C1

Zeitenfolge und Tempuswechsel im Schwedischen

Tempusskifte

Dieser Artikel ist Teil des Schwedisch-Grammatikbaums auf Settemila Lingue.

Kurz gesagt

Im Schwedischen richtet sich die Zeitform in komplexen Sätzen nach einem zeitlichen Bezugspunkt: Ein Ereignis kann gleichzeitig mit ihm, davor oder danach liegen. Nach einem Verb in der Vergangenheit stehen deshalb oft preteritum für Gleichzeitigkeit, pluskvamperfekt für Vorzeitigkeit und skulle + infinitiv für Nachzeitigkeit: Hon sa att hon var sjuk, hade ringt läkaren och skulle stanna hemma. Das ist eine häufige Verschiebung der Perspektive, aber kein ausnahmsloses Formelsystem.

Überblick

Zeitenfolge bezeichnet das Zusammenspiel mehrerer Zeitformen in einem Satz oder längeren Text. Entscheidend ist nicht nur, wann etwas aus Sicht der sprechenden Person geschieht. Ebenso wichtig ist, von welchem Zeitpunkt aus eine Aussage, Erinnerung oder Erwartung betrachtet wird. Dieser Zeitpunkt heißt hier zeitlicher Bezugspunkt – also das gedankliche „Jetzt“, zu dem andere Vorgänge in Beziehung gesetzt werden.

Das Thema gehört zum Niveau C1, weil die einzelnen Zeitformen meist schon bekannt sind, nun aber präzise miteinander kombiniert werden. Typische Bereiche sind die indirekte Rede, Berichte über Gedanken und Wissen, Bedingungssätze sowie Erzählungen mit Rückblenden. Wer die Beziehungen zwischen den Vorgängen erkennt, muss weniger einzelne Regeln auswendig lernen.

Für Deutschsprachige gibt es zwei wichtige Unterschiede. Erstens verwendet das moderne Schwedisch in der indirekten Rede normalerweise den Indikativ (die gewöhnliche Wirklichkeitsform), nicht den deutschen Konjunktiv I: Han sa att han var trött entspricht je nach Zusammenhang „Er sagte, er sei müde“ oder „Er sagte, dass er müde war“. Zweitens ist skulle nicht automatisch mit deutschem „würde“ gleichzusetzen. Es kann schlicht eine Zukunft ausdrücken, die von einem vergangenen Zeitpunkt aus gesehen wird.

So funktioniert es

Drei Beziehungen zu einem Bezugspunkt

Angenommen, der Bezugspunkt liegt in der Vergangenheit, etwa bei hon berättade („sie erzählte“). Dann lassen sich die wichtigsten Beziehungen so ordnen:

Zeitliche Beziehung Häufige schwedische Form Beispiel Bedeutung
gleichzeitig mit dem vergangenen Bezugspunkt preteritum (einfache Vergangenheit) Hon berättade att hon bodde i Malmö. Zu jener Zeit wohnte sie in Malmö.
vor dem vergangenen Bezugspunkt pluskvamperfekt (Vorvergangenheit): hade + supinum Hon berättade att hon hade bott i Lund. Das Wohnen in Lund lag schon davor.
nach dem vergangenen Bezugspunkt skulle + infinitiv Hon berättade att hon skulle flytta till Umeå. Der Umzug war damals noch zukünftig.

Das Supinum ist die Verbform nach har und hade, zum Beispiel ätit, gått, kommit oder bott. Es ähnelt oft dem Partizip, wird im Schwedischen aber als eigene Form behandelt.

Bei einem Bezugspunkt in der Gegenwart bleiben die Formen entsprechend näher an der Gegenwart:

Beziehung zum gegenwärtigen Bezugspunkt Häufige Form Beispiel
gleichzeitig presens Hon säger att hon bor i Malmö.
davor, mit Bezug zur Gegenwart perfekt: har + supinum Hon säger att hon har bott i Lund.
danach ska/kommer att + infinitiv oder Präsens mit Zukunftsangabe Hon säger att hon ska flytta i höst.

Diese Tabellen sind Orientierungshilfen. Die Wahl hängt auch davon ab, ob ein Zustand noch gilt, ob das Ergebnis noch relevant ist und welche Perspektive die erzählende Person einnimmt.

Tempusverschiebung in der indirekten Rede

Steht das einleitende Verb im Präsens, ist meist keine Verschiebung nötig:

  • Direkte Rede: ”Jag är trött.”
  • Wiedergabe in der Gegenwart: Hon säger att hon är trött.

Wird dieselbe Äußerung später berichtet, verschiebt sich die Zeitform häufig um eine Stufe zurück:

Ursprüngliche Perspektive Rückblickende Wiedergabe
är var
har ätit hade ätit
ska/kommer att resa skulle resa

So wird aus ”Jag har redan ätit och jag kommer senare” etwa Han sa att han redan hade ätit och skulle komma senare. Die Formen werden nicht wegen des Verbs säga mechanisch geändert. Sie zeigen, dass Essen und Kommen nun vom vergangenen Zeitpunkt des Sagens aus betrachtet werden.

Eine Gegenwartsform kann stehen bleiben, wenn der Inhalt weiterhin gilt oder als allgemeine Tatsache dargestellt wird:

  • Läraren förklarade att jorden kretsar kring solen. – Die Aussage gilt unabhängig vom damaligen Erklären.
  • Maja sa att hon bor i Göteborg. – Möglich, wenn die berichtende Person deutlich macht, dass Maja noch immer dort wohnt.
  • Maja sa att hon bodde i Göteborg. – Neutraler Rückblick; daraus folgt nicht zwingend, dass sie heute anderswo wohnt.

Gerade der letzte Gegensatz ist wichtig: Das Präteritum schließt eine Fortdauer bis heute nicht automatisch aus. Es verankert die Information zunächst nur in der damaligen Situation.

Vorzeitigkeit: hade + supinum

Das Plusquamperfekt zeigt, dass ein Vorgang vor einem bereits vergangenen Bezugspunkt abgeschlossen war:

De trodde att vi redan hade gått.

Der Bezugspunkt ist das damalige Glauben (trodde). Unser Weggehen (hade gått) lag noch früher. Ebenso in Jag visste inte att du hade bott här: Das Wohnen liegt aus Sicht des damaligen Nichtwissens weiter zurück. Ob die Person zu diesem Zeitpunkt noch dort wohnte, muss der Zusammenhang klären.

Mehrere Plusquamperfektformen können unterschiedliche Ebenen markieren:

Om hon hade vetat att han hade kommit, skulle hon ha ringt honom.

  • hade vetat bezeichnet die nicht erfüllte Voraussetzung;
  • hade kommit bezeichnet den Inhalt dessen, was sie hätte wissen können;
  • skulle ha ringt bezeichnet die nicht eingetretene Folge.

Nicht jeder frühere Vorgang braucht jedoch dauerhaft das Plusquamperfekt. In einer Erzählung kann es eine Rückblende eröffnen; sobald die frühere Zeitebene klar ist, führt der Text die Ereignisse gelegentlich im Präteritum weiter. Beim eigenen Schreiben ist es dennoch sinnvoll, beim Plusquamperfekt zu bleiben, solange ein Wechsel sonst missverständlich wäre.

Nachzeitigkeit: Zukunft aus vergangener Sicht

Für etwas, das vom damaligen Zeitpunkt aus noch bevorstand, verwendet man häufig skulle + infinitiv. Diese Form wird auch futurum preteriti genannt, also „Zukunft in der Vergangenheit“:

Han sa att han skulle komma när han hade ätit.

Die Reihenfolge lautet: Zuerst würde er essen, danach würde er kommen; beides wird vom früheren Sagen aus gesehen. Ob er später tatsächlich kam, sagt skulle komma allein nicht aus.

In Erzählungen kann dieselbe Form einen späteren, heute bekannten Ausgang ankündigen:

Ingen anade att beslutet skulle förändra hela staden.

Hier ist skulle förändra keine höfliche oder irreale Form. Der Erzähler blickt von einem späteren Standpunkt auf das damalige Nichtwissen zurück.

In Zeitsätzen über die Zukunft steht im Schwedischen häufig Präsens statt einer ausdrücklich markierten Zukunft:

  • Jag ringer när jag kommer fram. – Ich rufe an, wenn ich ankomme.
  • Han sa att han skulle ringa när han kom fram. – Er sagte, er werde anrufen, wenn er ankomme/angekommen sei.

Soll der Abschluss vor dem nächsten Vorgang besonders hervorgehoben werden, sind har/hade + supinum möglich: Jag ringer när jag har kommit fram; rückblickend han skulle ringa när han hade kommit fram.

Zeitangaben folgen oft der Perspektive

Mit der Zeitform können sich auch deiktische Ausdrücke ändern – Wörter, deren Bedeutung vom jeweiligen Hier und Jetzt abhängt. Die Anpassung ist sinnvoll, wenn der ursprüngliche Ausdruck aus der neuen Erzählsituation unklar wäre.

In der ursprünglichen Äußerung In späterer Wiedergabe oft
i dag (heute) den dagen (an jenem Tag)
i går (gestern) dagen före (am Tag davor)
i morgon (morgen) nästa dag (am nächsten Tag)
nu (jetzt) (damals/dann)
här (hier) där (dort)

Aus ”Jag ska träffa henne här i morgon” kann daher Han sa att han skulle träffa henne där nästa dag werden. Wird die Aussage noch am selben Ort und am selben Tag wiedergegeben, können här und i morgon selbstverständlich erhalten bleiben. Maßgeblich ist die tatsächliche Perspektive, nicht eine starre Ersetzungsliste.

Erzählzeit und Rückblende

In einer Erzählung bildet das Präteritum meist die Hauptebene. Das Plusquamperfekt führt zu Ereignissen zurück, die schon vorher geschehen waren:

Sara öppnade dörren. Någon hade lämnat ett paket utanför. Hon tog in det och ringde sin granne.

öppnade, tog und ringde treiben die Handlung voran. hade lämnat liefert den früheren Hintergrund. Ein unkontrollierter Wechsel zwischen beiden Formen verändert die zeitliche Ordnung.

Literarische und journalistische Texte verwenden außerdem das historische Präsens: Vergangenes wird im Präsens erzählt, damit es unmittelbarer wirkt. Dann entsteht vorübergehend ein neuer Gegenwartsanker:

År 2018 flyttar familjen till Kiruna. De har redan sålt huset i söder, men barnen vet ännu inte vad som väntar dem.

flyttar und vet gehören zur lebendig dargestellten Hauptebene; har sålt liegt davor. Wer mit historischem Präsens beginnt, sollte die gewählte Perspektive erkennbar halten und nicht ohne Grund zwischen Präsens und Präteritum springen.

Beispiele im Zusammenhang

Schwedisch Deutsch Hinweis
Hon säger att hon arbetar hemma i dag. Sie sagt, dass sie heute zu Hause arbeitet. Gegenwärtiges Sagen und gleichzeitiges Arbeiten
Hon sa att hon arbetade hemma den dagen. Sie sagte, dass sie an jenem Tag zu Hause arbeitete. Gleichzeitigkeit in vergangener Perspektive
De trodde att vi redan hade gått. Sie glaubten, wir seien bereits gegangen. Das Weggehen liegt vor dem Glauben.
Jag visste inte att du hade bott här. Ich wusste nicht, dass du hier gewohnt hattest. Das Wohnen liegt vor dem damaligen Wissen.
Han sa att han skulle komma när han hade ätit. Er sagte, er werde kommen, nachdem er gegessen habe. Essen vor dem geplanten Kommen
Läkaren förklarade att medicinen verkar långsamt. Die Ärztin erklärte, dass das Medikament langsam wirkt. Weiterhin gültige Aussage im Präsens
Mira sa att hon fortfarande bodde hos sina föräldrar. Mira sagte, dass sie noch bei ihren Eltern wohne. Neutral aus damaliger Perspektive formuliert
Vi förstod att tåget redan hade lämnat stationen. Wir begriffen, dass der Zug den Bahnhof bereits verlassen hatte. Eindeutige Vorzeitigkeit
Ingen visste att stormen skulle bli så kraftig. Niemand wusste, dass der Sturm so heftig werden würde. Spätere Entwicklung aus vergangener Sicht
Om hon hade vetat att han hade kommit, skulle hon ha stannat. Wenn sie gewusst hätte, dass er gekommen war, wäre sie geblieben. Irreale Vergangenheit mit eingebettetem Inhalt
Jag ringer dig när mötet är slut. Ich rufe dich an, wenn die Besprechung vorbei ist. Präsens im zukünftigen Zeitsatz
Han lovade att han skulle ringa när mötet var slut. Er versprach anzurufen, wenn die Besprechung vorbei sei. Derselbe Ablauf von einem vergangenen Punkt aus
När polisen kom hade tjuven redan försvunnit. Als die Polizei kam, war der Dieb bereits verschwunden. Rückblende vor ein Ereignis der Haupthandlung
Hon öppnade brevet som hon hade fått veckan före. Sie öffnete den Brief, den sie in der Woche davor erhalten hatte. Relativsatz mit früherem Vorgang
År 1995 återvänder han till Sverige; han har då bott utomlands i tio år. 1995 kehrt er nach Schweden zurück; zu diesem Zeitpunkt hat er zehn Jahre im Ausland gelebt. Historisches Präsens mit davorliegendem Perfekt

Häufige Fehler

Skulle als bloßes deutsches „würde“ behandeln

  • Ungünstig: Han sa att han ska komma nästa dag.
  • Neutral im Rückblick: Han sa att han skulle komma nästa dag.
  • Warum: Der Plan lag nach dem damaligen Sagen. Skulle komma markiert diese Zukunft in der Vergangenheit. Ska komma ist möglich, wenn die sprechende Person den Plan bewusst als noch heute gültig übernimmt; es ist aber nicht die neutrale rückblickende Form.

Vorzeitigkeit nur mit Präteritum ausdrücken

  • Missverständlich: De trodde att vi redan gick.
  • Klar: De trodde att vi redan hade gått.
  • Warum: Gick kann wie ein Vorgang auf derselben vergangenen Ebene wirken. Hade gått zeigt eindeutig, dass das Weggehen vor dem Glauben abgeschlossen war.

Den deutschen Konjunktiv ins Schwedische übertragen

  • Falsch: Hon sa att hon vore trött.
  • Richtig: Hon sa att hon var trött.
  • Warum: Das heutige Schwedisch kennzeichnet gewöhnliche indirekte Rede nicht mit einer produktiven Konjunktivform. Distanz zur Aussage ergibt sich aus dem Kontext oder aus Wörtern wie enligt henne („ihrer Aussage zufolge“).

In zukünftigen Zeitsätzen überall ska einsetzen

  • Unnatürlich als neutrale Zeitangabe: Jag ringer när jag ska komma fram.
  • Richtig: Jag ringer när jag kommer fram.
  • Warum: Nach när steht für einen zukünftigen Zeitpunkt häufig Präsens. Ska komma fram würde eher eine Absicht, Planung oder Verpflichtung in den Vordergrund rücken.

Zeitform und Zeitangabe widersprechen lassen

  • Falsch: Han berättade att han hade träffat henne nästa dag.
  • Richtig bei einem damaligen Plan: Han berättade att han skulle träffa henne nästa dag.
  • Warum: Hade träffat liegt vor dem Erzählen, nästa dag hier danach. Sind beide Angaben auf denselben Bezugspunkt bezogen, passen sie nicht zusammen.

Im irrealen Bedingungssatz die Formen vertauschen

  • Nicht die neutrale Standardsprache: Om hon skulle ha vetat det, hade hon ringt.
  • Standard: Om hon hade vetat det, skulle hon ha ringt.
  • Warum: Bei einer nicht eingetretenen Bedingung in der Vergangenheit steht im om-Satz gewöhnlich hade + supinum, in der Folge skulle ha + supinum.

Hinweise zum Gebrauch

Tempusverschiebung ist im Schwedischen üblich, aber weniger starr, als einfache Tabellen vermuten lassen. Mit dem Präsens kann die berichtende Person einen Inhalt ausdrücklich als weiterhin gültig übernehmen. Mit dem Präteritum bleibt sie näher an der vergangenen Äußerung, ohne deren heutige Gültigkeit festzulegen. Die Wahl trägt damit auch eine feine kommunikative Bedeutung.

In Gesprächen wird att nach Verben des Sagens und Denkens oft weggelassen: Jag trodde du hade gått. An der zeitlichen Beziehung ändert das nichts. In sorgfältiger Schriftsprache kann att die Struktur eines langen Satzes leichter erkennbar machen.

Deutsche Übersetzungen bilden die schwedischen Formen nicht immer sichtbar ab. Hon sa att hon var sjuk kann „Sie sagte, sie sei krank“ heißen, obwohl im Schwedischen var ein Präteritum ist. Übersetze deshalb nicht einzelne Tempusnamen, sondern rekonstruiere zuerst die zeitlichen Ebenen.

Bei längeren Texten helfen konkrete Zeitangaben wie då, tidigare, dagen före, senare oder vid det laget („zu diesem Zeitpunkt/bis dahin“). Sie ergänzen die Zeitform und verhindern, dass mehrere Rückblenden ineinander verschwimmen.

Für Fortgeschrittene

Skulle ha + supinum: mehrere Lesarten

Die Verbindung skulle ha gjort hat nicht nur eine Funktion. In einem irrealen Bedingungssatz bezeichnet sie eine ausgebliebene Folge:

Jag skulle ha hjälpt dig om jag hade kunnat. – Ich hätte dir geholfen, wenn ich gekonnt hätte.

Sie kann auch ausdrücken, dass etwas geplant oder erwartet war, aber nicht geschah:

Tåget skulle ha kommit klockan åtta, men det blev försenat. – Der Zug hätte um acht kommen sollen, verspätete sich aber.

In Nachrichten oder distanzierter Wiedergabe kann sie außerdem eine unbestätigte Angabe kennzeichnen:

Företaget skulle ha känt till problemen i flera år. – Das Unternehmen soll seit mehreren Jahren von den Problemen gewusst haben.

Erst der Kontext zeigt also, ob es um eine irreale Folge, eine enttäuschte Erwartung oder eine nicht bestätigte Information geht.

Wechsel zwischen Erzählerwissen und Figurenperspektive

Fortgeschrittene Texte bewegen sich manchmal bewusst zwischen zwei Bezugspunkten. Ein Satz kann zunächst zeigen, was eine Figur damals erwartete, und anschließend ergänzen, was der Erzähler heute weiß:

Elin trodde att mötet skulle bli kort. I själva verket pågår det i nästan fem timmar.

Der Wechsel zum historischen Präsens pågår macht den späteren Verlauf lebendig. Solche Wechsel sind stilistisch möglich, müssen aber klar motiviert sein. Ohne erkennbaren Effekt wirkt ein unerwartetes Präsens meist wie ein Fehler.

Vorzeitigkeit ist eine Bedeutungsentscheidung

Zwischen när han kom und när han hade kommit besteht kein bloß formaler Unterschied. Das Präteritum präsentiert das Ankommen als Ereignis der laufenden Zeitebene; das Plusquamperfekt betrachtet es als bereits abgeschlossen:

  • Hon reste sig när han kom. – Sie stand auf, als er kam.
  • Hon började tala när han hade kommit. – Sie begann zu sprechen, als er angekommen war.

Im zweiten Satz wird die Grenze „Ankunft abgeschlossen, dann Sprechen“ deutlicher. Oft erlaubt der Zusammenhang beide Formen, doch der gewählte Blick auf den Ablauf ändert sich.

Übungstipps

  1. Zeichne eine kleine Zeitachse. Markiere bei jedem komplexen Satz zuerst den Bezugspunkt und ordne die anderen Vorgänge als gleichzeitig, früher oder später ein. Wähle erst danach preteritum, hade + supinum oder skulle + infinitiv.
  2. Forme Aussagen in zwei Stufen um. Beginne mit Hon säger: ”Jag har ätit och jag ska gå.” Schreibe zunächst Hon säger att ... und dann Hon sa att .... So wird die Verschiebung von har zu hade und von ska zu skulle sichtbar.
  3. Untersuche kurze Erzähltexte. Unterstreiche die Haupthandlung im Präteritum, Rückblenden im Plusquamperfekt und spätere Erwartungen mit skulle. Prüfe anschließend, welche Zeitangaben den jeweiligen Bezugspunkt stützen.

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