B1

First Conditional im Englischen

First Conditional

Dieser Artikel ist Teil des Englisch-Grammatikbaums auf Settemila Lingue.

Kurz erklärt

Das First Conditional beschreibt eine reale oder gut mögliche Bedingung in der Zukunft und ihre wahrscheinliche Folge: If it rains, I'll stay home. Im Satzteil mit if steht normalerweise das Simple Present, im anderen Satzteil meist will + Grundform: if + Präsens, will + Verb. Anders als im Deutschen steht nach if also gewöhnlich kein will.

Überblick

Mit dem First Conditional spricht man darüber, was geschehen wird oder kann, falls eine bestimmte Bedingung erfüllt ist. Die Bedingung gilt nicht als reine Fantasie: Regen ist möglich, eine Prüfung kann bestanden werden, und eine Verabredung kann stattfinden. Das Ergebnis ist noch nicht sicher, weil es von der Bedingung abhängt.

Diese Struktur gehört zum Niveau B1 und baut auf der Zukunft mit will auf. Der Ausdruck conditional sentence bedeutet „Bedingungssatz“. Ein solcher Satz besteht aus einem Bedingungssatz (dem Teil, der die Voraussetzung nennt) und einem Hauptsatz (dem Teil mit der Folge). Die Bezeichnung „First Conditional“ ist eine praktische Lernbezeichnung; entscheidend ist nicht der Name, sondern die Kombination aus möglicher zukünftiger Bedingung und ihrer Folge.

Für Deutschsprachige ist vor allem die Zeitform wichtig. Auf Deutsch kann man in beiden Satzteilen Präsens verwenden: „Wenn es regnet, bleibe ich zu Hause.“ Im Englischen verwendet man für die erwartete Folge häufig will, aber nach if bleibt das Verb im Präsens: If it rains, I will stay home.

So funktioniert es

Die Grundstruktur

Funktion Satzbau Beispiel
Bedingung zuerst If + Simple Present, will + Grundform If you study, you will pass.
Folge zuerst Will + Grundform if + Simple Present You will pass if you study.

Die Grundform ist das unveränderte Verb ohne to, zum Beispiel go, pass oder stay. Das Simple Present ist die einfache Gegenwartsform. Bei he, she und it erhält das Verb normalerweise ein -s: if she comes, if it rains.

Die beiden Satzteile können ihre Position tauschen, ohne dass sich die grundlegende Bedeutung ändert:

  • If we leave now, we'll catch the train.
  • We'll catch the train if we leave now.

Steht der if-Satz am Anfang, folgt im Englischen ein Komma. Steht er am Ende, setzt man normalerweise kein Komma. Beim Sprechen wird will fast immer verkürzt: I'll, you'll, he'll, she'll, we'll, they'll. In formelleren Texten ist die Vollform ebenfalls möglich.

Verneinungen und Fragen

Beide Satzteile können verneint werden:

  • If you don't hurry, you'll miss the bus.
  • If the shop is closed, we won't buy anything.
  • If she doesn't call, I won't wait.

Für Fragen bleibt die Bedingung unverändert; im Hauptsatz steht will vor dem Subjekt (der Person oder Sache, um die es im Satz geht):

  • What will you do if the train is cancelled?
  • Will you come if Anna invites you?

Nicht nur will: Modalverben und Aufforderungen

Will ist die häufigste Form, aber die Folge kann auch als Möglichkeit, Fähigkeit, Rat oder Aufforderung formuliert werden. Modalverben sind Hilfsverben wie can, might und should, mit denen man etwa Fähigkeit, Unsicherheit oder Empfehlung ausdrückt.

Bedeutung der Folge Struktur Beispiel
erwartetes Ergebnis will + Grundform If we book today, we'll save money.
Fähigkeit oder Möglichkeit can + Grundform If you finish early, you can join us.
unsichere Möglichkeit might + Grundform If it gets colder, we might need a taxi.
Rat should + Grundform If the pain continues, you should see a doctor.
Bitte oder Aufforderung Imperativ (Aufforderungsform) If you see Maya, tell her to call me.

Diese Varianten gehören weiterhin zum gleichen Grundmuster: Im if-Satz steht das Präsens, während der Hauptsatz zeigt, welche Art von Folge gemeint ist.

Unless: „wenn nicht“ oder „außer wenn“

Unless ersetzt häufig if ... not. Es nennt also die einzige Bedingung, unter der etwas nicht gilt:

  • I won't go unless you come. = I won't go if you don't come.
  • We'll be late unless we leave now. = We'll be late if we don't leave now.

Nach unless verwendet man normalerweise keine zusätzliche Verneinung. Unless you don't come bedeutet nicht einfach „wenn du nicht kommst“ und ist in gewöhnlichen First-Conditional-Sätzen meist falsch oder zumindest logisch verwirrend.

If oder when?

Beide Wörter können im Deutschen mit „wenn“ wiedergegeben werden, aber sie drücken nicht dasselbe aus:

  • if: Es ist unklar, ob das Ereignis eintritt. If Leo calls, I'll tell you.
  • when: Man rechnet fest mit dem Ereignis; offen ist nur der Zeitpunkt. When Leo calls, I'll tell you.

Auch nach when steht bei einem zukünftigen Ereignis normalerweise das Präsens, nicht will: When I arrive, I'll text you. Dasselbe gilt oft nach Zeitwörtern wie as soon as („sobald“), before („bevor“) und after („nachdem“).

Beispiele im Zusammenhang

Englisch Deutsch Hinweis
If it rains, I'll stay home. Wenn es regnet, bleibe ich zu Hause. Reale Möglichkeit und erwartete Folge
If you study hard, you'll pass. Wenn du fleißig lernst, wirst du bestehen. will bezeichnet das erwartete Ergebnis
We'll have dinner outside if the weather stays warm. Wir essen draußen zu Abend, wenn das Wetter warm bleibt. Der Bedingungssatz steht am Ende
If Marta doesn't leave now, she'll miss her flight. Wenn Marta jetzt nicht losfährt, verpasst sie ihren Flug. Verneinte Bedingung
What will you do if they reject the application? Was wirst du tun, wenn sie den Antrag ablehnen? Frage im Hauptsatz
If you see her, can you tell her? Wenn du sie siehst, kannst du es ihr sagen? can statt will
If the meeting ends early, we might go for a drink. Wenn die Besprechung früh endet, gehen wir vielleicht noch etwas trinken. might macht die Folge unsicherer
If your back still hurts tomorrow, you should call a doctor. Wenn dein Rücken morgen noch wehtut, solltest du einen Arzt anrufen. Empfehlung mit should
If you need a receipt, ask at the counter. Wenn du eine Quittung brauchst, frag an der Kasse. Aufforderung im Hauptsatz
I won't go unless you come. Ich gehe nicht, wenn du nicht mitkommst. unless entspricht hier if ... not
Unless we hurry, we won't catch the last train. Wenn wir uns nicht beeilen, erreichen wir den letzten Zug nicht. Keine zusätzliche Verneinung nach unless
When I finish work, I'll call you. Wenn ich mit der Arbeit fertig bin, rufe ich dich an. when: Das Ende der Arbeit wird erwartet
If I've finished the report by six, I'll join you. Wenn ich den Bericht bis sechs fertiggestellt habe, komme ich mit. Present Perfect für eine vorher abgeschlossene Handlung
If you're working late tonight, I'll bring you some food. Wenn du heute Abend länger arbeitest, bringe ich dir etwas zu essen. Verlaufsform für eine laufende oder geplante Situation

Häufige Fehler

Nach if fälschlich will verwenden

  • Falsch: If it will rain, I'll stay home.
  • Richtig: If it rains, I'll stay home.
  • Warum: Die Zukunft ist bereits durch die Gesamtsituation klar. Im gewöhnlichen Bedingungssatz steht nach if das Präsens.

Bei he, she oder it das -s vergessen

  • Falsch: If she study hard, she'll pass.
  • Richtig: If she studies hard, she'll pass.
  • Warum: Der if-Satz steht im Simple Present. Deshalb gelten dort auch die normalen Regeln der dritten Person Singular.

Im Hauptsatz automatisch ebenfalls Präsens verwenden

  • Unpassend als neutrale Zukunftsaussage: If you study hard, you pass.
  • Richtig: If you study hard, you'll pass.
  • Warum: Im Deutschen klingt „Wenn du fleißig lernst, bestehst du“ natürlich. Für ein konkretes erwartetes Ergebnis in der englischen Zukunft ist will die übliche Wahl. Reines Präsens ist möglich, wenn eine allgemeine Regel oder regelmäßige Folge gemeint ist; dann handelt es sich eher um das Zero Conditional.

Unless doppelt verneinen

  • Falsch: Unless you don't hurry, you'll miss the bus.
  • Richtig: Unless you hurry, you'll miss the bus.
  • Warum: Unless enthält bereits die Bedeutung „wenn nicht“. Eine zusätzliche Verneinung verändert oder verdunkelt die Aussage.

If und when wie deutsche Synonyme behandeln

  • Unklar: When the shop is open tomorrow, I'll buy the book.
  • Besser bei Unsicherheit: If the shop is open tomorrow, I'll buy the book.
  • Warum: When signalisiert, dass man mit dem Ereignis rechnet. Ist die Öffnung unsicher, passt if.

Das Komma an der deutschen Wortstellung ausrichten

  • Unüblich: I'll call you, if I arrive early.
  • Üblich: I'll call you if I arrive early.
  • Warum: Im Englischen steht bei einem nachgestellten if-Satz normalerweise kein Komma. Nur ein vorangestellter Bedingungssatz wird durch ein Komma abgetrennt.

Hinweise zum Gebrauch

Das First Conditional ist in gesprochener und geschriebener Sprache sehr häufig. Verkürzungen wie I'll und won't wirken im Gespräch und in informellen Texten natürlich. In einem Vertrag oder einem sehr formellen Schreiben können I will und will not passender sein; die grammatische Struktur bleibt gleich.

Die Wahl des Modalverbs verändert die Sicherheit der Folge. If the road is clear, we'll arrive by eight drückt eine deutliche Erwartung aus. If the road is clear, we might arrive by eight lässt mehr Zweifel offen. Mit can geht es oft um eine verfügbare Möglichkeit, nicht um eine Vorhersage: If we finish early, we can have coffee.

Nicht jeder Satz mit if ist ein First Conditional. In I don't know if he is at home bedeutet if „ob“ und leitet keine Bedingung ein. Auch allgemeine Tatsachen wie If you heat ice, it melts gehören üblicherweise zum Zero Conditional, weil sie nicht von einer einzelnen möglichen Zukunftssituation handeln.

Über die Grundlagen hinaus

Andere Präsensformen im Bedingungssatz

Die Kurzregel „nach if steht Simple Present“ ist für den Einstieg zuverlässig, aber genauer gesagt steht dort eine Präsensform. Je nach Bedeutung sind auch andere Formen möglich:

  • Present Continuous (Verlaufsform für eine gerade ablaufende oder vereinbarte Handlung): If you're meeting Sam later, give him this key.
  • Present Perfect (Form für eine bis zu einem Bezugspunkt abgeschlossene Handlung): If you've finished by five, we'll go together.

Entscheidend bleibt: Diese Formen stehen trotz Zukunftsbezug nicht im will-Futur.

Will kann ausnahmsweise nach if stehen

Will nach if ist nicht in jedem denkbaren Satz falsch. Es kann Bereitschaft, beharrliches Verhalten oder eine höfliche Bitte ausdrücken, statt nur die Zukunft zu markieren:

  • If you'll wait here, the manager will see you soon. („Wenn Sie bitte hier warten möchten ...“)
  • If you will keep interrupting, we won't finish on time. („Wenn du unbedingt ständig dazwischenreden musst ...“)

Diese Verwendungen sind fortgeschrittener und teilweise formell oder vorwurfsvoll. Für neutrale Zukunftsbedingungen bleibt if + Präsens die sichere Regel.

Genauere Bedingungen formulieren

Weitere Verknüpfungen machen eine Bedingung enger oder formeller:

  • only if = „nur wenn“: I'll agree only if everyone gets the same chance.
  • as long as = „solange / vorausgesetzt, dass“: You can borrow the car as long as you drive carefully.
  • provided (that) = „vorausgesetzt, dass“: We'll sign the contract provided that the price doesn't change.

Außerdem kann should im Bedingungssatz eine Bedingung zurückhaltender oder formeller klingen lassen: If you should need any help, call this number. Die Bedeutung ähnelt „Falls Sie wider Erwarten Hilfe benötigen sollten“.

Abgrenzung zum Second Conditional

Vergleiche:

  • If I have enough money, I'll buy the laptop. — Ich halte es für realistisch, genug Geld zu haben.
  • If I had enough money, I would buy the laptop. — Im Moment habe ich vermutlich nicht genug Geld; die Situation ist hypothetischer.

Der Unterschied liegt daher nicht einfach zwischen „möglich“ und „unmöglich“. Er zeigt, wie die sprechende Person die Situation einschätzt: als offen und realistisch oder als eher fern, erfunden beziehungsweise entgegen der aktuellen Wirklichkeit.

Lerntipps

  1. Bilde Satzpaare aus deinem Alltag. Notiere jeden Morgen drei echte Möglichkeiten, etwa If I finish early, I'll go shopping. Tausche danach die Reihenfolge der Satzteile und achte auf das Komma.
  2. Markiere die zwei Funktionen farblich. Unterstreiche im if-Teil die Präsensform und im Hauptsatz will, can, might oder should. So prägt sich nicht nur eine starre Formel, sondern auch die Bedeutung der Folge ein.
  3. Übe deutsche „wenn“-Sätze bewusst in zwei Gruppen. Frage zuerst: Ist das Ereignis unsicher? Dann wähle if. Wird es sicher erwartet und ist nur der Zeitpunkt offen? Dann passt oft when.

Verwandte Themen

  • Voraussetzung: Zukunft mit will — erklärt Bildung und Gebrauch von will + Grundform.
  • Nächster Schritt: Second Conditional — beschreibt hypothetische, unwahrscheinliche oder vorgestellte Situationen mit if + Vergangenheit und would.

Voraussetzung

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