A2

Objektpronomen im Schwedischen

Objektspronomen

Dieser Artikel ist Teil des Schwedisch-Grammatikbaums auf Settemila Lingue.

Kurz gesagt

Schwedische Objektpronomen ersetzen eine Person oder Sache, auf die sich eine Handlung richtet: Hon ser mig bedeutet „Sie sieht mich“. Die wichtigsten Formen sind mig, dig, honom, henne, den, det, oss, er und dem. Anders als im Deutschen unterscheiden diese Formen nicht zwischen Akkusativ und Dativ: Je nach Verb kann dig daher „dich“ oder „dir“ entsprechen.

Überblick

Ein Pronomen ist ein kurzes Wort, das für ein bereits bekanntes Nomen steht. Statt Jag träffar Anna („Ich treffe Anna“) kann man also Jag träffar henne („Ich treffe sie“) sagen. Ein Objekt ist dabei die Person oder Sache, die von der Handlung betroffen ist oder etwas erhält. In Ge mig boken! ist mig die Person, die das Buch bekommen soll.

Objektpronomen gehören zum Grundwortschatz auf Niveau A2. Man braucht sie ständig: beim Sprechen über Menschen, beim Bitten und Helfen, nach Präpositionen wie med und till und in kurzen Aufforderungen. Wer bereits die schwedischen Subjektpronomen jag, du, han, hon, vi, ni, de kennt, muss nun lernen, welche Form verwendet wird, wenn dieselbe Person nicht handelt, sondern Objekt ist.

Für Deutschsprachige ist das System zugleich einfacher und ungewohnt. Einfacher ist es, weil Schwedisch keine getrennten Formen wie „mich/mir“, „dich/dir“ oder „ihn/ihm“ hat. Ungewohnt ist, dass man die deutsche Kasusform nicht Wort für Wort übertragen kann: Jag hjälper dig heißt „Ich helfe dir“, obwohl dig in einem anderen Satz auch „dich“ bedeuten kann.

So funktioniert es

Die Formen im Überblick

Person oder Bezug Subjektform Objektform Mögliche deutsche Entsprechung
1. Person Singular jag mig mich, mir
2. Person Singular du dig dich, dir
3. Person Singular, männliche Person han honom ihn, ihm
3. Person Singular, weibliche Person hon henne sie, ihr
3. Person Singular, geschlechtsneutral hen hen die Person, ihr/ihm
Bezug auf ein en-Wort den den es, ihn/sie
Bezug auf ein ett-Wort det det es
1. Person Plural vi oss uns
2. Person Plural ni er euch, Ihnen
3. Person Plural de dem sie, ihnen

Die zentrale Anfängerregel lautet: Wer etwas tut, steht in der Subjektform; wen oder was die Handlung betrifft, steht in der Objektform.

  • Jag ser henne. — Ich sehe sie.
  • Hon ser mig. — Sie sieht mich.
  • Vi ringer dem. — Wir rufen sie an.
  • De ringer oss. — Sie rufen uns an.

Direktes und indirektes Objekt

Ein direktes Objekt bezeichnet meist, wen oder was die Handlung unmittelbar betrifft. Man findet es oft mit der Frage „wen oder was?“:

  • Han känner mig. — Er kennt mich.
  • Vi köper bilen. Vi köper den i morgon. — Wir kaufen das Auto. Wir kaufen es morgen.

Ein indirektes Objekt bezeichnet oft die Person, die etwas bekommt oder für die etwas geschieht. Vereinfacht kann man nach „wem?“ fragen:

  • Hon ger honom nyckeln. — Sie gibt ihm den Schlüssel.
  • Kan du visa oss vägen? — Kannst du uns den Weg zeigen?

Im Deutschen erkennt man den Unterschied häufig an Akkusativ und Dativ. Schwedisch verwendet in beiden Funktionen dieselbe Objektform. Honom kann also sowohl „ihn“ als auch „ihm“ bedeuten. Die Bedeutung ergibt sich aus dem Verb und dem ganzen Satz.

Objektpronomen nach Präpositionen

Auch nach einer Präposition — einem kurzen Verhältniswort wie med („mit“), till („zu, an“) oder för („für“) — verwendet man die Objektform:

  • Kom med mig! — Komm mit mir!
  • Jag skickar ett meddelande till henne. — Ich schicke ihr eine Nachricht.
  • Det här är för er. — Das hier ist für euch/Sie.
  • Han pratar om dem. — Er spricht über sie.

Für Deutschsprachige ist wichtig: Die schwedische Form ändert sich nicht je nach Präposition. Man muss also nicht überlegen, ob im Deutschen „mit mir“, „für mich“ oder „ohne mich“ steht — im Schwedischen bleibt es immer mig.

Personen und Sachen: honom, henne, den und det

Für Personen verwendet man normalerweise honom für einen Mann oder Jungen und henne für eine Frau oder ein Mädchen. Das geschlechtsneutrale Pronomen hen bleibt als Objekt unverändert. Es wird gebraucht, wenn das Geschlecht unbekannt, unwichtig oder nichtbinär ist.

Für Sachen richtet sich das Pronomen nach dem grammatischen Geschlecht des schwedischen Nomens:

  • en bokJag läser den. — ein Buch → Ich lese es.
  • ett brevJag läser det. — ein Brief → Ich lese ihn/es.
  • två böckerJag läser dem. — zwei Bücher → Ich lese sie.

Hier hilft das deutsche Genus kaum weiter. Bok ist ein en-Wort und wird deshalb durch den ersetzt; brev ist ein ett-Wort und wird durch det ersetzt. Entscheidend ist immer die schwedische Wortklasse, nicht „der“, „die“ oder „das“ im Deutschen.

Stellung im Satz

In einem einfachen Aussagesatz steht das Objekt gewöhnlich nach dem Verb:

Subjekt + Verb + Objekt

  • Jag hjälper dig. — Ich helfe dir.
  • Hon känner honom. — Sie kennt ihn.

Bei einem Modalverb wie kan („können“) oder vill („wollen“) steht das Objekt nach dem Infinitiv, also nach der Grundform des Vollverbs:

  • Jag vill träffa henne. — Ich möchte sie treffen.
  • Kan du hjälpa oss? — Kannst du uns helfen?

In Aufforderungen fehlt das Subjekt häufig; das Objekt bleibt nach dem Verb:

  • Ring mig! — Ruf mich an!
  • Vänta på oss! — Warte auf uns!
  • Ge henne biljetten! — Gib ihr die Eintrittskarte!

Bei zwei Objekten sind zwei häufige Muster besonders nützlich:

  • Ge mig boken! — Gib mir das Buch!
  • Ge boken till mig! — Gib das Buch mir/an mich!

Das erste Muster setzt die empfangende Person direkt vor die Sache. Das zweite nennt die Sache zuerst und drückt den Empfänger mit till aus.

Aussprache und Standardschreibung

In natürlicher Alltagssprache werden mig und dig meist ungefähr wie mej und dej ausgesprochen. Geschrieben werden in neutralen und formellen Texten jedoch normalerweise mig und dig. Dasselbe Lautmuster gilt für das reflexive sig, das weiter unten kurz erklärt wird.

De („sie“ als Subjekt) und dem („sie/ihnen“ als Objekt) werden in der Standardsprache beide meistens wie dom ausgesprochen. In formellen Texten bleibt die grammatische Unterscheidung dennoch sichtbar:

  • De ser oss.Sie sehen uns.
  • Vi ser dem. — Wir sehen sie.

Beispiele im Kontext

Schwedisch Deutsch Hinweis
Hon ser mig varje morgon. Sie sieht mich jeden Morgen. direktes Objekt
Jag hjälper dig efter jobbet. Ich helfe dir nach der Arbeit. dig entspricht hier dem deutschen Dativ
Känner du honom? Kennst du ihn? männliche Person
Vi väntar på henne utanför stationen. Wir warten vor dem Bahnhof auf sie. nach der Präposition
Jag har inte träffat hen tidigare. Ich habe die Person früher noch nicht getroffen. geschlechtsneutraler Bezug
Var är nyckeln? Jag hittar den inte. Wo ist der Schlüssel? Ich finde ihn nicht. nyckel ist ein en-Wort
Brevet ligger här. Kan du läsa det? Der Brief liegt hier. Kannst du ihn lesen? brev ist ein ett-Wort
Läraren visar oss ett nytt ord. Die Lehrkraft zeigt uns ein neues Wort. empfangende Person
Jag ringer er i kväll. Ich rufe euch/Sie heute Abend an. Objektform zu ni
Vi träffar dem på lördag. Wir treffen sie am Samstag. Objektform zu de
Ge mig boken, tack! Gib mir bitte das Buch! Aufforderung mit zwei Objekten
Kan du skicka bilden till henne? Kannst du ihr das Bild schicken? Empfänger mit till
De bjöd oss på kaffe. Sie luden uns auf einen Kaffee ein. feste Verbindung bjuda någon på något
Kommer du med mig? Kommst du mit mir? Objektform nach med
Jag såg dem, men de såg inte mig. Ich sah sie, aber sie sahen mich nicht. Wechsel zwischen dem, de und mig

Häufige Fehler

1. Die Subjektform als Objekt verwenden

  • Falsch: Hon ser jag.
  • Richtig: Hon ser mig.
  • Warum? Jag handelt als Subjekt; mig ist die Form für die Person, die gesehen wird. Das entspricht dem Unterschied zwischen „ich“ und „mich“.

2. Einen schwedischen Dativ bilden wollen

  • Falsch: nach einer besonderen Form für „dir“ in Jag hjälper … suchen
  • Richtig: Jag hjälper dig.
  • Warum? Schwedisch hat hier keine getrennte Dativform. Dig kann je nach Satz sowohl „dich“ als auch „dir“ entsprechen.

3. de und dem in der Standardschrift verwechseln

  • Falsch: Vi träffar de i morgon.
  • Richtig: Vi träffar dem i morgon.
  • Warum? De ist die Subjektform („sie“ handeln), dem die Objektform („sie/ihnen“ sind betroffen). Dass beide meist dom ausgesprochen werden, ändert die Standardschreibung nicht.

4. den und det nach dem deutschen Artikel wählen

  • Falsch: Jag köper huset. Jag köper den.
  • Richtig: Jag köper huset. Jag köper det.
  • Warum? Hus ist ein schwedisches ett-Wort (ett hus). Deshalb lautet das Pronomen det — unabhängig davon, dass es auf Deutsch „das Haus“ heißt.

5. er nur als Possessivform verstehen

  • Missverständlich: Jag ser er bil.
  • Richtig für „Ich sehe euch“: Jag ser er.
  • Richtig für „Ich sehe euer Auto“: Jag ser er bil.
  • Warum? Er kann Objektpronomen („euch/Sie“) oder Possessivwort („euer/Ihr“) sein. Steht direkt danach ein Nomen wie bil, gehört er normalerweise zu diesem Nomen.

6. henne statt sig bei Rückbezug verwenden

  • Falsch für „Sie sieht sich selbst“: Hon ser henne.
  • Richtig: Hon ser sig.
  • Warum? Henne verweist normalerweise auf eine andere Frau. Bezieht sich das Objekt der dritten Person auf das Subjekt desselben Satzes zurück, verwendet man häufig das reflexive sig.

Hinweise zum Gebrauch

ni und er sind nicht einfach das deutsche „Sie“

Ni und die Objektform er bezeichnen in erster Linie mehrere angesprochene Personen: Kan ni hjälpa mig? heißt dann „Könnt ihr mir helfen?“. Ni kommt zwar auch als höfliche Anrede einer einzelnen Person vor, etwa in manchen Dienstleistungssituationen. Es ist aber kein vollständig neutrales Gegenstück zum überall einsetzbaren deutschen „Sie“. Im Schwedischen formuliert man häufig ohne direkte Anrede oder verwendet je nach Situation den Namen.

Gesprochene und geschriebene Formen

Die Schreibungen mej, dej und dom begegnen einem in Chats, Dialogen, Liedtexten und bewusst umgangssprachlichen Texten. Für neutrale Standardsprache sind mig, dig und die Unterscheidung de/dem die sichere Wahl. Beim Hören sollte man trotzdem die gesprochenen Formen erkennen können: Wer nur die Schreibbilder lernt, versteht sehr häufige Alltagssätze unnötig schwer.

Das Verb bestimmt die Konstruktion

Deutsch und Schwedisch verbinden nicht immer dieselben Verben mit derselben Präposition. Deshalb sollte man Objektpronomen zusammen mit vollständigen Wendungen lernen:

  • vänta på någon — auf jemanden warten
  • lyssna på någon — jemandem zuhören
  • fråga någon — jemanden fragen
  • hjälpa någon — jemandem helfen

Das schwedische någon bedeutet hier „jemand(en)“ und zeigt den Platz des Objekts. Später kann man es durch mig, dig, honom und andere Formen ersetzen. Diese Lernweise ist verlässlicher als eine Übersetzung Wort für Wort.

Über die Grundlagen hinaus

Die folgenden Einzelheiten muss man auf A2 noch nicht aktiv beherrschen. Sie erklären aber Formen, die in Gesprächen und anspruchsvolleren Texten häufig vorkommen.

Reflexiver Rückbezug mit sig

Für die dritte Person gibt es neben den gewöhnlichen Objektformen das reflexive Pronomen sig. Reflexiv bedeutet, dass die Handlung zum Subjekt selbst zurückführt:

  • Han tvättar sig. — Er wäscht sich.
  • Hon såg sig i spegeln. — Sie sah sich im Spiegel.
  • De presenterade sig. — Sie stellten sich vor.

Der Kontrast kann die Bedeutung vollständig ändern:

  • Hon tvättar henne. — Sie wäscht eine andere weibliche Person.
  • Hon tvättar sig. — Sie wäscht sich selbst.

In der ersten und zweiten Person verwendet man dagegen die bereits bekannten Formen: Jag tvättar mig, du tvättar dig, vi tvättar oss.

Zwei Pronomen im selben Satz

Wenn sowohl die empfangende Person als auch die Sache durch Pronomen ausgedrückt werden, sind Sätze wie Hon gav mig den („Sie gab sie mir“, etwa boken) möglich. Für Lernende ist eine Konstruktion mit till oft leichter durchschaubar und sehr nützlich:

  • Hon gav den till mig. — Sie gab sie mir.
  • Jag skickade det till honom. — Ich schickte es ihm.

Welche Reihenfolge am natürlichsten klingt, hängt auch vom Verb, vom Zusammenhang und davon ab, welche Information betont wird. Als sichere Grundmuster dienen Person + Sache (Ge mig boken) und Sache + till + Person (Ge boken till mig).

Hervorhebung und Kontrast

Ein Objekt kann an den Satzanfang gestellt werden, wenn es besonders hervorgehoben oder einem anderen Objekt gegenübergestellt wird:

  • Mig känner hon, men inte honom. — Mich kennt sie, aber ihn nicht.
  • Det förstår jag inte. — Das verstehe ich nicht.

Diese Wortstellung ist markierter als der neutrale Satz Hon känner mig. Sie sollte zunächst vor allem erkannt werden; für gewöhnliche Aussagen bleibt die Stellung nach dem Verb die beste Grundlage.

Personen, Tiere und gewählter Bezug

Bei bekannten Tieren kann je nach Kontext honom oder henne stehen, besonders wenn Geschlecht und Individualität wichtig sind. Bei einem allgemeinen oder rein grammatischen Bezug sind auch den und det möglich. Ebenso kann hen bewusst gewählt werden, wenn das Geschlecht einer Person nicht genannt werden soll. Die Wahl folgt also nicht nur Grammatik, sondern teilweise auch dem Blick der sprechenden Person auf den Bezug.

Übungstipps

  1. Bilde Gegensatzpaare. Sprich zu jeder Person zwei Sätze: Jag ser henne — hon ser mig, vi ringer dem — de ringer oss. So verknüpfst du Subjekt- und Objektform, statt beide Listen getrennt auswendig zu lernen.
  2. Lerne Sachen immer mit en oder ett. Nimm fünf Gegenstände aus deiner Umgebung und ersetze sie danach durch den oder det: en stol — jag flyttar den; ett bord — jag flyttar det.
  3. Übe mit vollständigen Verbindungen. Notiere nicht nur mig oder dig, sondern kurze Bausteine wie med mig, till dig, hjälpa henne und vänta på dem. Lies sie laut, damit sich Standardschreibung und Alltagssprache miteinander verbinden.

Verwandte Themen

Voraussetzung

Personalpronomen im SchwedischenA1

Mehr A2-Konzepte

Dieses Konzept in anderen Sprachen

In allen Sprachen vergleichen

Übe Objektspronomen auf Schwedisch mit einem kostenlosen Settemila-Lingue-Konto. Wir richten Schwedisch · A2 ein und erstellen Karten genau zu diesem Grammatikkonzept.

Dieses Konzept üben