B1

Relativsätze im Indonesischen mit *yang*

Klausa Relatif

Dieser Artikel ist Teil des Indonesisch-Grammatikbaums auf Settemila Lingue.

Kurz gesagt

Ein indonesischer Relativsatz steht direkt hinter dem Wort, das er näher beschreibt, und beginnt meistens mit yang: orang yang tinggal di sini bedeutet „die Person, die hier wohnt“. Yang verändert sich nie nach Geschlecht, Zahl oder grammatischer Rolle. Beschreibt der Relativsatz jedoch das Objekt einer Handlung, muss die Verbform besonders beachtet werden: buku yang saya baca, nicht buku yang saya membaca.

Überblick

Ein Relativsatz ist ein Satzteil, der eine Person oder Sache genauer bestimmt. Das beschriebene Wort heißt Bezugswort: In buku yang saya baca „das Buch, das ich lese“ ist buku das Bezugswort. Im Indonesischen verbindet meist yang dieses Bezugswort mit der näheren Beschreibung.

Das Grundmuster ist für deutschsprachige Lernende angenehm übersichtlich. Während Deutsch zwischen der, die, das, den, dem und weiteren Formen wählen muss, bleibt indonesisch yang immer gleich. Es gibt weder eine Anpassung an das Geschlecht noch an Einzahl, Mehrzahl oder Fall. Auch die deutsche Gewohnheit, das Verb im Relativsatz ans Ende zu stellen, gilt nicht: Nach yang folgt die normale indonesische Satzordnung.

Relativsätze gehören im Indonesischen zum Kernstoff auf Sprachniveau B1, weil sie kurze Aussagen zu genaueren Beschreibungen verbinden. Statt zwei Sätze zu sagen — Saya membaca buku itu. Buku itu menarik. „Ich lese das Buch. Das Buch ist interessant.“ — kann man formulieren: Buku yang saya baca itu menarik. „Das Buch, das ich lese, ist interessant.“ Der Grundgedanke ist einfach; bei Objektbezug, Besitz und Präpositionen gibt es jedoch wichtige Feinheiten.

So funktioniert es

1. Das Grundmuster: Bezugswort + yang + Beschreibung

Das Bezugswort steht zuerst. Danach folgt yang und anschließend die Information, mit der die gemeinte Person oder Sache eingegrenzt oder erläutert wird.

Aufbau Indonesisches Beispiel Bedeutung
Person + yang + Handlung orang yang datang die Person, die kommt/kam
Sache + yang + Handlung buku yang saya baca das Buch, das ich lese/gelesen habe
Sache + yang + Eigenschaft tas yang mahal die Tasche, die teuer ist / die teure Tasche
Ort + yang + Handlung restoran yang kita kunjungi das Restaurant, das wir besuchen/besucht haben

Yang hat keine eigene deutsche Einzelübersetzung. Je nach Satz entspricht es etwa „der“, „die“, „das“, „den“, „welcher“ oder „welche“. Für die Bildung des indonesischen Satzes ist diese deutsche Form aber unerheblich: Es steht immer yang.

Die gesamte Wortgruppe kann anschließend verschiedene Aufgaben im Hauptsatz übernehmen:

  • Orang yang duduk di sana itu guru saya. — Die Person, die dort sitzt, ist mein Lehrer oder meine Lehrerin.
  • Saya kenal orang yang duduk di sana. — Ich kenne die Person, die dort sitzt.

Im ersten Satz ist die Wortgruppe das Subjekt (die Person oder Sache, über die etwas ausgesagt wird), im zweiten das Objekt (die Person oder Sache, auf die sich die Handlung richtet). Der innere Aufbau des Relativsatzes bleibt gleich.

2. Das Bezugswort ist Subjekt des Relativsatzes

Wenn das Bezugswort selbst die Handlung im Relativsatz ausführt, folgt das Verb unmittelbar nach yang. An der Stelle des Subjekts wird kein zusätzliches Pronomen eingesetzt.

anak yang menang lomba itu

das Kind, das den Wettbewerb gewonnen hat

Anak ist die Person, die gewinnt. Deshalb heißt es yang menang, nicht etwa yang dia menang. Weitere Ergänzungen stehen in ihrer normalen Reihenfolge:

  • perempuan yang bekerja di bank itu — die Frau, die in der Bank arbeitet
  • kereta yang berangkat pukul delapan — der Zug, der um acht Uhr abfährt
  • dokter yang merawat ayah saya — der Arzt oder die Ärztin, der/die meinen Vater behandelt

Indonesische Verben werden nicht nach Person oder Zahl gebeugt. Daher bleibt die Form auch bei einem Bezugswort im Plural unverändert: siswa yang belajar di perpustakaan kann „der Schüler, der in der Bibliothek lernt“ oder „die Schüler, die in der Bibliothek lernen“ bedeuten. Der Zusammenhang zeigt die Zahl; bei Bedarf kann man sie ausdrücklich markieren.

3. Das Bezugswort ist Objekt des Relativsatzes

Hier liegt der wichtigste Unterschied zwischen deutschen und indonesischen Relativsätzen. In buku yang saya baca führt saya die Handlung aus, während buku das Gelesene ist. Im Relativsatz bleibt an der Objektstelle eine Lücke:

buku yang saya baca __

das Buch, das ich lese

Bei einem bestimmten Handelnden, besonders einem Pronomen wie saya, kamu, dia, kami oder mereka, ist dieses Muster sehr gebräuchlich:

Bezugswort + yang + Handelnder + Grundverb

  • surat yang kamu tulis — der Brief, den du geschrieben hast
  • film yang mereka tonton — der Film, den sie gesehen haben
  • alasan yang dia berikan — der Grund, den er oder sie genannt hat

Steht ein Verb im gewöhnlichen Aktivsatz mit der Vorsilbe meN-, fällt diese Vorsilbe in diesem Muster normalerweise weg:

Gewöhnlicher Aktivsatz Relativsatz mit Objektbezug
Saya membaca buku itu. — Ich lese das Buch. buku yang saya baca — das Buch, das ich lese
Dia menulis surat itu. — Er/Sie schreibt den Brief. surat yang dia tulis — der Brief, den er/sie schreibt
Kami membeli rumah itu. — Wir kaufen das Haus. rumah yang kami beli — das Haus, das wir kaufen

Das hängt mit der indonesischen Diathese zusammen, also damit, ob ein Satz die handelnde Person oder das betroffene Objekt in den Vordergrund stellt. Für den praktischen Gebrauch genügt zunächst die Regel: Nach yang + persönlicher Handelnder verwendet man bei Objektbezug häufig das Grundverb ohne meN-.

Eine weitere Möglichkeit ist ein Passiv mit di-:

  • kue yang dibuat Rani — der Kuchen, der von Rani gebacken wurde
  • dokumen yang sudah ditandatangani direktur — das Dokument, das der Direktor bereits unterschrieben hat
  • rumah yang dibangun tahun lalu — das Haus, das letztes Jahr gebaut wurde

Diese Form ist besonders praktisch, wenn der Handelnde genannt werden kann, aber nicht im Mittelpunkt steht. Mit oleh „von“ kann er ausdrücklich ergänzt werden: rumah yang dibangun oleh kakek saya „das Haus, das von meinem Großvater gebaut wurde“. Oleh ist nach einer di--Form oft nicht nötig, klingt aber bei längeren oder formelleren Formulierungen hilfreich.

4. Eigenschaften und Zustände nach yang

Nach yang muss nicht immer ein Tätigkeitsverb stehen. Auch ein Adjektiv, eine Ortsangabe oder eine andere Zustandsbeschreibung kann folgen:

  • mobil yang baru — das Auto, das neu ist / das neue Auto
  • kopi yang terlalu manis — der Kaffee, der zu süß ist
  • orang yang di luar — die Person, die draußen ist
  • toko yang dekat stasiun — das Geschäft, das nahe am Bahnhof liegt

Im Deutschen wird daraus häufig einfach ein Adjektiv vor dem Substantiv: „die rote Tasche“. Indonesisch kann zwar auch tas merah sagen, doch tas yang merah hebt die Eigenschaft stärker als Auswahlmerkmal hervor: „die Tasche, die rot ist“, etwa im Gegensatz zu andersfarbigen Taschen.

Ein Demonstrativ wie itu „jenes/das“ oder ini „dieses“ steht hinter der ganzen beschriebenen Gruppe:

buku yang saya beli itu

jenes Buch, das ich gekauft habe

Nicht buku itu yang saya beli, wenn lediglich „jenes Buch, das ich gekauft habe“ gemeint ist. Diese zweite Reihenfolge kann je nach Zusammenhang eine Hervorhebung ausdrücken und ist daher nicht neutral gleichbedeutend.

5. Keine Anpassung und keine deutsche Verbendstellung

Yang bleibt in allen folgenden Verbindungen unverändert:

  • pria yang datang — der Mann, der kommt
  • wanita yang datang — die Frau, die kommt
  • anak-anak yang datang — die Kinder, die kommen
  • buku yang saya beli — das Buch, das ich kaufe

Nach yang folgt die indonesische Reihenfolge. Deutsch sagt „die Frau, die in Jakarta arbeitet“ und stellt das gebeugte Verb ans Ende. Indonesisch sagt perempuan yang bekerja di Jakarta: erst das Verb, dann die Ortsangabe. Die deutsche Satzklammer oder Verbendstellung darf also nicht übertragen werden.

Beispiele im Zusammenhang

Indonesisch Deutsch Hinweis
Orang yang tinggal di sini tetangga baru saya. Die Person, die hier wohnt, ist mein neuer Nachbar oder meine neue Nachbarin. Das Bezugswort führt die Handlung aus.
Buku yang saya baca kemarin sangat menarik. Das Buch, das ich gestern gelesen habe, ist sehr interessant. Objektbezug: saya + baca.
Restoran yang kita kunjungi minggu lalu sudah tutup. Das Restaurant, das wir letzte Woche besucht haben, ist schon geschlossen. kita schließt die angesprochene Person ein.
Alasan yang dia berikan tidak masuk akal. Der Grund, den er oder sie genannt hat, ergibt keinen Sinn. Das Bezugswort ist Objekt von berikan.
Saya mencari kunci yang hilang. Ich suche den Schlüssel, der verloren gegangen ist. yang hilang beschreibt den Schlüssel.
Itu dokter yang merawat ibu saya. Das ist der Arzt oder die Ärztin, der/die meine Mutter behandelt. Das Bezugswort ist Subjekt von merawat.
Kue yang dibuat Rani untuk pesta sudah habis. Der Kuchen, den Rani für die Feier gebacken hat, ist schon aufgegessen. Passiv mit di-.
Rumah yang kami beli perlu direnovasi. Das Haus, das wir gekauft haben, muss renoviert werden. Grundverb nach kami.
Saya memilih baju yang paling sederhana. Ich wähle das schlichteste Kleidungsstück. yang leitet eine Eigenschaft ein.
Wanita yang anaknya belajar di Bandung itu dosen saya. Die Frau, deren Kind in Bandung studiert, ist meine Dozentin. Besitzbeziehung mit -nya.
Pak Arif, yang baru pindah ke Surabaya, bekerja dari rumah. Herr Arif, der gerade nach Surabaya gezogen ist, arbeitet von zu Hause. Zusätzliche, nicht eingrenzende Information.
Saya ambil yang lebih murah. Ich nehme das günstigere. Das Bezugswort wird nicht ausgesprochen.
Tempat saya bekerja tidak jauh dari sini. Der Ort, an dem ich arbeite, ist nicht weit von hier. Bei tempat ist eine Verbindung ohne yang natürlich.

Häufige Fehler

1. Ein deutsches Relativpronomen Wort für Wort nachbilden

  • Falsch: orang siapa tinggal di sini
  • Richtig: orang yang tinggal di sini
  • Warum: Nach einem genannten Bezugswort verwendet man normalerweise yang. Siapa bedeutet „wer?“ oder „wer“ in bestimmten Frage- und eingebetteten Fragesätzen; es ist nicht das allgemeine Relativpronomen für Personen.

2. Beim Objektbezug die meN--Form behalten

  • Falsch: buku yang saya membaca
  • Richtig: buku yang saya baca
  • Warum: Wenn buku das Objekt des Lesens ist und saya vor dem Verb steht, wird das Grundverb baca verwendet. Alternativ ist ein Passiv möglich: buku yang dibaca oleh saya, das in diesem einfachen Zusammenhang allerdings schwerfälliger klingt.

3. Das Objekt im Relativsatz wiederholen

  • Falsch: buku yang saya baca buku itu
  • Richtig: buku yang saya baca
  • Warum: Das Bezugswort buku hat bereits die Objektstelle eröffnet. Im Relativsatz bleibt diese Stelle leer; buku itu darf dort nicht noch einmal stehen.

4. Die deutsche Verbendstellung übernehmen

  • Falsch: orang yang di Jakarta bekerja
  • Richtig: orang yang bekerja di Jakarta
  • Warum: Indonesisch stellt das Verb nicht nach deutschem Relativsatzmuster ans Ende. Es gilt die normale Reihenfolge bekerja di Jakarta.

5. yang mana als allgemeines „welcher/welche/welches“ verwenden

  • Unnatürlich im neutralen Standardsatz: mobil yang mana saya beli kemarin
  • Richtig: mobil yang saya beli kemarin
  • Warum: Yang mana? ist vor allem eine Auswahlfrage: „Welches?“ Als pauschaler Ersatz für deutsche Relativpronomen ist yang mana meist unnötig. In spontaner Umgangssprache kommt es verbindend vor, sollte aber nicht das Grundmuster ersetzen.

6. yang bei gewöhnlichen Relativsätzen einfach weglassen

  • Falsch: orang tinggal di sebelah rumah saya für „die Person, die neben meinem Haus wohnt“
  • Richtig: orang yang tinggal di sebelah rumah saya
  • Warum: Bei einem gewöhnlichen Bezugswort wie orang kennzeichnet yang zuverlässig den Beginn der Beschreibung. Ohne yang entsteht leicht eine andere oder unvollständige Struktur. Sondermuster mit tempat und Zeitwörtern werden weiter unten erklärt.

Hinweise zum Gebrauch

Eingrenzende und zusätzliche Informationen

Ein eingrenzender Relativsatz zeigt, welche Person oder Sache gemeint ist: mahasiswa yang memakai jaket merah „der Student mit der roten Jacke“. Ohne die Beschreibung wäre die Auswahl möglicherweise unklar. Solche Relativsätze stehen im Indonesischen normalerweise ohne Kommas.

Ein nicht eingrenzender Relativsatz fügt dagegen nur eine Zusatzinformation hinzu: Bu Sari, yang mengajar bahasa Indonesia, berasal dari Yogyakarta. „Frau Sari, die Indonesisch unterrichtet, kommt aus Yogyakarta.“ Beim Schreiben wird dieser Einschub durch Kommas abgetrennt, beim Sprechen durch kleine Pausen. Anders als im Deutschen ändert sich das Verbindungswort nicht: Beide Arten verwenden yang.

Gesprochene und geschriebene Sprache

Yang ist in neutraler gesprochener wie geschriebener Sprache sehr häufig. In privaten Nachrichten sieht man gelegentlich die Abkürzung yg; in vollständigen Texten, Prüfungen und formeller Korrespondenz sollte yang ausgeschrieben werden.

Lange Ketten von Relativsätzen sind zwar möglich, werden aber schnell schwer verständlich. Indonesisch bevorzugt in Alltagstexten oft mehrere kurze Aussagen. Aus einer überladenen Gruppe wie „der Kollege, der das Projekt leitet, das wir gestern besprochen haben“ dürfen deshalb zwei Sätze werden, wenn der Bezug sonst unklar wäre.

Tempat, Zeitangaben und di mana

Bei Orts- und Zeitbezügen erscheinen mehrere natürliche Muster:

  • tempat saya bekerja — der Ort, an dem ich arbeite
  • hari kami bertemu — der Tag, an dem wir uns trafen
  • restoran yang kami kunjungi — das Restaurant, das wir besuchten

Bei allgemeinen Wörtern wie tempat „Ort“ oder hari „Tag“ kann die anschließende Satzangabe ohne yang eng angebunden werden. Ist der Ort dagegen direktes Objekt eines Verbs, steht regulär yang: restoran yang kami kunjungi.

Di mana bedeutet wörtlich „wo“ und ist in Fragen unproblematisch: Kamu tinggal di mana? „Wo wohnst du?“ Als universelle Entsprechung zu deutschem „in dem/an dem/wo“ wird es besonders in formellen Empfehlungen oft vermieden. Statt kantor di mana saya bekerja ist kantor tempat saya bekerja oder einfach tempat saya bekerja meist klarer. Im tatsächlichen modernen Sprachgebrauch begegnet di mana auch verbindend; für einen sicheren neutralen Stil lohnt sich dennoch die Umformulierung mit tempat.

Über die Grundlagen hinaus

Relativsätze mit einer Besitzbeziehung

Deutsch besitzt dafür „dessen“ und „deren“. Indonesisch verwendet häufig -nya am besessenen Wort:

wanita yang anaknya tinggal di Bali

die Frau, deren Kind auf Bali lebt

Wörtlich folgt auf yang ungefähr „ihr Kind lebt auf Bali“. Weitere Beispiele sind perusahaan yang direkturnya berasal dari Medan „das Unternehmen, dessen Direktor aus Medan stammt“ und rumah yang atapnya merah „das Haus, dessen Dach rot ist“. -nya verweist dabei auf das Bezugswort zurück.

Beziehungen mit Präpositionen natürlich umformulieren

Deutsche Formen wie „mit dem“, „für die“ oder „über das“ lassen sich nicht einfach durch verschiedene Formen von yang wiedergeben. Yang trägt selbst keine Präposition. Häufig wählt Indonesisch daher ein Verb, das die Beziehung direkt ausdrückt, oder baut den Satz um:

  • „die Person, mit der ich gesprochen habe“ → orang yang berbicara dengan saya „die Person, die mit mir gesprochen hat“
  • „der Freund, mit dem ich zur Arbeit fahre“ → teman yang pergi ke kantor bersama saya „der Freund, der mit mir ins Büro fährt“
  • „das Thema, über das wir gesprochen haben“ → topik yang kami bicarakan „das Thema, das wir besprochen haben“

In sehr formeller Sprache sind Konstruktionen mit einer Präposition und -nya möglich, etwa orang yang dengannya saya bekerja „die Person, mit der ich arbeite“. Sie wirken im normalen Gespräch jedoch deutlich schriftsprachlicher als eine direkte Umformulierung.

Yang ohne ausgesprochenes Bezugswort

Wenn aus der Situation klar ist, worum es geht, kann das Substantiv entfallen. Yang leitet dann eine substantivierte Beschreibung ein, also eine Beschreibung, die selbst wie ein „Ding“ oder eine „Person“ gebraucht wird:

  • Saya mau yang besar. — Ich möchte das große.
  • Yang datang pertama adalah Dina. — Diejenige, die zuerst kam, war Dina.
  • Ambil yang kamu suka. — Nimm das, was dir gefällt.
  • Siapa pun yang datang boleh masuk. — Wer auch immer kommt, darf eintreten.

Hier bedeutet yang nicht automatisch „wer“. Je nach Kontext lautet die deutsche Wiedergabe „derjenige, der“, „diejenige, die“, „das, was“ oder einfach „das größere“.

Hervorhebung mit yang

Yang kann außerdem einen Satzteil hervorheben:

  • Saya yang membayar. — Ich bin derjenige, der bezahlt. / Ich bezahle, nicht jemand anders.
  • Dia yang memilih tempat ini. — Er/Sie war es, der/die diesen Ort ausgewählt hat.

Diese Fokuskonstruktion setzt einen Kontrast: Gerade diese Person oder Sache ist gemeint. Sie sieht wie ein Relativsatz ohne ausgesprochenes Bezugswort aus, erfüllt im Gespräch aber vor allem die Aufgabe der Betonung. Der neutrale Satz Saya membayar sagt lediglich „Ich bezahle“; Saya yang membayar widerspricht etwa der Annahme, jemand anderes werde zahlen.

Tipps zum Üben

  1. Verbinde jeweils zwei kurze Sätze. Aus Saya membeli tas itu. Tas itu murah. wird Tas yang saya beli itu murah. Markiere dabei zuerst, welches Wort in beiden Ausgangssätzen vorkommt.
  2. Übe Subjekt- und Objektbezug getrennt. Bilde zunächst fünf Beispiele wie orang yang datang und danach fünf wie buku yang saya baca. Prüfe bei der zweiten Gruppe besonders, ob eine meN--Vorsilbe entfernt werden muss.
  3. Beschreibe Dinge in deiner Umgebung. Formuliere Sätze wie kursi yang dekat jendela, kopi yang saya minum oder orang yang memakai kemeja biru. So wird yang zu einem Auswahlwerkzeug statt zu einer bloßen Übersetzung von „der/die/das“.

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