Französische Präpositionen bei Ländern und Städten
Prépositions avec les Pays
Dieser Artikel ist Teil des Französisch-Grammatikbaums auf Settemila Lingue.
Kurz gesagt
Bei Städten steht meist à für Ort und Ziel, bei Ländern dagegen en (weiblich oder mit Vokal), au (männlich) oder aux (Mehrzahl): à Paris, en France, au Canada, aux États-Unis. Für die Herkunft verwendet man de/d’, du oder des: de France, d’Italie, du Canada, des États-Unis.
Überblick
Im Deutschen sagt man etwa „in Frankreich“, „nach Kanada“ und „aus den USA“. Im Französischen richtet sich die Präposition nicht nur nach der Bedeutung, sondern auch danach, ob der Ortsname eine Stadt, ein weibliches Land, ein männliches Land oder ein Name in der Mehrzahl ist. Deshalb heißen die entsprechenden Verbindungen en France, au Canada und aux États-Unis.
Dieses Thema gehört zu den Grundlagen auf A1-Niveau. Die Kernregel ist überschaubar und gilt sowohl nach Bewegungsverben wie aller („gehen/fahren“) und partir („abreisen“) als auch bei einem Aufenthaltsort nach être („sein“), habiter („wohnen“) oder rester („bleiben“). Anders als im Deutschen unterscheidet die Präposition dabei normalerweise nicht zwischen „wo?“ und „wohin?“: Je suis en France und Je vais en France enthalten beide en.
Wichtig ist das grammatische Geschlecht eines Ländernamens. Damit ist gemeint, dass ein Substantiv (ein Wort für eine Person, Sache oder einen Ort) im Französischen grammatisch männlich oder weiblich eingeordnet wird. Man erkennt das oft am Artikel: la France ist weiblich, le Canada männlich und les États-Unis steht in der Mehrzahl.
So funktioniert es
Die Grundregel für Ort und Ziel
| Art des Ortsnamens | Präposition | Grundform des Namens | Ort oder Ziel |
|---|---|---|---|
| Stadt | à | Paris, Berlin | à Paris, à Berlin |
| weibliches Land | en | la France, la Suisse | en France, en Suisse |
| männliches Land vor Konsonant | au | le Canada, le Japon | au Canada, au Japon |
| Land in der Mehrzahl | aux | les États-Unis, les Pays-Bas | aux États-Unis, aux Pays-Bas |
| Kontinent | en | l’Europe, l’Afrique | en Europe, en Afrique |
Ort und Ziel haben dieselbe Form. Das ist für deutschsprachige Lernende besonders wichtig:
- Elle est à Lyon. — Sie ist in Lyon.
- Elle va à Lyon. — Sie fährt nach Lyon.
- Nous vivons en Espagne. — Wir leben in Spanien.
- Nous partons en Espagne. — Wir fahren nach Spanien.
Das Deutsche wechselt häufig zwischen „in“ und „nach“. Im Französischen bleibt die Wahl an die Art und das Geschlecht des geografischen Namens gebunden.
Weibliche Ländernamen: en
Die meisten Ländernamen auf -e sind weiblich. Vor ihnen steht für Ort und Ziel en:
- la France → en France
- la Belgique → en Belgique
- l’Italie → en Italie
- l’Allemagne → en Allemagne
- la Chine → en Chine
Die Endung -e ist eine hilfreiche Faustregel, aber keine ausnahmslose Regel. Häufige männliche Ländernamen auf -e sind zum Beispiel le Mexique, le Mozambique, le Cambodge und le Zimbabwe. Bei ihnen steht grundsätzlich au, sofern der Name mit einem gesprochenen Konsonanten beginnt: au Mexique, au Mozambique, au Cambodge, au Zimbabwe.
Männliche Ländernamen: au oder en
Vor einem männlichen Ländernamen, der mit einem Konsonanten beginnt, steht au. Au ist die feste Zusammenziehung von à + le:
- le Canada → au Canada
- le Portugal → au Portugal
- le Japon → au Japon
- le Maroc → au Maroc
Beginnt ein männlicher Ländername jedoch mit einem Vokal, verwendet man für Ort und Ziel normalerweise en, nicht au. Das verhindert einen schwerfälligen Übergang zwischen den Lauten:
- l’Iran → en Iran
- l’Irak → en Irak
- Israël → en Israël
- l’Afghanistan → en Afghanistan
Für Anfänger genügt daher diese Entscheidung: männlich + Konsonant = au; Vokalanfang = en.
Ländernamen in der Mehrzahl: aux
Bei geografischen Namen in der Mehrzahl steht aux. Es ist die feste Zusammenziehung von à + les:
- les États-Unis → aux États-Unis
- les Pays-Bas → aux Pays-Bas
- les Philippines → aux Philippines
Ob ein solcher Name im Deutschen ebenfalls als Mehrzahl empfunden wird, hilft nicht immer weiter. Am besten lernt man den französischen Namen zusammen mit seinem Artikel: les Pays-Bas, nicht nur Pays-Bas.
Städte: à
Bei Städten steht für Ort und Ziel normalerweise à. Das grammatische Geschlecht muss man bei gewöhnlichen Städtenamen dafür nicht bestimmen:
- à Paris
- à Marseille
- à Vienne
- à Munich
Auch hier bleibt die Form bei Aufenthalt und Bewegung gleich: J’habite à Nice („Ich wohne in Nizza“) und Je vais à Nice („Ich fahre nach Nizza“).
Einige Städtenamen enthalten allerdings einen festen Artikel. Dann bleibt er erhalten und kann sich mit à verbinden: Le Caire → au Caire, Le Havre → au Havre. Solche Namen lernt man am sichersten als Einheit.
Herkunft und Ausgangspunkt: de, d’, du, des
Für „aus“ oder „von“ beginnt das französische System mit de. Die genaue Form richtet sich wieder nach dem Ortsnamen.
| Art des Ortsnamens | Herkunft | Beispiel | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| Stadt | de / d’ | de Paris, d’Avignon | aus Paris, aus Avignon |
| weibliches Land | de / d’ | de France, d’Italie | aus Frankreich, aus Italien |
| männliches Land vor Konsonant | du | du Canada, du Japon | aus Kanada, aus Japan |
| Land in der Mehrzahl | des | des États-Unis, des Pays-Bas | aus den USA, aus den Niederlanden |
| Land mit Vokalanfang | d’ | d’Iran, d’Israël | aus dem Iran, aus Israel |
| Kontinent | de / d’ | d’Europe, d’Afrique | aus Europa, aus Afrika |
D’ ist die verkürzte Form von de vor einem Vokal oder einem stummen h. Du entsteht aus de + le, des aus de + les. Vor weiblichen Ländern entfällt der Artikel in dieser Herkunftsverbindung: Es heißt de France, nicht de la France, wenn schlicht „aus Frankreich“ gemeint ist.
Typische Verben für die Herkunft sind venir de („aus … kommen“), revenir de („aus … zurückkommen“) und rentrer de („aus … heimkehren“):
- Je viens de Suisse. — Ich komme aus der Schweiz.
- Il revient du Maroc. — Er kommt aus Marokko zurück.
- Elles rentrent des Pays-Bas. — Sie kehren aus den Niederlanden zurück.
Eine praktische Entscheidungshilfe
Für Ort oder Ziel kann man in dieser Reihenfolge entscheiden:
- Ist es eine gewöhnliche Stadt? Dann à.
- Steht der Name in der Mehrzahl? Dann aux.
- Ist es ein Land mit Vokalanfang oder ein weibliches Land? Dann en.
- Ist es ein männliches Land mit Konsonant am Anfang? Dann au.
Für Herkunft lautet die parallele Reihe:
- Stadt oder weibliches Land: de/d’.
- Männliches Land vor Konsonant: du.
- Name in der Mehrzahl: des.
- Name mit Vokalanfang: d’.
Beispiele im Zusammenhang
| Französisch | Deutsch | Hinweis |
|---|---|---|
| Je vais en France. | Ich fahre nach Frankreich. | weibliches Land, Ziel |
| Il habite au Canada. | Er wohnt in Kanada. | männliches Land, Ort |
| Elle vient des États-Unis. | Sie kommt aus den USA. | Ländername in der Mehrzahl, Herkunft |
| Nous allons à Paris. | Wir fahren nach Paris. | Stadt, Ziel |
| Ma sœur travaille en Allemagne. | Meine Schwester arbeitet in Deutschland. | weibliches Land, Ort |
| Vous partez au Japon demain ? | Fahrt ihr morgen nach Japan? | männliches Land, Ziel |
| Ils étudient aux Pays-Bas. | Sie studieren in den Niederlanden. | Mehrzahl, Ort |
| Tu reviens de Belgique lundi. | Du kommst am Montag aus Belgien zurück. | weibliches Land, Herkunft |
| Le train arrive de Berlin à midi. | Der Zug kommt mittags aus Berlin an. | Stadt, Ausgangspunkt |
| Mon collègue rentre du Portugal. | Mein Kollege kehrt aus Portugal zurück. | männliches Land, Herkunft |
| On passe deux semaines en Iran. | Wir verbringen zwei Wochen im Iran. | männlicher Name mit Vokalanfang |
| Ce vol vient d’Italie. | Dieser Flug kommt aus Italien. | Verkürzung vor Vokal |
| Elle voyage souvent en Afrique. | Sie reist oft in Afrika. | Kontinent |
| Mes amis vivent aux Philippines. | Meine Freunde leben auf den Philippinen. | Inselstaat in der Mehrzahl |
| Nous sommes au Mexique en juillet. | Wir sind im Juli in Mexiko. | männliche Ausnahme auf -e |
Häufige Fehler
Zwischen Ort und Ziel unnötig wechseln
- Falsch: Je vais à France.
- Richtig: Je vais en France.
- Warum: Das deutsche „nach“ führt nicht automatisch zu à. Bei einem weiblichen Land steht sowohl für den Ort als auch für das Ziel en.
Bei einem männlichen Land en verwenden
- Falsch: Il habite en Canada.
- Richtig: Il habite au Canada.
- Warum: Le Canada ist männlich und beginnt mit einem Konsonanten. Deshalb braucht man au.
Den Artikel nach de überall stehen lassen
- Falsch: Elle vient de la France.
- Richtig: Elle vient de France.
- Warum: Bei der neutralen Angabe der Herkunft fällt der Artikel vor einem weiblichen Ländernamen weg. De la France ist nur in anderen Satzstrukturen möglich, etwa wenn Frankreich näher bestimmt oder als Bezugsgröße gemeint ist.
Die Mehrzahl übersehen
- Falsch: Nous allons à les États-Unis.
- Richtig: Nous allons aux États-Unis.
- Warum: À + les wird zwingend zu aux. Entsprechend wird de + les zu des: des États-Unis.
Die Endung -e als sichere Geschlechtsregel behandeln
- Falsch: Nous sommes en Mexique.
- Richtig: Nous sommes au Mexique.
- Warum: Viele Ländernamen auf -e sind weiblich, aber le Mexique ist eine häufige männliche Ausnahme.
Bei Vokalanfang mechanisch au setzen
- Falsch: Il travaille au Iran.
- Richtig: Il travaille en Iran.
- Warum: Bei einem Ländernamen mit Vokalanfang steht für Ort und Ziel im Allgemeinen en, auch wenn der Name männlich ist. Für die Herkunft heißt es d’Iran.
Hinweise zum Gebrauch
Bei Verkehrsmitteln kann en noch eine zweite Funktion haben: aller en France en train bedeutet „mit dem Zug nach Frankreich fahren“. Das erste en gehört zum Land, das zweite bezeichnet das Verkehrsmittel. Die gleiche Form hat hier also zwei verschiedene Aufgaben.
Bei der Angabe eines Reiseziels sind aller à/en/au/aux und partir pour nicht völlig gleich gebaut. Je pars pour le Canada hebt das Aufbrechen in Richtung Kanada hervor; je vais au Canada ist die neutrale Aussage „ich fahre nach Kanada“. Nach pour steht der Länderartikel: pour la France, pour le Canada, pour les États-Unis.
Nationalitätsadjektive brauchen keine dieser Präpositionen: Elle est française heißt „Sie ist Französin“ beziehungsweise „Sie ist französisch“. Bei Elle est en France geht es dagegen um ihren Aufenthaltsort. Die Kleinschreibung von française zeigt im Französischen, dass hier ein Adjektiv (ein Eigenschaftswort) verwendet wird.
Über die Grundlagen hinaus: Sonderfälle und feinere Unterschiede
Die folgenden Einzelheiten muss man auf A1 noch nicht sicher beherrschen. Sie erklären aber Formen, die in Reiseberichten, Nachrichten und Gesprächen häufig vorkommen.
Inseln folgen nicht nur einer einzigen Regel
Bei Inselnamen hängt die Präposition vom üblichen französischen Sprachgebrauch und teilweise von der politischen oder geografischen Einordnung ab. Man sagt zum Beispiel à Cuba, à Madagascar, à Chypre, aber en Corse, en Sicile und aux Philippines. Die einfache Länderregel reicht hier also nicht immer aus. Am zuverlässigsten ist es, häufige Inselnamen gleich mit der Verbindung zu lernen.
Regionen und Bundesstaaten
Auch Regionen können en, au oder andere Verbindungen erhalten: en Bretagne, en Provence, en Californie, aber au Texas. Bei manchen Landschafts- und Regionsnamen ist dans le/la/les üblich, besonders wenn der Artikel deutlich erhalten bleibt. Diese Formen gehören zum Wortschatz des jeweiligen Namens und sollten nicht blind aus der Länderregel abgeleitet werden.
Ländernamen ohne Artikel
Einige Länder- und Inselnamen werden im Französischen gewöhnlich ohne Artikel gebraucht, beispielsweise Israël, Cuba oder Madagascar. Das erklärt Verbindungen wie en Israël und à Cuba. Hier sieht man, warum es nützlich ist, nicht nur das Geschlecht, sondern die vollständige Grundform eines Namens zu lernen.
Wann de la France doch richtig sein kann
Die Herkunftsregel liefert venir de France. De la France ist jedoch nicht grundsätzlich falsch. Der Artikel erscheint, wenn de nicht einfach die geografische Herkunft markiert oder wenn der Ländername näher eingegrenzt wird:
- le nord de la France — der Norden Frankreichs
- une carte de la France — eine Karte Frankreichs
- Il revient de la France rurale. — Er kehrt aus dem ländlichen Frankreich zurück.
Der Unterschied liegt also nicht allein in der Lautform, sondern in der Funktion: neutrale Herkunft de France, eine Beziehung zu dem Land oder eine näher bestimmte Variante de la France.
Städtenamen mit festem Artikel
Bei Le Havre und Le Caire verschmilzt der männliche Artikel mit der Präposition: au Havre, du Havre; au Caire, du Caire. Bei einem weiblichen Artikel bleibt die Schreibung getrennt, etwa à La Havane. Solche Fälle widersprechen der Stadtregel nicht; der Artikel ist Teil des Namens und beeinflusst die Verbindung.
Übungstipps
- Länder immer mit Artikel lernen. Notiere nicht nur Canada, sondern le Canada → au Canada → du Canada. Für la France lautet die Dreiergruppe la France → en France → de France.
- Mit zwei Verben paarweise üben. Bilde zu jedem Ort einen Satz mit être und einen mit aller: Je suis en Suisse. Je vais en Suisse. So gewöhnst du dich daran, dass Ort und Ziel dieselbe Präposition haben.
- Eine Herkunftskette bilden. Nimm fünf Reiseziele und sprich jeweils beide Richtungen aus: Je vais au Japon. Je reviens du Japon. Das verbindet en/au/aux/à direkt mit de/d’/du/des.
Verwandte Themen
- Voraussetzung: Präpositionen des Ortes — führt grundlegende Ortsbeziehungen wie à, de, dans, sur und chez ein.
- Als Nächstes: Zusammenziehungen mit à und de — vertieft die obligatorischen Formen au, aux, du und des.
Voraussetzung
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