Archaisches und juristisches Englisch
Archaic/Legal English
Dieser Artikel ist Teil des Englisch-Grammatikbaums auf Settemila Lingue.
Kurz gesagt
Formen wie hereby, thereof, wherein, henceforth und notwithstanding verdichten Bezüge, Bedingungen und Rechtsfolgen; thou, thee, hath oder be it known signalisieren dagegen meist ältere, feierliche oder bewusst altertümliche Sprache. Auf C2-Niveau geht es vor allem darum, solche Formen im Zusammenhang richtig aufzulösen. Für die eigene Alltagssprache sind sie fast nie geeignet, und auch in modernen Verträgen ist eine klare Umschreibung häufig besser.
Überblick
Archaisches Englisch und juristisches Englisch überschneiden sich, sind aber nicht dasselbe. Archaisch heißt: Eine Form war früher gebräuchlich, wirkt heute jedoch historisch, poetisch, religiös oder scherzhaft. Juristisch heißt: Eine Form gehört zur Sprache von Verträgen, Gesetzen, Urkunden oder Gerichtsentscheidungen. Ein juristischer Ausdruck kann bis heute fachsprachlich üblich sein, ohne wirklich veraltet zu sein. Notwithstanding ist dafür ein gutes Beispiel.
Typisch für juristische Texte sind zusammengesetzte Verweiswörter wie hereof und thereunder. Sie vermeiden die ständige Wiederholung von this agreement oder that provision, können einen Satz aber schwer lesbar machen. Ältere Texte verwenden außerdem Pronomen wie thou und Verbformen wie hast oder speaketh. Hinzu kommen feste Formeln wie be it known that, deren Satzbau mit dem Subjunktiv zusammenhängt (einer Verbform für Forderungen, Wünsche, Annahmen oder formelhafte Setzungen).
Für deutschsprachige Lernende wirkt manches überraschend vertraut: hereby ähnelt hiermit, therein ähnelt darin, und wherein kann worin entsprechen. Diese Ähnlichkeit ist eine wertvolle Lesehilfe, aber keine Garantie für eine Wort-für-Wort-Übersetzung. Entscheidend ist immer, auf welches Dokument, welche Bestimmung oder welche Handlung sich das Wort bezieht.
So funktioniert es
Verweiswörter mit here-, there- und where-
Diese Wörter verbinden einen Verweis mit einer Präposition (einem Verhältniswort wie by, in oder of). Die Präposition steht dabei am Wortende:
- here- verweist meist auf das vorliegende Dokument, den aktuellen Abschnitt oder die gerade vollzogene Handlung;
- there- verweist meist auf etwas bereits Genanntes;
- where- leitet oft einen Relativsatz ein (einen Nebensatz, der etwas näher bestimmt) und bedeutet dann etwa in which, by which oder of which.
| Form | Typische Auflösung | Häufige deutsche Wiedergabe |
|---|---|---|
| hereby | by this act or statement | hiermit; dadurch |
| herein | in this document / in this place | hierin; in diesem Dokument |
| hereof | of this | hiervon; dieses Dokuments |
| hereto | to this agreement / document | hierzu; zu diesem Vertrag |
| hereunder | under this agreement / provision | aufgrund oder nach diesem Vertrag |
| therein | in that document / matter | darin |
| thereof | of that | davon; dessen |
| thereto | to that | dazu; zu diesem/dem Genannten |
| thereunder | under that provision or agreement | danach; aufgrund jener Bestimmung |
| whereby | by which | wodurch; mittels dessen |
| wherein | in which | worin; in dem/der |
| whereof | of which | wovon; dessen/deren |
Die Übersetzung richtet sich nicht nur nach dem Wort, sondern nach seinem Bezugswort (dem Ausdruck, auf den es zurückverweist). In the agreement and the schedules hereto bedeutet hereto „zu diesem Vertrag gehörend“. In the rights granted hereunder ist meist „die nach diesem Vertrag gewährten Rechte“ gemeint. Das deutsche Muster mit da-, hier- und wo- hilft beim Erkennen; im fertigen deutschen Satz ist jedoch oft eine ausgeschriebene Formulierung natürlicher und eindeutiger.
Hereby bezeichnet häufig eine Handlung, die gerade durch das Aussprechen oder Unterzeichnen vollzogen wird: I hereby resign kündigt den Rücktritt nicht nur an, sondern erklärt ihn. In neutraler Wortstellung steht das Adverb (Umstandswort) meist nach dem Subjekt, also dem handelnden Satzteil: I hereby declare ... Die vorangestellte Form Hereby I declare ... ist möglich, wirkt aber besonders feierlich und markiert.
Zeit, Vorrang und Reichweite
Henceforth bedeutet „von jetzt an“ oder „fortan“. Das verwandte hence kann „daher“ bedeuten, in älterer Sprache aber auch „von hier“ oder „von jetzt an“ in Zeitangaben wie two years hence. Beide Bedeutungen dürfen beim Lesen nicht vermischt werden.
Notwithstanding signalisiert, dass eine Aussage trotz einer anderen Bestimmung gilt. Das Wort kann vor oder nach einer Nominalgruppe stehen (einer Wortgruppe um ein Hauptwort):
- Notwithstanding clause 8, either party may terminate the agreement.
- Clause 8 notwithstanding, either party may terminate the agreement.
Beides bedeutet ungefähr: „Ungeachtet Klausel 8 darf jede Partei den Vertrag kündigen.“ Solche Vorrangformulierungen sind in Verträgen wichtig: Sie sagen, welche Regel trotz einer möglicherweise widersprechenden Regel gelten soll. Wie weit der Vorrang reicht, hängt jedoch vom ganzen Satz und vom Dokument ab. Notwithstanding the above ist daher nicht automatisch eindeutig, wenn mehrere vorherige Aussagen gemeint sein könnten.
Auch the foregoing („das Vorstehende“) und the aforementioned („das zuvor Genannte“) schaffen Rückverweise. Sie klingen amtlich und sollten beim Lesen stets durch die konkrete Passage ersetzt werden, auf die sie zeigen.
Shall, may und Verpflichtungen
In älteren und juristischen Texten hat shall nicht nur Zukunftsbedeutung. Es kann eine Pflicht, eine verbindliche Rechtsfolge oder eine Festlegung ausdrücken:
- The tenant shall pay the rent on the first day of each month.
- This agreement shall terminate on 31 December.
Im ersten Satz liegt eine Pflicht nahe; im zweiten wird eine Rechtsfolge oder ein festgelegter Zeitpunkt beschrieben. May bezeichnet häufig eine Erlaubnis oder Befugnis, kann außerhalb juristischer Fachsprache aber auch bloße Möglichkeit bedeuten. Must drückt in moderner, klarer Vertragssprache oft eindeutiger eine Pflicht aus. Trotzdem darf man beim Auslegen eines vorhandenen Textes shall nicht mechanisch durch must ersetzen: Funktion, Rechtsordnung und Definitionen des Dokuments sind mitzulesen.
Alte Pronomen und ihre Fälle
Ein Kasus oder Fall zeigt hier, welche Aufgabe ein Pronomen im Satz hat: Das Subjekt führt die Handlung aus, das Objekt ist davon betroffen. Das heutige you hat mehrere ältere Formen verdrängt.
| Funktion | Singular, archaisch | Plural, historisch | Heutiges Englisch |
|---|---|---|---|
| Subjekt | thou | ye | you |
| Objekt | thee | you | you |
| besitzanzeigend vor einem Nomen | thy | your | your |
| selbstständig besitzanzeigend | thine | yours | yours |
| rückbezüglich | thyself | yourselves | yourself / yourselves |
Beispiele sind Thou knowest the truth, I give thee my word und The choice is thine. Vor einem Substantiv steht gewöhnlich thy: thy name. In älteren Texten findet sich thine außerdem vor einem Vokallaut, etwa thine eyes.
Thou ist nicht die aktuelle informelle Entsprechung von deutschem du. Historisch war es zwar die Singularform und konnte Nähe ausdrücken; je nach Epoche und Situation konnte es aber auch religiös, herablassend oder konfliktgeladen wirken. Heute begegnet es vor allem in historischen Werken, älteren Bibelübersetzungen, Gebeten, regionalen Varietäten und bewusst altertümlicher Sprache.
Alte Verbformen
Mit thou steht im Präsens häufig eine Endung auf -st oder -est. Einige sehr häufige Verben haben eigene Formen. In der dritten Person Singular erscheinen in älteren Texten Formen auf -th oder -eth, wo heute meist -s steht.
| Grundform | mit thou | mit he/she/it in älteren Texten | heutige Form |
|---|---|---|---|
| be | thou art | he is | you are / he is |
| have | thou hast | she hath | you have / she has |
| do | thou dost | he doth | you do / he does |
| say | thou sayest | she saith | you say / she says |
| speak | thou speakest | he speaketh | you speak / he speaks |
| will | thou wilt | he will | you will / he will |
| shall | thou shalt | she shall | you shall / she shall |
Im Präteritum (der einfachen Vergangenheitsform) stehen unter anderem thou wast, thou hadst und thou didst. In irrealen oder formelhaften Zusammenhängen erscheint auch wert, etwa if thou wert here. Nicht jede alte Form lässt sich sicher durch das bloße Anfügen einer Endung bilden; beim Lesen ist es sinnvoller, die häufigsten Formen als Ganzes zu erkennen.
Formelhafter Subjunktiv und Umstellung
In Be it known that ... steht die Grundform be am Satzanfang, gefolgt vom Subjekt it. Die Formel bedeutet „Es sei bekannt, dass ...“ und leitet traditionell eine feierliche Bekanntmachung ein. Sie beschreibt nicht einfach einen Zustand, sondern setzt etwas ausdrücklich als bekannt voraus.
Ähnliche Umstellungen erscheinen in formeller Sprache:
- Should any dispute arise, the parties shall seek mediation.
- Were the agreement to end, this clause would remain in force.
- Come what may, the obligation remains.
Bei should any dispute arise fehlt if; das Hilfsverb (ein Verb, das eine andere Verbform ergänzt) steht vor dem Subjekt. Were the agreement to end funktioniert ähnlich. Come what may ist eine feste subjunktivische Wendung: „Komme, was wolle.“ Diese Muster gehören nicht ausschließlich zur Rechtssprache, passen aber gut zu ihrem distanzierten und kondensierten Stil.
Beispiele im Kontext
| Englisch | Deutsch | Hinweis |
|---|---|---|
| Hereby I declare that the information is complete. | Hiermit erkläre ich, dass die Angaben vollständig sind. | Vorangestelltes hereby wirkt besonders feierlich. |
| The parties hereby agree to extend the deadline. | Die Parteien vereinbaren hiermit, die Frist zu verlängern. | Die Vereinbarung wird durch den Satz vollzogen. |
| The terms thereof shall be binding. | Die darin enthaltenen Bestimmungen sind bindend. | Thereof verweist auf etwas zuvor Genanntes. |
| The annexes hereto form part of this agreement. | Die diesem Vertrag beigefügten Anlagen sind Bestandteil dieser Vereinbarung. | Hereto bezieht sich auf den aktuellen Vertrag. |
| Payment shall be made in the manner specified herein. | Die Zahlung ist in der hierin festgelegten Weise zu leisten. | Herein meint das vorliegende Dokument. |
| The licensee may exercise the rights granted hereunder. | Der Lizenznehmer darf die nach diesem Vertrag gewährten Rechte ausüben. | Hereunder bedeutet nicht wörtlich „hierunter“. |
| Notwithstanding the above, either party may withdraw. | Ungeachtet des Obigen kann jede Partei zurücktreten. | Die folgende Regel soll trotz des Vorstehenden gelten. |
| The foregoing limitations shall not apply to fraud. | Die vorstehenden Beschränkungen gelten nicht bei Betrug. | Rückverweis auf vorherige Beschränkungen. |
| The new rates shall apply henceforth. | Die neuen Sätze gelten fortan. | Wirkung ab jetzt. |
| This is the procedure whereby claims are assessed. | Dies ist das Verfahren, nach dem Ansprüche geprüft werden. | Whereby bezeichnet das Mittel oder Verfahren. |
| Be it known that the bearer has fulfilled all requirements. | Es sei bekannt, dass der Inhaber alle Anforderungen erfüllt hat. | Traditionelle Urkundenformel. |
| Should any provision be invalid, the remainder shall remain in force. | Sollte eine Bestimmung unwirksam sein, bleibt der übrige Vertrag in Kraft. | Bedingung ohne if. |
| Thou shalt not bear false witness. | Du sollst kein falsches Zeugnis ablegen. | Archaisches Pronomen und shalt. |
| Whosoever breaketh this seal shall answer for it. | Wer auch immer dieses Siegel bricht, soll dafür einstehen. | Bewusst altertümliche Formen whosoever und breaketh. |
Häufige Fehler
Hereby als Füllwort für jedes deutsche „hiermit“ verwenden
- Unpassend: Hereby I send you the photos.
- Natürlich: I’m sending you the photos with this email. / Please find the photos attached.
- Warum: Deutsches „Hiermit sende ich ...“ ist in Korrespondenz normaler als englisches hereby. Hereby passt besonders zu Erklärungen, Zusagen oder Handlungen mit formaler Wirkung, etwa I hereby resign.
Thereof mit „darin“ gleichsetzen
- Fehlerhafte Analyse: the conditions thereof = „die Bedingungen darin“, unabhängig vom Kontext
- Besser: Zuerst den Bezug einsetzen: the conditions of the license; danach idiomatisch übersetzen, etwa „die Bedingungen der Lizenz“.
- Warum: Thereof bedeutet grundsätzlich of that, nicht pauschal „darin“. Die passende deutsche Form hängt vom Bezugswort ab.
Notwithstanding als Verb behandeln
- Falsch: The rule does not withstand the exception. als Ersatz für eine Vorrangklausel
- Richtig: Notwithstanding the exception, the rule applies.
- Warum: Notwithstanding ist in diesem Gebrauch eine Präposition oder ein nachgestellter Ausdruck mit der Bedeutung „ungeachtet“. Das gewöhnliche Verb withstand bedeutet dagegen „standhalten“.
Shall immer mit deutschem Futur übersetzen
- Irreführend: The buyer shall pay within ten days = „Der Käufer wird innerhalb von zehn Tagen zahlen.“
- Treffender: „Der Käufer hat innerhalb von zehn Tagen zu zahlen“ oder „muss ... zahlen“.
- Warum: Im Vertrag markiert shall häufig eine Pflicht. An anderen Stellen kann es aber eine Rechtsfolge oder Festlegung ausdrücken; der Kontext entscheidet.
Thou wie modernes deutsches „du“ benutzen
- Unpassend im heutigen Gespräch: Thou art very kind.
- Natürlich: You are very kind.
- Warum: Thou ist heute stilistisch stark markiert. Wer nur alt klingen möchte, riskiert außerdem falsche Verbformen: Zu thou gehört hier art, nicht are.
Jede formelle Formulierung ungeprüft nachahmen
- Schwerfällig: The report, wherein the results thereof are set forth, is attached hereto.
- Klarer: The attached report sets out the results.
- Warum: Erkennen und Produzieren sind verschiedene Fähigkeiten. Dichte Verweiswörter können in alten Dokumenten nötig zum Verständnis sein, machen einen neuen Text aber nicht automatisch präziser.
Gebrauchshinweise
Archaische Formen tragen eine starke stilistische Färbung. In historischen Romanen, Fantasy, religiösen Zitaten und feierlichen Reden können sie Zeit, Autorität oder Ironie anzeigen. Einzelne Formen leben in festen Wendungen weiter, etwa holier than thou („selbstgerecht“) oder come what may. Dort klingt nicht der ganze Satz historisch; die Wendung wird als Einheit gebraucht.
Juristische Sprache ist nicht überall gleich. Vertragsmuster, Gesetze und Gerichte verschiedener Rechtsordnungen verwenden shall, may und Verweiswörter unterschiedlich. Auch innerhalb eines Dokuments können Begriffe ausdrücklich definiert sein. Sprachliche Hinweise helfen beim Lesen, ersetzen aber keine Prüfung des gesamten Textes und keine juristische Auslegung.
Moderne Empfehlungen für klare Rechtssprache bevorzugen oft konkrete Hauptwörter statt mehrdeutiger Rückverweise: under section 4 ist eindeutiger als thereunder, wenn mehrere Bestimmungen als Bezug infrage kommen. Dennoch bleiben die traditionellen Formen in bestehenden Verträgen und Urkunden häufig. Für Lernende ist deshalb passive Sicherheit wichtiger als möglichst altertümliche Eigenproduktion.
Bei Übersetzungen ins Deutsche sollte nicht die sichtbare Wortstruktur bewahrt werden, sondern die Funktion. Hereunder kann je nach Satz „nach diesem Vertrag“, „aufgrund dieser Bestimmung“ oder „im Folgenden“ bedeuten; nur die ersten beiden entsprechen meistens seiner juristischen Funktion. Eine voreilige Ähnlichkeit mit „hierunter“ führt leicht in die falsche Richtung.
Über die Grundlagen hinaus
Verweisketten systematisch entwirren
In einem langen Satz können mehrere Verweise ineinandergreifen: the obligations arising therefrom and the remedies available hereunder. Eine zuverlässige Lesestrategie besteht aus drei Schritten:
- Bezugswort suchen: Worauf zeigt there- zurück, und was meint here- im Dokument?
- Ausgeschriebene Form einsetzen: etwa arising from the breach und available under this agreement.
- Erst dann übersetzen: „die aus dem Verstoß entstehenden Pflichten und die nach diesem Vertrag verfügbaren Rechtsbehelfe“.
So wird sichtbar, wenn zwei ähnlich aussehende Wörter auf verschiedene Dinge verweisen. Gerade herein kann je nach Gliederung das gesamte Dokument oder nur den aktuellen Abschnitt meinen; der unmittelbare Kontext muss diese Reichweite klären.
Archaisch, feierlich oder noch produktiv?
Nicht jedes ungewöhnliche Wort hat denselben Status. Hath ist klar archaisch; hereby ist in formellen Erklärungen noch produktiv; notwithstanding kommt auch außerhalb des Rechts vor, bleibt aber gehoben. Henceforth wirkt feierlich, ist jedoch verständliches Gegenwartsenglisch. Diese Abstufungen sind wichtiger als die pauschale Kategorie „altmodisch“.
Auch Nachahmungen älterer Sprache sind oft uneinheitlich. Ein moderner Text kann thou einsetzen, aber die dazugehörigen Verbendungen auslassen. Das kann ein Fehler, eine bewusste Vereinfachung oder ein komischer Effekt sein. Bei literarischer Analyse sollte daher zwischen historisch belegter Form und moderner Stilisierung unterschieden werden.
Satzbau als Mittel der Autorität
Formeln wie Be it enacted ..., Be it resolved ... und Be it known ... stellen eine Handlung oder Festlegung an den Anfang. Der Subjunktiv ist besonders an be sichtbar, weil diese Grundform statt is steht. Deutsch verwendet in vergleichbaren Formeln oft den Konjunktiv I, also eine Form wie „sei“. Die Systeme entsprechen einander jedoch nicht vollständig: Englischer Subjunktiv wird bei den meisten Verben nicht an einer besonderen Endung erkannt.
Bedingte Umstellungen wie should a dispute arise sparen if ein und schaffen einen distanzierten Ton. Sie sind auch in formeller Geschäfts- und Wissenschaftssprache möglich. Wer sie selbst verwendet, sollte die Form vollständig beherrschen: Nach should steht die Grundform arise, nicht arises.
Übungstipps
- Verweise ausschreiben: Markiere in einem Vertrag jeden Ausdruck mit here-, there- oder where- und ersetze ihn am Rand durch this agreement, that clause oder das konkrete Bezugswort. Prüfe anschließend, ob der Satz eindeutig bleibt.
- Register sortieren: Lege drei Listen an: „heute juristisch gebräuchlich“ (hereby, notwithstanding), „gehoben, aber gegenwärtig“ (henceforth) und „klar archaisch“ (thou, hath, speaketh). Ergänze jede Form mit einem vollständigen Belegsatz.
- Erkennen vor Produzieren: Übertrage kurze historische oder juristische Sätze zunächst in klares modernes Englisch und erst danach ins Deutsche. Dadurch trainierst du Funktion und Bedeutung, statt nur altertümliche Wörter auswendig zu lernen.
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