Nominalsätze im Englischen
Nominal Clauses
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Kurz gesagt
Ein Nominalsatz übernimmt im größeren Satz eine Aufgabe, die sonst oft eine Nominalgruppe wie the answer oder his decision erfüllt: What he said was true oder I know that he left. Häufig beginnen solche Sätze mit that, einem Fragewort wie what oder why, oder mit whether/if. Anders als in einer direkten Frage steht im eingebetteten Satz die normale Reihenfolge Subjekt + Verb: I know where she is, nicht where is she.
Überblick
Ein Nominalsatz ist ein Nebensatz, der als Subjekt, Objekt oder Ergänzung dient. Das Subjekt bezeichnet hier den Teil, über den etwas ausgesagt wird; ein Objekt ergänzt ein Verb, etwa die Sache, die jemand weiß, sagt oder bezweifelt. In What matters is your health ist der ganze Teil what matters das Subjekt. In I understand what you mean ist what you mean das Objekt von understand.
Das Thema gehört auf C1-Niveau, weil nicht nur einzelne Formen, sondern ihr Zusammenspiel wichtig ist: Aussagesätze mit that, eingebettete Fragen mit whether oder Fragewörtern sowie sogenannte freie Relativsätze wie what you need. Solche Strukturen kommen ständig in Gesprächen, Nachrichten, wissenschaftlichen Texten und formellen Argumentationen vor. Wer sie beherrscht, kann komplexe Gedanken präzise ausdrücken, ohne viele kurze Hauptsätze aneinanderzureihen.
Für Deutschsprachige ist die Grundidee vertraut: Ich weiß, dass er kommt entspricht weitgehend I know that he is coming. Zwei Gewohnheiten führen jedoch schnell zu Fehlern. Im Englischen wandert das Verb im Nebensatz nicht ans Ende, und vor einem Inhaltssatz steht normalerweise kein Komma. Außerdem entspricht deutsches ob je nach Konstruktion englischem whether oder if.
So funktioniert es
Welche Aufgabe hat der ganze Nebensatz?
Entscheidend ist nicht das Einleitungswort allein, sondern die Funktion der gesamten Wortgruppe.
| Funktion | Englisches Muster | Beispiel | Einfache Ersatzprobe |
|---|---|---|---|
| Subjekt | Nominalsatz + Verb | What she decided surprised us. | Her decision surprised us. |
| Objekt | Verb + Nominalsatz | We know that the plan failed. | We know the result. |
| Ergänzung nach be | Subjekt + be + Nominalsatz | The question is whether we can afford it. | The question is the cost. |
| Ergänzung zu einem Nomen | Nomen + Nominalsatz | the fact that he lied | this disturbing fact |
| Ergänzung nach einer Präposition | Präposition + wh-Satz | It depends on what they offer. | It depends on the offer. |
Eine Ergänzung liefert die Information, die ein Verb, Nomen, Adjektiv oder eine Präposition inhaltlich vervollständigt. Nicht jede Grammatik ordnet alle diese Ergänzungen gleich ein. Für den praktischen Sprachgebrauch ist wichtiger, welches Anschlussmuster möglich ist.
Aussagesätze mit that
Ein that-Satz stellt eine Aussage als Inhalt dar:
- She admitted that she had made a mistake.
- We are confident that the figures are accurate.
- The fact that nobody complained does not prove that everything was fine.
Nach häufigen Verben des Denkens, Sagens und Wahrnehmens kann that oft entfallen: I think (that) you are right. Dieses nicht ausgesprochene that wird manchmal Nullform genannt. Der Satz bleibt trotzdem ein Nebensatz und behält die Reihenfolge Subjekt + Verb.
Am Satzanfang kann that nicht einfach wegfallen: That the data was incomplete became obvious later. In der Alltagssprache wirkt ein langer that-Satz als Subjekt allerdings schwer. Häufiger verwendet man deshalb vorangestelltes it: It became obvious later that the data was incomplete. Dieses it kündigt den eigentlichen Inhalt an; es bezeichnet keine konkrete Sache.
Nach einem Nomen macht that oft dessen Inhalt deutlich:
- the claim that the treatment is safe – die Behauptung lautet, die Behandlung sei sicher
- the possibility that prices will rise – die Möglichkeit besteht darin, dass die Preise steigen
Das ist nicht dasselbe wie ein Relativsatz. In the claim that shocked everyone ist that selbst das Subjekt von shocked; im Satz fehlt also eine Stelle. In the claim that the treatment is safe ist der Satz the treatment is safe bereits vollständig. That leitet nur seinen Inhalt ein.
Eingebettete Fragen mit wh-
Ein Satz mit who, what, which, where, when, why oder how kann eine Frage in einen größeren Satz einbetten. Man fragt nicht direkt, sondern behandelt die gesuchte Information als Inhalt:
- Direkte Frage: Where does Nina work?
- Eingebettete Frage: Do you know where Nina works?
Im eingebetteten Teil gibt es weder Fragewortstellung noch zusätzliches do/does/did. Es heißt daher I wonder why he left, nicht I wonder why did he leave. Nur wenn das Fragewort selbst Subjekt ist, sieht die Form zufällig wie eine direkte Frage aus: Who called? → I don't know who called.
Der Gesamtsatz erhält nur dann ein Fragezeichen, wenn er als Ganzes eine Frage ist: Do you know where she lives? Dagegen ist I know where she lives. eine Aussage.
whether und if: zwei Möglichkeiten für „ob“
Bei einer Ja-Nein-Frage verwendet man meist whether oder if:
- I don't know whether he'll come.
- I don't know if he'll come.
In vielen alltäglichen Objektsätzen sind beide möglich; if klingt oft gesprochener. Whether ist jedoch weiter einsetzbar und in formellen Texten häufig eindeutiger.
| Kontext | Übliche Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Nach vielen Verben | whether oder if | She asked whether/if we were ready. |
| Direkt nach einer Präposition | whether | It depends on whether we get funding. |
| Vor to + Grundform | whether | He cannot decide whether to stay. |
| Als Subjekt am Satzanfang | whether | Whether it will work remains unclear. |
| Direkt vor or not | whether or not | We must act whether or not they agree. |
If kann außerdem „wenn/falls“ bedeuten. Tell me if you need help kann je nach Zusammenhang heißen „Sag mir, ob du Hilfe brauchst“ oder „Sag mir Bescheid, falls du Hilfe brauchst“. Whether beseitigt diese Mehrdeutigkeit, wenn wirklich zwei mögliche Antworten gemeint sind.
Freie Relativsätze mit what und -ever
In I understood what she meant kann what she meant als eingebettete Frage verstanden werden: Ich verstand die Antwort auf „Was meinte sie?“. In Take what you need bedeutet what you need dagegen „das, was du brauchst“. Ein solcher freier Relativsatz ist ein Relativsatz ohne vorangestelltes Bezugswort. What enthält sinngemäß bereits the thing(s) that.
Darum darf vor diesem what kein englisches Bezugswort stehen:
- Take what you need.
- Take everything that you need.
- nicht: Take everything what you need.
Formen mit -ever machen die Auswahl offen oder gleichgültig: whoever („wer auch immer“), whatever („was auch immer“), whichever („welches auch immer“). In Whoever finishes first can leave ist der gesamte freie Relativsatz das Subjekt.
Präpositionen und Nominalsätze
Ein wh-Satz kann direkt hinter einer Präposition stehen: about what happened, on whether the evidence is reliable, by how much sales increased. Ein gewöhnlicher that-Satz kann das normalerweise nicht. Deutsches davon, dass … darf deshalb nicht Wort für Wort übertragen werden:
- It depends on the fact that both sides cooperate.
- Häufig natürlicher: It depends on whether both sides cooperate.
- nicht: It depends on that both sides cooperate.
Die Nominalgruppe the fact that … ist grammatisch nützlich, sollte aber nicht automatisch überall eingesetzt werden. Oft ist eine direkte Form mit whether, what oder einer -ing-Konstruktion kürzer und natürlicher.
Beispiele im Zusammenhang
| Englisch | Deutsch | Hinweis |
|---|---|---|
| What matters is your health. | Was zählt, ist deine Gesundheit. | Der freie Relativsatz ist das Subjekt. |
| That the deadline was unrealistic soon became clear. | Dass die Frist unrealistisch war, wurde bald klar. | Ein that-Satz am Satzanfang. |
| It soon became clear that the deadline was unrealistic. | Es wurde bald klar, dass die Frist unrealistisch war. | Vorangestelltes it ist meist natürlicher. |
| I don't know whether he'll come. | Ich weiß nicht, ob er kommen wird. | Eingebettete Ja-Nein-Frage. |
| We haven't decided whether to appeal. | Wir haben noch nicht entschieden, ob wir Berufung einlegen. | Vor dem Infinitiv steht whether, nicht if. |
| Could you explain why the figures differ? | Könnten Sie erklären, warum die Zahlen voneinander abweichen? | Normale Wortstellung im eingebetteten Satz. |
| Nobody remembered where the spare key was. | Niemand erinnerte sich, wo der Ersatzschlüssel war. | Keine Fragewortstellung nach where. |
| The problem is that we lack reliable data. | Das Problem ist, dass uns verlässliche Daten fehlen. | Ergänzung nach is. |
| The fact that he lied is concerning. | Die Tatsache, dass er gelogen hat, ist besorgniserregend. | Der that-Satz erläutert den Inhalt von fact. |
| It depends on what you want. | Es hängt davon ab, was du willst. | wh-Satz nach der Präposition on. |
| We discussed whether the risks were acceptable. | Wir besprachen, ob die Risiken vertretbar waren. | Whether klingt hier sachlich und eindeutig. |
| Take whatever you need from the cupboard. | Nimm aus dem Schrank, was immer du brauchst. | Freie Auswahl mit whatever. |
| Whoever approved this change must document the reasons. | Wer auch immer diese Änderung genehmigt hat, muss die Gründe dokumentieren. | Der gesamte Satz ist das Subjekt. |
| She is certain that the message was sent. | Sie ist sicher, dass die Nachricht gesendet wurde. | Inhaltsergänzung zu einem Adjektiv. |
| The question is whether we can finish on time. | Die Frage ist, ob wir rechtzeitig fertig werden können. | Nominalsatz als Ergänzung nach be. |
Häufige Fehler
1. Fragewortstellung in einer eingebetteten Frage
- Falsch: I don't know where is the station.
- Richtig: I don't know where the station is.
- Warum: Nur die direkte Frage lautet Where is the station? Im eingebetteten Satz folgt auf das Fragewort die normale Reihenfolge Subjekt + Verb.
2. Überflüssiges do oder did
- Falsch: Can you tell me why did she refuse?
- Richtig: Can you tell me why she refused?
- Warum: Die Hilfsform do/does/did dient hier nur der direkten Frage. Der eingebettete Teil ist keine selbstständige Frage.
3. if an einer Stelle, an der whether nötig ist
- Falsch: It depends on if the client agrees.
- Richtig: It depends on whether the client agrees.
- Warum: Direkt nach einer Präposition und vor to + Grundform ist whether die sichere Standardwahl.
4. Deutsches „alles, was“ mit everything what
- Falsch: She told me everything what she knew.
- Richtig: She told me everything that she knew.
- Auch richtig: She told me what she knew.
- Warum: What enthält bereits die Bedeutung „das, was“. Hat der englische Satz schon ein Bezugswort wie everything, braucht man that oder ein anderes Relativpronomen.
5. Einen that-Satz direkt an eine Präposition hängen
- Falsch: Success depends on that everyone cooperates.
- Richtig: Success depends on everyone cooperating.
- Auch richtig: Success depends on whether everyone cooperates.
- Warum: Anders als deutsches davon, dass erlaubt das Englische gewöhnlich nicht preposition + that-clause.
6. Deutsches Komma und deutsche Verbposition übernehmen
- Falsch: I believe, that he the answer knows.
- Richtig: I believe that he knows the answer.
- Warum: Vor einem notwendigen Inhaltssatz steht im Englischen normalerweise kein Komma. Das finite Verb bleibt vor seinem Objekt und rückt nicht ans Satzende.
Hinweise zum Gebrauch
In Gesprächen entfällt that nach sehr häufigen Verben oft: I think you're right; she said she'd call; we know it works. In längeren oder formelleren Sätzen kann das sichtbare that die Struktur leichter lesbar machen. Besonders hilfreich ist es, wenn zwischen Verb und Nebensatz weitere Wörter stehen: The committee confirmed after a lengthy meeting that the proposal had been rejected.
Whether wirkt häufig formeller als if, ist aber keineswegs steif. In Berichten, Verträgen und wissenschaftlichen Texten ist es oft die bessere Wahl, weil es klar eine Alternative bezeichnet. Whether or not betont, dass das Ergebnis keinen Einfluss hat: The fee is payable whether or not you attend. Bei neutraler Ungewissheit genügt meist whether: We do not yet know whether they will attend.
Ein Inhaltssatz wird im Englischen nicht allein wegen seiner Länge mit einem Komma abgetrennt. Das unterscheidet sich deutlich vom Deutschen. Kommas können aus anderen Gründen vorkommen, etwa bei einem eingeschobenen Kommentar; sie markieren aber nicht automatisch jeden mit that, whether oder what eingeleiteten Satz.
The fact that kann eine Aussage substantivisch greifbar machen und ist nach Präpositionen manchmal nötig: We were worried about the fact that no one had replied. In gutem Stil lohnt sich trotzdem die Frage, ob eine kürzere Fassung genügt: We were worried that no one had replied. Zu viele the fact that-Formulierungen machen einen Text schwerfällig.
Über die Grundlagen hinaus
Auslagerung mit vorangestelltem it
Lange Subjektsätze stehen im Englischen bevorzugt später im Satz. Diese Verschiebung heißt Auslagerung; ein vorläufiges it besetzt die Subjektstelle:
- Formeller oder betont: That the two accounts contradict each other is obvious.
- Meist natürlicher: It is obvious that the two accounts contradict each other.
Nach Adjektiven wie clear, likely, surprising, unfortunate und in Passivformen wie it is believed that … ist dieses Muster besonders häufig. Das it darf hier nicht mit „es“ als konkretem Stellvertreter verwechselt werden; sein Zweck ist vor allem strukturell.
What-Sätze zur Hervorhebung
Ein Spaltsatz verteilt Information auf zwei Teile, um einen davon hervorzuheben. Bei der Form mit what spricht man oft von einem Pseudo-Spaltsatz:
- What I need is a quiet afternoon. – Hervorgehoben wird a quiet afternoon.
- What surprised me most was her calm reaction. – Hervorgehoben wird her calm reaction.
Solche Sätze wirken in Argumentationen und Präsentationen sehr natürlich: What the report fails to explain is how the error occurred. Nach einem what-Satz wird das Verb oft als Singular behandelt, weil der ganze Sachverhalt als Einheit gilt: What he said was true. Wenn die nachfolgende Ergänzung ausdrücklich mehrere Dinge nennt, findet man jedoch auch Pluralangleichung: What we need are clearer rules and better training. Bei Unsicherheit lässt sich der Satz umformen: We need clearer rules and better training.
Formeller Konjunktiv im that-Satz
Nach Ausdrücken für Forderung, Empfehlung oder Notwendigkeit kann besonders im amerikanischen und formellen Englisch die unveränderte Grundform stehen:
- The committee recommended that the proposal be revised.
- It is essential that every applicant provide proof of identity.
Diese Form wird Konjunktiv genannt (eine Verbform für Vorgestelltes, Gefordertes oder nicht als Tatsache Behauptetes). Im britischen Englisch sind daneben Konstruktionen mit should verbreitet: The committee recommended that the proposal should be revised. Dieses Muster ist eine besondere Verwendung des that-Satzes; es bedeutet nicht, dass nach that generell die Grundform steht.
Endliche und nicht endliche Ergänzungen
Dieser Artikel konzentriert sich auf Sätze mit einem finiten Verb, also einem Verb, das Zeit oder Person ausdrückt: that she knows, whether he will come. Ähnliche nominale Aufgaben können auch Infinitiv- und -ing-Konstruktionen übernehmen: To refuse would be foolish; I enjoy working from home; She explained how to reset the device. Die Wahl hängt vom vorausgehenden Verb und von der beabsichtigten Bedeutung ab; man kann die Formen nicht beliebig austauschen.
Tipps zum Üben
- Verwandle direkte in eingebettete Fragen. Schreibe etwa Why did they cancel? als Do you know why they cancelled? um. Kontrolliere jedes Mal, ob do/did verschwunden ist und Subjekt + Verb in normaler Reihenfolge stehen.
- Sortiere echte Beispiele nach Funktion. Markiere beim Lesen einen ganzen Nominalsatz und frage: Ist er Subjekt, Objekt, Ergänzung nach be, nach einem Nomen oder nach einer Präposition? Die Ersatzprobe mit it, the answer oder the fact hilft.
- Übe gezielt die deutschen Stolperstellen. Formuliere fünf Sätze mit ob und entscheide für jeden zwischen whether und if. Ergänze Beispiele mit davon, dass und suche eine natürliche englische Lösung mit whether, what, the fact that oder einer -ing-Form.
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