A1

Personalpronomen im Schwedischen

Personliga Pronomen

Dieser Artikel ist Teil des Schwedisch-Grammatikbaums auf Settemila Lingue.

Kurz gesagt

Schwedische Personalpronomen bezeichnen als Subjekt, wer etwas tut oder in einem bestimmten Zustand ist: jag, du, han, hon, hen, den, det, vi, ni, de. Anders als im Deutschen verändert sich das Verb dabei nicht nach der Person: jag bor, du bor und de bor. Besonders wichtig sind die Wahl zwischen han/hon/hen für Menschen, den/det für Sachen und die Aussprache von de als meist dom.

Überblick

Ein Personalpronomen ist ein kurzes Wort, das für eine Person oder Sache steht, damit deren Name nicht ständig wiederholt werden muss. In Lisa bor i Malmö. Hon arbetar där. ersetzt hon den Namen Lisa. Als Subjekt bezeichnet es, wer oder was handelt beziehungsweise worüber eine Aussage gemacht wird. Die Frage dazu lautet oft: „Wer oder was tut etwas?“

Diese Pronomen gehören zum A1-Grundwissen. Man braucht sie vom ersten Gespräch an: um sich vorzustellen, andere anzusprechen oder über Menschen und Dinge zu reden. Schwedische Aussagesätze nennen das Subjekt normalerweise ausdrücklich. Man sagt also Jag talar svenska, nicht einfach nur Talar svenska, wenn „Ich spreche Schwedisch“ gemeint ist.

Für Deutschsprachige ist das System teilweise vertraut, aber an drei Stellen ist Umdenken nötig. Erstens hat das Verb für alle Personen dieselbe Form. Zweitens richten sich den und det nach der schwedischen Wortklasse eines Substantivs, nicht nach deutschem Genus. Drittens ist ni in erster Linie die Mehrzahl von „du“; als höfliche Anrede funktioniert es nicht genauso allgemein wie deutsches „Sie“.

So funktioniert es

Die Formen im Überblick

Person Schwedisch Deutsche Entsprechung Grundgebrauch
1. Person Einzahl jag ich die sprechende Person
2. Person Einzahl du du eine angesprochene Person
3. Person Einzahl han er eine männliche Person
3. Person Einzahl hon sie eine weibliche Person
3. Person Einzahl hen geschlechtsneutrales Pronomen eine Person unabhängig vom Geschlecht oder mit nichtbinärer Identität
3. Person Einzahl den er/sie/es ein Wort der en-Klasse
3. Person Einzahl det es/das ein Wort der ett-Klasse; außerdem unpersönliche Sätze
1. Person Mehrzahl vi wir die sprechende Person und weitere Personen
2. Person Mehrzahl ni ihr; in bestimmten Situationen Sie mehrere angesprochene Personen
3. Person Mehrzahl de sie mehrere Personen oder Sachen

„1. Person“ bedeutet die sprechende Person, „2. Person“ die angesprochene Person und „3. Person“ alle anderen Personen oder Dinge. Einzahl meint eine Person oder Sache, Mehrzahl mehrere.

Das Verb bleibt bei jeder Person gleich

Im Deutschen heißt es „ich arbeite“, „du arbeitest“, „wir arbeiten“. Im schwedischen Präsens, also bei Aussagen über die Gegenwart, gibt es diese Personenendungen nicht:

Schwedisch Deutsch
Jag arbetar. Ich arbeite.
Du arbetar. Du arbeitest.
Han arbetar. Er arbeitet.
Vi arbetar. Wir arbeiten.
Ni arbetar. Ihr arbeitet.
De arbetar. Sie arbeiten.

Das erleichtert die Verbformen, macht das ausgesprochene Subjekt aber besonders wichtig. Arbetar allein verrät nicht, wer arbeitet. Auch das Verb vara („sein“) folgt in der Gegenwart diesem Prinzip: jag är, du är, hon är, vi är, de är.

Personen: han, hon und hen

Han steht für eine männliche Person, hon für eine weibliche Person. Hen wird verwendet, wenn das Geschlecht unbekannt oder für die Aussage unwichtig ist oder wenn eine Person dieses Pronomen für sich verwendet.

  • Om en kund har frågor kan hen ringa oss. – Wenn eine Kundin oder ein Kunde Fragen hat, kann die Person uns anrufen.
  • Sam är min vän. Hen bor i Uppsala. – Sam ist mit mir befreundet. Sam wohnt in Uppsala.

Hen ist im heutigen Schwedisch etabliert, aber nicht in jedem Satz zwingend. Kennt man eine Person und weiß, welche Anrede sie verwendet, richtet man sich danach. Das Pronomen ist außerdem keine Bezeichnung für Sachen: Für einen Tisch oder ein Haus braucht man den oder det.

Sachen: den oder det

Schwedische Substantive (Wörter für Personen, Dinge oder Begriffe) gehören meistens entweder zur en-Klasse oder zur ett-Klasse. Auf ein en-Wort verweist man in der Einzahl mit den, auf ein ett-Wort mit det:

Schwedisch Deutsch Erklärung
en bok – den är ny ein Buch – es ist neu bok ist ein en-Wort
en bil – den är dyr ein Auto – es ist teuer bil ist ein en-Wort
ett hus – det är gammalt ein Haus – es ist alt hus ist ein ett-Wort
ett äpple – det är gott ein Apfel – er ist lecker äpple ist ein ett-Wort

Die deutsche Übersetzung hilft bei der Wahl nicht zuverlässig. Das deutsche „Buch“ ist sächlich, doch schwedisch heißt es en bok und deshalb den. „Apfel“ ist im Deutschen männlich, aber ett äpple verlangt det. Am besten lernt man jedes neue Substantiv zusammen mit en oder ett.

Det ohne konkretes Bezugswort

Det kann wie deutsches „es“ ein formales Subjekt sein, obwohl es keine bestimmte Sache ersetzt:

  • Det regnar. – Es regnet.
  • Det är kallt ute. – Draußen ist es kalt.
  • Det finns ett café här. – Hier gibt es ein Café.

Auch beim Identifizieren ist det üblich, unabhängig davon, ob danach ein Mann oder eine Frau genannt wird: Vem är det? Det är Nora. – „Wer ist das? Das ist Nora.“ Sobald man weiter über Nora spricht, heißt es dann Hon bor här.

Mehrzahl: vi, ni und de

Vi entspricht „wir“. Ni spricht mehrere Personen an und entspricht dem deutschen „ihr“: Är ni redo? – „Seid ihr bereit?“ De bezeichnet mehrere Personen oder Sachen und entspricht „sie“: De bor här – „Sie wohnen hier.“

In Standardschwedisch wird de geschrieben, aber in normaler Alltagssprache meist ungefähr dom ausgesprochen. Dieselbe Aussprache hat gewöhnlich die Objektform dem. Beim Schreiben bleibt die Unterscheidung dennoch bestehen: de als Subjekt, dem als Objekt. Die Objektformen sind ein eigenes Lernthema.

Beispiele im Kontext

Schwedisch Deutsch Hinweis
Jag är svensk. Ich bin Schwede / Schwedin. jag nennt die sprechende Person.
Du talar engelska. Du sprichst Englisch. du spricht eine Person direkt an.
Han studerar i Lund. Er studiert in Lund. han steht für eine männliche Person.
Hon bor i Stockholm. Sie wohnt in Stockholm. hon steht für eine weibliche Person.
Kim kommer senare. Hen arbetar nu. Kim kommt später. Kim arbeitet gerade. hen vermeidet eine unnötige Geschlechtsangabe.
Boken är bra. Den är lätt att läsa. Das Buch ist gut. Es ist leicht zu lesen. en bok wird durch den ersetzt.
Huset är litet, men det är fint. Das Haus ist klein, aber es ist schön. ett hus wird durch det ersetzt.
Det snöar i dag. Heute schneit es. unpersönliches det beim Wetter
Vem är det? Det är min syster. Wer ist das? Das ist meine Schwester. det dient zur Identifizierung.
Vi arbetar här. Wir arbeiten hier. Das Verb hat dieselbe Form wie bei jag.
Är ni hungriga? Seid ihr hungrig? ni richtet sich an mehrere Personen.
De väntar på bussen. Sie warten auf den Bus. de wird im Gespräch meist dom ausgesprochen.
Anna och Leo är hemma. De lagar mat. Anna und Leo sind zu Hause. Sie kochen. de ersetzt mehrere Namen.
Är du trött? – Nej, jag är pigg. Bist du müde? – Nein, ich bin munter. Pronomen machen den Sprecherwechsel klar.

Häufige Fehler

1. Die deutsche Verbendung ins Schwedische übertragen

  • Falsch: Du arbetars här.
  • Richtig: Du arbetar här.
  • Warum: Das schwedische Verb ändert sich nicht nach der Person. Jag arbetar, du arbetar und de arbetar haben dieselbe Form.

2. Das Subjekt weglassen

  • Falsch: Bor i Berlin. – gemeint: „Ich wohne in Berlin.“
  • Richtig: Jag bor i Berlin.
  • Warum: Ein normaler schwedischer Aussagesatz braucht ein genanntes Subjekt. Die Verbform bor zeigt nicht, ob „ich“, „du“ oder „sie“ gemeint ist.

3. Den und det nach dem deutschen Genus wählen

  • Falsch: Boken är ny. Det är intressant.
  • Richtig: Boken är ny. Den är intressant.
  • Warum: Es heißt en bok, daher verweist den auf das Buch. Dass „das Buch“ im Deutschen sächlich ist, spielt keine Rolle.

4. Für eine Person immer den oder det verwenden

  • Falsch: Maria är läkare. Den arbetar på sjukhuset.
  • Richtig: Maria är läkare. Hon arbetar på sjukhuset.
  • Warum: Für bekannte Personen verwendet man normalerweise han, hon oder hen. Den/det stehen vor allem für Sachen und in besonderen Konstruktionen wie Det är Maria.

5. Ni automatisch wie deutsches „Sie“ einsetzen

  • Unpassend in vielen Alltagssituationen: Ni, kan Ni hjälpa mig? – zu einer einzelnen Person
  • Meist natürlich: Kan du hjälpa mig? – Können Sie mir helfen? / Kannst du mir helfen?
  • Warum: Schweden duzen einander in sehr vielen Situationen, auch im Beruf und gegenüber Unbekannten. Höflichkeit entsteht oft durch Tonfall und Formulierung, nicht durch ein festes Gegenstück zum deutschen „Sie“.

6. De so aussprechen, wie es geschrieben wird

  • Unnatürlich im gewöhnlichen Gespräch: de mit hörbarem e
  • Üblich: de schreiben, ungefähr dom sprechen
  • Warum: Schreibweise und alltägliche Aussprache unterscheiden sich hier. Eine schriftnahe Aussprache kann in betontem oder sehr formellem Vortrag vorkommen, ist aber nicht das normale Gesprächsmuster.

Gebrauchshinweise

Du und ni in der Anrede

Du ist die normale Anrede für eine einzelne Person. Es wird wesentlich breiter gebraucht als deutsches „du“: unter Kolleginnen und Kollegen, im Geschäft, an der Universität und häufig auch im Kontakt mit Behörden. Eine Berufsbezeichnung oder ein Nachname ersetzt das Pronomen im modernen Alltag normalerweise nicht.

Ni ist sicher und neutral, wenn tatsächlich mehrere Personen gemeint sind. An eine einzelne Person gerichtet kann ni, gelegentlich großgeschrieben als Ni, höflich oder dienstleistungsorientiert wirken. Manche empfinden diese Anrede jedoch als distanziert, altmodisch oder als Hinweis auf einen Altersunterschied. Für Deutschsprachige lautet die praktische Anfängerregel daher: eine Person meist du, mehrere Personen ni. Man sollte nicht versuchen, jedes deutsche „Sie“ Wort für Wort durch ni zu ersetzen.

Pronomen und natürliche Wiederaufnahme

Wenn eine Person oder Sache bereits genannt wurde, verhindert ein Pronomen unnötige Wiederholung: Jag har en cykel. Den är röd. Bei einem Themenwechsel sollte das Bezugswort aber wiederholt werden, wenn sonst unklar wäre, worauf den, det oder de verweist. Verständlichkeit ist wichtiger als möglichst viele Pronomen.

Aussprache in der Alltagssprache

Neben de werden auch einige andere Pronomen im schnellen Sprechen verkürzt. Für den Anfang ist eine deutliche Standardaussprache völlig ausreichend. Besonders lohnend ist es aber, de = dom früh beim Hörverstehen mitzudenken, weil diese Form sehr häufig vorkommt. In informellen Textnachrichten findet man manchmal die lautnahe Schreibweise dom; in neutralen und formellen Texten schreibt man de beziehungsweise dem.

Über das Grundwissen hinaus

Die folgenden Punkte muss man auf A1 noch nicht aktiv beherrschen. Sie erklären aber Formen, die später häufig auftreten.

Den, det und de als hinweisende Wörter

Den, det und de können nicht nur selbstständig für ein Substantiv stehen, sondern auch zusammen mit einem näher bestimmten Substantiv auftreten: den här boken („dieses Buch“), det där huset („jenes Haus“), de nya reglerna („die neuen Regeln“). Dann gehören sie zu einer größeren Nominalgruppe, also zu einer Wortgruppe rund um ein Substantiv. Die Wahl folgt weiterhin en, ett und Mehrzahl.

Hervorhebung mit det

Schwedisch kann mit det är einen Satzteil hervorheben:

  • Det är Lisa som ringer. – Lisa ist es, die anruft.
  • Det är i morgon vi åker. – Morgen ist es, dass wir fahren; natürlicher deutsch: Wir fahren morgen.

Diese Konstruktion wird Spaltsatz genannt: Eine Aussage wird in zwei Teile „gespalten“, um eine Person, Zeit oder andere Information besonders hervorzuheben. Das einleitende det verweist dabei nicht auf einen Gegenstand.

Hen und allgemeine Personenbezüge

In Anleitungen, Regeln und Verwaltungstexten kann hen eine einzelne, beliebige Person bezeichnen, wenn deren Geschlecht nicht relevant ist. Dadurch vermeidet man schwerfällige Doppelformen. Daneben sind Umformulierungen im Plural möglich. Welche Lösung am besten klingt, hängt von Textsorte und persönlichem Stil ab. Bezieht sich hen auf eine konkrete Person, ist deren eigene Pronomenwahl maßgeblich.

De und dem in der Schriftsprache

Später kommt zur Subjektform de die Objektform dem hinzu: De ser oss („Sie sehen uns“), aber Vi ser dem („Wir sehen sie“). Da beide im Gespräch meist dom lauten, bereitet die Unterscheidung selbst Muttersprachlern beim Schreiben gelegentlich Schwierigkeiten. Für diesen Artikel genügt die einfache Regel: Wer die Handlung ausführt, steht als de. Die vollständigen Objektpronomen werden separat behandelt.

Übungstipps

  1. Verbinde jedes Pronomen mit demselben Verb. Sprich Reihen wie jag bor, du bor, hon bor, vi bor, ni bor, de bor. So prägt sich ein, dass das Verb nicht nach der Person wechselt.
  2. Lerne Substantive mit en oder ett. Bilde bei jedem neuen Wort sofort eine Minifolge: en stol – den, ett bord – det. Verlasse dich nicht auf den deutschen Artikel.
  3. Höre gezielt auf dom. Suche in kurzen schwedischen Dialogen nach Sätzen mit dem gesprochenen dom und prüfe im Untertitel, ob de als Subjekt geschrieben wird. Formuliere außerdem täglich drei einfache Sätze über dich, eine andere Person und eine Gruppe.

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