A2

Das Going-to-Future im Englischen

Going to Future

Dieser Artikel ist Teil des Englisch-Grammatikbaums auf Settemila Lingue.

Kurz gesagt

Mit am/is/are + going to + Grundform des Verbs spricht man über bereits bestehende Pläne und Absichten oder über Vorhersagen, für die es jetzt erkennbare Anzeichen gibt: I'm going to call her und It's going to rain. Nur be wird an die Person angepasst; das Verb nach going to bleibt unverändert.

Überblick

Das Going-to-Future ist eine der wichtigsten Möglichkeiten, im Englischen über Zukünftiges zu sprechen. Es wird auf Niveau A2 eingeführt und ist besonders nützlich, wenn eine Entscheidung schon vor dem Sprechen gefallen ist: Eine Person hat etwas vor, hat vielleicht schon Vorbereitungen getroffen oder verfolgt eine klare Absicht. Außerdem verwendet man die Form für Vorhersagen, die sich aus der gegenwärtigen Situation ergeben.

Im Deutschen gibt es dafür keine eigene, genau entsprechende Form. Je nach Zusammenhang sagt man etwa „ich werde …“, „ich habe vor …“ oder verwendet einfach das Präsens mit einer Zeitangabe: „Morgen besuche ich meine Eltern.“ Deshalb führt eine Wort-für-Wort-Übersetzung leicht in die Irre. Entscheidend ist im Englischen nicht das deutsche Wort werden, sondern die Perspektive: Besteht der Plan schon? Gibt es jetzt sichtbare oder sonst deutlich erkennbare Hinweise auf das erwartete Ergebnis?

Die Form sieht dem Present Continuous ähnlich, denn beide beginnen mit einer Form von be und enthalten going. Beim Going-to-Future folgt jedoch noch ein weiteres Verb in der Grundform: She is going to move. Das vorausgesetzte Present Continuous hilft daher bei der Bildung, die Bedeutung muss aber gesondert gelernt werden.

So wird es gebildet und verwendet

Die Grundstruktur

Ein bejahter Satz besteht aus drei Teilen nach dem Subjekt (wer oder was handelt):

Subjekt + am/is/are + going to + Grundform

Die Grundform ist der Infinitiv ohne to, also die unveränderte Wörterbuchform wie work, buy oder be.

Subjekt Form von be Beispiel Deutsche Bedeutung
I am I am going to cook. Ich werde kochen. / Ich habe vor zu kochen.
you are You are going to cook. Du wirst kochen. / Ihr werdet kochen.
he, she, it is She is going to cook. Sie wird kochen.
we are We are going to cook. Wir werden kochen.
they are They are going to cook. Sie werden kochen.

Im normalen Gespräch und in informellen Texten stehen meist Kurzformen:

Langform Kurzform
I am going to … I'm going to …
you/we/they are going to … you're/we're/they're going to …
he/she/it is going to … he's/she's/it's going to …

Nur am, is oder are verändert sich. Going to und das nachfolgende Verb bleiben bei allen Personen gleich: I am going to work, aber she is going to work — nicht works.

Verneinung

Für eine Verneinung steht not direkt nach der Form von be:

Subjekt + am/is/are + not + going to + Grundform

  • I'm not going to wait. — Ich werde nicht warten.
  • He isn't going to apply. — Er hat nicht vor, sich zu bewerben.
  • We aren't going to sell the car. — Wir werden das Auto nicht verkaufen.

Neben isn't und aren't sind auch he's not und we're not möglich. Für I am not lautet die übliche Kurzform I'm not; eine Standardform amn't gibt es nicht.

Fragen und Kurzantworten

In einer Frage steht die Form von be vor dem Subjekt:

Am/Is/Are + Subjekt + going to + Grundform?

  • Are you going to stay? — Wirst du bleiben?
  • Is Maya going to join us? — Wird Maya mitkommen?
  • What are they going to do? — Was werden sie tun?

In Kurzantworten wiederholt man nur Subjekt und be, nicht die ganze Konstruktion:

  • Are you going to drive? — Yes, I am.
  • Is he going to call? — No, he isn't.

Eine verneinte Frage wie Aren't you going to eat? ist nicht immer neutral. Sie kann Überraschung oder die Erwartung ausdrücken, dass die andere Person eigentlich essen wollte: „Willst du denn nichts essen?“

Bereits bestehende Pläne und Absichten

Die häufigste Verwendung betrifft etwas, das vor dem aktuellen Gespräch entschieden wurde:

  • I've bought the paint. I'm going to redecorate the kitchen.
  • We're going to spend the weekend at home.

Der Plan muss noch nicht bis ins Detail organisiert sein. I'm going to learn Japanese kann zunächst nur eine ernsthafte Absicht sein. Wichtig ist, dass die Idee nicht erst als spontane Reaktion im Moment des Sprechens entsteht.

Vorhersagen aufgrund von Anzeichen

Das Going-to-Future beschreibt auch ein erwartetes Ereignis, wenn die sprechende Person gegenwärtige Hinweise dafür wahrnimmt:

  • Dunkle Wolken: It's going to rain.
  • Ein Glas steht gefährlich an der Tischkante: That glass is going to fall.
  • Eine Mannschaft liegt kurz vor Schluss deutlich vorn: They're going to win.

Hier hat niemand notwendigerweise einen Plan. Die Konstruktion zeigt vielmehr, dass das Ergebnis aus der jetzigen Lage heraus wahrscheinlich erscheint.

Beispiele im Zusammenhang

Englisch Deutsch Hinweis
I'm going to study medicine. Ich werde Medizin studieren. Bereits bestehender Studienplan
Look at the clouds! It's going to rain. Schau dir die Wolken an! Es wird regnen. Vorhersage aufgrund sichtbarer Anzeichen
They're going to get married. Sie werden heiraten. Gemeinsamer Plan
Are you going to buy that? Wirst du das kaufen? Frage nach einer Absicht
We're going to visit my parents this weekend. Wir wollen dieses Wochenende meine Eltern besuchen. Vorher gefasster Plan
I'm not going to check my email on holiday. Ich werde im Urlaub meine E-Mails nicht abrufen. Bewusster Vorsatz
Is Lena going to apply for the job? Hat Lena vor, sich auf die Stelle zu bewerben? Frage nach einem Plan
What are you going to wear tonight? Was wirst du heute Abend anziehen? Frage nach einer Entscheidung
Careful! You're going to drop those plates. Vorsicht! Du lässt gleich die Teller fallen. Unmittelbar erkennbares Risiko
The baby is going to wake up. Das Baby wird gleich aufwachen. Anzeichen in der Gegenwart
We aren't going to move after all. Wir werden nun doch nicht umziehen. Aufgegebener Plan
I'm going to be late. Ich werde zu spät kommen. Vorhersage aus der aktuellen Lage
She's going to start her own business next year. Sie hat vor, nächstes Jahr ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Längerfristige Absicht
Are they going to get married in June? Werden sie im Juni heiraten? Nachfrage nach einem geplanten Ereignis
This shelf isn't going to hold all those books. Dieses Regal wird all diese Bücher nicht tragen. Schlussfolgerung aus erkennbaren Umständen

Die deutschen Übersetzungen zeigen, warum werden allein kein zuverlässiges Signal ist. Es kann eine Absicht, eine Vorhersage oder auch eine andere englische Zukunftsform wiedergeben. Umgekehrt können „wollen“, „vorhaben“ und das deutsche Präsens im Englischen je nach Situation mit dem Going-to-Future ausgedrückt werden.

Häufige Fehler

1. Die Form von be weglassen

  • Falsch: I going to call you.
  • Richtig: I'm going to call you.
  • Warum: Going to kann hier nicht allein das Prädikat bilden. Der Satz braucht immer die passende Form am, is oder are.

2. Be nicht an das Subjekt anpassen

  • Falsch: They is going to get married.
  • Richtig: They are going to get married.
  • Warum: Bei they steht are. Nur dieser Teil der Konstruktion wird verändert.

3. Nach going to ein zweites to setzen

  • Falsch: She's going to to study tonight.
  • Richtig: She's going to study tonight.
  • Warum: Das to gehört bereits zu going to. Danach folgt unmittelbar die Grundform study.

4. Das Hauptverb in der dritten Person verändern

  • Falsch: He is going to buys a car.
  • Richtig: He is going to buy a car.
  • Warum: Auch nach he, she oder it bleibt das Hauptverb in der Grundform. Die Person ist schon durch is markiert.

5. Das deutsche „gehen“ wörtlich übertragen

  • Falsch: I go to learn English next year.
  • Richtig: I'm going to learn English next year.
  • Warum: Deutsch „ich gehe lernen“ und englisch I'm going to learn haben nicht dieselbe grammatische Struktur. Für die Zukunftsbedeutung ist be + going to + Grundform erforderlich.

6. Eine Ortsangabe für ein Going-to-Future halten

  • Nicht Zukunftsform: I'm going to Berlin. — Ich fahre/gehe nach Berlin.
  • Zukunftsform: I'm going to visit Berlin. — Ich werde Berlin besuchen.
  • Warum: Steht nach to ein Ort oder eine Person, hat go meist seine normale Bewegungsbedeutung. Beim Going-to-Future folgt ein Verb in der Grundform.

Hinweise zum Gebrauch

Going-to-Future oder will?

Als einfache Lernregel hilft folgende Unterscheidung:

Situation Typische Form Beispiel
Plan oder Absicht besteht schon going to I'm going to cook tonight.
Spontane Entscheidung im Gespräch will The phone's ringing. I'll answer it.
Vorhersage mit aktuellen Anzeichen going to Watch out! You're going to fall.
Allgemeine Einschätzung, Meinung oder Vermutung oft will I think prices will rise.

Diese Aufteilung ist eine sehr gute Orientierung, aber keine mathematische Regel über Gewissheit. Going to ist nicht automatisch „hundertprozentig sicher“, und will bedeutet nicht automatisch „unsicher“. Sprecher können dieselbe Zukunft unterschiedlich darstellen: als Ergebnis der jetzigen Lage, als persönliche Einschätzung, als Versprechen oder als spontane Entscheidung.

Going-to-Future oder Present Continuous?

Beide Formen können sich auf geplante Zukunft beziehen, setzen aber einen etwas anderen Schwerpunkt:

  • I'm going to meet Ana next week. betont die Absicht oder den Plan.
  • I'm meeting Ana at ten on Tuesday. klingt nach einer konkreten Vereinbarung mit festem Termin.

In vielen Alltagssituationen sind beide möglich. Das Present Continuous wird besonders natürlich, wenn Zeit, Ort oder andere Personen bereits fest vereinbart sind. Das Going-to-Future eignet sich auch für einen Plan, der noch keine solchen Einzelheiten hat.

Für Fahrpläne und offiziell festgelegte Abläufe steht dagegen häufig das Present Simple: The train leaves at 7:10. Das ist kein persönlicher Plan der sprechenden Person.

Zeitangaben und Kontext

Eine Zeitangabe wie tomorrow, next year oder at the weekend ist möglich, aber nicht nötig. Oft ergibt sich der Zukunftsbezug schon aus der Situation: Wenn jemand mit Koffern an der Tür steht und sagt I'm going to miss the bus, ist klar, dass es um die unmittelbar bevorstehende Zukunft geht.

Das deutsche Präsens deckt einen größeren Teil solcher Aussagen ab: „Nächste Woche ziehe ich um.“ Im Englischen braucht man bewusster eine passende Zukunftsperspektive, etwa I'm moving next week für eine feste Vereinbarung oder I'm going to move next year für eine Absicht.

Über die Grundlagen hinaus

Die folgenden Feinheiten müssen auf A2 noch nicht aktiv beherrscht werden. Sie erklären aber Formen, die in Gesprächen, Filmen und Texten häufig vorkommen.

Was/were going to: ein früherer Zukunftsplan

Mit was/were going to schaut man von einem Zeitpunkt in der Vergangenheit nach vorn:

  • I was going to call you, but I fell asleep. — Ich wollte dich anrufen, bin aber eingeschlafen.
  • They were going to move to Canada. — Sie hatten vor, nach Kanada zu ziehen.

Oft zeigt ein nachfolgendes but, dass der Plan nicht verwirklicht wurde. Ohne weiteren Kontext bleibt offen, ob er später umgesetzt wurde.

Gonna in gesprochener Sprache

In schneller, informeller Aussprache wird going to häufig zu gonna /ˈɡənə/ reduziert: What are you gonna do? In Songtexten, Chats oder Dialogen wird diese Form auch geschrieben. In formellen Texten, Bewerbungen und Prüfungsaufsätzen sollte weiterhin going to stehen.

Gonna ersetzt nur die Zukunftskonstruktion vor einem Verb. Vor einem Ziel ist es nicht möglich:

  • I'm gonna go to London. — umgangssprachlich möglich
  • Nicht: I'm gonna London.

Going to go ist grammatisch richtig

Die Wiederholung in I'm going to go home klingt vielleicht ungewohnt, ist aber korrekt: Das erste going to markiert die Zukunft, das zweite go bedeutet „gehen/fahren“. Je nach Kontext klingt I'm going home natürlicher, wenn der Aufbruch bereits feststeht. Man sollte going to go jedoch nicht pauschal als Fehler behandeln.

Bedeutungen außerhalb einer einfachen Zukunftsangabe

In Bedingungen kann be going to eine Haltung oder Voraussetzung ausdrücken:

  • If you're going to complain, suggest a better solution. — Wenn du dich schon beschweren willst, schlag eine bessere Lösung vor.

Hier geht es weniger um einen Termin in der Zukunft als um die erkennbare Absicht oder das erwartete Verhalten der angesprochenen Person. Solche Verwendungen zeigen, dass die Konstruktion nicht nur eine Zeitstufe bezeichnet, sondern auch die Sicht der sprechenden Person auf Pläne und Entwicklungen.

Übungstipps

  1. Trenne Absicht und Anzeichen. Schreibe täglich je zwei Sätze: einen über einen eigenen Plan (I'm going to …) und einen über eine Vorhersage aufgrund dessen, was du gerade siehst (It looks …; it's going to …).
  2. Übe Satzfamilien. Verwandle denselben Satz in Aussage, Verneinung und Frage: She's going to travel. — She isn't going to travel. — Is she going to travel? So prägt sich die Position von be und not ein.
  3. Vergleiche nicht Wort für Wort mit „werden“. Frage bei deutschen Zukunftssätzen zuerst: Ist es ein bestehender Plan, eine spontane Entscheidung, eine feste Vereinbarung oder eine Vorhersage mit Anzeichen? Wähle erst danach die englische Form.

Verwandte Grammatikthemen

  • Voraussetzung: Present Continuous — festigt die Formen am/is/are + -ing und hilft beim Vergleich zwischen Absicht und fester Vereinbarung.

Voraussetzung

Present Continuous im EnglischenA1

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