Das will-Future im Englischen
Will Future
Dieser Artikel ist Teil des Englisch-Grammatikbaums auf Settemila Lingue.
Kurz gesagt
Das will-Future wird mit will + Grundform des Verbs gebildet: I will call, she will come. Die Form ist bei allen Personen gleich; verneint wird mit will not oder won't, bei Fragen steht will vor dem Subjekt. Besonders häufig bezeichnet sie Vorhersagen, spontane Entschlüsse, Angebote und Versprechen.
Überblick
Mit dem will-Future spricht man im Englischen über Zukünftiges, aber nicht einfach über alles, was später geschieht. Die Form zeigt oft, wie der Sprecher die Zukunft im Moment einschätzt oder wie er sich gerade entscheidet: I think it will rain ist eine Vorhersage, I'll take the blue one ein spontaner Entschluss und I'll help you ein Angebot oder Versprechen.
Das Grundmuster ist erfreulich regelmäßig. Will ist ein Hilfsverb (ein Verb, das beim Aufbau einer grammatischen Form hilft); danach folgt die unveränderte Grundform des eigentlichen Verbs, also etwa go, help oder be. Es gibt keine besondere Endung für he, she oder it. Auf dem Niveau A2 reichen deshalb zunächst drei Bausteine: will, won't und die richtige Wortstellung in Fragen.
Für Deutschsprachige sieht die Form auf den ersten Blick wie „werden + Infinitiv“ aus. Diese Ähnlichkeit hilft bei der Bildung, kann beim Gebrauch aber täuschen. Im Deutschen kann das Präsens sehr oft Zukunft ausdrücken: „Morgen arbeite ich zu Hause.“ Auch im Englischen stehen je nach Bedeutung das Present Simple, das Present Continuous oder be going to. Deshalb sollte man will nicht automatisch überall einsetzen, wo in der deutschen Übersetzung „werden“ vorkommt.
So funktioniert es
Aussagesätze
Das Subjekt (wer oder was handelt) steht zuerst, danach kommen will und die Grundform. Mit „Grundform“ ist die Form gemeint, die im Wörterbuch steht, jedoch ohne to.
Muster: Subjekt + will + Grundform + Ergänzungen
| Person | Volle Form | Übliche Kurzform |
|---|---|---|
| I | I will work | I'll work |
| you | you will work | you'll work |
| he | he will work | he'll work |
| she | she will work | she'll work |
| it | it will work | it'll work |
| we | we will work | we'll work |
| they | they will work | they'll work |
Nach will bleibt das Verb immer gleich:
- He will call. — nicht: He will calls.
- They will be late. — nicht: They will are late.
- I will help. — nicht: I will to help.
In Gesprächen und persönlichen Texten sind die Kurzformen I'll, you'll, he'll, she'll, it'll, we'll, they'll sehr üblich. Die Endung 'll wird an ein Pronomen oder manchmal auch an ein Substantiv angehängt: Anna'll know what to do. Bei Substantiven klingt die Kurzform allerdings eher mündlich und kann schriftlich schwer lesbar sein; Anna will know ist neutraler.
Verneinung
Für die Verneinung steht not direkt nach will:
Muster: Subjekt + will not + Grundform
Die normale Kurzform lautet won't, nicht willn't.
- She will not come. / She won't come.
- We won't forget.
- It won't be easy.
Will not wirkt häufig nachdrücklicher oder formeller als won't. In einem Versprechen kann die volle Form die Aussage besonders betonen: I will not let you down.
Fragen und Kurzantworten
Bei einer Entscheidungsfrage rückt will vor das Subjekt. Anders als bei Fragen im Present Simple braucht man kein do oder does.
Muster: Will + Subjekt + Grundform + …?
- Will you come with us?
- Will she understand?
- Will it take long?
Mit einem Fragewort steht dieses ganz vorn:
Muster: Fragewort + will + Subjekt + Grundform + …?
- When will they arrive?
- Where will you stay?
- What will happen next?
In Kurzantworten wird will wiederholt. Eine bejahte Kurzantwort wird normalerweise nicht zusammengezogen:
- Will he call? — Yes, he will.
- Will they agree? — No, they won't.
Die vier wichtigsten Verwendungen
1. Vorhersagen und persönliche Einschätzungen
Will passt besonders gut, wenn jemand sagt, was er glaubt, erwartet oder vermutet. Typische Begleiter sind I think, I don't think, probably, perhaps, I'm sure und I expect.
- I think you'll enjoy the film.
- Prices will probably rise.
- I'm sure everything will be fine.
Bei sichtbaren Anzeichen verwendet man dagegen häufig be going to: Schwarze Wolken direkt über einem können zu It's going to rain führen. Eine allgemeine Prognose für morgen lautet eher It will rain tomorrow. Diese Trennung ist eine nützliche Anfängerregel; im tatsächlichen Sprachgebrauch überschneiden sich beide Formen teilweise.
2. Spontane Entschlüsse
Wird eine Entscheidung erst beim Sprechen getroffen, ist will typisch:
- The phone is ringing. I'll answer it.
- I'll have the soup, please.
Für einen bereits bestehenden Plan verwendet man meist be going to oder das Present Continuous: I'm going to visit Mia next week beziehungsweise I'm meeting Mia next week. Der Unterschied liegt also nicht nur in der Zukunft, sondern im Zeitpunkt der Entscheidung.
3. Angebote, Versprechen und Zusicherungen
Mit will kann man anbieten, etwas zu tun, oder sich verbindlich dazu bereit erklären:
- I'll carry that bag for you.
- I'll call you as soon as I arrive.
- We won't tell anyone.
Auch Drohungen folgen grammatisch diesem Muster, obwohl ihre Wirkung natürlich ganz anders ist: You'll regret this.
4. Bitten und Fragen nach Bereitschaft
Will you …? kann nicht nur nach der Zukunft fragen, sondern eine Bitte ausdrücken oder nach der Bereitschaft des Gegenübers fragen:
- Will you open the window, please?
- Will you help me with this form?
- Will you marry me?
Der Tonfall und der Zusammenhang entscheiden über die Wirkung. Mit please ist die Bitte meist freundlicher. Für besonders höfliche Bitten ist Would you …? oft zurückhaltender als Will you …?
Beispiele im Zusammenhang
| Englisch | Deutsch | Hinweis |
|---|---|---|
| I'll help you. | Ich werde dir helfen. | Angebot oder Versprechen |
| It will rain tomorrow. | Es wird morgen regnen. | Vorhersage |
| She won't come. | Sie wird nicht kommen. | verneinte Zukunftsaussage |
| Will you marry me? | Willst du mich heiraten? | Frage nach Bereitschaft; Heiratsantrag |
| I think you'll like this book. | Ich glaube, dieses Buch wird dir gefallen. | persönliche Einschätzung |
| Don't worry. Everything will be fine. | Keine Sorge. Alles wird gut. | beruhigende Zusicherung |
| The phone is ringing — I'll answer it. | Das Telefon klingelt – ich gehe ran. | spontaner Entschluss |
| I'll have the vegetable soup, please. | Ich nehme bitte die Gemüsesuppe. | Entscheidung beim Bestellen |
| We'll send you the details tonight. | Wir schicken Ihnen heute Abend die Einzelheiten. | Versprechen oder Ankündigung |
| They probably won't agree. | Wahrscheinlich werden sie nicht zustimmen. | vorsichtige Prognose |
| Will you close the door, please? | Würdest du bitte die Tür schließen? | höfliche Bitte |
| When will the results be ready? | Wann werden die Ergebnisse fertig sein? | Frage mit Fragewort |
| Who will look after the dog? | Wer wird sich um den Hund kümmern? | who ist hier das Subjekt |
| I won't forget your birthday. | Ich werde deinen Geburtstag nicht vergessen. | nachdrückliches Versprechen |
| We'll call you when we arrive. | Wir rufen dich an, wenn wir angekommen sind. | will im Hauptsatz, Präsens nach when |
Häufige Fehler
1. To nach will setzen
- Falsch: I will to call you tonight.
- Richtig: I will call you tonight.
- Warum: Nach will folgt unmittelbar die Grundform ohne to. Das gilt auch für be: It will be cold.
2. Das Hauptverb an die dritte Person anpassen
- Falsch: She will comes later.
- Richtig: She will come later.
- Warum: Die Endung -s gehört zum Present Simple. Nach will bleibt die Grundform bei allen Personen unverändert.
3. Fragen mit do bilden
- Falsch: Do you will come tomorrow?
- Richtig: Will you come tomorrow?
- Warum: Will ist selbst ein Hilfsverb und wird für die Frage einfach vor das Subjekt gestellt. Ein zusätzliches do ist nicht nötig.
4. Will und won't mit do not verneinen
- Falsch: He doesn't will help us.
- Richtig: He won't help us.
- Warum: Die Verneinung lautet will not beziehungsweise won't. Der richtige Satz kann je nach Zusammenhang auch bedeuten, dass er sich weigert zu helfen.
5. Jeden deutschen Zukunftssatz mit will übersetzen
- Unpassend: The train will leave at 7:10 every morning.
- Besser: The train leaves at 7:10 every morning.
- Warum: Für Fahrpläne und feste Programme steht im Englischen meist das Present Simple. Für eine persönliche Einschätzung, einen spontanen Entschluss oder ein Versprechen bleibt will dagegen passend.
6. Die deutsche Verbposition übernehmen
- Falsch: I think that she tomorrow will come.
- Richtig: I think that she will come tomorrow.
- Warum: Im englischen Nebensatz wandert das Verb nicht wie im Deutschen ans Satzende. Die Folge Subjekt + will + Grundform bleibt erhalten.
Hinweise zum Gebrauch
Will ist nicht das deutsche „will“
Die gleiche Schreibweise ist ein klassischer falscher Freund. Deutsches „ich will gehen“ bezeichnet einen Wunsch oder eine Absicht und heißt meist I want to go. Englisches I will go bedeutet je nach Zusammenhang „Ich werde gehen“, „Ich gehe“ oder „Ich bin bereit zu gehen“. Nur in bestimmten Situationen schwingt Bereitschaft besonders deutlich mit.
Kurzformen passen nicht in jeden Text
Im Gespräch sind I'll und won't neutral und sehr häufig. In förmlichen Verträgen, amtlichen Schreiben oder besonders feierlichen Aussagen stehen eher die vollen Formen will und will not. In normaler Geschäftskommunikation sind Kurzformen jedoch keineswegs grundsätzlich falsch; entscheidend ist der gewünschte Ton.
Nach Namen und Substantiven hört man gelegentlich 'll, etwa The meeting'll finish by five. Beim Schreiben ist die volle Form oft klarer. Nach Fragewörtern kommen Kurzformen in festen Wendungen vor, zum Beispiel Who'll be there?; auch hier ist Who will be there? neutral und deutlich.
Stellung von Häufigkeits- und Wahrscheinlichkeitswörtern
Adverbien (Wörter wie „wahrscheinlich“, die eine Aussage genauer bestimmen) stehen häufig nach will und vor dem Hauptverb:
- She will probably call later.
- It will definitely work.
- They will never agree.
Bei einer Verneinung ist besonders probably zu beachten: She probably won't come klingt meist natürlicher als She won't probably come.
Über die Grundlagen hinaus
Die folgenden Feinheiten muss man auf A2 noch nicht aktiv beherrschen. Sie erklären aber Formen, die in Gesprächen, Filmen und anspruchsvolleren Texten oft vorkommen.
Zukunft nach if, when, as soon as und until
Wenn ein Satz eine zukünftige Bedingung oder einen zukünftigen Zeitpunkt nennt, steht im entsprechenden Nebensatz normalerweise kein will. Dort verwendet das Englische das Present Simple; will steht im Hauptsatz:
- If it rains, we'll stay home. — Wenn es regnet, bleiben wir zu Hause.
- I'll text you when I arrive. — Ich schreibe dir, wenn ich ankomme.
- We won't start until everyone is here. — Wir fangen erst an, wenn alle da sind.
Für Deutschsprachige ist das ungewohnt, weil eine deutsche Übersetzung „werden“ enthalten kann. Diese Regel bildet später die Grundlage für das First Conditional. Sie ist nicht absolut: Wenn will ausdrücklich „bereit sein“ bedeutet, kann es auch nach if stehen, etwa im förmlichen If you will wait here, someone will help you.
Vermutungen über die Gegenwart
Will kann eine Schlussfolgerung über das Jetzt ausdrücken, nicht nur eine echte Zukunft:
- That will be Laura at the door. — Das wird Laura an der Tür sein.
- You'll be tired after the journey. — Du wirst nach der Reise sicher müde sein.
Hier entspricht will oft dem deutschen „wird wohl“ oder „sicher“. Entscheidend ist die Vermutung des Sprechers.
Typisches Verhalten und Weigerung
In fortgeschrittenem Gebrauch beschreibt will manchmal charakteristisches oder wiederholtes Verhalten:
- He'll talk for hours if you let him. — Wenn man ihn lässt, redet er stundenlang.
Mit Betonung kann won't eine Weigerung oder mangelnde Funktionsbereitschaft ausdrücken:
- He won't listen to me. — Er will mir einfach nicht zuhören.
- The car won't start. — Das Auto springt nicht an.
Solche Sätze handeln nicht zwingend von einem späteren Zeitpunkt. Sie zeigen, dass will ursprünglich auch mit Bereitschaft und erwartbarem Verhalten verbunden ist.
Weiterführende Zukunftsformen
Das einfache Muster will + Grundform lässt sich später erweitern. Will be + -ing-Form beschreibt oft eine Handlung, die zu einem zukünftigen Zeitpunkt gerade läuft: This time tomorrow, I'll be flying to Rome. Will have + Partizip bezeichnet etwas, das bis zu einem zukünftigen Zeitpunkt abgeschlossen sein wird: By Friday, we'll have finished the report. Ein Partizip ist hier eine Verbform wie finished, die zusammen mit have eine zusammengesetzte Zeitform bildet.
Diese Formen ändern nichts an den Grundregeln für will: Es bleibt bei allen Personen gleich, steht in Fragen vor dem Subjekt und wird mit won't verneint.
Übungstipps
- Trainiere dieselbe Situation in drei Varianten. Formuliere zu einem Alltagsthema eine Vorhersage, einen spontanen Entschluss und ein Versprechen: It will be busy, I'll go early, I'll save you a seat. So verknüpfst du die Form mit ihrer Funktion statt nur mit dem deutschen Wort „werden“.
- Übe kurze Dialoge laut. Stelle fünf Fragen mit Will you …? und beantworte sie mit Yes, I will oder No, I won't. Achte darauf, weder do noch to einzubauen.
- Sortiere echte Zukunftssätze. Markiere beim Lesen oder Hören Beispiele für will, be going to, Present Continuous und Present Simple. Frage jeweils: Ist das eine Prognose, eine spontane Entscheidung, ein Plan oder ein Fahrplan? Dieser Vergleich verhindert Übergebrauch von will.
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- Voraussetzung: Present Simple — hilft beim Vergleich mit Fahrplänen und bei Nebensätzen nach if oder when.
- Nächster Schritt: First Conditional — verbindet eine Bedingung im Present Simple mit einer möglichen Folge mit will.
- Weiterführend: Future Continuous — beschreibt, was zu einem zukünftigen Zeitpunkt gerade geschehen wird.
- Weiterführend: Future Perfect — beschreibt, was bis zu einem zukünftigen Zeitpunkt abgeschlossen sein wird.
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