A2

Das Präteritum im Norwegischen

Preteritum

Dieser Artikel ist Teil des Norwegisch-Grammatikbaums auf Settemila Lingue.


concept: no-a2-preteritum lang: no ui: de title: Norwegisches Präteritum: Bildung und Gebrauch description: >- Das norwegische Präteritum verständlich erklärt: regelmäßige und starke Verbformen, Satzbau, Gebrauch und Abgrenzung zum Perfektum. generation: article: version: native-ui-reference-v3.1 model: openai-codex/gpt-5.6-sol at: 2026-07-22T18:47:24Z reviews: spell-check: status: flagged at: 2026-07-22T18:47:24Z score: 0.0073 score-english: 0 score-coverage: 0.0073 suspects: ["Aufeinanderfolgende", "Endungsmuster", "Erzählfolge", "Infinitivzeichen", "Modalverben", "Perfektform", "Präteritumendung", "Präteritumform", "Präteritumformen", "Vokabellernen", "Vorhersageregel", "gået", "meistgelernte", "mitgelernt", "snakketed"] criteria: v7 language-mixing: status: clean at: 2026-07-22T18:49:28Z criteria: v2


Kurz gesagt

Das norwegische Präteritum heißt preteritum und bezeichnet meist Handlungen, Zustände oder Gewohnheiten in einer abgeschlossenen Vergangenheit: Jeg jobbet i går („Ich habe gestern gearbeitet“). Schwache Verben erhalten Endungen wie -et, -te, -de oder -dde; starke Verben verändern häufig ihren Stammvokal: gå → gikk, skrive → skrev. Wie im norwegischen Präsens gilt dieselbe Verbform für alle Personen.

Überblick

Mit dem Präteritum erzählt man, was gestern, im letzten Urlaub oder in einer früheren Lebensphase geschah. Es ist die einfache Vergangenheitsform, besteht also nur aus einem Verb: Hun leste boka. Auf Niveau A2 ist es die zentrale Form für abgeschlossene Ereignisse und kleine Erzählungen. Auch frühere Zustände und wiederholte Handlungen stehen im Präteritum: Da jeg var liten, lekte jeg ute hver dag („Als ich klein war, spielte ich jeden Tag draußen“).

Für deutschsprachige Lernende ist die Bildung angenehm übersichtlich. Im Deutschen ändern sich Formen nach der Person, etwa „ich war“, „du warst“, „wir waren“. Norwegisch verwendet dagegen immer dieselbe Form: jeg var, du var, vi var. Das Subjekt (wer oder was handelt) zeigt also die Person; das Verb selbst verändert sich nicht.

Beim Gebrauch gibt es allerdings einen wichtigen Unterschied zum gesprochenen Deutsch. Im Deutschen sagt man im Alltag oft „Ich habe gestern gearbeitet“, obwohl der Zeitpunkt abgeschlossen ist. Im Norwegischen steht bei einem klar vergangenen Zeitpunkt gewöhnlich das Präteritum: Jeg jobbet i går. Das norwegische Perfektum Jeg har jobbet bleibt eher mit der Gegenwart verbunden. Diese Gegenüberstellung wird weiter unten genauer erklärt.

So funktioniert es

Eine Form für alle Personen

Das Präteritum wird weder nach Person noch nach Singular und Plural gebeugt. Beugen bedeutet hier, dass ein Verb verschiedene Formen erhält. Bei å snakke („sprechen“) sieht das gesamte Muster so aus:

Person Norwegisch Deutsch
jeg jeg snakket ich sprach / ich habe gesprochen
du du snakket du sprachst / du hast gesprochen
han / hun han / hun snakket er / sie sprach
vi vi snakket wir sprachen / wir haben gesprochen
dere dere snakket ihr spracht / Sie sprachen
de de snakket sie sprachen

Man lernt daher für jedes Verb nur eine Präteritumform. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, die richtige Form des Verbs zu kennen.

Schwache Verben: Präteritum mit Endung

Schwache Verben bilden die Vergangenheit mit einer Endung, ohne den Stammvokal nach einem starken Muster zu wechseln. Für den Einstieg sind vier häufige Bildungen wichtig:

Muster Infinitiv Präsens Präteritum Deutsch
-et å snakke snakker snakket sprechen
-et å vente venter ventet warten
-te å kjøpe kjøper kjøpte kaufen
-te å lese leser leste lesen
-de å leve lever levde leben
-de å prøve prøver prøvde versuchen
-dde å bo bor bodde wohnen
-dde å tro tror trodde glauben

Als einfache Lernhilfe kann man sich merken:

  • Viele Verben erhalten -et: jobbe → jobbet, snakke → snakket, vente → ventet.
  • Bei anderen Verben steht -te oder -de: kjøpe → kjøpte, lære → lærte, leve → levde, prøve → prøvde.
  • Kurze Verben mit betontem Vokal erhalten häufig -dde: bo → bodde, tro → trodde, nå → nådde.

Diese Hinweise sind nützlich, aber keine lückenlose Vorhersageregel. Schreibweise, Aussprache und die historische Verbklasse spielen zusammen. Deshalb sollte man ein neues Verb am besten als Dreiergruppe lernen: kjøpe – kjøper – kjøpte. Wer später auch das Perfektum lernt, ergänzt gleich die vierte Form: kjøpe – kjøper – kjøpte – kjøpt.

Starke und unregelmäßige Verben

Starke Verben bilden das Präteritum vor allem durch einen Vokalwechsel im Verbstamm, also im Kern des Wortes: skrive → skrev. Sie bekommen normalerweise keine regelmäßige Präteritumendung. Einige sehr häufige Verben folgen keinem einheitlichen starken Muster und werden ebenfalls als ganze Formen gelernt.

Infinitiv Präsens Präteritum Deutsch
å være er var sein
å ha har hadde haben
å gå går gikk gehen
å komme kommer kom kommen
å se ser sehen
å si sier sa sagen
å gjøre gjør gjorde machen, tun
å ta tar tok nehmen
å få får fikk bekommen, dürfen
å finne finner fant finden
å skrive skriver skrev schreiben
å bli blir ble werden, bleiben
å stå står sto / stod stehen
å vite vet visste wissen

Bei sto und stod sind beide Schreibweisen im Bokmål zulässig. Solche Varianten muss man nicht künstlich vereinheitlichen; wichtig ist, sie beim Lesen beide zu erkennen.

Aussagesatz, Verneinung und Frage

Das Präteritum verhält sich im Satz wie das Präsens. Es ist ein finites Verb, also ein Verb, das die Zeitform trägt und die feste Verbposition einnimmt.

Satzart Muster Beispiel Deutsch
Aussage Subjekt + Verb Hun jobbet hjemme. Sie arbeitete zu Hause.
Verneinung Subjekt + Verb + ikke Hun jobbet ikke hjemme. Sie arbeitete nicht zu Hause.
Entscheidungsfrage Verb + Subjekt Jobbet hun hjemme? Arbeitete sie zu Hause?
Fragewortfrage Fragewort + Verb + Subjekt Hvor jobbet hun? Wo arbeitete sie?

Beginnt ein Hauptsatz mit einer Zeit- oder Ortsangabe, bleibt das finite Verb an zweiter Stelle. Das Subjekt folgt dann erst nach dem Verb:

  • I går kjøpte vi mat. – Gestern kauften wir Lebensmittel.
  • Etter møtet gikk han hjem. – Nach der Besprechung ging er nach Hause.
  • Nicht: I går vi kjøpte mat.

Diese V2-Regel („Verb an zweiter Satzposition“) ähnelt dem deutschen Satzbau: „Gestern kauften wir …“, nicht „Gestern wir kauften …“.

Typische Zeitangaben

Das Präteritum steht besonders oft mit Ausdrücken, die einen abgeschlossenen Zeitraum nennen:

Norwegisch Deutsch Beispiel
i går gestern Jeg ringte i går.
i fjor letztes Jahr Vi flyttet i fjor.
forrige uke letzte Woche Hun var syk forrige uke.
for to dager siden vor zwei Tagen De kom for to dager siden.
da jeg var barn als ich ein Kind war Jeg bodde på landet da jeg var barn.
fra 2020 til 2023 von 2020 bis 2023 Han studerte der fra 2020 til 2023.

Eine Zeitangabe ist nicht zwingend nötig. Auch der Zusammenhang kann eindeutig in der Vergangenheit liegen: Det regnet. Vi ble hjemme. („Es regnete. Wir blieben zu Hause.“)

Präteritum oder Perfektum?

Das norwegische Perfektum besteht aus har plus Partizip Perfekt, also einer Form wie har lest. Als praktische Grundregel gilt:

Gemeinte Perspektive Norwegische Form Beispiel Deutsche Bedeutung
Ereignis in abgeschlossenem Zeitraum Präteritum Jeg så henne i går. Ich habe sie gestern gesehen.
Erzählfolge in der Vergangenheit Präteritum Han kom inn og satte seg. Er kam herein und setzte sich.
Erfahrung bis heute, Zeitpunkt unwichtig Perfektum Jeg har vært i Norge. Ich bin in Norwegen gewesen.
Ergebnis ist jetzt wichtig Perfektum Jeg har mistet nøklene. Ich habe die Schlüssel verloren.
Zeitraum ist noch nicht abgeschlossen häufig Perfektum Jeg har jobbet mye denne uka. Ich habe diese Woche viel gearbeitet.

Der Gegensatz wird besonders klar bei bo:

  • Jeg bodde i Oslo i fem år. – Ich wohnte fünf Jahre in Oslo; diese Phase ist abgeschlossen.
  • Jeg har bodd i Oslo i fem år. – Ich wohne seit fünf Jahren in Oslo; die Situation reicht bis in die Gegenwart.

Die deutsche Alltagssprache ist hier kein zuverlässiges Vorbild. Ein deutsches Perfekt muss nicht mit einem norwegischen Perfektum übersetzt werden. Bei gestern, letztes Jahr, 2019 oder einem anderen klar abgeschlossenen Zeitpunkt ist das norwegische Präteritum meist die sichere Wahl.

Beispiele im Zusammenhang

Norwegisch Deutsch Hinweis
Jeg snakket med ham etter møtet. Ich sprach nach der Besprechung mit ihm. Schwaches Verb auf -et
Hun leste boka på toget. Sie las das Buch im Zug. Form auf -te
Vi kjøpte mat før butikkene stengte. Wir kauften Lebensmittel, bevor die Geschäfte schlossen. Zwei abgeschlossene Handlungen
De gikk hjem ved midnatt. Sie gingen um Mitternacht nach Hause. Starkes Verb: gå → gikk
I går jobbet jeg hjemme. Gestern habe ich zu Hause gearbeitet. V2-Stellung nach i går
Bodde dere i Bergen før? Habt ihr früher in Bergen gewohnt? Frage: Verb vor Subjekt
Han kom ikke på festen. Er kam nicht zur Feier. ikke nach dem finiten Verb
Da jeg var liten, spilte jeg fotball hver dag. Als ich klein war, spielte ich jeden Tag Fußball. Früherer Zustand und Gewohnheit
Det regnet, så vi ble hjemme. Es regnete, deshalb blieben wir zu Hause. Erzählfolge
Hun skrev en melding og sendte den med en gang. Sie schrieb eine Nachricht und schickte sie sofort ab. Aufeinanderfolgende Ereignisse
Hvorfor sa du ingenting? Warum hast du nichts gesagt? Fragewort + Verb + Subjekt
Vi hadde ikke tid til å spise. Wir hatten keine Zeit zu essen. Unregelmäßig: ha → hadde
For to år siden flyttet familien til Tromsø. Vor zwei Jahren zog die Familie nach Tromsø. Abgeschlossener Zeitpunkt
Jeg så filmen i går, men jeg husket ikke slutten. Ich sah den Film gestern, erinnerte mich aber nicht an das Ende. Zwei Präteritumformen

Häufige Fehler

Die deutsche Perfektform wörtlich übertragen

  • Falsch: Jeg har jobbet i går.
  • Richtig: Jeg jobbet i går.
  • Warum: I går bezeichnet einen abgeschlossenen vergangenen Zeitraum. Im Deutschen ist „Ich habe gestern gearbeitet“ ganz natürlich, im standardsprachlichen Norwegisch steht hier gewöhnlich das Präteritum.

Eine Personenendung ergänzen

  • Falsch: Du snakketed med læreren.
  • Richtig: Du snakket med læreren.
  • Warum: Die Form snakket gilt für jeg, du, hun, vi, dere und de. Norwegisch hat im Präteritum keine besondere Endung für „du“ oder „ihr“.

Jedes Verb mit -et bilden

  • Falsch: De gået hjem.
  • Richtig: De gikk hjem.
  • Warum: Å gå ist stark und hat die Präteritumform gikk. Häufige starke Formen müssen mitgelernt werden.

Infinitiv und Präteritum verwechseln

  • Falsch: I går å kjøpe vi mat.
  • Richtig: I går kjøpte vi mat.
  • Warum: Das Infinitivzeichen å steht nicht vor einem finiten Verb. Außerdem verlangt die V2-Regel nach i går die Reihenfolge Verb + Subjekt.

Ikke an die deutsche Stelle setzen

  • Falsch: Jeg ikke forstod spørsmålet.
  • Richtig: Jeg forstod ikke spørsmålet.
  • Warum: Im norwegischen Hauptsatz steht ikke normalerweise nach dem finiten Verb. In einem Nebensatz steht es dagegen davor: fordi jeg ikke forstod spørsmålet („weil ich die Frage nicht verstand“).

Präteritum und Partizip vermischen

  • Falsch: Hun har kjøpte maten.
  • Richtig: Hun kjøpte maten. oder Hun har kjøpt maten.
  • Warum: Kjøpte ist Präteritum und steht allein. Nach har braucht man das Partizip kjøpt. Diese beiden Vergangenheitsformen dürfen nicht kombiniert werden.

Hinweise zum Gebrauch

In Erzählungen trägt das Präteritum die Handlung vorwärts. Eine Folge wie Han åpnet døra, gikk inn og satte seg nennt nacheinander die Ereignisse: „Er öffnete die Tür, ging hinein und setzte sich.“ Beschreibungen und Zustände im Hintergrund stehen ebenfalls oft im Präteritum: Det var mørkt, og vinden blåste („Es war dunkel, und der Wind wehte“). Norwegisch besitzt keine eigene Verlaufs- oder Gewohnheitsvergangenheit wie manche anderen Sprachen; der Zusammenhang und Zeitwörter zeigen, ob etwas einmalig, andauernd oder regelmäßig war.

Im gesprochenen Norwegisch gibt es regionale und persönliche Unterschiede bei der Wahl zwischen Präteritum und Perfektum. Die Grundunterscheidung „abgeschlossener vergangener Zeitpunkt“ gegenüber „Verbindung zur Gegenwart“ bleibt dennoch eine gute Orientierung. Außerdem begegnen Lernende vielen Dialektformen. Dieser Artikel verwendet Bokmål, die meistgelernte norwegische Schriftsprache; gesprochene Formen können davon deutlich abweichen.

Einige Präteritumformen haben mehrere standardsprachliche Schreibvarianten, zum Beispiel sto/stod. Solche Varianten sind nicht automatisch Umgangssprache oder Fehler. Beim eigenen Schreiben reicht es, konsequent eine zulässige Form zu verwenden.

Weiterführende Verwendung

Die folgenden Punkte muss man auf A2 noch nicht aktiv beherrschen, wird ihnen aber später begegnen.

Präteritum mit nicht vergangener Bedeutung

Bei Modalverben kann eine Präteritumform vorsichtiger, höflicher oder hypothetisch wirken, ohne einfach nur Vergangenheit auszudrücken:

  • Kunne du hjelpe meg? – Könntest du mir helfen?
  • Jeg ville gjerne bestille. – Ich würde gern bestellen.
  • Hvis jeg hadde mer tid, reiste jeg oftere. – Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich häufiger reisen.

Formen wie kunne, ville, skulle und måtte sind also formal Präteritum, können aber je nach Satz eine Möglichkeit, einen Wunsch oder eine irreale Situation bezeichnen. Diese Verwendungen gehören zu den Modalverben und Bedingungssätzen und sollten getrennt von der A2-Grundregel gelernt werden.

Erzählendes Präsens als Stilmittel

In lebhaften Erzählungen kann ein Sprecher plötzlich ins Präsens wechseln: Så går jeg inn, og der står han! („Dann gehe ich hinein, und da steht er!“). Das macht die Szene unmittelbar, obwohl sie vergangen ist. Eine neutrale schriftliche Erzählung bleibt normalerweise beim Präteritum: Så gikk jeg inn, og der sto han.

Zeitbeziehungen in komplexeren Sätzen

Wenn zwei vergangene Ereignisse nicht gleichzeitig stattfinden, kann später das Plusquamperfekt nötig werden: Da jeg kom, hadde hun allerede gått („Als ich kam, war sie bereits gegangen“). Kom bezeichnet den späteren Bezugspunkt, hadde gått das noch frühere Ereignis. Das Präteritum bleibt dabei die Grundlage, an der die übrigen Zeitformen ausgerichtet werden.

Lerntipps

  1. Lerne Verben in Formreihen. Sprich beim Vokabellernen nicht nur å skrive, sondern skrive – skriver – skrev. Bei schwachen Verben hilft dieselbe Methode: kjøpe – kjøper – kjøpte.
  2. Erzähle jeden Abend drei Sätze über den Tag. Verwende dabei einen abgeschlossenen Zeitrahmen: I dag jobbet jeg hjemme. Jeg lagde middag. Etterpå så jeg en film. So übst du Form und V2-Stellung zusammen.
  3. Sortiere nach Mustern. Lege Listen für -et, -te, -de/-dde und starke Verben an. Markiere Vokalwechsel wie i → e in skrive → skrev farbig, statt unregelmäßige Formen ungeordnet auswendig zu lernen.

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  • Voraussetzung: Präsens – erklärt die einheitlichen Personenformen und die Grundformen norwegischer Verben.
  • Zur Vertiefung: Regelmäßige Verbklassen – ordnet die Endungsmuster schwacher Verben systematisch.
  • Zur Vertiefung: Häufige unregelmäßige Verben – hilft beim Lernen von Formen wie gikk, kom, så und skrev.
  • Nächster Schritt: Perfektum – stellt Vergangenes mit Gegenwartsbezug dem Präteritum gegenüber.

Voraussetzung

Das Präsens im NorwegischenA1

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