Vorlieben und Abneigungen auf Walisisch
Hoffi a Chasáu
Dieser Artikel ist Teil des Walisisch-Grammatikbaums auf Settemila Lingue.
Kurz gesagt
Für „mögen“ verwendet das Walisische meist eine Form von bod („sein“) + yn + hoffi oder licio: Dw i'n hoffi coffi heißt „Ich mag Kaffee“. caru und casáu drücken stärkere Gefühle aus, während Mae'n well gen i... „Ich bevorzuge …“ bedeutet. In der Verneinung steht ddim vor dem ausgeschriebenen yn: Dw i ddim yn hoffi coffi.
Überblick
Über Essen, Musik, Orte und Freizeitbeschäftigungen zu sprechen, gehört zu den ersten praktischen Fähigkeiten auf Niveau A1. Im Walisischen braucht man dafür nicht für jede Person eine neue Form von hoffi zu lernen. Die Person wird durch die Form von bod („sein“) angezeigt; das eigentliche Bedeutungsverb bleibt als Verbalnomen stehen (die unveränderte Grundform, unter der ein Verb im Wörterbuch erscheint).
Der walisische Satzbau unterscheidet sich deutlich vom Deutschen. Statt eines einfachen gebeugten Verbs wie in „ich mag“ steht eine mehrteilige Konstruktion: Dw i'n hoffi... Das lässt sich nicht Wort für Wort sinnvoll ins Deutsche übertragen. Obwohl die Form äußerlich an „ich bin am Mögen“ erinnern könnte, bezeichnet sie ganz normal eine dauerhafte Vorliebe: Dw i'n hoffi te ist schlicht „Ich mag Tee“.
Für den Anfang genügt ein verlässlicher Satzrahmen: Dw i'n hoffi... Setze dahinter eine Sache oder eine Tätigkeit. Danach kannst du denselben Rahmen mit anderen Personen, einer Verneinung und stärkeren Wörtern wie caru und casáu ausbauen.
So funktioniert es
Der Grundbauplan mit bod und yn
Die normale Aussage folgt diesem Muster:
Form von bod + Person + yn + hoffi/licio/caru/casáu + Ergänzung
In Dw i'n hoffi pysgod sind Dw i („ich bin“) und yn zu Dw i'n zusammengezogen. Vor einem Verbalnomen bewirkt yn keine Anlautveränderung: Es heißt also yn casáu, nicht yn gasáu. Dass der lokalisierte Name des Themas Hoffi a Chasáu lautet, hat einen anderen Grund: Nach der Konjunktion a („und“) wird casáu zu chasáu.
| Person | Häufige gesprochene Form mit hoffi | Bedeutung |
|---|---|---|
| ich | Dw i'n hoffi... | ich mag … |
| du | Wyt ti'n hoffi... | du magst … |
| er | Mae e'n hoffi... / Mae o'n hoffi... | er mag … |
| sie | Mae hi'n hoffi... | sie mag … |
| wir | Dyn ni'n hoffi... | wir mögen … |
| Sie / ihr | Dych chi'n hoffi... | Sie mögen / ihr mögt … |
| sie | Maen nhw'n hoffi... | sie mögen … |
e ist besonders im Süden, o besonders im Norden verbreitet. Auch bei den Formen von bod gibt es regionale und formellere Varianten. Für erste Gespräche ist es sinnvoll, eine zusammenhängende Reihe zu lernen und die anderen Formen zunächst nur zu erkennen.
hoffi und licio: zwei Wörter für „mögen“
hoffi ist eine sehr verbreitete, neutrale Wahl und eignet sich gut als Lernform. licio hat dieselbe Grundbedeutung und kommt ebenfalls häufig vor, besonders in der Alltagssprache. Der Satzbau ändert sich nicht:
- Dw i'n hoffi coffi. — Ich mag Kaffee.
- Dw i'n licio coffi. — Ich mag Kaffee.
Beide Wörter können vor einer Sache oder einer weiteren Tätigkeit stehen. Nach einem Verbalnomen wie hoffi braucht man kein deutsches „zu“ und auch kein zweites yn:
- Dw i'n hoffi darllen. — Ich lese gern.
- Mae hi'n licio nofio. — Sie schwimmt gern.
Hier liegt eine typische Falle für Deutschsprachige. „Ich lese gern“ wird nicht mit einem eigenen walisischen Wort für „gern“ nachgebildet. Man sagt sinngemäß „Ich mag lesen“: Dw i'n hoffi darllen.
Sachen, Personen und Tätigkeiten ergänzen
Nach dem Verb kann ein Objekt stehen (die Person oder Sache, auf die sich das Gefühl richtet):
- coffi — Kaffee
- y llyfr — das Buch
- Cymru — Wales
Eine Tätigkeit steht ebenfalls als Verbalnomen:
- darllen — lesen
- coginio — kochen
- cerdded — gehen, spazieren
- codi'n gynnar — früh aufstehen
Daher bedeutet Dw i'n hoffi coginio je nach natürlicher deutscher Formulierung „Ich koche gern“ oder „Ich mag das Kochen“.
Verneinen: etwas nicht mögen
In der Verneinung steht ddim („nicht“) nach Person und bod. Das yn folgt danach ungekürzt:
verneinte Form von bod + Person + ddim yn + Verbalnomen
- Dw i ddim yn hoffi coffi. — Ich mag keinen Kaffee.
- Dyw e ddim yn licio caws. — Er mag keinen Käse.
- Dydyn ni ddim yn casáu'r lle. — Wir hassen den Ort nicht.
Bei der ersten Person hört man sowohl die kurze Form Dw i ddim yn... als auch die vollständigere Form Dydw i ddim yn... In beiden Fällen ist die Reihenfolge ddim yn hoffi entscheidend. Anders als im Deutschen steht die Verneinung also nicht einfach unmittelbar vor dem Gegenstand.
Nicht mögen und hassen sind nicht gleich stark:
- Dw i ddim yn hoffi'r tywydd. — Ich mag das Wetter nicht.
- Dw i'n casáu'r tywydd. — Ich hasse das Wetter.
Fragen nach Vorlieben
Bei einer Ja-Nein-Frage verwendet man die passende Frageform von bod. Ein zusätzliches Fragewort ist nicht nötig:
- Wyt ti'n hoffi coffi? — Magst du Kaffee?
- Ydy hi'n licio jazz? — Mag sie Jazz?
- Dych chi'n hoffi cerdded? — Gehen Sie gern? / Geht ihr gern spazieren?
chi kann sowohl mehrere Personen („ihr“) als auch eine höflich angesprochene Person („Sie“) bezeichnen. Der Zusammenhang zeigt, was gemeint ist.
Stärkere Gefühle: caru und casáu
caru bedeutet „lieben“, casáu „hassen“. Beide stehen in demselben Satzrahmen wie hoffi:
| Stärke | Walisische Form | Natürliche deutsche Entsprechung |
|---|---|---|
| positiv, neutral | hoffi / licio | mögen, gernhaben |
| sehr positiv | caru | lieben |
| negativ, zurückhaltend | ddim yn hoffi | nicht mögen |
| sehr negativ | casáu | hassen |
caru kann sich auf Menschen, Orte und Tätigkeiten beziehen. Bei alltäglichen Kleinigkeiten klingt es jedoch stärker als hoffi. Ebenso ist casáu eine deutliche Aussage; wenn nur eine leichte Abneigung gemeint ist, passt ddim yn hoffi meist besser.
Eine Sache vorziehen: Mae'n well gen i...
Für „ich bevorzuge …“ oder „… ist mir lieber“ ist Mae'n well gen i... eine besonders wichtige feste Wendung. Wörtlich ist die Konstruktion ungefähr „Es ist besser bei mir“; für den Gebrauch sollte man sie zunächst als Einheit lernen.
| Person | Form | Deutsche Bedeutung |
|---|---|---|
| ich | Mae'n well gen i... | Ich bevorzuge … / Mir ist … lieber. |
| du | Mae'n well gen ti... | Du bevorzugst … / Dir ist … lieber. |
| er | Mae'n well ganddo fe/fo... | Er bevorzugt … |
| sie | Mae'n well ganddi hi... | Sie bevorzugt … |
| wir | Mae'n well gynnon ni... | Wir bevorzugen … |
| Sie / ihr | Mae'n well gynnoch chi... | Sie bevorzugen / ihr bevorzugt … |
| sie | Mae'n well ganddyn nhw... | Sie bevorzugen … |
Der bevorzugte Ausdruck erscheint in diesem häufigen Muster mit weicher Anlautveränderung: te wird zu de, coffi zu goffi und darllen zu ddarllen.
- Mae'n well gen i de. — Ich bevorzuge Tee.
- Mae'n well gen i ddarllen. — Ich lese lieber.
Mit na („als“) lassen sich zwei Möglichkeiten gegenüberstellen: Mae'n well gen i de na choffi — „Ich trinke lieber Tee als Kaffee.“ Bei na können weitere Anlautveränderungen auftreten; für A1 ist es am praktischsten, häufige ganze Sätze zu lernen.
Beispiele im Zusammenhang
| Walisisch | Deutsch | Hinweis |
|---|---|---|
| Dw i'n hoffi pysgod. | Ich mag Fisch. | Grundmuster mit einer Sache |
| Wyt ti'n licio coffi? | Magst du Kaffee? | Frage an eine vertraute Person |
| Mae hi'n hoffi cerddoriaeth. | Sie mag Musik. | dritte Person Singular |
| Dyn ni'n hoffi cerdded ar y traeth. | Wir gehen gern am Strand spazieren. | Tätigkeit nach hoffi |
| Maen nhw'n licio coginio gyda'i gilydd. | Sie kochen gern zusammen. | alltägliche Vorliebe |
| Dyw e ddim yn licio caws. | Er mag keinen Käse. | Verneinung mit ddim yn |
| Dw i ddim yn hoffi codi'n gynnar. | Ich stehe nicht gern früh auf. | im Deutschen natürlich mit „nicht gern“ |
| Dw i'n casáu glaw. | Ich hasse Regen. | starke Abneigung |
| Dw i'n caru Cymru. | Ich liebe Wales. | starke positive Bindung |
| Mae hi'n caru nofio yn y môr. | Sie liebt es, im Meer zu schwimmen. | caru vor einer Tätigkeit |
| Mae'n well gen i de. | Ich bevorzuge Tee. | te wird zu de |
| Mae'n well gen i ddarllen na gwylio teledu. | Ich lese lieber, als fernzusehen. | Vergleich zweier Tätigkeiten |
Häufige Fehler
Das Bindeglied yn weglassen
- Falsch: Dw i hoffi coffi.
- Richtig: Dw i'n hoffi coffi.
- Warum: Im normalen Präsens verbindet yn die Form von bod mit dem Verbalnomen. In der positiven Form wird es nach einem Vokal als 'n geschrieben.
hoffi wie ein deutsches Verb beugen
- Falsch: Hoffi i bysgod.
- Richtig: Dw i'n hoffi pysgod.
- Warum: Nicht hoffi zeigt die Person an, sondern Dw i. Das Verbalnomen hoffi bleibt unverändert.
In der Verneinung 'n stehen lassen
- Falsch: Dw i'n ddim hoffi coffi.
- Richtig: Dw i ddim yn hoffi coffi.
- Warum: Nach ddim steht das Bindeglied ausgeschrieben: ddim yn + Verbalnomen.
Eine leichte Abneigung mit casáu übertreiben
- Zu stark: Dw i'n casáu coffi., wenn nur „Kaffee ist nicht so mein Fall“ gemeint ist.
- Passender: Dw i ddim yn hoffi coffi.
- Warum: casáu bedeutet wirklich „hassen“. Die verneinte Form von hoffi klingt zurückhaltender.
Deutsch „gern“ Wort für Wort nachbauen
- Falsch: ein zusätzliches Wort nach dem Muster „Ich lese gern“ in Dw i'n hoffi darllen einfügen.
- Richtig: Dw i'n hoffi darllen.
- Warum: Das Walisische drückt diese Bedeutung mit „eine Tätigkeit mögen“ aus; darllen folgt direkt auf hoffi.
Bei mae'n well gen i die Grundform unverändert lassen
- Weniger standardgemäß: Mae'n well gen i te.
- Richtig: Mae'n well gen i de.
- Warum: In diesem Muster beginnt der folgende Ausdruck gewöhnlich mit weicher Anlautveränderung. Am Anfang hilft es, Mae'n well gen i de als vollständige Wendung abzuspeichern.
Hinweise zum Gebrauch
Im Gespräch sind hoffi und licio beide gebräuchlich. Welche Form häufiger klingt, hängt unter anderem von Region und Sprecher ab. Für Lernende ist hoffi oft die sichere neutrale Ausgangsform; licio sollte man aber früh erkennen können. Ein Gespräch muss nicht konsequent nur eines der beiden Wörter enthalten.
Kurze gesprochene Formen wie Dw i und Dyn ni stehen neben vollständigeren Formen wie Rydw i und Rydyn ni. Das ist kein Bedeutungsunterschied zwischen „mögen“ und „nicht mögen“, sondern eine Frage von Region, Stil und Unterrichtstradition. Dasselbe gilt für südliches e und nördliches o bei „er“.
Bei Speisen kann das Deutsche zwischen „Ich mag Fisch“ und „Ich esse gern Fisch“ unterscheiden. Walisisch Dw i'n hoffi pysgod benennt zunächst eine Vorliebe für Fisch. Wenn ausdrücklich die Tätigkeit gemeint ist, kann man sie nennen: Dw i'n hoffi bwyta pysgod — „Ich esse gern Fisch.“
Über die Grundlagen hinaus
Die folgenden Feinheiten musst du auf A1 noch nicht aktiv beherrschen, wirst ihnen aber später begegnen.
Persönliche Pronomen nach einem Verbalnomen
Bei „Ich mag dich“ steht ein persönliches Objekt nicht einfach genauso wie ein Substantiv hinter hoffi. Das Walisische verwendet eine Konstruktion mit einem vorangestellten besitzanzeigenden Element und wiederholt die Person oft am Ende:
- Dw i'n dy hoffi di. — Ich mag dich.
- Dw i'n dy garu di. — Ich liebe dich.
Bei caru zeigt garu die weiche Anlautveränderung nach dy. Dieses Pronomenmuster gehört zu einem größeren Grammatikthema; für den Anfang reichen die ganzen Wendungen.
Eine höfliche Einladung statt einer allgemeinen Vorliebe
Dych chi'n hoffi coffi? fragt grundsätzlich, ob jemand Kaffee mag. Bei einem höflichen Angebot hört man dagegen häufig Hoffech chi...?:
- Hoffech chi baned o de? — Möchten Sie eine Tasse Tee?
Diese Form bedeutet eher „Möchten Sie …?“ als „Mögen Sie …?“. Sie gehört grammatisch zu einer späteren Stufe, ist im Alltag aber so nützlich, dass man sie früh als feste Frage erkennen kann.
Vergleich und Wortstellung
Mae'n well gen i... lässt sich erweitern und die bevorzugte Sache kann zur Hervorhebung auch deutlicher zum Thema des Satzes gemacht werden. Außerdem unterscheiden sich gesprochene Varianten der gebeugten Präposition gan. Solange die Formen noch neu sind, ist die feste Reihenfolge Mae'n well gen i + bevorzugte Sache/Tätigkeit am zuverlässigsten.
Übungstipps
- Baue Vierergruppen. Nimm ein Thema wie Kaffee und bilde nacheinander Dw i'n hoffi coffi, Dw i ddim yn hoffi coffi, Dw i'n caru coffi und Mae'n well gen i de. So werden Bedeutung und Stärke getrennt geübt.
- Sprich über echte Gewohnheiten. Schreibe je drei Sätze zu Essen, Musik und Freizeit. Verwende bei Tätigkeiten die Form Dw i'n hoffi + Verbalnomen, etwa darllen, coginio oder cerdded.
- Übe Fragen und Antworten paarweise. Frage laut Wyt ti'n hoffi...? und antworte sofort positiv oder negativ. Wechsle danach die Person, etwa zu Ydy hi'n hoffi...? oder Dych chi'n hoffi...?
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