Used to und would im Englischen
Used to
Dieser Artikel ist Teil des Englisch-Grammatikbaums auf Settemila Lingue.
Kurz gesagt
Used to + Grundform beschreibt frühere Gewohnheiten oder Zustände, die heute nicht mehr gelten: I used to live in Paris. Would + Grundform eignet sich nur für wiederholte vergangene Handlungen: Every summer, we would visit Paris. Be used to + Substantiv oder -ing-Form bedeutet dagegen „an etwas gewöhnt sein“.
Überblick
Mit used to und would kann man über Dinge sprechen, die in der Vergangenheit regelmäßig geschahen. Used to erfasst außerdem frühere Zustände, etwa einen Wohnort, eine Vorliebe oder einen Besitz. Damit lässt sich ein Kontrast zwischen früher und heute besonders knapp ausdrücken. Das Thema gehört ungefähr zum Niveau B1 und baut auf dem Past Simple auf.
Für Deutschsprachige entstehen leicht Verwechslungen, weil deutsches früher je nach Zusammenhang mit used to, would oder einfach dem Past Simple wiedergegeben werden kann. Außerdem ist englisches would hier nicht mit deutschem würde im Konditional gleichzusetzen. In When we were children, we would play outside for hours bedeutet would nicht „wir würden spielen“, sondern „wir spielten immer/stundenlang draußen“.
Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen used to do und be used to doing. Das erste spricht über eine frühere Realität; das zweite bezeichnet Vertrautheit oder Gewöhnung und kann in jeder Zeit stehen. Der kleine Unterschied bei be und der -ing-Form verändert also die Bedeutung vollständig.
So funktioniert es
Used to: frühere Gewohnheiten und Zustände
Das Grundmuster lautet:
| Satzart | Struktur | Beispiel |
|---|---|---|
| Aussage | Subjekt + used to + Grundform | I used to cycle to work. |
| Verneinung | Subjekt + didn't use to + Grundform | I didn't use to cycle to work. |
| Frage | Did + Subjekt + use to + Grundform? | Did you use to cycle to work? |
Die Grundform ist die unveränderte Form des Verbs, zum Beispiel live, go oder be. Nach used to steht weder eine Vergangenheitsform noch -ing:
- She used to work nights.
- There used to be a cinema here.
- We used to have a small car.
Used to kann zwei Arten vergangener Situationen beschreiben:
- wiederholte Handlungen: We used to meet every Friday.
- länger andauernde Zustände: He used to know everyone in the village.
Ein Zustandsverb bezeichnet eher einen Zustand als eine bewusste Handlung, zum Beispiel be, know, believe, like, own oder have im Sinn von „besitzen“. Gerade bei solchen Verben ist used to oft die passende Wahl.
Meist legt used to nahe, dass die Situation heute nicht mehr besteht. Dieser Gegensatz ist stark, aber nicht immer logisch zwingend. Falls es wichtig ist, kann man ihn ausdrücklich ergänzen:
- I used to work from home, and I still do.
- I used to work from home, but now I go to the office.
Nach dem Hilfsverb did steht use to ohne -d, weil did bereits die Vergangenheit markiert. In der Aussprache ist der Unterschied kaum zu hören: used to wird gewöhnlich ungefähr wie „juus-tə“ gesprochen. Beim Schreiben muss man dennoch auf die Form achten.
Would: wiederholte Handlungen in einer erzählten Vergangenheit
Für wiederkehrende Handlungen kann would + Grundform ähnlich wie used to funktionieren:
- On winter evenings, my grandfather would tell us stories.
- Whenever the bus was late, we would walk home.
Damit would diese Bedeutung klar erhält, braucht der Text normalerweise zuerst einen vergangenen Zeitrahmen, etwa when I was a child, back then oder every summer. Danach kann would eine Folge typischer Handlungen lebendig erzählen:
When we stayed with my aunt, we would get up early, feed the chickens and then walk to the river.
Für Zustände ist dieses gewohnheitsmäßige would normalerweise nicht möglich:
- I used to live near the station. — richtig
- I would live near the station. — nicht als bloßer früherer Zustand
- She used to like jazz. — richtig
- She would like jazz. — hat eine andere Bedeutung und beschreibt hier keine frühere Vorliebe
Auch ein einmaliges Ereignis lässt sich nicht allein durch gewohnheitsmäßiges would ausdrücken. Für Last Tuesday, I missed the train braucht man das Past Simple, denn es geht um ein einzelnes abgeschlossenes Ereignis.
Used to, would und Past Simple im Vergleich
| Form | Frühere Gewohnheit | Früherer Zustand | Einzelnes Ereignis | Typische Wirkung |
|---|---|---|---|---|
| used to + Grundform | ja | ja | nein | betont „früher, heute anders“ |
| would + Grundform | ja | nein | nein | erzählt typische wiederholte Abläufe |
| Past Simple | ja, mit passendem Kontext | ja | ja | neutrale Vergangenheitsform |
Alle drei Formen können also in einem Text nebeneinander vorkommen:
We used to own a cottage by the sea. Every Friday, we drove there after work. On Saturday mornings, my father would make pancakes. We sold the cottage in 2018.
Used to own beschreibt einen früheren Zustand, drove eine regelmäßige Handlung im Past Simple, would make eine typische Szene und sold ein einzelnes Ereignis.
Be used to: an etwas gewöhnt sein
Bei be used to ist to eine Präposition, also ein Verhältniswort wie in to the noise. Deshalb folgt danach ein Substantiv (ein Wort für eine Person, Sache oder Idee), ein Pronomen oder die -ing-Form eines Verbs:
| Struktur | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| be used to + Substantiv | an etwas gewöhnt sein | I'm used to the noise. |
| be used to + Pronomen | daran/an ihn usw. gewöhnt sein | You'll soon be used to it. |
| be used to + -ing-Form | daran gewöhnt sein, etwas zu tun | She's used to working alone. |
Das Verb be richtet sich nach Person und Zeit: I am used to, he is used to, we were used to, you will be used to. Diese Konstruktion sagt nicht, dass etwas nur früher geschah. Sie beschreibt, wie vertraut oder normal etwas für jemanden ist.
Nahe verwandt ist get used to: Es bezeichnet den Prozess des Sichgewöhnens.
- I'm used to the cold. — Die Kälte ist für mich bereits normal.
- I'm getting used to the cold. — Ich gewöhne mich gerade an die Kälte.
- It took me months to get used to the cold. — Der Gewöhnungsprozess dauerte Monate.
Beispiele im Zusammenhang
| Englisch | Deutsch | Hinweis |
|---|---|---|
| I used to live in Paris. | Ich habe früher in Paris gelebt. | früherer Zustand; heute vermutlich nicht mehr wahr |
| She didn't use to like coffee. | Früher mochte sie keinen Kaffee. | Verneinung mit didn't use to |
| Did you use to wear glasses? | Hast du früher eine Brille getragen? | Frageform mit Did … use to? |
| There used to be a bakery on this corner. | An dieser Ecke war früher eine Bäckerei. | frühere Existenz mit there used to be |
| My parents used to have a blue van. | Meine Eltern hatten früher einen blauen Lieferwagen. | Zustand/Besitz; would passt nicht |
| We would go there every summer. | Wir fuhren jeden Sommer dorthin. | wiederholte Handlung in klarem Zeitrahmen |
| Whenever it rained, we would play cards in the kitchen. | Immer wenn es regnete, spielten wir in der Küche Karten. | typische Reaktion in der Vergangenheit |
| After dinner, Dad would make tea and read the newspaper. | Nach dem Abendessen kochte Papa immer Tee und las Zeitung. | Abfolge wiederkehrender Handlungen |
| I worked at the café for one summer. | Ich arbeitete einen Sommer lang in dem Café. | begrenzte vergangene Phase; neutrales Past Simple |
| I'm used to working late. | Ich bin es gewohnt, spät zu arbeiten. | Vertrautheit; to + -ing-Form |
| He wasn't used to such direct questions. | Er war solche direkten Fragen nicht gewohnt. | be used to in der Vergangenheit |
| Are you used to driving on the left? | Bist du daran gewöhnt, links zu fahren? | Frage nach Vertrautheit |
| We're slowly getting used to our new schedule. | Wir gewöhnen uns langsam an unseren neuen Zeitplan. | laufender Gewöhnungsprozess |
| You'll get used to speaking English at work. | Du wirst dich daran gewöhnen, bei der Arbeit Englisch zu sprechen. | zukünftiger Gewöhnungsprozess |
Häufige Fehler
1. Nach did noch used schreiben
- Falsch: She didn't used to like coffee.
- Richtig: She didn't use to like coffee.
- Warum: Did beziehungsweise didn't trägt bereits die Vergangenheitsmarkierung. Das folgende Verb steht deshalb in der Grundform use.
2. Would für einen Zustand verwenden
- Falsch: When I was younger, I would know all my neighbours.
- Richtig: When I was younger, I used to know all my neighbours.
- Warum: Know beschreibt hier einen Zustand. Gewohnheitsmäßiges would ist für wiederholte Handlungen gedacht, nicht für Zustände.
3. Be used to mit der Grundform fortsetzen
- Falsch: I'm used to work late.
- Richtig: I'm used to working late.
- Warum: In be used to ist to eine Präposition. Nach einer Präposition folgt bei einem Verb die -ing-Form.
4. Used to und be used to verwechseln
- Falsch: I used to working from home.
- Richtig: I used to work from home. — Ich arbeitete früher von zu Hause aus.
- Ebenfalls richtig: I'm used to working from home. — Ich bin es gewohnt, von zu Hause aus zu arbeiten.
- Warum: Ohne be folgt auf used to die Grundform und es geht um die Vergangenheit. Mit be folgt ein Substantiv oder eine -ing-Form und es geht um Gewöhnung.
5. Would ohne vergangenen Rahmen beginnen
- Missverständlich: I would visit my aunt.
- Klar: When I lived in Bristol, I would visit my aunt every Sunday.
- Warum: Ohne vergangenen Kontext kann would wie ein Konditional („würde besuchen“) wirken. Ein Zeitrahmen macht die Bedeutung als frühere Gewohnheit deutlich.
6. Used to für ein einmaliges Ereignis nehmen
- Falsch: I used to lose my keys yesterday.
- Richtig: I lost my keys yesterday.
- Warum: Yesterday bezeichnet hier ein einzelnes abgeschlossenes Ereignis. Dafür verwendet man das Past Simple.
Hinweise zum Gebrauch
Im gesprochenen Englisch ist used to sehr häufig. Weil die Aussprache von used to und use to nach did fast gleich klingt, ist die Schreibweise eine typische Fehlerquelle — auch dort, wo die gesprochene Form bereits sicher sitzt.
Would wirkt besonders natürlich in Erinnerungen und Erzählungen. Zuerst setzt man die Szene mit used to oder dem Past Simple; anschließend schildert would wiederkehrende Einzelheiten. Wer nur eine knappe Information über eine frühere Gewohnheit geben möchte, ist mit used to meist auf der sicheren Seite.
Die Frage Did you use to …? ist neutral und üblich. Formen wie Used you to …? oder usedn't to kommen vor allem in bestimmten britischen Varietäten vor, wirken jedoch regional, altmodisch oder sehr formell. Für internationales Standardenglisch empfiehlt sich Did … use to? und didn't use to.
Im Deutschen muss nicht jede dieser Formen ausdrücklich mit früher oder immer übersetzt werden. Umgekehrt hat deutsches früher keine einzige feste englische Entsprechung. Entscheidend ist die Bedeutung: Zustand oder Gewohnheit mit heutigem Kontrast → used to; wiederholte Handlung in einer Erzählung → would; neutrale oder einmalige Vergangenheit → Past Simple.
Über die Grundlagen hinaus
Die Gegenwartsform fehlt
Für eine heutige Gewohnheit gibt es kein entsprechendes use to:
- Falsch: I use to take the train every day.
- Richtig: I usually take the train every day.
Im Präsens verwendet man das Present Simple und oft ein Häufigkeitsadverb wie usually, often oder normally. Be used to ist dagegen auch im Präsens korrekt, weil es „gewöhnt sein“ bedeutet: I am used to taking the train.
Nicht jedes would bezeichnet eine frühere Gewohnheit
Would hat mehrere andere Funktionen. Die genaue Bedeutung ergibt sich aus dem Kontext:
- I would help if I had time. — Konditional: Ich würde helfen, wenn ich Zeit hätte.
- She said she would call. — Zukunft aus vergangener Sicht: Sie sagte, sie werde anrufen.
- Would you open the window? — höfliche Bitte
- The car wouldn't start. — Weigerung beziehungsweise hartnäckiges Nichtfunktionieren
Beim Lesen sollte man daher prüfen: Gibt es einen vergangenen Zeitrahmen und eine Wiederholung? Nur dann liegt wahrscheinlich das hier behandelte gewohnheitsmäßige would vor.
Wiederholte Weigerung mit wouldn't
In Erzählungen kann wouldn't ein wiederholtes Verhalten ausdrücken, oft mit dem Beiklang „wollte einfach nicht“:
- As a child, he wouldn't eat vegetables.
- No matter how often I asked, she wouldn't explain.
Das ist mehr als eine neutrale verneinte Gewohnheit. He didn't use to eat vegetables sagt lediglich, dass Gemüseessen früher nicht zu seiner Gewohnheit gehörte; he wouldn't eat vegetables lässt Widerstand oder Weigerung erkennen.
Passiv und unpersönliche Muster
Used to kann auch vor einer passiven Konstruktion stehen. Passiv bedeutet, dass die betroffene Sache im Mittelpunkt steht, nicht die handelnde Person:
- Tickets used to be sold at the station.
- This room used to be used for storage.
Der zweite Satz ist trotz der Wiederholung korrekt: Das erste used to markiert die frühere Situation, be used ist das Passiv von use. Sehr häufig ist außerdem there used to be für Dinge oder Orte, die nicht mehr existieren: There used to be two cinemas in town.
Tipps zum Üben
- Drei Spalten anlegen: Notiere einen früheren Zustand, eine frühere Gewohnheit und eine heutige Gewöhnung, zum Beispiel I used to be shy, I used to walk to school und I'm used to speaking in meetings. So wird der Formunterschied sichtbar.
- Eine Erinnerung zweimal erzählen: Beginne mit einem Satz in used to, der die Situation setzt. Ergänze dann drei typische Handlungen mit would: We used to spend August with my grandparents. Every morning, we would …
- Beim Hören auf den Kontext achten: Die reduzierte Aussprache verrät die Schreibweise oft nicht. Entscheide anhand der Satzstruktur: Steht did davor, heißt es schriftlich use to; steht eine Form von be davor, folgt meist ein Substantiv oder eine -ing-Form.
Verwandte Themen
- Voraussetzung: Past Simple – regelmäßige Verben — liefert die grundlegende Vergangenheitsform für abgeschlossene und wiederholte Handlungen.
Voraussetzung
Regelmäßige Verben im englischen Simple PastA2Mehr B1-Konzepte
Übe Used to auf Englisch mit einem kostenlosen Settemila-Lingue-Konto. Wir richten Englisch · B1 ein und erstellen Karten genau zu diesem Grammatikkonzept.
Dieses Konzept üben