B2

Den, det und de im Schwedischen

Pronomenreferens

Dieser Artikel ist Teil des Schwedisch-Grammatikbaums auf Settemila Lingue.

Kurz gesagt

Den verweist im Singular auf ein en-Wort, det auf ein ett-Wort und de auf mehrere Personen oder Dinge: bilen – den, huset – det, barnen – de. Det hat außerdem zwei wichtige Aufgaben ohne ein einzelnes Bezugswort: als formelles Subjekt (Det regnar) und als Teil von Hervorhebungen (Det var Lisa som ringde).

Überblick

Mit den, det und de vermeidet man im Schwedischen unnötige Wiederholungen. Diese Wörter können anaphorisch gebraucht werden: Das bedeutet, dass sie auf etwas zurückverweisen, das im Gespräch oder Text schon genannt wurde. Das frühere Wort heißt Bezugswort, also das Wort, für das das Pronomen steht. In Jag köpte en bok. Den var dyr ist en bok das Bezugswort von den.

Auf B2-Niveau geht es nicht mehr nur darum, die Formen zu kennen. Entscheidend ist, welche Art von Bezug vorliegt. Den, det und de können für einzelne Nomen (Wörter für Personen, Dinge oder Begriffe) stehen; det kann aber auch einen ganzen Sachverhalt zusammenfassen. Daneben erscheint det als formelles Subjekt, wenn kein konkretes Ding gemeint ist, und in sogenannten Spaltsätzen zur Hervorhebung.

Für Deutschsprachige ist besonders wichtig: Die Wahl zwischen den und det richtet sich nicht nach dem deutschen Genus. Man muss wissen, ob das schwedische Nomen ein en- oder ett-Wort ist. So wird aus en bok „ein Buch“ später den, obwohl „Buch“ im Deutschen sächlich ist.

So funktioniert es

Rückverweis auf ein Nomen

Wenn den, det oder de ein bereits genanntes Nomen als Subjekt ersetzen, gelten diese Grundmuster:

Bezugswort Pronomen Beispiel Bedeutung
Singular, en-Wort den Bilen är ny. Den är snabb. Das Auto ist neu. Es ist schnell.
Singular, ett-Wort det Huset är gammalt. Det är vackert. Das Haus ist alt. Es ist schön.
Plural de Stolarna är nya. De är bekväma. Die Stühle sind neu. Sie sind bequem.

Die Form richtet sich nach dem schwedischen Bezugswort, nicht nach dessen deutscher Übersetzung:

  • en bok → den: Boken? Den ligger på bordet.
  • ett brev → det: Brevet? Det kom i går.
  • två böcker → de: Böckerna? De ligger på bordet.

Bei Menschen verwendet man im Singular normalerweise han, hon oder gegebenenfalls das geschlechtsneutrale hen, wenn eine bestimmte Person gemeint ist: Jag träffade Sara. Hon mådde bra. Bei mehreren Personen steht de: Sara och Amir? De kommer senare. Den und det sind besonders typisch für Sachen, Tiere, Begriffe und Situationen.

Kongruenz: Auch das Adjektiv passt sich an

Ein prädikatives Adjektiv (ein Eigenschaftswort nach Verben wie vara „sein“) stimmt mit dem Bezugswort überein. Deshalb verändert sich nicht nur das Pronomen:

Bezugswort Pronomen + Adjektiv Deutsch
en dyr bil Den är dyr. Es ist teuer.
ett dyrt hus Det är dyrt. Es ist teuer.
dyra biljetter De är dyra. Sie sind teuer.

Ein häufiger Fehler entsteht, wenn man zwar das richtige Pronomen wählt, aber die Adjektivendung vergisst: Nach det steht gewöhnlich die ett-Form auf -t, nach de die Pluralform auf -a.

Subjektform und Objektform

Als Subjekt (wer oder was handelt oder beschrieben wird) lautet der Plural de. Als Objekt (wen oder was die Handlung betrifft) lautet er in der Standardschriftsprache dem. Im Singular sind den und det in beiden Funktionen gleich.

Funktion Singular en Singular ett Plural
Subjekt den det de
Objekt den det dem

Vergleiche:

  • Filmerna var långa, men de var bra. – Die Filme waren lang, aber sie waren gut.
  • Jag såg filmerna och gillade dem. – Ich sah die Filme und mochte sie.
  • Jag köpte lampan och ställde den i sovrummet. – Ich kaufte die Lampe und stellte sie ins Schlafzimmer.
  • Jag läste brevet och sparade det. – Ich las den Brief und bewahrte es auf.

In der gesprochenen Sprache werden de und dem meist beide ungefähr dom ausgesprochen. Das erklärt, warum die Unterscheidung beim Schreiben selbst für Muttersprachler nicht immer selbstverständlich ist.

Det als Verweis auf einen ganzen Sachverhalt

Det kann nicht nur für ein ett-Wort stehen. Es kann auch eine Aussage, ein Ereignis oder eine ganze Situation zusammenfassen. Dann entspricht es oft deutschem „das“:

  • Hon tänker flytta utomlands. Det visste jag inte. – Sie will ins Ausland ziehen. Das wusste ich nicht.
  • Tåget är inställt. Det är ett problem. – Der Zug fällt aus. Das ist ein Problem.
  • Kommer han i kväll? Det tror jag. – Kommt er heute Abend? Das glaube ich.

In Det vet jag inte ist det kein formelles Subjekt, sondern das vorangestellte Objekt „das“. Wegen der schwedischen V2-Regel steht das finite Verb (das Verb mit Zeit- und Personenform) an zweiter Stelle: Det – vet – jag – inte.

Det als formelles Subjekt

Manche schwedischen Sätze brauchen grammatisch ein Subjekt, obwohl kein konkreter Gegenstand gemeint ist. Dann dient det als formelles Subjekt, also als Platzhalter.

Muster Beispiel Funktion
Wetter, Zeit, Umgebung Det snöar. Kein konkretes Bezugswort
Existenz mit finnas Det finns kaffe i köket. Das eigentlich Neue folgt später
Bewertung + Infinitiv Det är svårt att vänta. Die Handlung wird nachgestellt
Bewertung + Nebensatz Det är viktigt att du kommer. Der inhaltliche Satz folgt mit att

In Det finns en bok på bordet bezeichnet det nicht die bereits bekannte Buchsache. Es eröffnet eine Existenzkonstruktion: „Auf dem Tisch liegt/gibt es ein Buch.“ Deshalb bleibt det auch bei einem Plural stehen: Det finns två böcker på bordet.

Det in Spaltsätzen

Ein Spaltsatz teilt eine einfache Aussage in zwei Teile, um ein Satzglied besonders hervorzuheben. Das Grundmuster lautet:

Det + vara + hervorgehobener Teil + som/die passende Einleitung + Restsatz

Neutrale Aussage Spaltsatz Hervorhebung
Lisa ringde i går. Det var Lisa som ringde i går. Lisa, nicht jemand anders
Lisa ringde i går. Det var i går som Lisa ringde. gestern, nicht an einem anderen Tag
Jag behöver den blå nyckeln. Det är den blå nyckeln som jag behöver. den blauen Schlüssel

Das einleitende det bleibt unverändert. Es stimmt nicht mit dem hervorgehobenen Ausdruck überein: Det är barnen som leker ute. Der Plural barnen macht aus dem ersten det also kein de.

Beispiele im Kontext

Schwedisch Deutsch Hinweis
Filmen? Den var bra. Der Film? Der war gut. Rückverweis auf en film
Boken ligger här. Den är Annas. Das Buch liegt hier. Es gehört Anna. en bok → den
Huset? Det är redan sålt. Das Haus? Es ist schon verkauft. ett hus → det
Barnen? De leker ute. Die Kinder? Sie spielen draußen. Plural als Subjekt
Jag provade skorna, men jag köpte dem inte. Ich probierte die Schuhe an, kaufte sie aber nicht. Plural als Objekt: dem
Mötet blev inställt. Det var synd. Die Besprechung wurde abgesagt. Das war schade. det fasst die Situation zusammen
Det vet jag inte. Das weiß ich nicht. Vorangestelltes Objekt, danach V2
Det regnar fortfarande. Es regnet noch immer. Formelles Subjekt beim Wetter
Det finns ingen mjölk kvar. Es ist keine Milch mehr da. Existenzkonstruktion
Det är lätt att glömma tiden här. Hier vergisst man leicht die Zeit. Formelles det, Inhalt im Infinitiv
Det är viktigt att alla får komma till tals. Es ist wichtig, dass alle zu Wort kommen. Inhalt folgt im att-Satz
Det var grannen som hittade nyckeln. Es war der Nachbar, der den Schlüssel fand. Spaltsatz: Person hervorgehoben
Det var på stationen som vi träffades. Am Bahnhof haben wir uns getroffen. Spaltsatz: Ort hervorgehoben
Det är det jag menar. Das ist es, was ich meine. Erstes det eröffnet die Konstruktion, zweites verweist auf den gemeinten Inhalt

Häufige Fehler

Das deutsche Genus übernehmen

  • Falsch: Boken? Det är intressant.
  • Richtig: Boken? Den är intressant.
  • Warum: Bok ist im Schwedischen ein en-Wort. Dass „Buch“ im Deutschen sächlich ist, spielt keine Rolle.

Bei einem ett-Wort die Adjektivendung vergessen

  • Falsch: Huset? Det är stor.
  • Richtig: Huset? Det är stort.
  • Warum: Das Adjektiv stimmt mit dem sächlichen Singular überein und erhält hier -t.

De auch als Objekt schreiben

  • Falsch: Jag såg filmerna och gillade de.
  • Richtig: Jag såg filmerna och gillade dem.
  • Warum: In der Standardschriftsprache ist de die Subjektform und dem die Objektform. Die gleiche Aussprache dom darf beim Schreiben nicht täuschen.

Jedes det auf ein ett-Wort beziehen

  • Falsch gedacht: In Det är kallt müsse det für ein zuvor genanntes sächliches Nomen stehen.
  • Richtig verstanden: Det är kallt bedeutet „Es ist kalt“; det ist ein formelles Subjekt.
  • Warum: Der Zusammenhang entscheidet, ob det ein Bezugswort hat oder nur eine grammatische Stelle besetzt.

Im Spaltsatz nach dem hervorgehobenen Nomen angleichen

  • Falsch: De är barnen som har bakat kakan.
  • Richtig: Det är barnen som har bakat kakan.
  • Warum: Ein Spaltsatz beginnt mit unverändertem det, auch wenn der hervorgehobene Teil im Plural steht.

Die Wortstellung nach vorangestelltem det falsch bilden

  • Falsch: Det jag vet inte.
  • Richtig: Det vet jag inte.
  • Warum: Steht das Objekt det an erster Stelle, folgt im Hauptsatz sofort das finite Verb; das Subjekt kommt danach.

Gebrauchshinweise

Im Gespräch kann ein abgesetztes Thema mit einer kurzen Pause wieder aufgenommen werden: Filmen? Den var faktiskt riktigt bra. Diese Form wirkt lebendig und eignet sich besonders für Antworten, Korrekturen und Kontraste. In einem zusammenhängenden schriftlichen Text steht das Bezugswort häufiger im vorherigen Satz: Vi såg filmen i går. Den var bättre än väntat.

Bei Sachen ist die Wiederaufnahme mit den oder det neutral. Bei einer bestimmten Person sollte dagegen die passende Personenform gewählt werden. Auf Min syster ringde folgt also normalerweise Hon ville prata, nicht Den ville prata. Für eine unbekannte oder nicht näher bezeichnete Person kann hen passend sein, wenn das Geschlecht nicht bekannt oder nicht wichtig ist.

Den, det und de können außerdem vor einem Adjektiv und einem bestimmten Nomen stehen: den röda bilen, det gamla huset, de nya reglerna. Dort sind sie keine selbstständigen Rückverweispronomen, sondern Teil einer Nominalgruppe. Man erkennt den Unterschied daran, dass danach noch Adjektiv und Nomen folgen. Vergleiche Jag tar den („Ich nehme den/die“) mit Jag tar den röda bilen („Ich nehme das rote Auto“).

In formellen Texten wird die Unterscheidung de/dem erwartet. Die Schreibform dom kommt bewusst in informellen Nachrichten, Dialogen und Texten vor, die gesprochene Sprache wiedergeben. Wer neutralen Standard schreiben möchte, verwendet de als Subjekt und dem als Objekt.

Über die Grundlagen hinaus

Mehrdeutige Bezüge vermeiden

Ein Pronomen ist nur nützlich, wenn klar ist, worauf es verweist. In Jag ställde väskan bredvid stolen, men den var trasig kann den sowohl väskan als auch stolen meinen, denn beide sind en-Wörter. In solchen Fällen sollte man das Nomen wiederholen oder den Satz umstellen:

  • Jag ställde väskan bredvid stolen, men väskan var trasig.
  • Eftersom stolen var trasig ställde jag väskan bredvid bordet.

Gerade in längeren Texten ist eindeutige Referenz wichtiger als das bloße Vermeiden von Wiederholungen.

Vorverweis statt Rückverweis

Det kann auch auf einen Inhalt vorausweisen, der erst später kommt. Das nennt man kataphorischen Bezug, also einen Verweis nach vorn:

  • Det är bra att du säger till. – Es ist gut, dass du Bescheid sagst.
  • Det förvånade mig att hon tackade nej. – Es überraschte mich, dass sie ablehnte.

Der nachfolgende att-Satz liefert den eigentlichen Inhalt. Solche Konstruktionen klingen oft natürlicher als ein langer Inhaltssatz am Satzanfang.

Spaltsätze verändern den Gesprächsfokus

Ein Spaltsatz fügt nicht einfach nur Wörter hinzu. Er signalisiert häufig einen Gegensatz oder korrigiert eine Vermutung:

  • Var det Erik som ringde? – Nej, det var Maja som ringde.
  • Det är i morgon vi åker, inte i dag.

Wer Spaltsätze zu oft verwendet, klingt unnötig nachdrücklich. Sie sind am stärksten, wenn tatsächlich ausgewählt, korrigiert oder kontrastiert wird.

Det är det: gleiche Form, verschiedene Aufgaben

In Det är det jag menar sehen beide Formen gleich aus, erfüllen aber nicht genau dieselbe Aufgabe. Das erste det bildet mit är den Rahmen der identifizierenden Aussage. Das zweite det steht für den Inhalt, den die sprechende Person meint; jag menar beschreibt ihn näher. Für das Verständnis sollte man daher nicht jedes det isoliert übersetzen, sondern die gesamte Konstruktion betrachten.

Übungstipps

  1. Arbeite mit Dreiergruppen. Schreibe je ein en-Wort, ein ett-Wort und einen Plural auf, zum Beispiel lampan – den, bordet – det, stolarna – de. Bilde danach Sätze mit passenden Adjektiven: Den är ny. Det är nytt. De är nya.
  2. Bestimme die Aufgabe von det. Markiere beim Lesen jedes det und frage: Verweist es auf ein ett-Wort, auf einen ganzen Sachverhalt, dient es als formelles Subjekt oder eröffnet es einen Spaltsatz? Diese Einteilung ist hilfreicher als eine einzige deutsche Übersetzung.
  3. Übe Kontraste laut. Verwandle neutrale Sätze in Spaltsätze: Anna köpte bilen → Det var Anna som köpte bilen → Det var bilen som Anna köpte. Achte darauf, welcher Teil jeweils hervorgehoben wird.

Verwandte Themen

  • Voraussetzung: Persönliche Pronomen – die Grundformen für Subjektbezug und Personenreferenz, auf denen den, det und de aufbauen.

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Personalpronomen im SchwedischenA1

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