Indirekte Rede auf Koreanisch: -다고, -냐고, -라고
간접 화법
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concept: ko-a2-indirect-quotation lang: ko ui: de title: Indirekte Rede auf Koreanisch: -다고, -냐고, -라고 description: >- Koreanische Aussagen, Fragen, Aufforderungen und Vorschläge mit -다고, -냐고, -라고 und -자고 wiedergeben – mit Formen, Beispielen und Fehlerhilfen. generation: article: version: native-ui-reference-v3.1 model: openai-codex/gpt-5.6-sol at: 2026-07-22T16:01:01Z reviews: spell-check: status: flagged at: 2026-07-22T16:01:00Z score: 0.0066 score-english: 0 score-coverage: 0.0066 suspects: ["가다고", "냐고", "먹냐고", "뭐냬요", "민수", "민수가", "민호", "시작하냐고", "었냐고", "었다고", "인용형", "있냐고", "좋냐고", "학생이다고", "해요라고"] criteria: v7 language-mixing: status: clean at: 2026-07-22T17:00:00Z criteria: v2
Kurz gesagt
Bei der koreanischen indirekten Rede richtet sich die Endung danach, welche Art von Satz wiedergegeben wird: Aussage -다고, Frage -냐고, Aufforderung -(으)라고, Vorschlag -자고. Danach folgt meist 하다 „sagen“, oft in einer Form wie 했어요. Die Zeitform steht innerhalb des zitierten Teils: 갔다고 했어요 „Er/Sie sagte, dass er/sie gegangen sei“.
Überblick
Mit der indirekten Rede gibt man nicht die genauen Worte einer Person wieder, sondern ihren Inhalt. Aus „민수 씨가 가요“ kann deshalb 민수 씨가 간다고 했어요 werden: „Minsu sagte, dass er geht.“ Im Koreanischen heißt dieses Verfahren 간접 화법. Man begegnet ihm ständig in Gesprächen, Nachrichten und Erzählungen: Jemand sagt etwas, stellt eine Frage, gibt eine Anweisung oder schlägt eine gemeinsame Handlung vor.
Der wichtigste Unterschied zum Deutschen liegt nicht nur in der Satzstellung. Im Deutschen verwendet man oft „dass“, einen indirekten Fragesatz oder – besonders in formeller Sprache – den Konjunktiv. Koreanisch markiert dagegen direkt am Prädikat des wiedergegebenen Satzes, um welchen Satztyp es sich handelt. Das Prädikat ist hier der Teil, der eine Handlung oder Eigenschaft ausdrückt und im Koreanischen gewöhnlich am Satzende steht.
Dieses Thema wird auf A2 eingeführt. Für den Anfang reichen vier Grundmuster. Allerdings unterscheiden sich Aussagen noch danach, ob ihr Prädikat ein Tätigkeitsverb, ein Eigenschaftsverb oder 이다 „sein“ ist. Diese Unterschiede werden unten schrittweise erklärt.
So funktioniert es
Eine Äußerung besteht in der indirekten Rede aus zwei Teilen:
wiedergegebener Inhalt + 인용형 + 하다
인용형 bedeutet „Zitierform“: eine Endung, die den wiedergegebenen Inhalt kennzeichnet. 하다 trägt anschließend Höflichkeit und Zeitform des eigentlichen Sprechakts.
| Koreanisch | Deutsch | Funktion |
|---|---|---|
| 간다고 해요. | Er/Sie sagt, dass er/sie geht. | gegenwärtiger Bericht |
| 간다고 했어요. | Er/Sie sagte, dass er/sie geht. | vergangener Sprechakt |
| 간다고 할 거예요. | Er/Sie wird sagen, dass er/sie geht. | zukünftiger Sprechakt |
In allen drei Sätzen bleibt 간다고 gleich. Nur 하다 verändert sich zu 해요, 했어요 oder 할 거예요. Wenn die beschriebene Handlung selbst früher stattgefunden hat, steht die Vergangenheit dagegen schon im zitierten Teil: 갔다고 했어요.
1. Aussagen: -다고 하다
Bei Aussagen hängt die genaue Form von der Art des Prädikats ab.
| Prädikat | Grundmuster | Beispiel | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| Tätigkeitsverb, Gegenwart | Stamm + -ㄴ/는다고 하다 | 가다 → 간다고 하다 | sagen, dass jemand geht |
| Eigenschaftsverb, Gegenwart | Stamm + -다고 하다 | 맛있다 → 맛있다고 하다 | sagen, dass etwas lecker ist |
| Nomen + 이다 | Nomen + -(이)라고 하다 | 학생이다 → 학생이라고 하다 | sagen, dass jemand Schüler/Schülerin ist |
| 아니다 | 아니라고 하다 | 학생이 아니라고 하다 | sagen, dass jemand kein Schüler/keine Schülerin ist |
Ein Tätigkeitsverb bezeichnet eine Handlung, etwa 가다 „gehen“, 먹다 „essen“ oder 공부하다 „lernen“. Endet sein Stamm auf einen Vokal, kommt in der Gegenwart meist -ㄴ다고 hinzu: 가- → 간다고, 오- → 온다고. Nach einem Konsonanten steht -는다고: 먹- → 먹는다고, 읽- → 읽는다고. Bei einem Stamm auf ㄹ fällt dieses ㄹ aus: 살다 → 산다고.
Ein koreanisches Eigenschaftsverb drückt einen Zustand oder eine Eigenschaft aus, zum Beispiel 좋다 „gut sein“, 춥다 „kalt sein“ oder 맛있다 „lecker sein“. In einer gegenwärtigen Aussage wird einfach -다고 an den Stamm gesetzt: 좋다고, 춥다고, 맛있다고. Das deutsche Wort „Adjektiv“ hilft nur teilweise, denn diese Wörter können im Koreanischen selbst das Prädikat bilden und werden wie Verben gebeugt.
Bei 이다 „sein“ lautet die Aussageform -(이)라고: Nach einem Konsonanten steht 이라고, nach einem Vokal häufig 라고.
- 학생이라고 했어요. – Er/Sie sagte, dass er/sie Schüler bzw. Schülerin sei.
- 의사라고 했어요. – Er/Sie sagte, dass er/sie Arzt bzw. Ärztin sei.
2. Zeit und Absicht in Aussagen
Die Zeit der wiedergegebenen Handlung wird vor -다고 ausgedrückt. Anders als in manchen deutschen Darstellungen der indirekten Rede gibt es keine automatische Verschiebung in eine andere Vergangenheitsform, nur weil das Verb „sagen“ in der Vergangenheit steht.
| Zeit oder Bedeutung | Muster | Beispiel | Deutsch |
|---|---|---|---|
| Gegenwart, Tätigkeit | -ㄴ/는다고 | 먹는다고 했어요. | Er/Sie sagte, dass er/sie isst. |
| Gegenwart, Eigenschaft | -다고 | 바쁘다고 했어요. | Er/Sie sagte, dass er/sie beschäftigt sei. |
| Vergangenheit | -았/었다고 | 먹었다고 했어요. | Er/Sie sagte, dass er/sie gegessen habe. |
| Zukunft oder Plan | -(으)ㄹ 거라고 | 먹을 거라고 했어요. | Er/Sie sagte, dass er/sie essen werde. |
| feste Absicht | -겠다고 | 하겠다고 했어요. | Er/Sie sagte, er/sie werde es tun. |
Zum Vergleichen:
- 간다고 했어요. – Er/Sie sagte, dass er/sie geht.
- 갔다고 했어요. – Er/Sie sagte, dass er/sie gegangen sei.
- 갈 거라고 했어요. – Er/Sie sagte, dass er/sie gehen werde.
Im letzten Satz gehört 라고 zur Form -(으)ㄹ 거라고, weil 것이다, verkürzt 거다, eine Konstruktion mit 이다 ist.
3. Fragen: -냐고 하다 oder -냐고 묻다
Eine wiedergegebene Frage erhält -냐고. Als abschließendes Verb ist 묻다 „fragen“ oft genauer als 하다. Das Fragewort bleibt an seiner normalen Stelle; die ursprüngliche höfliche Endung -아요/어요 entfällt.
| Art der Frage | Muster | Beispiel | Deutsch |
|---|---|---|---|
| Tätigkeitsverb | -느냐고; im Gespräch oft -냐고 | 어디 가냐고 물었어요. | Er/Sie fragte, wohin ich gehe. |
| Eigenschaftsverb | -(으)냐고; oft verkürzt | 비싸냐고 물었어요. | Er/Sie fragte, ob es teuer sei. |
| Nomen + 이다 | -(이)냐고 | 학생이냐고 물었어요. | Er/Sie fragte, ob ich Schüler/Schülerin sei. |
| Vergangenheit | -았/었냐고 | 갔냐고 물었어요. | Er/Sie fragte, ob ich gegangen sei. |
Die volle traditionelle Form 먹느냐고 ist korrekt. In heutiger Alltagssprache hört und liest man sehr häufig die kürzere Form 먹냐고. Bei Eigenschaftsverben sind entsprechend Formen wie 좋으냐고 und das alltägliche 좋냐고 möglich. Für A2 ist es sinnvoll, die häufigen Gesprächsformen auf -냐고 zuerst sicher zu erkennen.
Aus einer direkten Frage wird zum Beispiel:
- 뭐예요? „Was ist das?“ → 뭐냐고 물었어요. „Er/Sie fragte, was das sei.“
- 언제 와요? „Wann kommst du?“ → 언제 오냐고 물었어요. „Er/Sie fragte, wann ich komme.“
Wie im Deutschen kann eine Ja-Nein-Frage mit „ob“ übersetzt werden. Koreanisch braucht dafür kein eigenes Wort: 시간이 있냐고 물었어요 bedeutet „Er/Sie fragte, ob ich Zeit habe.“
4. Aufforderungen: -(으)라고 하다
Eine Aufforderung oder Anweisung wird mit -(으)라고 wiedergegeben. Nach einem Vokal steht -라고, nach einem Konsonanten -으라고.
- 가세요. „Gehen Sie bitte.“ → 가라고 했어요. „Er/Sie sagte, ich solle gehen.“
- 책을 읽으세요. „Lesen Sie bitte das Buch.“ → 책을 읽으라고 했어요. „Er/Sie sagte, ich solle das Buch lesen.“
- 늦지 마세요. „Kommen Sie nicht zu spät.“ → 늦지 말라고 했어요. „Er/Sie sagte, ich solle nicht zu spät kommen.“
Bei einer verneinten Aufforderung wird -지 마세요 zu -지 말라고 하다. Wichtig ist außerdem: Die Höflichkeit der ursprünglichen Aufforderung wird nicht dadurch bewahrt, dass man -세요 stehen lässt. Respekt gegenüber der erwähnten Person kann jedoch weiterhin durch Ehrenformen im Satz ausgedrückt werden.
5. Vorschläge: -자고 하다
Ein Vorschlag zu einer gemeinsamen Handlung erhält -자고. Der Verbstamm bleibt unverändert.
- 같이 가자. „Lass uns zusammen gehen.“ → 같이 가자고 했어요. „Er/Sie schlug vor, zusammen zu gehen.“
- 여기서 만나자. „Treffen wir uns hier.“ → 여기서 만나자고 했어요. „Er/Sie schlug vor, sich hier zu treffen.“
Der Unterschied zur Aufforderung ist inhaltlich wichtig. 가라고 했어요 fordert eine andere Person zum Gehen auf; 가자고 했어요 schließt die sprechende Person normalerweise in den Vorschlag ein: „Lass uns gehen.“
Beispiele im Kontext
| Koreanisch | Deutsch | Hinweis |
|---|---|---|
| 지수 씨가 내일 간다고 했어요. | Jisu sagte, dass sie morgen geht. | Aussage mit Tätigkeitsverb |
| 친구들이 이 식당이 맛있다고 해요. | Meine Freunde sagen, dieses Restaurant sei lecker. | Aussage mit Eigenschaftsverb |
| 민호 씨는 회사원이라고 했어요. | Minho sagte, er sei Angestellter. | Nomen + 이다 |
| 수진 씨가 어제 영화를 봤다고 했어요. | Sujin sagte, dass sie gestern einen Film gesehen habe. | Handlung in der Vergangenheit |
| 동생이 주말에 집에 있을 거라고 했어요. | Mein jüngeres Geschwister sagte, es werde am Wochenende zu Hause sein. | Zukunft oder Plan |
| 선생님이 왜 늦었냐고 물으셨어요. | Die Lehrkraft fragte, warum ich zu spät gekommen sei. | Frage mit Fragewort; Ehrenform |
| 엄마가 저녁을 먹었냐고 물어봤어요. | Meine Mutter fragte, ob ich zu Abend gegessen habe. | Ja-Nein-Frage |
| 직원이 예약한 사람이 누구냐고 물었어요. | Der Mitarbeiter fragte, wer reserviert habe. | Frage mit 이다 |
| 의사가 며칠 쉬라고 했어요. | Der Arzt sagte, ich solle mich einige Tage ausruhen. | Aufforderung |
| 아버지가 문을 닫으라고 하셨어요. | Mein Vater sagte, ich solle die Tür schließen. | Aufforderung; respektvolles 하셨어요 |
| 선생님이 수업 중에는 전화하지 말라고 했어요. | Die Lehrkraft sagte, wir sollten während des Unterrichts nicht telefonieren. | verneinte Aufforderung |
| 친구가 주말에 같이 등산하자고 했어요. | Ein Freund schlug vor, am Wochenende zusammen wandern zu gehen. | Vorschlag |
| 모두 다음 주에 다시 이야기하자고 했어요. | Alle schlugen vor, nächste Woche noch einmal darüber zu sprechen. | gemeinsamer Vorschlag |
| 뉴스에서 내일 눈이 온다고 했어요. | In den Nachrichten hieß es, morgen werde es schneien. | unpersönliche Informationsquelle |
Die deutschen Pronomen in den Übersetzungen sind oft eindeutiger als das koreanische Original. Koreanisch lässt aus dem Zusammenhang erkennbare Personen häufig weg. 먹었다고 했어요 kann daher je nach Situation „Ich sagte, dass ich gegessen habe“, „Er sagte, dass er gegessen habe“ oder Ähnliches bedeuten.
Häufige Fehler
1. Für jede Aussage einfach -다고 verwenden
- Falsch: 민수 씨가 간다고 했어요 als Form zu 가다 ist richtig, aber 민수 씨가 가다고 했어요 ist falsch.
- Richtig: 민수 씨가 간다고 했어요.
- Warum: Gegenwärtige Tätigkeitsverben brauchen -ㄴ/는다고. Reines -다고 steht in der Gegenwart bei Eigenschaftsverben: 바쁘다고 했어요.
2. Bei 이다 ebenfalls -다고 anhängen
- Falsch: 학생이다고 했어요.
- Richtig: 학생이라고 했어요.
- Warum: Nach einem Nomen mit 이다 steht -(이)라고, nicht -다고. Nach Vokal ist 라고 üblich: 의사라고 했어요.
3. Die ursprüngliche höfliche Satzendung stehen lassen
- Falsch: 간다고 해요라고 했어요.
- Richtig: 간다고 했어요.
- Warum: Die Endung -아요/어요 des ursprünglichen Satzes wird durch die jeweilige Zitierform ersetzt. Höflichkeit und Zeit des Sprechakts stehen am abschließenden Verb 하다.
4. Frage und Aufforderung verwechseln
- Falsch: 어디 가라고 물었어요. für „Er/Sie fragte, wohin ich gehe.“
- Richtig: 어디 가냐고 물었어요.
- Warum: Eine Informationsfrage bekommt -냐고. 가라고 bedeutet dagegen, dass jemand zum Gehen aufgefordert wurde.
5. -라고 und -자고 austauschen
- Falsch: 같이 가라고 했어요 für „Er/Sie schlug vor, gemeinsam zu gehen.“
- Richtig: 같이 가자고 했어요.
- Warum: -(으)라고 gibt eine Aufforderung an eine andere Person wieder. -자고 gibt einen Vorschlag zu einer gemeinsamen Handlung wieder. 같이 가라고 했어요 kann korrekt sein, bedeutet aber „Er/Sie sagte mir, ich solle mit jemandem zusammen gehen.“
6. Die Zeit nur am Verb 하다 markieren
- Falsch: 어제 간다고 했어요 für die beabsichtigte Bedeutung „Er/Sie sagte, dass er/sie gestern gegangen sei.“
- Richtig: 어제 갔다고 했어요.
- Warum: 했어요 zeigt, wann etwas gesagt wurde. 갔다고 zeigt, dass das Gehen bereits geschehen war.
Hinweise zum Gebrauch
Im Gespräch wird 하다 oft zu 그러다 oder zu einem passenderen Verb ausgebaut. Häufig sind 말하다 „sagen“, 묻다/물어보다 „fragen“, 대답하다 „antworten“, 설명하다 „erklären“ und 부탁하다 „bitten“. Dadurch klingt der Satz genauer:
- 괜찮다고 대답했어요. – Er/Sie antwortete, es sei in Ordnung.
- 언제 시작하냐고 물어봤어요. – Er/Sie fragte, wann es anfängt.
- 조심하라고 말했어요. – Er/Sie sagte, ich solle vorsichtig sein.
In schneller Alltagssprache werden die Formen mit 하다 häufig zusammengezogen. So wird aus 간다고 해요 oft 간대요, aus 뭐냐고 해요 kann 뭐냬요 werden und aus 가자고 해요 가재요. Diese Kurzformen gehören stärker zum Thema Hörensagen und müssen am Anfang noch nicht aktiv beherrscht werden. Die langen Formen sind transparent und in neutraler Sprache immer eine sichere Grundlage.
Deutschsprachige Lernende suchen manchmal nach einem koreanischen Gegenstück zum Konjunktiv I, wie in „Er sagt, er sei müde“. Koreanisch besitzt hier keine entsprechende Verbform, die Distanz oder Zweifel automatisch ausdrückt. 피곤하다고 했어요 berichtet zunächst nur den Inhalt. Ob die sprechende Person ihn glaubt, ergibt sich aus Kontext und zusätzlichen Ausdrücken.
Für Fortgeschrittene
Die folgenden Feinheiten muss man auf A2 noch nicht sicher bilden, wird ihnen aber später häufig begegnen.
Direkte und indirekte Wiedergabe unterscheiden
Bei einem wörtlichen Zitat bleiben die ursprünglichen Worte erhalten; danach steht meist 라고 하다. Anführungszeichen machen den Unterschied sichtbar:
- 지수 씨가 “내일 가요”라고 했어요. – Jisu sagte: „Ich gehe morgen.“
- 지수 씨가 내일 간다고 했어요. – Jisu sagte, dass sie morgen gehe.
Das 라고 nach einem vollständigen wörtlichen Zitat ist nicht dasselbe wie die besondere Aussageform nach 이다. Es markiert hier das gesamte Zitat. In gesprochener Sprache kann auch 하고 nach einem wörtlichen Zitat vorkommen.
Perspektive, Pronomen und Zeitangaben
Beim indirekten Berichten müssen Pronomen und Wörter wie „heute“ oder „morgen“ aus der aktuellen Perspektive verständlich sein. Koreanisch löst das oft durch Auslassen oder durch den Kontext. Wenn Missverständnisse möglich sind, nennt man Person und Zeitpunkt ausdrücklich:
- 민수가 자기는 다음 날 가겠다고 했어요. – Minsu sagte, er selbst werde am folgenden Tag gehen.
자기 kann in der indirekten Rede auf die Person zurückverweisen, deren Worte oder Gedanken wiedergegeben werden. Seine genaue Bezugsperson hängt jedoch vom Satz ab; deshalb sollte man es erst verwenden, wenn der Kontext eindeutig ist.
Bitten mit 주다 und 달다
Wiedergegebene Bitten sind feiner abgestuft als einfache Aufforderungen. Bei 주다 „geben“ spielt die Richtung der Handlung eine Rolle. Sehr häufig begegnet man:
- 도와 달라고 했어요. – Er/Sie bat darum, dass man ihm/ihr hilft.
- 동생을 도와주라고 했어요. – Er/Sie sagte mir, ich solle dem jüngeren Geschwister helfen.
-아/어 달라고 하다 bittet um eine Handlung zugunsten der Person, deren Bitte wiedergegeben wird. -아/어 주라고 하다 fordert dazu auf, etwas für eine andere Person zu tun. Diese Perspektivwahl gehört zu den fortgeschrittenen berichteten Bitten und wird später ausführlicher behandelt.
Gedanken und Wahrnehmungen
Dieselben Zitierformen können nicht nur gesprochene Worte, sondern auch Gedanken, Einschätzungen oder gelesene Informationen einbetten:
- 괜찮다고 생각했어요. – Ich dachte, es sei in Ordnung.
- 가게가 문을 닫았다고 들었어요. – Ich hörte, dass das Geschäft geschlossen habe.
- 시험이 어렵다고 읽었어요. – Ich las, dass die Prüfung schwierig sei.
Das abschließende Verb zeigt also, wie die Information aufgenommen oder verarbeitet wurde; die Zitierform zeigt weiterhin den Satztyp und Inhalt.
Übungstipps
- Sortiere zuerst nach Satztyp. Nimm vier kurze Sätze wie 가요, 가요?, 가세요, 가자 und forme sie zu 간다고, 가냐고, 가라고, 가자고 um. So wird die Wahl der Endung automatischer.
- Übe Zeitformen paarweise. Vergleiche laut 먹는다고 했어요, 먹었다고 했어요 und 먹을 거라고 했어요. Frage dich jedes Mal getrennt: Wann geschieht die Handlung, und wann wurde darüber gesprochen?
- Berichte echte Mini-Dialoge. Höre einen kurzen koreanischen Satz und erzähle anschließend mit 했어요, 물었어요 oder 말했어요, was gesagt wurde. Beginne mit den langen Formen; achte in Hörmaterial später auf Kurzformen wie -대요.
Verwandte Themen
- Voraussetzung: Höfliche Endung -아/어요 – hilft dabei, die ursprüngliche Satzendung zu erkennen und das abschließende 하다 höflich zu beugen.
- Als Nächstes: Hörensagen -다고 하다 / -대요 – vertieft verkürzte Formen und die Weitergabe von Informationen aus zweiter Hand.
- Später: Wiedergegebene Aufforderungen und Bitten – behandelt Perspektive, 주다/달다, Verbote und höfliche Bitten genauer.
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