Relativsätze im Ungarischen
Vonatkozó Mellékmondatok
languages.seo.contextNote
Kurz gesagt
Ungarische Relativsätze beginnen meist mit aki für Personen, ami für Sachen oder Sachverhalte, ahol für Orte und amikor für Zeitpunkte. Braucht das Relativwort im Nebensatz einen Kasus (eine Form, die seine Aufgabe im Satz zeigt), erhält es die passende ungarische Endung: akit „den/die“, akivel „mit dem/der“, amiről „worüber“. Vor dem Relativsatz steht immer ein Komma.
Überblick
Ein Relativsatz ist ein Nebensatz, der eine Person, eine Sache, einen Ort oder einen Zeitpunkt näher beschreibt. In A könyv, amit olvasok, érdekes bezeichnet amit olvasok genauer, welches Buch gemeint ist: „Das Buch, das ich lese, ist interessant.“ Solche Sätze machen es möglich, Informationen zu verbinden, statt mehrere kurze Hauptsätze aneinanderzureihen.
Relativsätze gehören im Ungarischen zum Kernstoff auf B1-Niveau. Die Grundidee ähnelt dem Deutschen: Das Bezugswort steht vor dem Relativsatz, und der Relativsatz folgt darauf. Anders als deutsche Relativpronomen zeigen aki und ami jedoch weder grammatisches Geschlecht noch den Numerus des Bezugsworts in derselben Weise wie der, die, das. Entscheidend sind vor allem die Bedeutung — Person oder Nichtperson — und die Aufgabe des Relativworts innerhalb des Nebensatzes.
Eine besonders ungarische Eigenschaft sind Paare wie az … aki, az … ami, ott … ahol und akkor … amikor. Das erste Wort steht im Hauptsatz und weist voraus; das zweite leitet den Relativsatz ein. Solche vorausweisenden Wörter nennt man Korrelate, also Wörter im Hauptsatz, die mit einem Ausdruck im Nebensatz zusammengehören.
So funktioniert es
1. Das passende Grundwort wählen
| Bezug | Grundform | Ungefähre deutsche Entsprechung | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Person | aki | der, die; wer | A férfi, aki vár. — Der Mann, der wartet. |
| Sache, Gedanke oder ganzer Sachverhalt | ami | der, die, das; was | Minden, ami fontos. — Alles, was wichtig ist. |
| konkrete Sache, oft in sorgfältiger Schriftsprache | amely | der, die, das; welcher | A szabály, amely érvényes. — Die Regel, die gilt. |
| Auswahl aus einer Gruppe | amelyik | derjenige/diejenige, der/die; welches | Azt kérem, amelyik kisebb. — Ich nehme das, das kleiner ist. |
| Ort | ahol | wo; an/in dem | A ház, ahol lakom. — Das Haus, in dem ich wohne. |
| Zeitpunkt oder Zeitraum | amikor | als; zu dem Zeitpunkt, an dem | A nap, amikor megérkezett. — Der Tag, an dem er/sie ankam. |
Für den Einstieg reicht diese Faustregel: aki bezeichnet Menschen, ami Sachen oder Inhalte, ahol Orte und amikor Zeit. Amely und amelyik werden später wichtig, wenn der Stil formeller ist oder aus mehreren Möglichkeiten ausgewählt wird.
2. Die Funktion im Relativsatz bestimmt die Endung
Im Deutschen hängt der Fall des Relativpronomens von seiner Aufgabe im Relativsatz ab. Dasselbe Grundprinzip gilt im Ungarischen, doch statt Formen wie der, den, dem treten meist Endungen an aki, ami oder amely.
| Funktion im Relativsatz | Person | Sache | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Subjekt (wer oder was handelt?) | aki | ami | a lány, aki énekel — das Mädchen, das singt |
| direktes Objekt (wen oder was betrifft die Handlung?) | akit | amit | a lány, akit ismerek — das Mädchen, das ich kenne |
| Empfänger oder Zugehörigkeit | akinek | aminek | a férfi, akinek írok — der Mann, dem ich schreibe |
| Begleitung oder Mittel | akivel | amivel | a barát, akivel utazom — der Freund, mit dem ich reise |
| Thema oder Herkunft von einer Oberfläche | akiről | amiről | a téma, amiről beszélünk — das Thema, über das wir sprechen |
| Position in etwas | akiben | amiben | a doboz, amiben a kulcs van — die Schachtel, in der der Schlüssel liegt |
| Richtung in etwas hinein | akibe | amibe | a csoport, amibe belépett — die Gruppe, der er/sie beitrat |
Die Endung richtet sich nicht nach der Form des Bezugsworts im Hauptsatz. Beide Satzteile haben ihre eigene Grammatik:
- Beszéltem azzal a nővel, akit tegnap láttál. — Ich sprach mit der Frau, die du gestern gesehen hast.
- Láttam azt a nőt, akivel tegnap beszéltél. — Ich sah die Frau, mit der du gestern gesprochen hast.
Im ersten Satz verlangt beszélni valakivel „mit jemandem sprechen“ beim Bezugswort die Endung -vel, während látni valakit „jemanden sehen“ im Relativsatz akit verlangt. Im zweiten Satz sind die Rollen vertauscht. Dieses getrennte Prüfen beider Satzteile verhindert viele Fehler.
3. Objektformen und Verbkonjugation
Die Formen akit, amit und amelyet sind direkte Objekte. Nach solchen Relativpronomen steht das Verb normalerweise in der unbestimmten, auch subjektiven Konjugation:
- a könyv, amit olvasok — das Buch, das ich lese
- az ember, akit ismerek — der Mensch, den ich kenne
Darum heißt es hier nicht amit olvasom. Das ist für Deutschsprachige nicht sofort vorhersehbar, denn das vorangehende Buch ist durchaus bestimmt. Vergleiche den gewöhnlichen Hauptsatz Olvasom a könyvet „Ich lese das Buch“, in dem a könyvet die bestimmte Konjugation olvasom auslöst. Am Anfang lohnt es sich, Verbindungen wie amit olvasok und akit ismerek als feste Muster einzuprägen.
4. Korrelate im Hauptsatz
Ein Relativsatz kann ein genanntes Substantiv (ein Wort für Person, Sache oder Begriff) erläutern:
- Ismerem a nőt, aki ott dolgozik. — Ich kenne die Frau, die dort arbeitet.
Häufig weist aber bereits ein Wort im Hauptsatz auf den Nebensatz voraus:
| Hauptsatzwort | Relativwort | Gesamtbedeutung |
|---|---|---|
| az „derjenige/das“ | aki / ami | Az nyer, aki gyorsabb. — Wer schneller ist, gewinnt. |
| azt „denjenigen/das“ | akit / amit | Azt hívom, akit ismersz. — Ich rufe den an, den du kennst. |
| ott „dort“ | ahol | Ott várj, ahol tegnap találkoztunk. — Warte dort, wo wir uns gestern getroffen haben. |
| akkor „dann“ | amikor | Akkor indulunk, amikor mindenki kész. — Wir fahren los, wenn alle fertig sind. |
Vor einem Substantiv kann ein Demonstrativwort (ein hinweisendes Wort wie „dieser“ oder „jener“) stehen: az az ember, aki… heißt „derjenige Mensch, der …“. Die beiden direkt aufeinanderfolgenden Formen az az erfüllen verschiedene Aufgaben: Das erste az ist „jener/derjenige“, das zweite ist der bestimmte Artikel „der“.
5. Stellung und Kommas
Der Relativsatz folgt gewöhnlich unmittelbar auf sein Bezugswort. Er beginnt mit dem Relativwort, und vor ihm steht ein Komma:
- A szomszéd, aki tegnap beköltözött, nagyon kedves.
- Der eingeschobene Relativsatz endet ebenfalls mit einem Komma, bevor der Hauptsatz weitergeht.
Im Deutschen entscheidet man bei Relativsätzen ebenfalls mit Kommas. Im Ungarischen darf das Komma aber auch dann nicht fehlen, wenn der Relativsatz unbedingt nötig ist, um die gemeinte Person oder Sache zu bestimmen: Azt a kabátot keresem, amit tegnap láttam.
Beispiele im Kontext
| Ungarisch | Deutsch | Hinweis |
|---|---|---|
| Az ember, aki jön, a tanárom. | Der Mann, der kommt, ist mein Lehrer. | aki ist Subjekt und bezeichnet eine Person. |
| A nő, akit tegnap láttál, itt dolgozik. | Die Frau, die du gestern gesehen hast, arbeitet hier. | akit ist das direkte Objekt von láttál. |
| A könyv, amit olvasok, nagyon érdekes. | Das Buch, das ich lese, ist sehr interessant. | Alltägliches amit für eine Sache. |
| Ez az a könyv, amit keresek. | Das ist das Buch, das ich suche. | Vorausweisendes az a und amit. |
| A ház, ahol lakom, több mint százéves. | Das Haus, in dem ich wohne, ist über hundert Jahre alt. | ahol bezeichnet einen Ort. |
| Emlékszem arra a napra, amikor találkoztunk. | Ich erinnere mich an den Tag, an dem wir uns kennengelernt haben. | amikor bezieht sich auf einen Zeitpunkt. |
| Az léphet be, akinek van jegye. | Wer eine Eintrittskarte hat, darf eintreten. | Das Paar az … akinek meint „derjenige, der“. |
| Azt választom, amelyik olcsóbb. | Ich wähle das, das günstiger ist. | amelyik wählt aus mehreren Möglichkeiten aus. |
| Beszéltem azzal a nővel, akit tegnap láttál. | Ich habe mit der Frau gesprochen, die du gestern gesehen hast. | Die Formen in Haupt- und Nebensatz werden getrennt bestimmt. |
| Láttam azt a nőt, akivel beszéltél. | Ich habe die Frau gesehen, mit der du gesprochen hast. | akivel entspricht „mit der“. |
| Minden itt van, ami kell. | Alles, was man braucht, ist hier. | ami nach dem allgemeinen Bezugswort minden. |
| Elkésett, ami meglepett. | Er/Sie kam zu spät, was mich überraschte. | ami bezieht sich auf den ganzen vorherigen Sachverhalt. |
| Ott találkozunk, ahol a busz megáll. | Wir treffen uns dort, wo der Bus hält. | Das Paar ott … ahol. |
| A szerződés, amelyet tegnap aláírtunk, ma lép hatályba. | Der Vertrag, den wir gestern unterschrieben haben, tritt heute in Kraft. | amelyet wirkt in sorgfältiger Schriftsprache passend. |
| Onnan jött, ahonnan a zaj hallatszott. | Er/Sie kam von dort, woher das Geräusch zu hören war. | ahonnan bezeichnet den Ausgangsort. |
Häufige Fehler
1. aki für eine Sache verwenden
- Falsch: A könyv, aki az asztalon van.
- Richtig: A könyv, ami az asztalon van.
- Warum: Aki verweist grundsätzlich auf Personen. Für eine Sache steht im Alltag meist ami, in formelleren Texten auch amely.
2. Die nötige Kasusendung weglassen
- Falsch: A férfi, aki tegnap láttam.
- Richtig: A férfi, akit tegnap láttam.
- Warum: Im Nebensatz sieht die sprechende Person den Mann. Der Mann ist also das direkte Objekt (wen sieht sie?) und aki braucht die Akkusativendung -t: akit.
3. Die Form des Bezugsworts einfach kopieren
- Falsch: Beszéltem a nővel, akivel tegnap láttál.
- Richtig: Beszéltem a nővel, akit tegnap láttál.
- Warum: Im Hauptsatz wird mit der Frau gesprochen; im Nebensatz wird sie gesehen. Das Relativpronomen erhält nur die Form, die seine eigene Rolle im Nebensatz verlangt.
4. Nach amit die bestimmte Verbform setzen
- Falsch: A könyv, amit olvasom, hosszú.
- Richtig: A könyv, amit olvasok, hosszú.
- Warum: Objektformen wie amit und akit stehen normalerweise mit der unbestimmten Konjugation. Die Bestimmtheit des vorangehenden Substantivs ändert dieses Muster nicht.
5. Eine deutsche Präposition zusätzlich stehen lassen
- Falsch: A barát, aki vele utazom.
- Richtig: A barát, akivel utazom.
- Warum: Die Bedeutung „mit dem“ steckt vollständig in akivel. Ungarische Kasusendungen übernehmen hier die Aufgabe, die im Deutschen eine Präposition und ein Pronomen gemeinsam erfüllen.
6. Das Komma vergessen
- Falsch: A ház ahol lakom régi.
- Richtig: A ház, ahol lakom, régi.
- Warum: Der eingeschobene Nebensatz wird mit Kommas vom Hauptsatz getrennt.
Gebrauchshinweise
ami und amely sind keine vollkommen starren Gegensätze
In alltäglicher Sprache ist ami bei Sachen sehr häufig: a film, amit láttunk „der Film, den wir gesehen haben“. In sorgfältig redigierten, amtlichen oder wissenschaftlichen Texten steht bei einem ausdrücklich genannten Gegenstand oft amely: a rendelet, amely szabályozza… „die Verordnung, die … regelt“. Ami ist besonders natürlich nach allgemeinen Wörtern wie az „das“, minden „alles“ und valami „etwas“ sowie beim Bezug auf einen ganzen vorherigen Satz.
Die Bereiche überschneiden sich im heutigen Sprachgebrauch. Es wäre deshalb irreführend, jedes ami nach einem genannten Gegenstand pauschal als falsch zu behandeln. Für Gespräche ist ami ein zuverlässiges Grundmuster; beim formellen Schreiben lohnt sich die bewusstere Unterscheidung.
Ungarische Relativwörter haben kein grammatisches Geschlecht
Deutschsprachige suchen oft nach getrennten Entsprechungen für der, die und das. Aki bleibt aber bei Männern und Frauen gleich: a férfi, aki… und a nő, aki…. Auch ami richtet sich nicht nach einem ungarischen Genus, denn Ungarisch besitzt kein grammatisches Geschlecht dieser Art. Geändert wird die Form wegen Numerus oder Kasus, nicht wegen männlich, weiblich oder sächlich.
Der Relativsatz steht hinter seinem Bezug
Wie im Deutschen folgt die nähere Erklärung normalerweise auf das Bezugswort. Längere ungarische Sätze können wegen der recht freien Wortstellung zunächst ungewohnt aussehen; der sichere Anker ist das Relativwort. Suche zuerst aki, ami, amely, ahol oder amikor, dann bestimme, worauf es zurückverweist.
Über die Grundlagen hinaus
Pluralformen
Bei mehreren Personen steht akik, als Objekt akiket: A diákok, akik itt tanulnak „die Schüler und Schülerinnen, die hier lernen“; Az emberek, akiket meghívtunk „die Menschen, die wir eingeladen haben“. Bei Sachen begegnen amik und in formellerer Sprache amelyek; ihre Objektformen lauten amiket beziehungsweise amelyeket.
Besitz ausdrücken
Für deutsches dessen/deren verwendet Ungarisch häufig akinek bei Personen und aminek oder formeller amelynek bei Sachen. Das besessene Wort trägt zusätzlich eine Besitzendung:
- A nő, akinek a fia orvos. — Die Frau, deren Sohn Arzt ist.
- A ház, amelynek a teteje piros. — Das Haus, dessen Dach rot ist.
In akinek a fia zeigt akinek den Besitzer an; fia bedeutet „sein/ihr Sohn“. Die Konstruktion funktioniert also anders als das einzelne deutsche Wort deren.
Präzisere Ortsbeziehungen
Ahol bezeichnet eine ruhende Position: „wo“. Für Bewegung unterscheidet Ungarisch genauer:
- ahová — wohin: Oda megyünk, ahová te szeretnél. — Wir gehen dorthin, wohin du möchtest.
- ahonnan — woher: Onnan jövök, ahonnan te. — Ich komme von dort, woher du kommst.
Ähnliche relative Adverbien sind ahogy „wie/auf die Weise, wie“ und ameddig „bis wohin/bis zu dem Zeitpunkt, an dem; solange“. Sie gehören zum selben größeren System, müssen für die B1-Grundregel aber noch nicht alle aktiv beherrscht werden.
Bezug auf einen ganzen Satz
Ami kann nicht nur auf ein Substantiv, sondern auf die gesamte vorherige Aussage zurückverweisen:
- Nem válaszolt, ami furcsa volt. — Er/Sie antwortete nicht, was merkwürdig war.
Hier ist nicht eine einzelne Sache merkwürdig, sondern die Tatsache, dass keine Antwort kam. Diese Verwendung entspricht dem deutschen satzbezogenen was.
Relativsatz oder Partizipialgruppe
Vor allem in formeller Schriftsprache kann eine Partizipialgruppe (eine kompakte Wortgruppe mit einer vom Verb abgeleiteten Form) einen Relativsatz ersetzen: a tegnap aláírt szerződés „der gestern unterzeichnete Vertrag“ statt a szerződés, amelyet tegnap aláírtunk. Relativsätze sind meist leichter zu bilden und in Gesprächen oft natürlicher; Partizipialgruppen verdichten Informationen und treten deshalb häufig in Nachrichten, Fachtexten und Verwaltungssprache auf.
Übungstipps
- Frage im Nebensatz nach der Rolle. Nimm einen Satz wie A nő, … tegnap láttál. Frage „Wen hast du gesehen?“ und bilde erst dann akit. Übe anschließend dasselbe mit „mit wem?“ (akivel) und „über wen?“ (akiről).
- Lerne feste Paare. Schreibe je drei eigene Sätze mit az … aki, azt … amit, ott … ahol und akkor … amikor. So werden Haupt- und Nebensatz nicht als zwei getrennte Listen gelernt.
- Markiere beim Lesen zwei Farben. Unterstreiche das Bezugswort im Hauptsatz und das Relativwort im Nebensatz. Prüfe danach unabhängig, welche Endung jedes Wort wegen seiner jeweiligen Satzfunktion trägt.
Verwandte Themen
- Voraussetzung: Akkusativ (-t) — hilft dabei, Objektformen wie akit, amit und amelyet zu verstehen.
- Nächster Schritt: Indirekte Rede — erweitert den Umgang mit ungarischen Nebensätzen und ihren Verknüpfungen.
languages.concept.prerequisite
Der Akkusativ (-t) im UngarischenA1languages.concept.buildsOn
languages.concept.related
languages.concept.otherLanguages
languages.concept.compareLanguages
languages.cta.conceptText
languages.cta.practiceConceptButton