Das Wetter auf Rumänisch
Vremea
Dieser Artikel ist Teil des Rumänisch-Grammatikbaums auf Settemila Lingue.
Kurz gesagt
Für einfache Wetterangaben braucht das Rumänische kein Wort wie das deutsche es: E frig bedeutet „Es ist kalt“, plouă „Es regnet“ und ninge „Es schneit“. Zustände bildet man oft mit e plus Wetterwort; Vorgänge wie Regen und Schnee stehen als Verb in der dritten Person Singular.
Überblick
Über das Wetter spricht man schon auf Niveau A1: beim Planen eines Ausflugs, im Gespräch mit Nachbarn oder beim Lesen einer Wetter-App. Die wichtigsten rumänischen Sätze sind erfreulich kurz. E cald heißt „Es ist warm“, e soare heißt „Es ist sonnig“, und ein einziges Verb kann bereits einen ganzen Satz bilden: Plouă. – „Es regnet.“
Der entscheidende Unterschied zum Deutschen liegt beim Subjekt (der Person oder Sache, um die es im Satz geht). Das deutsche es in „Es regnet“ bezeichnet niemanden; es füllt nur die Subjektstelle. Im Rumänischen lässt man dieses leere es weg. Solche Sätze heißen unpersönlich: Das Wetter geschieht, ohne dass eine handelnde Person genannt wird.
Zwei Grundmuster decken fast alle einfachen Situationen ab. Für einen Zustand verwendet man e/este („ist“) mit einem Wort wie frig, cald oder soare. Für einen Vorgang verwendet man ein Wetterverb wie plouă („es regnet“) oder ninge („es schneit“). Wer diese beiden Muster sicher auseinanderhält, kann bereits natürliche kurze Wettergespräche führen.
So funktioniert es
Muster 1: e/este plus Wetterangabe
E ist die alltägliche Kurzform von este, der dritten Person Singular von a fi („sein“). Beide Formen sind korrekt:
| Rumänisches Muster | Bedeutung | Typischer Gebrauch |
|---|---|---|
| E frig. | Es ist kalt. | neutral und sehr häufig |
| Este frig. | Es ist kalt. | etwas voller, oft in sorgfältiger Sprache |
| E cald. | Es ist warm. | Temperatur |
| E soare. | Es ist sonnig. / Die Sonne scheint. | sonniges Wetter |
| E vânt. | Es ist windig. | Wind |
| E ceață. | Es ist neblig. | Nebel |
Frig und cald werden in diesen festen unpersönlichen Wendungen nicht an eine Person oder Sache angepasst. Man lernt sie am besten als ganze Bausteine: e frig, e cald. Auch soare, vânt und ceață stehen ohne Artikel. Daher heißt es e soare, nicht etwa mit einer Entsprechung von „ein“ oder „der“.
Mit einem Gradwort lässt sich die Aussage genauer abstufen:
- E foarte cald. – Es ist sehr warm.
- E destul de frig. – Es ist ziemlich kalt.
- E cam răcoare. – Es ist etwas kühl.
- Nu e prea cald. – Es ist nicht besonders warm.
Cam bedeutet hier „etwas/ziemlich“ und klingt im Alltag oft natürlicher als eine ganz genaue Bewertung. Răcoare bezeichnet angenehme oder spürbare Kühle; frig ist deutlicher kalt.
Muster 2: ein Wetterverb ohne ausgesprochenes Subjekt
Bei Regen, Schnee und Gewitter verwendet das Rumänische meist ein Verb. Ein Verb ist ein Tätigkeits- oder Vorgangswort; seine Grundform wird mit a angegeben.
| Grundform | Form im Wettersatz | Deutsche Bedeutung |
|---|---|---|
| a ploua | plouă | es regnet |
| a ninge | ninge | es schneit |
| a tuna | tună | es donnert |
| a fulgera | fulgeră | es blitzt |
Diese Formen stehen in der dritten Person Singular, obwohl kein sichtbares Subjekt vorhanden ist. Plouă ist also ein vollständiger Satz. Ein rumänisches Pronomen wie el („er“) oder ea („sie“) darf nicht als Ersatz für das deutsche Wetter-es eingefügt werden.
Die Verneinung ist einfach: nu steht unmittelbar vor dem Verb.
- Nu plouă. – Es regnet nicht.
- Nu ninge acum. – Jetzt schneit es nicht.
- Nu e frig afară. – Draußen ist es nicht kalt.
Ort und Zeit ergänzen
Zeitangaben können am Anfang oder am Ende stehen. Die Anfangsstellung hebt den Zeitpunkt hervor:
- Astăzi plouă. – Heute regnet es.
- Plouă acum. – Es regnet jetzt.
- Mâine e soare. – Morgen ist es sonnig.
- Noaptea e frig. – Nachts ist es kalt.
Für die Jahreszeiten begegnet man häufig den bestimmten Formen primăvara, vara, toamna und iarna. In solchen Sätzen bedeuten sie „im Frühling“, „im Sommer“, „im Herbst“ und „im Winter“:
- Vara e cald. – Im Sommer ist es warm.
- Iarna ninge mult. – Im Winter schneit es viel.
Ortsangaben folgen denselben Wettermustern. Afară bedeutet „draußen“. Bei Städten steht gewöhnlich la, bei Ländern în:
- Afară e frig. – Draußen ist es kalt.
- La Brașov ninge. – In Brașov schneit es.
- În România, iarna e frig. – In Rumänien ist es im Winter kalt.
- La munte e ceață. – In den Bergen ist es neblig.
Nach dem Wetter und der Temperatur fragen
Die übliche allgemeine Frage lautet Cum e vremea? – wörtlich „Wie ist das Wetter?“. Vremea ist hier ein Nomen (ein Wort für eine Person, Sache oder einen Begriff) und bedeutet „das Wetter“.
Auf eine Entscheidungsfrage reicht die normale Satzmelodie; die Wortfolge muss nicht verändert werden:
- Plouă? – Regnet es?
- E frig afară? – Ist es draußen kalt?
- Ninge la munte? – Schneit es in den Bergen?
Nach der Temperatur fragt man Câte grade sunt? – „Wie viel Grad sind es?“. Die Antwort steht mit sunt („sind“), nicht mit e:
- Sunt douăzeci de grade. – Es sind zwanzig Grad.
- Sunt minus cinci grade. – Es sind minus fünf Grad.
Für den Einstieg genügt es, e cald/e frig und sunt … grade als zwei getrennte Muster zu speichern.
Beispiele im Zusammenhang
| Rumänisch | Deutsch | Hinweis |
|---|---|---|
| Afară e frig. | Draußen ist es kalt. | Zustand mit e |
| Astăzi plouă. | Heute regnet es. | Zeitangabe am Anfang |
| E soare și e cald. | Es ist sonnig und warm. | zwei Zustände mit și („und“) |
| Iarna ninge mult. | Im Winter schneit es viel. | Jahreszeit als Zeitangabe |
| Dimineața e ceață. | Morgens ist es neblig. | typischer Zeitpunkt |
| La mare e vânt. | Am Meer ist es windig. | Ortsangabe mit la |
| Acum plouă tare. | Jetzt regnet es stark. | tare beschreibt die Stärke |
| Nu ninge în București. | In Bukarest schneit es nicht. | Verneinung mit nu |
| Cum e vremea la Cluj? | Wie ist das Wetter in Cluj? | allgemeine Wetterfrage |
| E cald afară? | Ist es draußen warm? | Frage nur durch Satzmelodie |
| Sunt douăzeci și două de grade. | Es sind zweiundzwanzig Grad. | Temperatur mit sunt |
| Toamna plouă des. | Im Herbst regnet es oft. | des bedeutet „oft“ |
| Tună și fulgeră. | Es donnert und blitzt. | zwei unpersönliche Verben |
| După ploaie e răcoare. | Nach dem Regen ist es kühl. | răcoare für Kühle |
Ein kurzes Alltagsgespräch kann deshalb sehr knapp sein:
- Cum e vremea? – Wie ist das Wetter?
- E cam frig și plouă. – Es ist etwas kalt und es regnet.
- Atunci iau umbrela. – Dann nehme ich den Regenschirm.
Häufige Fehler
Ein deutsches Wetter-„es“ einsetzen
- Falsch: El plouă.
- Richtig: Plouă.
- Warum: Das deutsche es hat in diesem Satz keine wirkliche Bedeutung. Rumänisch setzt dafür weder el noch ea ein; das Wetterverb steht allein.
e vor jedes Wetterverb stellen
- Falsch: E plouă astăzi.
- Richtig: Plouă astăzi.
- Warum: Plouă ist bereits ein gebeugtes Verb und bildet allein das Prädikat (die Satzaussage). E braucht man in e frig oder e soare, nicht vor plouă und ninge.
Deutsches „haben“ bei Temperaturen nachbilden
- Falsch: Are douăzeci de grade.
- Richtig: Sunt douăzeci de grade.
- Warum: Für eine Temperaturangabe verwendet das Rumänische sunt („sind“). Are bedeutet „er/sie hat“ und benötigt normalerweise einen Besitzer als Subjekt.
vremea und die unpersönliche Form vermischen
- Falsch: Vremea e frumos.
- Richtig: Vremea e frumoasă. oder E frumos afară.
- Warum: Wenn vremea ausdrücklich das Subjekt ist, richtet sich das Adjektiv (Eigenschaftswort) danach: vremea ist feminin, daher frumoasă. Im unpersönlichen Satz steht dagegen frumos.
Die Verneinung an die falsche Stelle setzen
- Falsch: Plouă nu.
- Richtig: Nu plouă.
- Warum: Rumänisches nu steht normalerweise direkt vor dem gebeugten Verb: nu plouă, nu ninge, nu e.
Jahreszeiten immer mit einer Präposition übersetzen
- Unnatürlich im Grundmuster: În iarna ninge mult.
- Richtig: Iarna ninge mult.
- Warum: Die bestimmten Formen iarna, vara, toamna und primăvara können selbst „im Winter/Sommer/Herbst/Frühling“ bedeuten. Für einen bestimmten Winter sind andere Konstruktionen möglich, aber für allgemeine Gewohnheiten steht keine Präposition.
Hinweise zum Gebrauch
E und este bedeuten dasselbe. Im lockeren Gespräch ist e besonders häufig: E frig? In Nachrichten, Vorhersagen oder bewusst sorgfältiger Rede kann este öfter erscheinen, doch e ist weder falsch noch nachlässig. Beim Schreiben setzt man die normalen rumänischen Zeichen: plouă, ceață, răcoare. Die Zeichen sind bedeutender Bestandteil der Schreibweise und sollten nicht weggelassen werden.
Das Deutsche verwendet gern ein Adjektiv: „Es ist windig/neblig/sonnig.“ Rumänisch greift in den einfachen Wendungen oft auf ein Nomen zurück: vânt heißt „Wind“, ceață „Nebel“, soare „Sonne“. Deshalb lohnt es sich, nicht Wort für Wort zu übersetzen, sondern die vollständigen Verbindungen e vânt, e ceață und e soare zu lernen.
Timp kann je nach Zusammenhang „Zeit“ oder „Wetter“ bedeuten, etwa in timp frumos („schönes Wetter“). Für die klare Anfängerfrage ist Cum e vremea? jedoch die sicherste Wahl. Vreme beziehungsweise die bestimmte Form vremea ist das zentrale Wort dieses Themas.
Bei Niederschlag unterscheiden mult, tare und des verschiedene Ideen: plouă mult heißt, dass es viel oder lange regnet, plouă tare beschreibt starken Regen, und plouă des bedeutet, dass es häufig regnet. Im Alltag werden die Grenzen nicht immer streng gezogen, doch diese Zuordnung hilft beim präzisen Ausdruck.
Über die Grundlagen hinaus
Die folgenden Formen muss man auf A1 noch nicht aktiv beherrschen. Sie zeigen aber, wie die einfachen Wettersätze später erweitert werden.
Wenn vremea ausdrücklich genannt wird, muss ein dazugehöriges Adjektiv in Geschlecht und Zahl passen. Diese Anpassung heißt Kongruenz (Wörter erhalten zueinander passende Formen):
- Vremea este frumoasă. – Das Wetter ist schön.
- Vremea este rece și umedă. – Das Wetter ist kalt und feucht.
- Cerul este înnorat. – Der Himmel ist bewölkt.
Man erkennt hier den wichtigen Gegensatz E frumos afară gegenüber Vremea e frumoasă. Ohne genanntes Subjekt verwendet die unpersönliche Aussage frumos; mit dem femininen Nomen vremea steht frumoasă.
Für Zukünftiges ist in Gesprächen die Konstruktion o să plus Verb sehr gebräuchlich. Sie entspricht ungefähr „wird“:
- Mâine o să plouă. – Morgen wird es regnen.
- La munte o să ningă. – In den Bergen wird es schneien.
Nach o să erscheint ningă statt ninge. Diese Form gehört zum Konjunktiv (einer Verbform, die unter anderem nach bestimmten Ausdrücken verlangt wird). Vorerst genügt es, die ganze Verbindung o să ningă wiederzuerkennen. In formelleren Vorhersagen findet man auch va ploua und va ninge.
Wetterberichte verdichten Informationen stärker als Gespräche. Formulierungen wie cer variabil („wechselnd bewölkter Himmel“), averse („Schauer“) oder posibilitate de ploaie („Regenwahrscheinlichkeit“) sind nützlich, gehören aber zum Wortschatz einer späteren Lernstufe. Das grammatische Fundament bleibt dasselbe: unpersönliche Verben und Sätze mit a fi.
Übungstipps
- Lerne ganze Zweiergruppen. Schreibe auf eine Seite e frig, e cald, e soare, plouă, ninge und ordne sie in „mit e“ und „ohne e“. So vermeidest du Formen wie e plouă.
- Gib sieben Tage lang einen Mini-Wetterbericht. Sage morgens drei Sätze, zum Beispiel: Astăzi e frig. E vânt. Nu plouă. Wechsle dabei Zeitangaben und Verneinungen.
- Vergleiche echte Vorhersagen. Suche in einer rumänischen Wetter-App nach grade, ploaie, ninsoare und vânt. Formuliere die Angaben anschließend als einfache Sätze: Sunt zece grade. Plouă.
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