A1

Die bestimmte Form im Schwedischen

Bestämd Form

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Kurz gesagt

Im Schwedischen steht der bestimmte Artikel meist hinter dem Substantiv (dem Wort für eine Person, Sache oder Idee) und wird direkt angehängt: en bok wird zu boken „das Buch“, ett hus zu huset „das Haus“. Im Plural entstehen Formen wie böckerna „die Bücher“ und barnen „die Kinder“. Welche Endung gebraucht wird, hängt vom Genus – also der Wortklasse en oder ett – und von der Pluralform ab.

Überblick

Im Deutschen stehen der, die, das als eigene Wörter vor dem Substantiv. Schwedisch geht im Normalfall anders vor: Aus bok „Buch“ und der Endung -en wird ein einziges Wort, boken „das Buch“. Diese Form heißt auf Schwedisch bestämd form, also „bestimmte Form“. Sie zeigt, dass eine bestimmte, bereits bekannte oder aus der Situation erkennbare Person oder Sache gemeint ist.

Das Thema gehört zu den Grundlagen auf Niveau A1. Die Bildung im Singular ist recht übersichtlich, sobald bekannt ist, ob ein Substantiv ein en-Wort oder ein ett-Wort ist. Beim Plural muss zusätzlich die jeweilige Pluralform bekannt sein. Deshalb lohnt es sich, neue Substantive nicht allein, sondern gleich in mehreren Formen zu lernen.

Die Ähnlichkeit der Übersetzungen kann deutschsprachige Lernende täuschen: Das deutsche Artikelwort verrät nicht zuverlässig, ob im Schwedischen en oder ett steht. Das Haus heißt zwar ett hus, aber das Tischchen ist kein brauchbares Modell für andere ett-Wörter. Das schwedische Genus muss als Teil des Wortschatzes gelernt werden.

So funktioniert es

Unbestimmt und bestimmt

Die unbestimmte Form bezeichnet häufig etwas noch nicht näher Bestimmtes: en bok „ein Buch“. Die bestimmte Form bezeichnet dagegen ein bestimmtes Buch: boken „das Buch“.

Zahl Unbestimmt Bestimmt Deutsch
Singular en bok boken ein Buch → das Buch
Singular ett hus huset ein Haus → das Haus
Plural böcker böckerna Bücher → die Bücher
Plural barn barnen Kinder → die Kinder

Im einfachen Fall steht vor dem bestimmten Substantiv kein zusätzliches Wort für „der/die/das“:

  • Jag läser boken. – Ich lese das Buch.
  • Huset är gammalt. – Das Haus ist alt.

Ein vorangestelltes den, det oder de wird erst in bestimmten Konstruktionen gebraucht, besonders zusammen mit einem Adjektiv. Das wird weiter unten getrennt als fortgeschrittenes Muster erklärt.

Singular: en-Wörter

Bei en-Wörtern lautet die bestimmte Endung gewöhnlich -en oder -n.

Unbestimmte Form Bestimmte Form Muster Deutsch
en bil bilen Konsonant + -en ein Auto → das Auto
en bok boken Konsonant + -en ein Buch → das Buch
en flicka flickan Vokal + -n ein Mädchen → das Mädchen
en sko skon Vokal + -n ein Schuh → der Schuh
en pojke pojken Endvokal + -n ein Junge → der Junge

Die praktische Anfängerregel lautet: Endet das Wort auf einen Konsonanten, ist -en häufig; endet es auf einen Vokal, ist -n häufig. Man hängt die Endung an die Form ohne en: nicht enboken, sondern boken.

Singular: ett-Wörter

Bei ett-Wörtern lautet die bestimmte Endung gewöhnlich -et oder -t.

Unbestimmte Form Bestimmte Form Muster Deutsch
ett hus huset Konsonant + -et ein Haus → das Haus
ett barn barnet Konsonant + -et ein Kind → das Kind
ett bord bordet Konsonant + -et ein Tisch → der Tisch
ett äpple äpplet Vokal + -t ein Apfel → der Apfel
ett piano pianot Vokal + -t ein Klavier → das Klavier

Auch hier wird nicht das unbestimmte Artikelwort mitgenommen: ett hus wird zu huset, nicht zu etthuset. In der Aussprache können unbetonte Endungen schwächer klingen als in sorgfältiger Einzelwortaussprache. Die Schreibweise bleibt jedoch erhalten.

Plural: von der Pluralform ausgehen

Im Plural reicht die Unterscheidung zwischen en und ett nicht aus. Entscheidend ist, wie der unbestimmte Plural des jeweiligen Wortes lautet. Die meisten häufigen Formen lassen sich in fünf nützlichen Reihen lernen:

Singular unbestimmt Plural unbestimmt Plural bestimmt Deutsch
en flicka flickor flickorna ein Mädchen – Mädchen – die Mädchen
en bil bilar bilarna ein Auto – Autos – die Autos
en bok böcker böckerna ein Buch – Bücher – die Bücher
ett äpple äpplen äpplena ein Apfel – Äpfel – die Äpfel
ett hus hus husen ein Haus – Häuser – die Häuser

Daraus ergeben sich die sichtbaren Endungen -orna, -arna, -erna, -na, -a und -en. Für den Alltag ist es sicherer, nicht eine einzige pauschale Pluralregel zu erzwingen, sondern die Formen als Reihe zu speichern:

  • en bok – boken – böcker – böckerna
  • ett barn – barnet – barn – barnen

Bei böckerna bleibt außerdem der Vokalwechsel von bok zu böcker erhalten. Die bestimmte Form setzt also auf der tatsächlichen Pluralform auf; sie macht einen unregelmäßigen Plural nicht wieder regelmäßig.

Wann wird die bestimmte Form verwendet?

Die Grundidee ähnelt dem Deutschen. Die bestimmte Form steht, wenn klar ist, welche Person oder Sache gemeint ist:

  1. Schon erwähnt: Jag köpte en bok. Boken var dyr. – Ich kaufte ein Buch. Das Buch war teuer.
  2. In der Situation eindeutig: Stäng dörren! – Mach die Tür zu!
  3. Einmalig oder als eindeutig vorausgesetzt: Solen skiner. – Die Sonne scheint.
  4. Durch eine nähere Angabe bestimmt: Boken på bordet är min. – Das Buch auf dem Tisch gehört mir.

Nicht jede deutsche Artikelwahl lässt sich mechanisch übertragen. Feste schwedische Wendungen und der Gebrauch bei Körperteilen oder Einrichtungen können anders funktionieren. Die Grundbedeutung „bekannt oder eindeutig“ ist dennoch der beste Ausgangspunkt.

Beispiele im Kontext

Schwedisch Deutsch Hinweis
Jag läser boken på tåget. Ich lese das Buch im Zug. en bok → boken
Bilen står utanför huset. Das Auto steht vor dem Haus. zwei bestimmte Singularformen
Kan du öppna fönstret? Kannst du das Fenster öffnen? ett fönster → fönstret
Flickan heter Sara. Das Mädchen heißt Sara. en flicka → flickan
Barnet sover. Das Kind schläft. ett barn → barnet
Jag köpte en stol. Stolen är bekväm. Ich habe einen Stuhl gekauft. Der Stuhl ist bequem. erst unbestimmt, dann bestimmt
Böckerna ligger på bordet. Die Bücher liegen auf dem Tisch. böcker → böckerna
Barnen leker i trädgården. Die Kinder spielen im Garten. endungsloser Plural barn → barnen
Äpplena är mogna. Die Äpfel sind reif. äpplen → äpplena
Var är nycklarna? Wo sind die Schlüssel? nycklar → nycklarna
Husen är gamla, men dörrarna är nya. Die Häuser sind alt, aber die Türen sind neu. zwei bestimmte Pluralmuster
Solen går ner sent på sommaren. Im Sommer geht die Sonne spät unter. etwas als eindeutig vorausgesetzt
Jag har ont i huvudet. Ich habe Kopfschmerzen. wörtlich: „Schmerzen im Kopf haben“

Häufige Fehler

Das Artikelwort vor die einfache bestimmte Form setzen

  • Falsch: den boken är ny – gemeint: „Das Buch ist neu.“
  • Richtig: Boken är ny.
  • Warum: Ohne Adjektiv genügt normalerweise die angehängte Endung. Das deutsche Muster „Artikel + Substantiv“ darf hier nicht direkt übernommen werden. Den boken kann in einem anderen Zusammenhang „dieses/jenes bestimmte Buch“ bedeuten, ist aber nicht der neutrale Ersatz für boken.

Unbestimmten und bestimmten Artikel kombinieren

  • Falsch: en boken, ett huset
  • Richtig: en bok, boken; ett hus, huset
  • Warum: en/ett kennzeichnet die unbestimmte Form, die Endung die bestimmte Form. Für die einfache Nominalgruppe – also eine Wortgruppe mit einem Substantiv als Kern – wählt man eine der beiden Möglichkeiten.

Bei ett-Wörtern die en-Endung verwenden

  • Falsch: husen für „das Haus“
  • Richtig: huset
  • Warum: Der bestimmte Singular eines ett-Wortes endet gewöhnlich auf -et oder -t. Achtung: husen ist tatsächlich ein korrektes Wort, bedeutet aber „die Häuser“.

Den bestimmten Plural direkt vom Singular ableiten

  • Falsch: bokarna
  • Richtig: böckerna
  • Warum: Der Plural von bok lautet böcker. Erst daraus entsteht böckerna. Vokalwechsel und andere Unregelmäßigkeiten bleiben bestehen.

Sich nur das nackte Substantiv merken

  • Problematisch: nur bok oder äpple lernen
  • Besser: en bok – boken – böcker – böckerna; ett äpple – äpplet – äpplen – äpplena
  • Warum: Genus, Singularendung und Pluralmuster sind nicht immer vorhersagbar. Eine Formenreihe verhindert mehrere Fehler auf einmal.

Bei einem Adjektiv nur die Endung verwenden

  • Falsch: röda bilen als neutrale Form für „das rote Auto“
  • Richtig: den röda bilen
  • Warum: Steht ein Adjektiv vor einem bestimmten Substantiv, verwendet das Schwedische normalerweise zusätzlich den, det oder de. Dieses Muster heißt doppelte Bestimmtheit und gehört nicht mehr zur einfachsten A1-Regel.

Hinweise zum Gebrauch

Bestimmtheit ist keine reine Formenfrage: Sie drückt aus, was Gesprächspartner als bekannt oder identifizierbar behandeln. Deshalb kann derselbe Gegenstand zuerst unbestimmt und danach bestimmt erscheinen: Vi såg en hund. Hunden sprang efter en boll. – „Wir sahen einen Hund. Der Hund lief einem Ball hinterher.“ Der Wechsel führt den Hund zunächst ein und nimmt ihn anschließend wieder auf.

In manchen alltäglichen Ausdrücken verwendet Schwedisch eine bestimmte Form, wo Deutsch eher ein Possessivwort oder eine andere Konstruktion wählt. Jag har ont i huvudet heißt natürlich „Ich habe Kopfschmerzen“, nicht „Ich habe Schmerzen in dem Kopf“. Solche Verbindungen sollte man als ganze Wendungen aufnehmen, statt jedes Artikelwort einzeln zu übertragen.

Auch Einrichtungen und gewohnte Tätigkeiten haben feste Gebrauchsweisen, etwa gå i skolan „zur Schule gehen“ und vara på jobbet „bei der Arbeit sein“. Die Form ist hier lexikalisch geprägt. Solche Unterschiede ändern nichts an der Bildungsregel; sie zeigen nur, dass die Wahl zwischen bestimmt und unbestimmt nicht in jeder Sprache an denselben Stellen fällt.

Über die Grundlagen hinaus

Die folgenden Muster müssen auf A1 noch nicht sicher beherrscht werden. Sie sind aber häufig und erklären, warum manchmal sowohl ein vorangestelltes Wort als auch die bestimmte Endung auftaucht.

Doppelte Bestimmtheit mit Adjektiven

Steht ein Adjektiv vor einem bestimmten Substantiv, erhält das Substantiv weiterhin seine bestimmte Endung. Zusätzlich steht davor den bei en-Wörtern, det bei ett-Wörtern und de im Plural:

Muster Schwedisch Deutsch
den + Adjektiv + bestimmtes en-Wort den röda bilen das rote Auto
det + Adjektiv + bestimmtes ett-Wort det stora huset das große Haus
de + Adjektiv + bestimmter Plural de gamla böckerna die alten Bücher

„Doppelte Bestimmtheit“ bedeutet, dass die Bestimmtheit an zwei Stellen sichtbar wird: vorne durch den/det/de und hinten am Substantiv. Für deutsche Augen wirkt das zunächst wie ein doppelter Artikel; im Schwedischen ist es die normale Konstruktion mit einem vorangestellten Adjektiv.

den här und den där

Für „dieser/diese/dieses“ und „jener/jene/jenes“ sind umgangssprachlich die Verbindungen den här, det här, de här sowie den där, det där, de där sehr häufig. Das Substantiv steht dabei bestimmt:

  • den här boken – dieses Buch
  • det där huset – jenes Haus
  • de här barnen – diese Kinder

Auch hier bleibt also die Endung erhalten.

Possessivwörter verhalten sich anders

Nach einem Possessivwort – einem Wort wie min „mein“ oder hennes „ihr“ – steht normalerweise die unbestimmte Substantivform:

  • min bok – mein Buch, nicht min boken
  • vårt hus – unser Haus, nicht vårt huset
  • hennes böcker – ihre Bücher, nicht hennes böckerna

Das Possessivwort macht bereits eindeutig, wem etwas zugeordnet ist. Daher kommt die bestimmte Endung nicht zusätzlich hinzu.

Unregelmäßige Formen bleiben sichtbar

Einige häufige Substantive verändern ihren Stamm im Plural oder haben besondere Endungen. Zum Beispiel lautet die Reihe en man – mannen – män – männen. Solche Wörter bestätigen die wichtigste Lernstrategie: Alle vier Formen gemeinsam lernen. Die Regeln für Bestimmtheit gelten weiterhin, aber sie wirken auf einer unregelmäßigen Grundform.

Übungstipps

  1. Lege Viererreihen an. Schreibe zu jedem neuen Substantiv unbestimmten Singular, bestimmten Singular, unbestimmten Plural und bestimmten Plural auf: en bil – bilen – bilar – bilarna. Sprich die Reihe anschließend laut.
  2. Übe mit Mini-Geschichten. Führe einen Gegenstand unbestimmt ein und erwähne ihn danach bestimmt: Jag ser ett hus. Huset är vitt. So trainierst du Form und Bedeutung zugleich.
  3. Markiere beim Lesen die Endungen. Unterstreiche in einem kurzen schwedischen Text -en, -n, -et, -t, -na, -a und -en. Prüfe danach jeweils die Grund- und Pluralform; nicht jede gleiche Buchstabenfolge hat dieselbe Funktion.

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