sie verändern ihre Form nicht. Für eine Richtung stehen häufig Verbindungen wie nach links, nach oben oder später auch Formen wie dorthin und hierher.
Mit Sie spricht man eine oder mehrere Personen höflich und mit einer gewissen Distanz an. Das Pronomen wird immer großgeschrieben und steht mit derselben Verbform wie sie in der Bedeutung „mehrere andere Personen“: Sie sprechen, Sie haben, Sie sind. Im Akkusativ heißt es ebenfalls Sie, im Dativ Ihnen.
Werden beschreibt meistens eine Veränderung: Es wird kalt, Ich werde müde, Er wird Arzt. Im Präsens lauten die Formen werde, wirst, wird, werden, werdet, werden. Besonders wichtig sind die unregelmäßigen Formen du wirst und er/sie/es wird.
Wissen gebraucht man vor allem für Informationen, Fakten und Antworten: Ich weiß es. Weißt du, wann der Zug kommt? Im Präsens heißen die Formen ich weiß, du weißt, er/sie/es weiß, wir wissen, ihr wisst, sie/Sie wissen. Für Personen und Orte nimmt man meistens kennen, für Fähigkeiten meistens können.
A2 (16)
Das Perfekt der meisten deutschen Verben besteht aus einer Präsensform von haben und dem Partizip II: Ich habe die Tür geöffnet. Die Form von haben richtet sich nach der handelnden Person; das Partizip bleibt unverändert und steht im Hauptsatz gewöhnlich am Ende. Einige Verben der Bewegung und Zustandsänderung bilden das Perfekt dagegen mit sein.
Einige deutsche Verben bilden das Perfekt mit einer Form von sein und dem Partizip II: Ich bin gegangen. Sie ist eingeschlafen. Dazu gehören vor allem Verben der Ortsveränderung und des Zustandswechsels sowie einige wichtige Einzelverben wie bleiben, sein und werden. Das Partizip bleibt immer gleich; nur sein wird an die handelnde Person angepasst.
Das Partizip II wird bei vielen regelmäßigen Verben nach dem Muster ge- + Verbstamm + -t gebildet: machen → gemacht. Unregelmäßige Verben enden häufig auf -en und können ihren Stammvokal ändern: schreiben → geschrieben. Bei untrennbaren Vorsilben und bei Verben auf -ieren steht kein ge- (verstanden, studiert); bei trennbaren Verben steht es zwischen Vorsilbe und Verbstamm (aufgemacht).
Der Dativ antwortet oft auf die Frage wem? Die bestimmten Artikel lauten dem, der, dem, den, die unbestimmten einem, einer, einem; im Plural gibt es keinen unbestimmten Artikel. Besonders häufig bezeichnet der Dativ eine Person, die etwas bekommt oder von einer Handlung betroffen ist: Ich gebe dem Mann das Buch.
Dativpronomen ersetzen eine Person oder Sache im Dativ: Ich helfe dem Mann wird zu Ich helfe ihm. Die wichtigsten Formen sind mir, dir, ihm, ihr, uns, euch, ihnen und das höfliche Ihnen. Nach bestimmten Verben und Präpositionen fragt man nach ihnen mit wem?
Einige deutsche Verben bestimmen, dass die Person oder Sache bei ihnen im Dativ steht: Ich helfe dir, Der Mantel gehört ihr. Besonders wichtig sind helfen, danken, gefallen, gehören, schmecken und passen. Man lernt diese Verben am besten gleich mit der Frage wem? und mit einem passenden Dativpronomen.
Die neun Wechselpräpositionen an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor und zwischen können mit Akkusativ oder Dativ stehen. Bezeichnet die Präpositionalgruppe ein Ziel oder eine Richtung (wohin?), steht meist der Akkusativ: Ich stelle die Tasse auf den Tisch. Bezeichnet sie einen Ort oder eine Lage (wo?), steht der Dativ: Die Tasse steht auf dem Tisch.
Nach einem bestimmten Artikel erhält ein Adjektiv fast immer die Endung -e oder -en. -e steht nur in fünf Formen: im Nominativ Singular sowie im Akkusativ Femininum und Neutrum. In allen übrigen Formen steht -en: der neue Mantel, die neue Jacke, aber den neuen Mantel und mit der neuen Jacke.
Nach ein, eine, kein und Possessivartikeln wie mein oder dein hat das Adjektiv eine sogenannte gemischte Endung. Fehlt am Artikel eine eindeutige Endung, zeigt das Adjektiv Genus und Fall: ein großer Mann, ein kleines Kind. In den meisten anderen Formen endet das Adjektiv auf -en.
Weil nennt einen Grund, dass leitet den Inhalt einer Aussage, eines Gedankens oder eines Gefühls ein. Beide Wörter eröffnen einen Nebensatz; darin steht das konjugierte Verb (die Verbform, die zu Person und Zeit passt) normalerweise am Ende: Ich bleibe zu Hause, weil ich krank bin. Zwischen Haupt- und Nebensatz steht ein Komma.
Wenn leitet eine Bedingung oder eine Zeitangabe ein: Wenn ich Zeit habe, komme ich. Ob leitet eine indirekte Ja/Nein-Frage ein: Ich weiß nicht, ob er kommt. In beiden Nebensätzen steht das konjugierte Verb normalerweise am Ende, und zwischen Haupt- und Nebensatz steht ein Komma.
Der Komparativ ist die Vergleichsform eines Adjektivs oder Adverbs: Aus schnell wird schneller, aus gut wird besser. Meist hängt man -er an die Grundform und verbindet die beiden Vergleichsgrößen mit als: Mira läuft schneller als Tom. Für Gleichheit steht dagegen so … wie.
Der Superlativ bezeichnet den höchsten Grad einer Eigenschaft. Ohne folgendes Substantiv steht meist am + Adjektiv + -(e)sten: Dieses Auto fährt am schnellsten. Vor einem Substantiv verwendet man Adjektiv + -(e)st- mit einer passenden Adjektivendung: das schnellste Auto.
Nach durch, für, gegen, ohne und um steht die folgende Nominalgruppe im Akkusativ: durch den Park, für meinen Bruder, ohne dich. Auch bis und entlang gehören in diesen Themenbereich, haben aber besondere Satzmuster: meist bis Montag ohne Artikel und den Fluss entlang mit nachgestelltem entlang.
Die Präpositionen aus, bei, mit, nach, seit, von, zu, gegenüber und außer verlangen grundsätzlich den Dativ: mit dem Bus, bei meiner Schwester, seit einem Jahr. Nach ihnen ändern sich also Artikel, Pronomen und manchmal auch das Nomen. Besonders wichtig sind die festen Kurzformen beim, vom, zum und zur.
Ordinalzahlen geben eine Reihenfolge oder einen Platz an: der erste Tag, die zweite Aufgabe, das dritte Kapitel. Von 1 bis 19 enden sie meist auf -te, ab 20 auf -ste; im Satz bekommen sie zusätzlich dieselben Endungen wie Adjektive: der zweite Mai, am zweiten Mai, mein zweites Mal.
B1 (17)
Das Präteritum von sein und haben wird mit war beziehungsweise hatte gebildet: Ich war müde. Wir hatten wenig Zeit. Anders als bei vielen anderen Verben sind diese Formen auch im gesprochenen Deutsch sehr gebräuchlich. Für die Vergangenheit braucht man dabei kein zusätzliches Hilfsverb und kein Partizip.
Die Modalverben bilden das Präteritum mit -te und meist ohne Umlaut: konnte, musste, durfte, sollte, wollte, mochte. Steht ein weiteres Verb im Satz, bleibt es als Infinitiv (Grundform) am Ende: Ich musste lange arbeiten. Diese Präteritumformen sind auch im gesprochenen Deutsch sehr gebräuchlich.
Regelmäßige Verben bilden das Präteritum mit Verbstamm + -te + Personalendung: machen → ich machte, du machtest, wir machten. Endet der Stamm auf -d oder -t, steht zur leichteren Aussprache meist ein zusätzliches e: arbeiten → arbeitete. Im Gespräch verwendet man für solche Verben häufig das Perfekt, in Erzählungen und geschriebenen Berichten dagegen oft das Präteritum.
Starke Verben bilden das Präteritum meist durch einen Wechsel des Stammvokals und ohne die regelmäßige Endung -te: gehen → ging, schreiben → schrieb, kommen → kam. Die Formen müssen zusammen mit dem Infinitiv und dem Partizip II gelernt werden, weil sich der neue Vokal nicht zuverlässig vorhersagen lässt.
Das Futur I besteht aus einer konjugierten Form von werden und dem Infinitiv (der Grundform des Verbs): Ich werde morgen kommen. Es bezeichnet vor allem Vorhersagen, Absichten und Versprechen, kann aber auch eine Vermutung über die Gegenwart ausdrücken: Er wird wohl schlafen. Für feste oder bereits geplante zukünftige Ereignisse verwendet man im Deutschen oft einfach das Präsens.
Der Genitiv beantwortet meist die Frage wessen? und verbindet Personen oder Dinge miteinander: das Auto meines Vaters, die Mitte der Stadt. Außerdem steht er in der Standardsprache nach Präpositionen wie wegen, trotz, während und statt: trotz des Regens.
Ein Relativsatz ergänzt Informationen zu einem Nomen oder Pronomen: Das ist der Kollege, der mir geholfen hat. Das Relativpronomen übernimmt Genus und Numerus vom Bezugswort, sein Kasus hängt aber von seiner Aufgabe im Relativsatz ab. Wie in anderen Nebensätzen steht das konjugierte Verb normalerweise am Ende.
Mit würde + Infinitiv beschreibt man eine vorgestellte oder nicht reale Handlung und formuliert Wünsche, Ratschläge und Bitten höflicher: Ich würde gern kommen. Dabei wird nur würde an die Person angepasst; der Infinitiv steht normalerweise am Satzende: Würden Sie mir helfen? Bei sein, haben und den Modalverben sind jedoch meist die kurzen Formen wäre, hätte, könnte, müsste und sollte natürlicher.
Wäre ist der Konjunktiv II von sein, hätte der Konjunktiv II von haben. Beide Formen beschreiben häufig etwas nur Vorgestelltes oder nicht Wirkliches: Wenn ich mehr Zeit hätte, wäre ich entspannter. Außerdem machen sie Wünsche und Bitten höflicher: Ich hätte gern einen Tee. Das wäre nett.
Das Vorgangspassiv im Präsens wird mit einer Präsensform von werden und dem Partizip II gebildet: Die Tür wird geöffnet. Im Mittelpunkt steht, was mit einer Person oder Sache geschieht; wer die Handlung ausführt, kann unerwähnt bleiben oder mit von + Dativ ergänzt werden: Die Tür wird von der Hausmeisterin geöffnet.
Eine Infinitivgruppe mit zu ergänzt häufig ein Verb, ein Adjektiv oder ein Nomen: Ich hoffe, bald eine Wohnung zu finden. Zu steht direkt vor dem einfachen Infinitiv, bei trennbaren Verben jedoch zwischen den beiden Verbteilen: anzufangen. Modalverben wie können und müssen stehen dagegen normalerweise mit einem Infinitiv ohne zu.
Ein Reflexivpronomen steht meist im Dativ, wenn dieselbe Person zugleich Subjekt und beteiligte Person ist und es außerdem ein Akkusativobjekt gibt: Ich wasche mir die Hände. Die Formen lauten mir, dir, sich, uns, euch, sich. Ohne ein weiteres Akkusativobjekt steht das Reflexivpronomen dagegen bei vielen Verben im Akkusativ: Ich wasche mich.
Mit dem Konjunktiv I gibt man wieder, was eine andere Person gesagt, geschrieben oder gedacht hat, ohne ihre Aussage als eigene Behauptung zu formulieren: Er sagt, er sei krank. Besonders häufig ist diese Form in Nachrichten, Berichten und anderen sachlich-formellen Texten. Am wichtigsten sind zunächst die Formen sei, habe, werde und regelmäßige Formen wie komme.
Obwohl leitet einen Nebensatz ein; das konjugierte Verb steht dort am Ende: Obwohl es regnet, gehe ich spazieren. Trotzdem ist dagegen ein Satzadverb in einem Hauptsatz; steht es an erster Stelle, folgt sofort das konjugierte Verb: Es regnet. Trotzdem gehe ich spazieren. Beide Formen zeigen, dass etwas entgegen einer Erwartung geschieht.
Temporale Nebensätze geben an, wann, wie lange oder in welcher Reihenfolge etwas geschieht. Sie beginnen zum Beispiel mit als, wenn, bevor, nachdem, während, bis, seit oder sobald; das konjugierte Verb steht normalerweise am Ende: Bevor du gehst, ruf mich an. Steht der Nebensatz zuerst, folgt im Hauptsatz direkt das konjugierte Verb: Bevor du gehst, ruf mich an.
Mit um … zu und damit nennt man ein Ziel oder einen Zweck. Haben beide Handlungen dasselbe Subjekt, nimmt man meistens um … zu: Ich spare, um ein Auto zu kaufen. Braucht die zweite Handlung ein eigenes Subjekt, steht damit mit einem vollständigen Nebensatz: Ich spreche langsam, damit du mich verstehst.
Bei der N-Deklination erhält ein schwaches maskulines Nomen im Singular in allen Fällen außer dem Nominativ die Endung -n oder -en: der Student, aber den Studenten, dem Studenten und des Studenten. Die Endung gehört zum Nomen und bleibt deshalb auch nach einem Pronomen oder Adjektiv erhalten: mit diesem netten Studenten.
B2 (12)
Das Plusquamperfekt bezeichnet ein Ereignis, das vor einem anderen Zeitpunkt in der Vergangenheit abgeschlossen war. Es besteht aus hatte oder war und dem Partizip II: Ich hatte schon gegessen, als er kam. Welches Hilfsverb man verwendet, folgt grundsätzlich denselben Regeln wie im Perfekt.
Das Vorgangspassiv beschreibt eine Handlung, ohne die handelnde Person in den Mittelpunkt zu stellen. In der Vergangenheit lautet die wichtigste Wahl: wurde + Partizip II im Präteritum (Die Tür wurde geöffnet) oder ist + Partizip II + worden im Perfekt (Die Tür ist geöffnet worden). Im Perfekt heißt es dabei immer worden, nicht geworden.
Der Konjunktiv II der Vergangenheit beschreibt etwas, das in der Vergangenheit nicht wirklich geschehen ist oder anders hätte geschehen können. Man bildet ihn meist mit hätte oder wäre und dem Partizip II: Ich hätte angerufen. – Sie wäre gekommen. Das Hilfsverb richtet sich wie im Perfekt nach dem Vollverb.
Irreale Konditionalsätze beschreiben eine nur vorgestellte oder nicht mehr erfüllbare Bedingung. Für Gegenwart und Zukunft steht der Konjunktiv II der Gegenwart: Wenn ich Zeit hätte, würde ich kommen. Für Vergangenes verwendet man den Konjunktiv II der Vergangenheit: Wenn ich Zeit gehabt hätte, wäre ich gekommen.
Das Futur II bezeichnet entweder etwas, das zu einem zukünftigen Zeitpunkt bereits abgeschlossen sein wird, oder eine Vermutung über Vergangenes. Es wird mit einer Form von werden, dem Partizip II und haben oder sein gebildet: Bis morgen werde ich den Bericht geschrieben haben. – Er wird wohl schon gegangen sein.
Das Partizip I entsteht normalerweise aus Infinitiv + d: schlafen → schlafend. Steht es vor einem Nomen (einem Wort für eine Person, Sache oder Idee), erhält es zusätzlich dieselben Endungen wie ein gewöhnliches Adjektiv: das schlafende Kind, mit einem schlafenden Kind. Inhaltlich beschreibt es meist eine Handlung oder einen Vorgang, der gerade abläuft: Das Kind schläft.
Ein Partizip II wie geschrieben, gekocht oder geöffnet kann vor einem Nomen wie ein Adjektiv stehen. Dann erhält es die normale Adjektivendung: der gekochte Reis, eine geöffnete Tür, mit frisch gebackenem Brot. Meist beschreibt es das Ergebnis einer abgeschlossenen Handlung oder einen Zustand, der durch eine Handlung entstanden ist.
Ein erweitertes Partizipialattribut bündelt die Information eines Relativsatzes vor einem Nomen: Aus der Mann, der in Berlin lebt wird der in Berlin lebende Mann. Alle Ergänzungen stehen zwischen Artikel und Partizip; das Partizip steht unmittelbar vor dem Nomen und erhält dieselbe Endung wie ein attributives Adjektiv.
Mit lassen + Infinitiv ohne zu drückt man meistens aus, dass das Subjekt eine Handlung veranlasst (Ich lasse das Fahrrad reparieren) oder erlaubt (Sie lässt die Kinder spielen). Das konjugierte lassen steht im Hauptsatz an zweiter Stelle; der andere Infinitiv steht am Ende. Im Perfekt heißt es bei dieser Konstruktion Ich habe das Fahrrad reparieren lassen — nicht reparieren gelassen.
Bei einer Nominalisierung wird ein Verb oder Adjektiv wie ein Substantiv gebraucht und deshalb großgeschrieben: lesen → das Lesen, schön → das Schöne, angestellt → die Angestellten. Nominalisierte Infinitive sind immer sächlich; nominalisierte Adjektive und Partizipien richten ihre Endung dagegen nach Artikel, Fall, Zahl und gegebenenfalls Geschlecht.
Das Zustandspassiv beschreibt meist das Ergebnis einer abgeschlossenen Handlung: Jemand hat die Tür geschlossen → Die Tür ist geschlossen. Es wird mit einer Form von sein und dem Partizip II gebildet. Im Gegensatz dazu richtet das Vorgangspassiv mit werden den Blick auf die Handlung selbst: Die Tür wird geschlossen.
Mit als ob, als wenn oder als + Verb beschreibt man einen Eindruck, der nicht als Tatsache gilt: Er tut, als ob er alles wüsste oder kürzer Er tut, als wüsste er alles. Bei einem irrealen oder bezweifelten Vergleich steht normalerweise der Konjunktiv II; nach als ob und als wenn steht das konjugierte Verb am Satzende, nach einfachem als direkt am Anfang des Vergleichssatzes.
C1 (10)
Der Konjunktiv I kennzeichnet vor allem Äußerungen, die wiedergegeben, aber nicht als eigene Aussage bestätigt werden: Sie sagt, sie sei bereit. Seine Grundformen bestehen aus Verbstamm und den Endungen -e, -est, -e, -en, -et, -en. Ist eine Form nicht vom Indikativ zu unterscheiden, verwendet man in der Standardsprache meist den Konjunktiv II oder als weitere Ersatzform würde + Infinitiv.
Statt eines Passivs mit werden kann man im Deutschen oft man, sich lassen + Infinitiv, sein + zu + Infinitiv oder ein Adjektiv auf -bar beziehungsweise -lich verwenden. Die Formen sind jedoch nicht völlig austauschbar: man rückt eine unbestimmte handelnde Person in den Vordergrund, die anderen Formen drücken meist Möglichkeit, Eignung oder Notwendigkeit aus.
Modalverben wie müssen, dürfte und können bezeichnen nicht nur Pflicht, Erlaubnis oder Fähigkeit. Sie können auch zeigen, wie sicher eine sprechende Person eine Aussage findet: Er muss zu Hause sein ist ein starker Schluss, Er dürfte zu Hause sein eine wahrscheinliche Vermutung und Er kann nicht zu Hause sein hält die Aussage für unmöglich. Für Vergangenes steht meist ein Infinitiv Perfekt: Er muss zu Hause gewesen sein.
Das Präteritum ist das grundlegende Erzähltempus schriftlicher deutscher Geschichten: Er öffnete das Fenster, sah hinaus und schwieg. In einem längeren Erzählabschnitt stehen dabei regelmäßige, starke, gemischte und modale Verben gleichermaßen im Präteritum. Vorzeitiges wird meist mit dem Plusquamperfekt markiert; Dialoge und bewusst gesetzte Perspektivwechsel dürfen dagegen andere Tempora enthalten.
Ein Funktionsverbgefüge verbindet ein Verb mit einem Nomen oder einer festen Präpositionalgruppe: etwas in Betracht ziehen, etwas zur Verfügung stellen, etwas in Anspruch nehmen. Das Verb trägt vor allem Person, Zeit und Modus; die eigentliche Bedeutung steckt überwiegend im gesamten Gefüge. Deshalb lernt man die Verbindung am besten als feste Einheit — einschließlich Präposition, Artikel und Ergänzungen.
Bei einer Nomen-Verb-Verbindung werden ein Nomen und ein bestimmtes Verb bevorzugt miteinander kombiniert: Man trifft eine Entscheidung, fasst einen Beschluss und stellt einen Antrag. Andere Verben können zwar eine ähnliche Grundbedeutung haben, klingen in derselben Verbindung aber oft unüblich oder verändern die Aussage. Deshalb lernt man am besten die ganze Verbindung einschließlich Artikel, Präposition und Kasus.
Die Konnektoren indem, zumal, sofern, insofern als und anstatt dass leiten Nebensätze mit dem konjugierten Verb am Ende ein. Infolgedessen ist dagegen ein Konjunktionaladverb: Es verbindet zwei Aussagen inhaltlich, besetzt aber eine Stelle im Hauptsatz, sodass das konjugierte Verb direkt danach steht. Entscheidend ist nicht nur die Wortstellung, sondern auch die genaue Beziehung zwischen den Aussagen: Mittel, Folge, zusätzlicher Grund, Bedingung, Einschränkung oder nicht gewählte Alternative.
Steht vor einem Adjektiv kein Artikel, trägt meist das Adjektiv die deutliche Endung für Genus (grammatisches Geschlecht), Numerus (Einzahl oder Mehrzahl) und Kasus (die Rolle im Satz): kalter Kaffee, frisches Brot, mit großer Freude. Diese Endungen heißen starke Adjektivendungen. Besonders wichtig sind -er, -es, -e, -en, -em und im Genitiv Singular die Formen guten Weines oder kalten Wetters.
Wird ein Verb zum Substantiv, kann seine inhaltliche Umgebung erhalten bleiben: Aus das Buch lesen wird das Lesen des Buches, aus auf den Bus warten wird das Warten auf den Bus. Ein Akkusativobjekt erscheint dabei häufig als Genitivattribut oder mit von; eine vom Verb verlangte Präposition bleibt in der Regel bestehen.
Steht ein Modalverb zusammen mit einem weiteren Verb im Perfekt, erscheint anstelle des erwarteten Partizips II der Ersatzinfinitiv: Ich habe länger arbeiten müssen, nicht ich habe länger arbeiten gemusst. Dasselbe Muster tritt besonders bei Wahrnehmungsverben auf: Sie hat ihn kommen sehen. Im Nebensatz steht die finite Form von haben meist vor der Infinitivgruppe: …, weil sie ihn hat kommen sehen.
C2 (8)
Gehobener literarischer Stil entsteht nicht durch eine einzige Grammatikregel, sondern durch bewusst markierte Formen: seltene Genitivobjekte, ältere Verbformen wie ward und eine von der neutralen Satzfolge abweichende Wortstellung. Solche Mittel begegnen vor allem in Literatur, historisierender Sprache und feierlichen Texten. Auf C2-Niveau ist es wichtiger, ihre Wirkung sicher zu erkennen, als sie möglichst häufig selbst zu verwenden.
Deutsche Amts- und Rechtstexte verdichten Informationen häufig durch Nominalstil, Passivformen, lange Zusammensetzungen und feste Wendungen wie hiermit, gemäß oder bei Nichtbeachtung. Entscheidend ist nicht, möglichst kompliziert zu schreiben, sondern handelnde Personen, Voraussetzungen, Fristen und Rechtsfolgen genau zu erkennen. Viele schwere Sätze werden verständlich, sobald man sie in die Fragen „Wer muss was tun – unter welcher Bedingung – bis wann – mit welcher Folge?“ zerlegt.
Wissenschaftliche Texte sollen überprüfbar, präzise und nachvollziehbar argumentieren. Typisch sind deshalb klar zugeordnete Quellen, vorsichtig abgestufte Aussagen, sachbezogene Formulierungen und teilweise Nominalisierungen; möglichst komplizierte Sätze sind dagegen kein Qualitätsmerkmal. Entscheidend ist, dass erkennbar bleibt, wer was auf welcher Grundlage behauptet.
Modalpartikeln verändern nicht den beschriebenen Sachverhalt, sondern zeigen, wie eine Äußerung gemeint ist und welches Wissen Sprecher und Hörer vermutlich teilen. So kann Das stimmt schon zugleich Zustimmung und einen bevorstehenden Einwand signalisieren, während Das stimmt ja auf etwas Bekanntes oder gerade Erkanntes verweist. Entscheidend sind Satzart, Betonung, Kontext und Partikelkombination.
Die deutsche Wortstellung ist nicht beliebig, aber innerhalb fester Grenzen flexibel. Wer ein Satzglied ins Vorfeld stellt, die Reihenfolge im Mittelfeld verändert oder einen langen Teil ins Nachfeld auslagert, lenkt die Aufmerksamkeit: Dieses Buch habe ich gelesen hebt dieses Buch hervor. Dabei bleiben Grundregeln wie die Verbzweitstellung im Hauptsatz und die Satzklammer erhalten.
Ein komplexes Satzgefüge verbindet einen Hauptsatz mit mehreren abhängigen Sätzen, die einander nebengeordnet oder ineinander eingebettet sein können. Entscheidend ist, jede Satzgrenze zu erkennen und die Verbform innerhalb jedes Teilsatzes richtig zu platzieren. Gute Beherrschung auf C2-Niveau bedeutet außerdem, zwischen präziser Verdichtung und unnötig schwerer Verschachtelung unterscheiden zu können.
Ein Register ist die Sprachform, die zu einer bestimmten Situation, Beziehung und Absicht passt. Formell, informell, umgangssprachlich und regional oder dialektal geprägt sind keine starren Schubladen: Wortwahl, Anrede, Satzbau, Aussprache und Textsorte wirken zusammen. Auf C2-Niveau zählt deshalb nicht nur, ob ein Satz grammatisch richtig ist, sondern auch, ob er im jeweiligen Kontext angemessen klingt.
Redewendungen sind mehrteilige Ausdrücke, deren Gesamtbedeutung sich oft nicht wörtlich aus den einzelnen Wörtern ergibt: nicht das Gelbe vom Ei sein bedeutet „nicht besonders gut oder nicht optimal sein“. Für einen sicheren Gebrauch reicht die Bedeutung allein nicht aus. Man muss auch die feste Form, die grammatischen Ergänzungen, das Register und die typische Situation kennen.
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