A1

Artikel im Ungarischen

Névelők

Dieser Artikel ist Teil des Ungarisch-Grammatikbaums auf Settemila Lingue.

Kurz gesagt

Der bestimmte Artikel lautet a vor einem Konsonantenlaut und az vor einem Vokallaut: a ház „das Haus“, aber az alma „der Apfel“. Der unbestimmte Artikel egy bedeutet zugleich „ein/eine“ und „eins“: egy könyv „ein Buch“. Bei nicht näher bestimmten Stoffmengen, Berufen und manchen allgemeinen Aussagen steht oft gar kein Artikel: Vizet kérek „Ich hätte gern Wasser“.

Überblick

Ungarisch hat nur drei Artikelformen: die bestimmten Artikel a und az sowie den unbestimmten Artikel egy. Ein Artikel steht vor einem Substantiv (einem Wort für eine Person, Sache oder Idee) und zeigt, ob etwas als bereits bestimmt oder als noch nicht näher bestimmt gemeint ist. Anders als im Deutschen verrät der Artikel weder ein grammatisches Geschlecht noch einen Fall. A kann deshalb je nach deutschem Substantiv „der“, „die“ oder „das“ entsprechen.

Dieses Thema gehört zu den Grundlagen auf A1. Die Formen selbst sind schnell gelernt; wichtig ist jedoch, nicht bei jedem deutschen Artikel automatisch einen ungarischen einzusetzen. Ungarisch verwendet häufig keinen Artikel, etwa bei einer unbestimmten Menge: Kávét iszom „Ich trinke Kaffee“. Umgekehrt kann bei allgemeinen Aussagen auch ein bestimmter Artikel stehen, wenn eine ganze Gattung gemeint ist: A kutya hűséges állat „Der Hund ist ein treues Tier“.

Artikel sind außerdem eng mit der Verbkonjugation verbunden. Ein transitives Verb (ein Verb, dessen Handlung sich auf ein direktes Objekt richtet) hat im Ungarischen unterschiedliche Formen, je nachdem, ob sein Objekt bestimmt oder unbestimmt ist. Vergleiche Olvasok egy könyvet „Ich lese ein Buch“ mit Olvasom a könyvet „Ich lese das Buch“. Für den Einstieg genügt es, a/az als deutliches Signal für ein bestimmtes Objekt zu erkennen.

So funktioniert es

Die drei Formen

Bedeutung Form Verwendung Beispiel
bestimmt a vor einem Konsonantenlaut a ház – das Haus
bestimmt az vor einem Vokallaut az alma – der Apfel
unbestimmt egy bei einem einzelnen, nicht näher bestimmten zählbaren Ding egy könyv – ein Buch
ohne Artikel — unter anderem bei unbestimmten Mengen, Berufen und manchen allgemeinen Aussagen Vizet kérek. – Ich hätte gern Wasser.

Die beiden bestimmten Formen a und az bedeuten genau dasselbe. Ihre Wahl erleichtert lediglich die Aussprache. Sie ändern sich weder nach Geschlecht noch nach Zahl oder Fall. Im Deutschen muss man zwischen der, die, das, den, dem und weiteren Formen wählen; im Ungarischen bleibt der Artikel gleich, während die grammatische Beziehung meist durch eine Endung am Substantiv ausgedrückt wird:

  • a ház – das Haus
  • a házat – das Haus als direktes Objekt
  • a házban – in dem Haus
  • a házból – aus dem Haus

A oder az: Der nächste Laut entscheidet

Entscheidend ist der Laut unmittelbar nach dem Artikel, nicht das Substantiv irgendwo später in der Wortgruppe.

Folgendes Wort Anfangslaut Richtige Form Bedeutung
ház Konsonant a ház das Haus
szép alma Konsonant a szép alma der schöne Apfel
piros autó Konsonant a piros autó das rote Auto
alma Vokal az alma der Apfel
új ház Vokal az új ház das neue Haus
érdekes könyv Vokal az érdekes könyv das interessante Buch

Das ist ein wichtiger Unterschied zum Deutschen. Obwohl alma mit einem Vokal beginnt, heißt es a szép alma, weil direkt nach dem Artikel szép steht. Bei Abkürzungen und Zahlen richtet sich die Wahl ebenfalls nach der Aussprache. Solche Fälle kann man später zusammen mit ihrer gesprochenen Form lernen.

Bestimmt: a und az

A/az verwendet man, wenn die hörende Person erkennen kann, welches Exemplar gemeint ist. Der Grund kann im Gespräch liegen, in der Situation oder im allgemeinen Wissen.

  • Hol van a kulcs? – Wo ist der Schlüssel? Gemeint ist ein bekannter oder gerade benötigter Schlüssel.
  • Becsukom az ablakot. – Ich schließe das Fenster. In der Situation ist klar, welches Fenster gemeint ist.
  • A Nap egy csillag. – Die Sonne ist ein Stern. Die Sonne ist eindeutig.

Auch etwas bereits Erwähntes wird bestimmt. Man kann eine Person oder Sache zuerst mit egy einführen und danach mit a/az wieder aufnehmen:

Van itt egy kávézó. A kávézó este tízig nyitva van.

„Hier gibt es ein Café. Das Café ist bis zehn Uhr abends geöffnet.“

Im Plural gibt es keinen eigenen bestimmten Artikel. A/az steht sowohl vor Singular als auch vor Plural: a könyv „das Buch“, a könyvek „die Bücher“, az alma „der Apfel“, az almák „die Äpfel“.

Unbestimmt: egy

Egy steht vor einem zählbaren Substantiv im Singular, wenn eine einzelne Person oder Sache eingeführt wird, deren genaue Identität noch nicht wichtig oder bekannt ist:

  • Keresek egy szállodát. – Ich suche ein Hotel.
  • Egy nő vár odakint. – Draußen wartet eine Frau.
  • Vettem egy új telefont. – Ich habe ein neues Telefon gekauft.

Dieselbe Form ist auch das Zahlwort „eins“. Der Zusammenhang ist enger als bei deutschem ein: Je nach Betonung und Kontext kann egy entweder bloß Unbestimmtheit ausdrücken oder ausdrücklich die Anzahl hervorheben.

  • Kérek egy kávét. – Ich hätte gern einen Kaffee.
  • Egy kávét kérek, nem kettőt. – Einen Kaffee möchte ich, nicht zwei.

Einen unbestimmten Artikel im Plural gibt es nicht. Für „Bücher“ im unbestimmten Sinn steht daher meist einfach könyvek, oder man nennt eine Menge: néhány könyv „einige Bücher“. Nach Zahlwörtern bleibt das ungarische Substantiv übrigens im Singular: két könyv „zwei Bücher“.

Wann kein Artikel steht

Eine Nullform bedeutet: Vor dem Substantiv steht weder a/az noch egy. Besonders häufig ist sie in den folgenden Fällen.

Unbestimmte Stoffe und Mengen

Wenn nicht eine bekannte Portion, sondern nur eine unbestimmte Menge gemeint ist, steht oft kein Artikel:

  • Vizet kérek. – Ich hätte gern Wasser.
  • Tejet iszik. – Er oder sie trinkt Milch.
  • Kenyeret veszek. – Ich kaufe Brot.

Sobald eine konkrete Menge oder ein bekanntes Produkt gemeint ist, ändert sich die Form: Kérek egy vizet kann in einem Café „Ich nehme ein Wasser“ bedeuten; Megiszom a vizet heißt „Ich trinke das Wasser aus“.

Beruf, Nationalität oder Rolle als Aussage

Nach dem Verb van „sein“ entfällt in der Gegenwart der dritten Person meist die sichtbare Verbform, und die Berufs- oder Rollenbezeichnung steht ohne Artikel:

  • Anna orvos. – Anna ist Ärztin.
  • Péter tanár. – Péter ist Lehrer.
  • Éva magyar. – Éva ist Ungarin.

Deutsch verlangt hier normalerweise einen unbestimmten Artikel beim Beruf. Ungarisch tut das nicht. Anna egy orvos ist nicht die neutrale Entsprechung von „Anna ist Ärztin“; egy würde „eine Ärztin“ besonders hervorheben oder einen speziellen Gegensatz schaffen.

Namen und manche feste Verwendungen

Personennamen, Städte und viele Ländernamen stehen in neutraler Standardsprache gewöhnlich ohne Artikel: Budapesten lakom „Ich wohne in Budapest“, Anna megérkezett „Anna ist angekommen“, Magyarország szép „Ungarn ist schön“. Bei geografischen Namen gibt es jedoch feste Ausnahmen; diese lernt man am besten mit dem jeweiligen Namen.

Artikel und Verbkonjugation

Bei einem direkten Objekt (der Person oder Sache, die unmittelbar von der Handlung betroffen ist) markiert meist die Endung -t die Objektfunktion: könyv → könyvet. Ist dieses Objekt mit a/az bestimmt, braucht ein transitives Verb grundsätzlich die bestimmte Konjugation. Bei egy oder einer artikellosen, unbestimmten Menge steht die unbestimmte Konjugation.

Ungarisch Deutsch Hinweis
Olvasok egy könyvet. Ich lese ein Buch. egy: unbestimmtes Objekt, daher olvasok
Olvasom a könyvet. Ich lese das Buch. a: bestimmtes Objekt, daher olvasom
Iszom vizet. Ich trinke Wasser. artikellose, unbestimmte Menge
Megiszom a vizet. Ich trinke das Wasser aus. bestimmtes Objekt

Genau genommen löst nicht der Artikel selbst die Verbform aus, sondern die Bestimmtheit des Objekts. Auch ein Eigenname, ein Demonstrativpronomen wie ezt „dieses hier“ oder eine Besitzform kann ein bestimmtes Objekt sein, obwohl unmittelbar davor kein a/az steht. Diese Einzelheiten gehören in spätere Lektionen; für A1 ist die Gegenüberstellung egy könyvet olvasok – a könyvet olvasom ein verlässlicher Ausgangspunkt.

Beispiele im Zusammenhang

Ungarisch Deutsch Hinweis
A ház régi. Das Haus ist alt. a vor dem Konsonantenlaut h
Az alma édes. Der Apfel ist süß. az vor dem Vokal a
Az új ház nagy. Das neue Haus ist groß. Das folgende Wort új beginnt mit einem Vokal.
A piros alma az asztalon van. Der rote Apfel liegt auf dem Tisch. a vor piros, obwohl alma mit einem Vokal beginnt
Van itt egy gyógyszertár? Gibt es hier eine Apotheke? Eine noch nicht näher bestimmte Apotheke
Vettem egy könyvet. A könyv nagyon érdekes. Ich habe ein Buch gekauft. Das Buch ist sehr interessant. Erst Einführung mit egy, dann Wiederaufnahme mit a
Kávét kérek. Ich hätte gern Kaffee. Unbestimmte Menge ohne Artikel
Kérek egy kávét. Ich hätte gern einen Kaffee. Eine Portion beziehungsweise eine Tasse
A kávé az asztalon van. Der Kaffee steht auf dem Tisch. Ein bestimmter Kaffee in der Situation
Anna mérnök. Anna ist Ingenieurin. Berufsbezeichnung ohne Artikel
Könyvek vannak az asztalon. Auf dem Tisch liegen Bücher. Unbestimmter Plural ohne Artikel
A könyvek az asztalon vannak. Die Bücher liegen auf dem Tisch. Bestimmter Plural; derselbe Artikel wie im Singular
Szeretem a zenét. Ich mag Musik. Die Sache als allgemeiner Bereich; im Ungarischen hier bestimmt
A kutya hűséges állat. Der Hund ist ein treues Tier. Ein Singular steht stellvertretend für die ganze Gattung.

Häufige Fehler

A und az nach dem Substantiv statt nach dem nächsten Wort wählen

  • Falsch: az szép alma
  • Richtig: a szép alma
  • Warum: Unmittelbar nach dem Artikel folgt szép mit einem Konsonantenlaut. Dass alma selbst mit einem Vokal anfängt, spielt hier keine Rolle.

Den deutschen bestimmten Artikel nach Geschlecht übertragen

  • Falsch: verschiedene ungarische Formen für „der“, „die“ und „das“ suchen
  • Richtig: a fiú „der Junge“, a lány „das Mädchen/die junge Frau“, a könyv „das Buch“
  • Warum: Ungarisch hat kein System grammatischer Geschlechter wie das Deutsche. A/az richtet sich nur nach dem folgenden Laut.

Bei Berufen automatisch egy einsetzen

  • Falsch: Péter egy tanár. als neutrale Aussage über seinen Beruf
  • Richtig: Péter tanár.
  • Warum: Eine Berufs-, Nationalitäts- oder Rollenbezeichnung steht in einer einfachen Zuordnung normalerweise ohne Artikel. Egy wäre nur bei besonderer Hervorhebung passend.

Stoffbezeichnungen immer mit a/az verwenden

  • Falsch: A vizet kérek, wenn lediglich irgendeine Menge Wasser bestellt wird
  • Richtig: Vizet kérek.
  • Warum: Eine unbestimmte Stoffmenge steht häufig ohne Artikel. A vizet kérek bezieht sich auf ein bestimmtes, bekanntes Wasser und verlangt außerdem die bestimmte Verbform kérem: A vizet kérem „Ich nehme das Wasser“.

Bestimmten Artikel mit unbestimmter Verbform kombinieren

  • Falsch: Olvasok a könyvet.
  • Richtig: Olvasom a könyvet.
  • Warum: A könyvet ist ein bestimmtes direktes Objekt. Das Verb muss deshalb in der bestimmten Konjugation stehen.

Egy vor einen Plural setzen

  • Falsch: egy könyvek
  • Richtig: egy könyv „ein Buch“ oder könyvek „Bücher“
  • Warum: Egy bezeichnet genau ein Exemplar und verbindet sich daher mit dem Singular.

Hinweise zum Gebrauch

In gesprochener Umgangssprache hört man in Teilen des ungarischen Sprachraums einen Artikel vor Personennamen, etwa a Péter oder az Anna. Das ist regional und stilistisch markiert. Für eine neutrale, überregionale Standardsprache ist Péter megérkezett „Péter ist angekommen“ ohne Artikel die sichere Wahl. Der Artikel kann jedoch nötig sein, wenn ein weiteres Wort die Person näher beschreibt, zum Beispiel a fiatal Péter „der junge Péter“ in einem passenden Kontrast.

Bei Einrichtungen kann der Artikel einen Bedeutungsunterschied unterstützen. Iskolába megy bedeutet häufig „er oder sie geht zur Schule“ im Sinn der üblichen Tätigkeit. Az iskolába megy lenkt den Blick eher auf eine bestimmte Schule oder ein bestimmtes Gebäude. Das ist keine starre Regel für jedes Substantiv, sondern eine häufige Verbindung von Artikelwahl und Kontext.

Allgemeine Aussagen lassen sich nicht mit einer einzigen Regel „Gattungsbegriffe immer ohne Artikel“ erfassen. Ein artikelloser Plural kann eine unbestimmte Gruppe bezeichnen: Kutyák vannak a kertben „Im Garten sind Hunde“. Ein bestimmter Singular kann dagegen die ganze Gattung vertreten: A kutya hűséges állat. Auch bei abstrakten Bereichen steht oft der bestimmte Artikel, etwa Szeretem a zenét „Ich mag Musik“. Deshalb lohnt es sich, häufige Verbindungen als ganze Sätze statt als isolierte Wortgleichungen zu lernen.

Über die Grundlagen hinaus

Die folgenden Feinheiten muss man auf A1 noch nicht aktiv beherrschen. Sie erklären aber Formen, denen man schon früh begegnet.

Demonstrativwörter mit bestimmtem Artikel

Die Entsprechungen von „dieser/diese/dieses“ und „jener/jene/jenes“ werden mit dem bestimmten Artikel kombiniert:

  • ez a ház – dieses Haus
  • az az autó – jenes Auto
  • ezek a könyvek – diese Bücher

Erhält das Substantiv eine Fallendung, erscheint eine entsprechende Endung auch am Demonstrativwort: ebben a házban „in diesem Haus“. Das wirkt für Deutschsprachige zunächst doppelt, ist im Ungarischen aber die normale Übereinstimmung.

Besitzformen sind meist bestimmt

Ungarisch drückt „mein/dein/sein …“ mit Endungen aus: könyvem „mein Buch“, autód „dein Auto“. In einer neutralen bestimmten Wortgruppe steht häufig zusätzlich der Artikel: a könyvem „mein Buch“. Als direktes Objekt gilt eine solche Besitzform gewöhnlich als bestimmt: Olvasom a könyvemet „Ich lese mein Buch“. Die Bestimmtheit steckt also nicht nur in a/az.

Eigennamen, Pronomen und Nebensätze als bestimmte Objekte

Auch Látom Annát „Ich sehe Anna“ verwendet die bestimmte Verbform látom, obwohl vor Annát kein Artikel steht. Dasselbe Grundprinzip gilt bei bestimmten Pronomen und bei manchen Objektsätzen. Darum ist „a/az führt zur bestimmten Konjugation“ eine gute Anfängerhilfe, aber keine vollständige Definition.

Egy zwischen Artikel und Zahlwort

In unbetonter Stellung kann egy wie der deutsche unbestimmte Artikel wirken. Mit Nachdruck ist es eindeutig das Zahlwort „eins“. Beim Hören hilft der Gegensatz im Satz: Csak egy jegyet kérek „Ich möchte nur eine Fahrkarte“. In festen Mengenangaben oder Kontrasten steht die Zahl im Vordergrund; beim ersten Erwähnen einer beliebigen Sache die Unbestimmtheit.

Übungstipps

  1. Lerne Wortgruppen mit einem wechselnden Adjektiv. Sprich nacheinander az alma, a piros alma, az édes alma. So gewöhnst du dich daran, auf den unmittelbar folgenden Laut zu achten.
  2. Bilde Dreiergruppen für konkrete und unbestimmte Mengen. Zum Beispiel: Vizet kérek „Ich möchte Wasser“, Kérek egy vizet „Ich nehme ein Wasser“, A vizet kérem „Ich nehme das Wasser“. Notiere zugleich, wie sich das Verb verändert.
  3. Markiere beim Lesen den Informationsstatus. Unterstreiche egy bei neu eingeführten Dingen, a/az bei bekannten Dingen und kreise artikellose Stoff- oder Berufsbezeichnungen ein. Prüfe danach, ob ein direktes Objekt bestimmt ist und welche Verbform dazu steht.

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