A1

Grundlegende Präpositionen im Māori: *ki, i, kei*

Ki, I, Kei

Dieser Artikel ist Teil des Māori-Grammatikbaums auf Settemila Lingue.


concept: mi-a1-ki-i-kei lang: mi ui: de title: Grundlegende Präpositionen im Māori: ki, i, kei description: >- Lerne, wie ki, i, kei, mō und nō im Māori Richtung, Ort, Ziel, Objekt, Zweck und Herkunft ausdrücken – mit Regeln und Beispielen. generation: article: version: native-ui-reference-v3.1 model: openai-codex/gpt-5.6-sol at: 2026-07-22T16:33:29Z reviews: spell-check: status: flagged at: 2026-07-22T16:33:29Z score: 0.0087 score-english: 0.0026 score-coverage: 0.0087 suspects: ["-Niveau", "Aussprachezeichen", "Einzahlformen", "Lagewort", "Lagewörter", "Längestrich", "Māori-Ortsnamen", "Māori-Satz", "Māori-Texten", "Namenwort", "Nomengruppe", "Vergangenheits-I", "Verlaufsform", "Zugehörigkeitsformen", "auseinandernehmen", "bedeutungstragend", "rahme"] criteria: v7 language-mixing: status: clean at: 2026-07-22T16:36:26Z criteria: v2


Kurz gesagt

Ki bezeichnet meist ein Ziel oder eine Richtung, kei einen gegenwärtigen Ort und i einen vergangenen Ort, einen Zeitpunkt oder das Objekt einer Handlung. steht oft für „für“ oder „über“, für Herkunft oder Zugehörigkeit. Anders als im Deutschen hängt die Wahl also nicht nur von einer räumlichen Beziehung ab, sondern auch von Zeit, Satzart und Funktion.

Überblick

Die kleinen Wörter ki, i, kei, mō und gehören zu den häufigsten Beziehungswörtern im Māori. Sie verbinden eine Handlung oder Aussage mit einem Ort, einer Person, einem Gegenstand, einem Zeitpunkt oder einem Zweck. In der deutschen Grammatik würde man viele davon Präpositionen nennen, also Wörter wie „zu“, „in“, „für“ oder „von“. Die Entsprechung ist jedoch nie vollständig: Besonders i übernimmt im Māori mehrere Aufgaben, die im Deutschen ganz unterschiedlich ausgedrückt werden.

Auf A1-Niveau genügt zunächst eine klare Grundordnung: Bewegung zu einem Ziel bekommt ki, ein gegenwärtiger Aufenthaltsort kei, ein vergangener Aufenthaltsort i. Außerdem steht i häufig vor dem direkten Objekt, also vor der Person oder Sache, auf die eine Handlung unmittelbar gerichtet ist. bezeichnet oft den vorgesehenen Empfänger, ein Thema oder einen Zweck; weist auf Herkunft oder Zugehörigkeit hin.

Für deutschsprachige Lernende ist vor allem eine Gewohnheit hinderlich: Im Deutschen kann „in“ sowohl Ort als auch Richtung ausdrücken, nur der Fall ändert sich — „in der Schule“ gegenüber „in die Schule“. Māori verwendet stattdessen verschiedene Wörter: kei te kura für den Ort und ki te kura für das Ziel. Wer diesen Gegensatz von Anfang an als Bedeutungspaar lernt, vermeidet viele Fehler.

So funktioniert es

Die Grundbedeutungen auf einen Blick

Form Kernfunktion Einfache deutsche Entsprechung Beispiel
ki Ziel, Richtung, Adressat zu, nach, an ki te kura – zur Schule
i vergangener Ort oder Zeitpunkt; direktes Objekt in, an, während; Objektkennzeichnung i te kāinga – zu Hause; i te pukapuka – das Buch
kei gegenwärtiger Ort in, an, bei kei te kāinga – zu Hause
vorgesehener Empfänger, Zweck, Thema für, über mōu – für dich
Herkunft, Ausgangspunkt, Zugehörigkeit aus, von nō Rotorua – aus Rotorua

Diese Übersetzungen sind Merkhilfen, keine starren Gleichungen. Entscheidend ist die Aufgabe im Māori-Satz.

Ki: Bewegung zu einem Ziel

Ki steht vor dem Ziel einer Bewegung:

  • haere ki te kura – zur Schule gehen
  • rere ki Aotearoa – nach Aotearoa fliegen
  • hoki ki te kāinga – nach Hause zurückkehren

Vor einem gewöhnlichen Nomen (einem Namenwort wie „Schule“ oder „Haus“) folgt oft ein Artikel: ki te kura, ki te whare. Vor einem Personennamen oder einem Personalpronomen erscheint normalerweise zusätzlich die Personenpartikel a: ki a Hana „zu Hana“, ki a ia „zu ihm/ihr“.

Ki kann auch den Adressaten oder Empfänger einer Handlung markieren. Bei kōrero ki a Mere ist Mere die Person, zu der gesprochen wird. Das ist etwas anderes als das direkte Objekt mit i.

Kei: der Ort im gegenwärtigen Zusammenhang

Mit kei wird gesagt, wo sich jemand oder etwas jetzt befindet:

  • Kei te kura au. – Ich bin in der Schule.
  • Kei Rotorua ia. – Er/Sie ist in Rotorua.
  • Kei hea ngā tamariki? – Wo sind die Kinder?

Die typische Reihenfolge lautet:

kei + Ort + Person oder Sache

Im Deutschen beginnt der Satz meist mit der Person: „Ich bin …“. Im Māori steht die Ortsangabe häufig zuerst. Ein eigenes Verb mit der Bedeutung „sein“ ist in diesem Satzmuster nicht nötig.

Wichtig ist die Form kei te. In Kei te kura au lässt sie sich als kei + Artikel te verstehen: „an/in der Schule“. In Kei te haere au bildet kei te dagegen zusammen die Verlaufsform für eine gerade stattfindende Handlung: „Ich gehe gerade“. Ob danach ein Nomen oder ein Verb steht, zeigt die Funktion.

I: vergangener Ort und Zeitpunkt

Für einen Ort in einem vergangenen Zusammenhang steht häufig i:

  • I te kāinga au inanahi. – Gestern war ich zu Hause.
  • I Kirikiriroa rātou. – Sie waren in Kirikiriroa.

I kann außerdem einen Zeitpunkt oder Zeitraum einführen:

  • i tērā wiki – letzte/in jener Woche
  • i te ata – am Morgen
  • i te Rāhina – am Montag

Dabei kann dasselbe Wort zweimal im Satz vorkommen und jeweils eine andere Aufgabe haben: I haere au i tērā wiki. Das erste, großgeschriebene I steht unmittelbar vor dem Verb und kennzeichnet die Vergangenheit. Das zweite i führt die Zeitangabe ein: „Ich ging letzte Woche.“ Großschreibung allein ist nicht die Regel; die Stellung im Satz entscheidet.

I: Kennzeichnung des direkten Objekts

Nach vielen transitiven Verben — Verben, deren Handlung unmittelbar auf jemanden oder etwas gerichtet ist — steht i vor dem direkten Objekt:

  • Kei te pānui au i te pukapuka. – Ich lese das Buch.
  • I kite ia i te kurī. – Er/Sie sah den Hund.
  • Ka kai rātou i ngā āporo. – Sie werden die Äpfel essen.

Deutsch kennzeichnet diese Rolle oft durch den Akkusativ („der Hund“ wird zu „den Hund“) oder nur durch die Wortstellung. Im Māori bleibt die Nomengruppe unverändert; i zeigt ihre Funktion an. Deshalb darf man i hier nicht mit „in“ übersetzen.

Vor Personen steht wiederum a: I kite au i a Rangi. – „Ich sah Rangi.“ Die Folge i a gehört zusammen: i kennzeichnet das Objekt, a die persönliche Bezeichnung.

: für jemanden, für einen Zweck oder über ein Thema

verbindet etwas mit seinem vorgesehenen Empfänger oder Zweck:

  • He koha mōu. – Ein Geschenk für dich.
  • He kai mō ngā tamariki. – Essen für die Kinder.

Es kann außerdem ein Thema bezeichnen:

  • He kōrero tēnei mō te hui. – Dies ist eine Mitteilung/ein Gespräch über die Versammlung.
  • Kei te ako au mō Aotearoa. – Ich lerne etwas über Aotearoa.

Bei den drei Einzahlpronomen entstehen feste Kurzformen:

Grundform Kurzform Bedeutung
+ au/ahau mōku für mich
+ koe mōu für dich
+ ia mōna für ihn/sie

Diese Formen sollte man als Ganzes lernen. Man sagt also He koha mōu, nicht He koha mō koe.

: Herkunft und Zugehörigkeit

beantwortet oft die Frage, woher jemand kommt:

  • Nō hea koe? – Woher kommst du?
  • Nō Ōtautahi au. – Ich komme aus Ōtautahi.

Es kann auch Zugehörigkeit ausdrücken. Dabei steht die besitzende Person zuerst:

  • Nōku tēnei pukapuka. – Dieses Buch gehört mir.
  • Nō Mere te whare. – Das Haus gehört Mere.

Auch hier gibt es feste Einzahlformen:

Grundform Kurzform Bedeutung
+ au/ahau nōku von mir; mir gehörend
+ koe nōu von dir; dir gehörend
+ ia nōna von ihm/ihr; ihm/ihr gehörend

Der Längestrich ist bedeutungstragend. und werden mit langem ō geschrieben. Er ist kein optionales Aussprachezeichen.

Beispiele im Zusammenhang

Māori Deutsch Hinweis
Kei te haere au ki te kura. Ich gehe gerade zur Schule. ki markiert das Ziel.
Ka hoki mātou ki te kāinga. Wir werden nach Hause zurückkehren. Richtung zu einem Ort
Tukuna te reta ki a Hana. Schick den Brief an Hana. ki a vor einem Personennamen
Kei Ākarana ia. Er/Sie ist in Ākarana. gegenwärtiger Ort
Kei te tēpu ngā kī. Die Schlüssel liegen auf dem Tisch. Ort ohne eigenes Verb „sein“
I te kāinga au inanahi. Gestern war ich zu Hause. Ort in der Vergangenheit
I haere au i tērā wiki. Ich ging letzte Woche. erstes I: Vergangenheit; zweites i: Zeit
Kei te pānui au i te pukapuka. Ich lese gerade das Buch. i kennzeichnet das direkte Objekt.
I kite au i a Rangi. Ich sah Rangi. i a vor einer Person als Objekt
Ka kai ngā tamariki i ngā āporo. Die Kinder werden die Äpfel essen. Objekt nach einem transitiven Verb
He koha mōu. Das ist ein Geschenk für dich. vorgesehener Empfänger
Kei te kōrero rātou mō te hui. Sie sprechen über die Versammlung. führt das Thema ein.
Nō hea koe? Woher kommst du? Frage nach der Herkunft
Nō Te Whanganui-a-Tara ia. Er/Sie kommt aus Te Whanganui-a-Tara. Herkunftsort
Nōku tēnei pukapuka. Dieses Buch gehört mir. Zugehörigkeit mit nōku

Häufige Fehler

Ki und kei wie deutsches „in“ behandeln

  • Falsch: Kei te haere au kei te kura.
  • Richtig: Kei te haere au ki te kura.
  • Warum: Die Schule ist hier das Ziel einer Bewegung, daher steht ki. Kei te kura au bezeichnet dagegen den gegenwärtigen Aufenthaltsort.

I vor einem direkten Objekt weglassen

  • Falsch: Kei te pānui au te pukapuka.
  • Richtig: Kei te pānui au i te pukapuka.
  • Warum: Te pukapuka ist die Sache, auf die sich das Lesen richtet. Nach einem solchen transitiven Verb kennzeichnet i das direkte Objekt.

Gegenwärtigen und vergangenen Ort verwechseln

  • Falsch: Kei te kāinga au inanahi.
  • Richtig: I te kāinga au inanahi.
  • Warum: Inanahi legt den Satz in die Vergangenheit. Für den damaligen Aufenthaltsort wird i verwendet; kei gehört zur gegenwärtigen Ortsangabe.

Die Personenpartikel a vergessen

  • Falsch: I kite au i Mere.
  • Richtig: I kite au i a Mere.
  • Warum: Vor einem Personennamen oder Personalpronomen steht nach i oder ki normalerweise a: i a Mere, ki a ia.

Die Kurzformen auseinandernehmen

  • Falsch: He koha mō koe.
  • Richtig: He koha mōu.
  • Warum: Mit den Einzahlpronomen verwendet Māori die festen Formen mōku, mōu, mōna. Entsprechend heißen die Zugehörigkeitsformen nōku, nōu, nōna.

Den Längestrich auslassen

  • Falsch: He koha mou.
  • Richtig: He koha mōu.
  • Warum: Vokallänge kann im Māori die Bedeutung und Aussprache verändern. Schreibe und konsequent mit ō.

Gebrauchshinweise

Ortsnamen stehen meist ohne Artikel: ki Rotorua, kei Ākarana, nō Ōtautahi. Bei allgemeinen Orten ist ein Artikel üblich: ki te kura, kei te whare. Ortswörter wie runga „oben/auf“, raro „unten/unter“, roto „innen/in“ und waho „außen“ bilden längere Gruppen, etwa kei runga i te tēpu „auf dem Tisch“. Das abschließende i verbindet dabei das Lagewort mit dem Bezugsgegenstand.

Beachte außerdem, dass Māori-Ortsnamen in Māori-Texten selbstverständlich sind. Aotearoa, Ōtautahi, Te Whanganui-a-Tara und Tāmaki Makaurau sind keine erklärenden Zusätze, sondern gebräuchliche Namen. Für die Grammatik verhalten sie sich wie andere Ortsnamen.

Bei i hilft immer die Frage nach der Funktion. Steht es direkt vor einem Verb am Satzanfang, kann es die Vergangenheit kennzeichnen. Steht es vor einer Zeitangabe, führt es einen Zeitpunkt ein. Steht es nach einem transitiven Verb vor einer Nomengruppe, kennzeichnet es meist das Objekt. Statt für jedes i ein deutsches Wort zu suchen, sollte man daher zuerst die Satzbausteine erkennen.

Über die Grundlagen hinaus

Die folgenden Feinheiten musst du auf A1 noch nicht aktiv beherrschen, wirst ihnen aber später begegnen.

und gehören zum sogenannten o-Besitzbereich. Māori unterscheidet bei Besitz und Zuordnung zwei Klassen, häufig a-Kategorie und o-Kategorie genannt. Vereinfacht betrifft die Wahl unter anderem die Art der Beziehung und den Grad der Kontrolle; sie lässt sich nicht zuverlässig mit „beweglich“ und „unbeweglich“ oder mit einem einzigen deutschen Gegensatz erklären. Zu mō/nō gehören entsprechende Formen mit ā: und . Lerne deshalb zunächst die hier behandelten häufigen Verwendungen als feste Muster und vertiefe das Besitzsystem später gesondert.

Auch kei kann in Konstruktionen erscheinen, die mehr als einen bloßen Ort ausdrücken. Kei a ia te pukapuka bedeutet sinngemäß „Er/Sie hat das Buch bei sich“. Wörtliches Übersetzen mit „sein“ oder „haben“ führt hier nicht weit; maßgeblich ist, bei wem sich etwas befindet.

Schließlich entscheidet das Verb mit darüber, ob i oder ki folgt. Manche Beziehungen, die Deutsch als direktes Objekt auffasst, werden im Māori mit ki konstruiert. Deshalb ist es sinnvoll, neue Verben zusammen mit ihrem typischen Anschluss zu lernen, zum Beispiel kōrero ki „mit/zu jemandem sprechen“ und whakarongo ki „jemandem oder etwas zuhören“. Die einfache Regel „jedes deutsche Akkusativobjekt bekommt i“ wäre zu grob.

Die Richtungspartikeln mai, atu, ake und iho ergänzen Verben um die Perspektive „zum Sprecher hin“, „vom Sprecher weg“, „aufwärts“ oder „abwärts“. Sie ersetzen ki nicht unbedingt, sondern können die Bewegungsrichtung genauer machen: Haere mai ki konei bedeutet „Komm hierher“.

Übungstipps

  1. Lerne Ort und Ziel als Paar. Bilde zu jedem Ort zwei Sätze: Kei te kura au „Ich bin in der Schule“ und Kei te haere au ki te kura „Ich gehe zur Schule“. Wechsle dann kura gegen toa, whare oder einen Ortsnamen aus.
  2. Markiere die Aufgaben von i. Unterstreiche in kurzen Texten das Vergangenheits-I, kreise Zeitangaben mit i ein und rahme direkte Objekte ein. So wird aus einem scheinbar mehrdeutigen Wort ein gut erkennbares Satzsignal.
  3. Übe feste Minidialoge. Frage Kei hea koe? und antworte mit Kei … au. Frage anschließend Nō hea koe? und antworte mit Nō … au. Der Gegensatz zwischen Aufenthaltsort und Herkunft prägt sich dadurch besser ein.

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