B2

Kausative Konstruktionen im Griechischen

Αιτιατολογικές Κατασκευές

Dieser Artikel ist Teil des Griechisch-Grammatikbaums auf Settemila Lingue.

Kurz gesagt

Im Neugriechischen gibt es keine produktive Kausativform am Verb, die einfach „machen lassen“ bedeutet. Stattdessen verbindet man ein Verb wie βάζω „veranlassen“, κάνω „bewirken“ oder αφήνω „lassen“ mit einer να-Konstruktion: Τον έβαλα να καθίσει – „Ich brachte ihn dazu, sich zu setzen.“ Welches einleitende Verb man wählt, zeigt, ob Druck, Ursache, Erlaubnis oder Überzeugung gemeint ist.

Überblick

Eine kausative Konstruktion beschreibt nicht nur, wer etwas tut, sondern auch, wer oder was diese Handlung auslöst. In Η Μαρία γέλασε „Maria lachte“ handelt Maria selbst. In Ο Νίκος έκανε τη Μαρία να γελάσει „Nikos brachte Maria zum Lachen“ ist Maria weiterhin die Person, die lacht; Nikos verursacht jedoch ihr Lachen.

Im Deutschen deckt lassen sehr viele Situationen ab: Man lässt ein Kind spielen, lässt einen Techniker kommen oder lässt sein Fahrrad reparieren. Das Griechische verteilt diese Bedeutungen auf mehrere Verben. αφήνω bezeichnet meist Erlaubnis oder fehlendes Eingreifen, βάζω einen Auftrag oder einen gewissen Druck, κάνω eine Wirkung. Verben wie πείθω „überzeugen“, αναγκάζω „zwingen“ und επιτρέπω „erlauben“ benennen die Art der Veranlassung noch genauer.

Das Thema gehört zum Niveau B2, baut aber auf der Υποτακτική auf, also auf der mit να eingeleiteten Verbform. Anders als im Deutschen steht nach diesen Verben kein Infinitiv. Man braucht einen vollständigen να-Satz, dessen Verb nach Person, Zeitbezug und Aspekt gewählt wird.

Bildung und Funktionsweise

Das Grundmuster

Die häufigste Struktur besteht aus drei Teilen:

Veranlasser + kausatives Verb + betroffene Person + να + Handlung

Griechisch Deutsch Aufbau
Ο δάσκαλος έβαλε τους μαθητές να ξαναγράψουν την άσκηση. Der Lehrer ließ die Schüler die Übung noch einmal schreiben. Lehrer = Veranlasser; Schüler = Ausführende
Η είδηση με έκανε να ανησυχήσω. Die Nachricht machte mir Sorgen. Nachricht = Ursache; „ich“ = erlebende Person
Οι γονείς την άφησαν να ταξιδέψει μόνη της. Ihre Eltern ließen sie allein reisen. Eltern = Erlaubende; Tochter = Handelnde

Die betroffene Person ist beim ersten Verb grammatisch meist das direkte Objekt (die Person, auf die sich das Verb unmittelbar richtet). Ein Nomen oder eine starke Pronomenform steht daher im Akkusativ: έβαλα τον Πέτρο, έκανε τη Μαρία, άφησαν τα παιδιά. Ein schwaches Objektpronomen steht vor dem gebeugten Verb: τον έβαλα, με έκανε, τους άφησαν.

Inhaltlich erfüllt dieselbe Person noch eine zweite Rolle: Sie ist das gedachte Subjekt der Handlung nach να. In Τον έβαλα να καθίσει ist τον das Objekt zu έβαλα, aber „er“ ist derjenige, der sich setzt. Dieses doppelte Verhältnis erklärt die für Deutschsprachige zunächst ungewohnte Satzform.

Welches Verb passt?

Verb und Muster Kerngedanke Typischer deutscher Ausdruck
βάζω κάποιον να … jemanden zu einer Handlung veranlassen, oft durch Auftrag oder Druck jemanden etwas tun lassen; jemanden dazu bringen
κάνω κάποιον να … eine Reaktion oder einen Zustand verursachen jemanden dazu bringen; bewirken, dass
αφήνω κάποιον να … eine Handlung erlauben oder nicht verhindern jemanden etwas tun lassen
πείθω κάποιον να … durch Argumente oder Zureden erreichen, dass jemand handelt jemanden überzeugen, etwas zu tun
αναγκάζω κάποιον να … keinen echten Entscheidungsspielraum lassen jemanden zwingen, etwas zu tun
επιτρέπω σε κάποιον να … ausdrücklich oder formell Erlaubnis geben jemandem erlauben, etwas zu tun

βάζω: Auftrag, Druck oder organisierte Veranlassung

βάζω bedeutet wörtlich häufig „setzen, stellen, legen“. Im Muster βάζω κάποιον να + Verb heißt es jedoch, dass man jemanden zu einer Handlung bringt. Der Druck kann stark sein, muss es aber nicht: Eine Mutter kann ihr Kind zum Aufräumen anhalten, eine Chefin kann einen Mitarbeiter mit einer Aufgabe betrauen. Soll ausdrücklich Zwang gemeint sein, ist αναγκάζω eindeutiger.

  • Η μητέρα έβαλε το παιδί να μαζέψει τα παιχνίδια του. – Die Mutter ließ das Kind sein Spielzeug aufräumen.
  • Έβαλα έναν τεχνικό να ελέγξει τον λέβητα. – Ich ließ einen Techniker den Heizkessel überprüfen.

Das zweite Beispiel ist wichtig für das deutsche „etwas von jemandem machen lassen“. Im Griechischen nennt man oft die beauftragte Person oder verwendet eine andere natürliche Umschreibung; αφήνω wäre hier normalerweise nicht passend, denn der Techniker erhält nicht bloß die Erlaubnis zur Kontrolle.

κάνω: Wirkung oder Reaktion

κάνω κάποιον να … hebt das Ergebnis hervor: Ein Mensch, ein Ereignis oder eine Sache löst bei jemandem eine Handlung, ein Gefühl oder einen Zustand aus.

  • Το αστείο με έκανε να γελάσω. – Der Witz brachte mich zum Lachen.
  • Αυτή η μουσική με κάνει να νιώθω ήρεμος. – Diese Musik gibt mir ein ruhiges Gefühl.

Bei κάνω handelt die verursachende Größe nicht unbedingt absichtlich. Eine Nachricht kann jemanden zum Nachdenken bringen, obwohl eine Nachricht natürlich keine Absicht hat.

αφήνω: Erlaubnis oder Nichteingreifen

αφήνω κάποιον να … bedeutet, dass jemand handeln darf oder nicht daran gehindert wird.

  • Άφησέ με να εξηγήσω. – Lass mich erklären.
  • Δεν τους αφήνει να φύγουν. – Er/Sie lässt sie nicht gehen.

αφήνω kann außerhalb dieser Konstruktion auch „zurücklassen“ oder „liegen lassen“ bedeuten. Erst die Ergänzung mit να + Verb macht die Bedeutung „jemanden etwas tun lassen“ klar.

Präzisere Verben: πείθω, αναγκάζω, επιτρέπω

Mit πείθω und αναγκάζω steht die betroffene Person wie bei βάζω im Akkusativ:

  • Την έπεισα να έρθει. – Ich überzeugte sie, zu kommen.
  • Τον ανάγκασαν να παραιτηθεί. – Sie zwangen ihn zum Rücktritt.

επιτρέπω hat dagegen gewöhnlich σε + Person: Επέτρεψαν στον Γιάννη να μπει „Sie erlaubten Giannis einzutreten“. Bei einem schwachen Pronomen erscheint die entsprechende Genitivform vor dem Verb: Του επέτρεψαν να μπει „Sie erlaubten ihm einzutreten“. Man sollte das Muster von επιτρέπω daher getrennt lernen und nicht nach dem Schema von τον άφησαν bilden.

Pronomen und Wortstellung

Schwache Objektpronomen wie με „mich“, σε „dich“, τον/την/το „ihn/sie/es“ und μας/σας/τους „uns/euch bzw. Ihnen/sie“ stehen bei einer normalen Aussage vor dem kausativen Verb:

  • Με έκανε να γελάσω. – Er/Sie brachte mich zum Lachen.
  • Τους βάλαμε να περιμένουν. – Wir ließen sie warten.
  • Δεν την άφησα να οδηγήσει. – Ich ließ sie nicht fahren.

Beim bejahten Imperativ folgt das Pronomen dem Imperativ und wird mit Akzent geschrieben: Άφησέ με να μιλήσω! „Lass mich sprechen!“ Beim verneinten Imperativ verwendet man μη(ν) mit einer Verbform und stellt das Pronomen davor: Μη με βάζεις να περιμένω! „Lass mich nicht warten!“

Die Form nach να: Person und Aspekt

Das Verb nach να richtet sich nach der Person, welche die zweite Handlung ausführt:

Griechisch Deutsch Worauf achten?
Με έβαλε να περιμένω. Er/Sie ließ mich warten. περιμένω, 1. Person Singular
Σε έβαλε να περιμένεις. Er/Sie ließ dich warten. περιμένεις, 2. Person Singular
Τους έβαλε να περιμένουν. Er/Sie ließ sie warten. περιμένουν, 3. Person Plural

Zusätzlich wählt man den Aspekt (die Sicht auf den Verlauf einer Handlung). Der perfektive Stamm zeigt die Handlung als einmaliges oder begrenztes Ganzes; der imperfektive Stamm stellt Wiederholung, Dauer oder Verlauf in den Vordergrund.

  • Τον έβαλα να καθίσει. – Ich brachte ihn dazu, sich hinzusetzen. (einmaliger Übergang)
  • Τον έβαλα να κάθεται δίπλα στην πόρτα. – Ich ließ ihn neben der Tür sitzen. (andauernde Situation)
  • Με έκανε να γελάσω. – Er/Sie brachte mich zum Lachen. (ein Ereignis)
  • Με έκανε να γελάω όλο το βράδυ. – Er/Sie brachte mich den ganzen Abend immer wieder zum Lachen. (Dauer/Wiederholung)

Zwei verschiedene Verneinungen

Die Stellung der Verneinung verändert den Sinn:

  1. δεν + kausatives Verb: Das Veranlassen oder Erlauben findet nicht statt.
    Δεν τον έβαλα να δουλέψει. – Ich habe ihn nicht dazu gebracht, zu arbeiten.
  2. kausatives Verb + να μην + Handlung: Veranlasst wird das Unterlassen.
    Τον έβαλα να μην μιλήσει. – Ich wies ihn an, nicht zu sprechen.

Bei αφήνω ist der Unterschied besonders deutlich: Δεν τον άφησα να φύγει heißt „Ich ließ ihn nicht gehen“. Dagegen bedeutet Τον άφησα να μην έρθει je nach Zusammenhang „Ich gestattete ihm, nicht zu kommen“; meist formuliert man den Kontext genauer, weil diese Aussage ohne Kontext schwerer zu verarbeiten ist.

Beispiele im Kontext

Griechisch Deutsch Hinweis
Τον έβαλα να καθίσει. Ich brachte ihn dazu, sich zu setzen. βάζω, einmalige Handlung
Η διευθύντρια μας έβαλε να ξανακάνουμε την αναφορά. Die Direktorin ließ uns den Bericht noch einmal anfertigen. Auftrag oder Druck
Θα βάλω έναν ηλεκτρολόγο να κοιτάξει την πρίζα. Ich lasse einen Elektriker die Steckdose ansehen. beauftragte Dienstleistung
Με έκανε να γελάσω. Er/Sie brachte mich zum Lachen. verursachte Reaktion
Η απόφασή του την έκανε να αλλάξει γνώμη. Seine Entscheidung brachte sie dazu, ihre Meinung zu ändern. Ursache kann unabsichtlich sein
Αυτή η δουλειά με κάνει να νιώθω χρήσιμος. Diese Arbeit gibt mir das Gefühl, gebraucht zu werden. andauernder Zustand
Άφησέ με να τελειώσω τη φράση μου. Lass mich meinen Satz beenden. Bitte im Imperativ
Δεν τους αφήνει να φύγουν. Er/Sie lässt sie nicht gehen. verneinte Erlaubnis
Οι γονείς της την άφησαν να μείνει έξω ως αργά. Ihre Eltern erlaubten ihr, lange auszugehen. Erlaubnis
Την έπεισα να έρθει μαζί μας. Ich überzeugte sie, mit uns zu kommen. Zureden statt Zwang
Η κακοκαιρία μάς ανάγκασε να ακυρώσουμε το ταξίδι. Das schlechte Wetter zwang uns, die Reise abzusagen. unbelebte Ursache, keine Wahl
Ο γιατρός τού επέτρεψε να επιστρέψει στη δουλειά. Der Arzt erlaubte ihm, zur Arbeit zurückzukehren. επιτρέπω mit Genitivpronomen
Μη με βάζεις να επαναλαμβάνω τα ίδια! Bring mich nicht dazu, immer dasselbe zu wiederholen! verneinte Aufforderung, Wiederholung
Τους έβαλαν να μην χρησιμοποιήσουν τα κινητά τους. Man wies sie an, ihre Handys nicht zu benutzen. Verbot als veranlasstes Unterlassen

Häufige Fehler

1. Einen deutschen Infinitiv nachbilden

  • Falsch: Τον έβαλα καθίσει.
  • Richtig: Τον έβαλα να καθίσει.
  • Warum: Das Neugriechische verwendet hier keinen Infinitiv. να leitet eine Verbform ein, die zur handelnden Person passt.

2. Das Verb nach να an den Veranlasser anpassen

  • Falsch: Με έβαλε να περιμένει.
  • Richtig: Με έβαλε να περιμένω.
  • Warum: Nicht „er/sie“, sondern „ich“ warte. Deshalb steht die erste Person Singular.

3. Das Objektpronomen an die deutsche Stelle setzen

  • Falsch: Έβαλα τον να περιμένει.
  • Richtig: Τον έβαλα να περιμένει.
  • Warum: Das schwache Pronomen steht in einer Aussage vor dem gebeugten Verb. τον kann hier nicht frei hinter έβαλα stehen.

4. αφήνω für jedes deutsche „lassen“ benutzen

  • Unpassend: Άφησα έναν μηχανικό να επισκευάσει το αυτοκίνητο, wenn gemeint ist, dass man den Mechaniker eigens beauftragt hat.
  • Natürlicher: Έβαλα έναν μηχανικό να επισκευάσει το αυτοκίνητο.
  • Warum: αφήνω betont Erlaubnis oder Nichteingreifen; βάζω passt besser zu einem Auftrag. Der deutsche Sammelbegriff „lassen“ verdeckt diesen Unterschied.

5. επιτρέπω mit einem Akkusativpronomen bilden

  • Falsch: Τον επέτρεψα να φύγει.
  • Richtig: Του επέτρεψα να φύγει. / Επέτρεψα στον Πέτρο να φύγει.
  • Warum: Die Person wird bei επιτρέπω mit σε angeschlossen; beim schwachen Pronomen entspricht dem die Genitivform του.

6. Dauer und Einzelereignis nicht unterscheiden

  • Unpassend: Με έκανε να γελάω, wenn nur ein einzelner kurzer Lachmoment gemeint ist.
  • Passend: Με έκανε να γελάσω.
  • Warum: να γελάσω fasst das Lachen als einzelnes Ereignis auf; να γελάω betont Verlauf oder Wiederholung. Beide Formen sind korrekt, aber sie sagen nicht genau dasselbe.

Hinweise zum Gebrauch

βάζω κάποιον να … ist in der Alltagssprache sehr häufig und kann je nach Zusammenhang neutral, energisch oder autoritär wirken. Der Ton und das Verhältnis zwischen den Beteiligten entscheiden mit. In einem beruflichen Kontext kann die Konstruktion einen normalen Auftrag beschreiben; unter Freunden kann sie wie „jemanden dazu bringen“ klingen.

κάνω κάποιον να … verbindet sich besonders natürlich mit Reaktionen und Gefühlen: να γελάσει „lachen“, να κλάψει „weinen“, να φοβηθεί „Angst bekommen“, να σκεφτεί „nachdenken“. Für eine direkte Anweisung ist βάζω meist treffender. Ein Chef, der eine Aufgabe verteilt, βάζει κάποιον να κάνει κάτι; ein Ereignis, das eine Einsicht auslöst, κάνει κάποιον να σκεφτεί.

Zwischen αφήνω und επιτρέπω besteht auch ein Registerunterschied. αφήνω ist alltäglich und kann sowohl aktives Erlauben als auch bloßes Gewährenlassen bezeichnen. επιτρέπω wirkt eindeutiger und häufig formeller; es begegnet etwa in Regeln, offiziellen Erlaubnissen und höflichen Formulierungen.

Deutschsprachige sollten außerdem nicht jedes deutsche „Ich lasse etwas machen“ wortwörtlich übertragen. Je nach Situation sagt man auf Griechisch etwa Έβαλα έναν τεχνικό να το φτιάξει „Ich beauftragte einen Techniker, es zu reparieren“, nennt nur das Ergebnis oder verwendet eine fachübliche Wendung. Entscheidend ist nicht das deutsche Verb lassen, sondern die tatsächliche Beziehung: Auftrag, Ursache, Erlaubnis, Überzeugung oder Zwang.

Über die Grundlagen hinaus

Die handelnde Person muss nicht immer genannt werden

Bei einem Auftrag kann offenbleiben, wer ihn ausführt:

  • Έβαλα να μου φέρουν καφέ. – Ich ließ mir Kaffee bringen.
  • Βάλαμε να καθαρίσουν το γραφείο. – Wir ließen das Büro reinigen.

In diesen Sätzen bleibt offen, wer den Kaffee bringt oder das Büro reinigt. Die dritte Person Plural φέρουν/καθαρίσουν verweist auf nicht näher bezeichnete Personen. Solche unpersönlichen Verwendungen sind praktisch, wenn nur der Auftrag oder das Ergebnis zählt. Bei αφήνω nennt man die Person dagegen in der Regel, wenn sie nicht bereits als Subjekt des να-Satzes ausdrücklich erscheint: Άφησέ τον να περάσει „Lass ihn durch“.

Der Empfänger und die handelnde Person können gemeinsam auftreten

In Έβαλα τον τεχνικό να μου επισκευάσει το πλυντήριο „Ich ließ den Techniker meine Waschmaschine für mich reparieren“ bezeichnet τον τεχνικό den Ausführenden und μου die Person, zu deren Nutzen die Reparatur geschieht. Das Pronomen μου gehört zum zweiten Verb und steht deshalb direkt davor. Vergleiche:

  • Τον έβαλα να επισκευάσει το πλυντήριο. – Ich ließ ihn die Waschmaschine reparieren.
  • Τον έβαλα να μου επισκευάσει το πλυντήριο. – Ich ließ ihn mir die Waschmaschine reparieren.

Lexikalische Wechsel statt eigener Kausativform

Obwohl das Neugriechische keine allgemein produktive Endung für „X dazu bringen, etwas zu tun“ besitzt, können einzelne Verben sowohl intransitiv als auch transitiv verwendet werden. Intransitiv bedeutet, dass kein direktes Objekt vorhanden ist; transitiv, dass die Handlung sich auf ein direktes Objekt richtet:

Griechisch Deutsch Funktion
Το νερό βράζει. Das Wasser kocht. Zustand/Vorgang ohne direktes Objekt
Βράζω το νερό. Ich bringe das Wasser zum Kochen. verursachter Vorgang mit Objekt
Η πόρτα άνοιξε. Die Tür ging auf. Zustandsänderung
Άνοιξα την πόρτα. Ich öffnete die Tür. jemand verursacht die Zustandsänderung

Das sind Eigenschaften bestimmter Verben, kein frei einsetzbares Kausativschema. Man kann daher nicht jedes griechische Verb nach diesem Muster umformen. Für Personen und komplexere Handlungen bleiben die Konstruktionen mit να zentral.

Ursache ohne Person und alternative dass-Sätze

Bei κάνω kann die betroffene Person fehlen, wenn ein ganzer Sachverhalt als Folge ausgedrückt wird, doch oft ist eine andere Formulierung idiomatischer. Statt jedes deutsche „Das bewirkte, dass …“ mit έκανε να wiederzugeben, kann Griechisch einen Satz mit με αποτέλεσμα να „mit dem Ergebnis, dass“ verwenden:

  • Η πτήση ακυρώθηκε, με αποτέλεσμα να μείνουμε άλλη μια μέρα. – Der Flug wurde gestrichen, sodass wir einen weiteren Tag blieben.

Diese Wendung gehört stilistisch eher zu erklärenden oder schriftlichen Texten. Sie erweitert das Feld der Ursache-Folge-Beziehungen, ist aber nicht dasselbe wie das persönliche Muster κάνω κάποιον να ….

Übungstipps

  1. Ordne Situationen nach ihrer Bedeutung. Nimm fünf deutsche Sätze mit „lassen“ und frage jeweils: Geht es um Erlaubnis, Auftrag, Wirkung oder Zwang? Wähle erst dann αφήνω, βάζω, κάνω oder αναγκάζω.
  2. Tausche die Person aus. Bilde aus Με έβαλε να περιμένω nacheinander Sätze mit „dich“, „ihn“ und „sie (Plural)“. Ändere dabei sowohl das Objektpronomen als auch die Person des Verbs nach να.
  3. Übe Aspektpaare im Kontext. Stelle Einzelereignis und Dauer gegenüber: να γελάσω / να γελάω, να καθίσει / να κάθεται, να γράψει / να γράφει. Erfinde für jede Form eine Situation, in der der Unterschied hörbar wird.

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