B1

Temporalsätze und Abfolgen im Yoruba

Gbólóhùn Àkókò àti Ìtòlẹ́sẹẹsẹ

Dieser Artikel ist Teil des Yoruba-Grammatikbaums auf Settemila Lingue.

Kurz gesagt

Zeitliche Beziehungen werden im Yoruba meist mit festen Rahmen wie nígbà tí „als/wenn“, ṣáájú kí ... tó „bevor“, lẹ́yìn tí ... ti „nachdem“ und títí ... fi „bis“ ausgedrückt. Anders als im Deutschen rückt das Verb im eingeleiteten Teilsatz nicht ans Ende; wichtig sind vielmehr die passenden Verbindungswörter und Aspektmarker wie ń für einen laufenden Vorgang und ti für etwas bereits Abgeschlossenes.

Überblick

Temporalsätze ordnen zwei Ereignisse zeitlich zueinander: Etwas geschieht als etwas anderes passiert, bevor es passiert, nachdem es abgeschlossen ist oder bis ein Endpunkt erreicht wird. Im Yoruba heißen solche Verbindungen unter anderem nígbà tí, ṣáájú kí, lẹ́yìn tí und títí. Auf B1-Niveau helfen sie dabei, nicht nur einzelne Handlungen aufzuzählen, sondern Abläufe, Erinnerungen, Pläne und Anweisungen genau zu formulieren.

Ein Temporalsatz ist ein Nebensatz, also ein Satzteil, der den zeitlichen Rahmen für einen anderen Satzteil liefert. Diese deutsche Bezeichnung darf jedoch nicht zu einer deutschen Wortstellung verleiten. Im Yoruba bleibt die Grundfolge gewöhnlich Subjekt – Marker – Verb – Ergänzung. Das Subjekt ist dabei die Person oder Sache, die handelt oder über die etwas ausgesagt wird. In nígbà tí mo dé steht daher mo „ich“ vor dé „ankommen“.

Ein weiterer Unterschied zum Deutschen betrifft die Zeitform. Yoruba-Verben erhalten keine Personen- oder Zeitendungen wie kam, kommt oder kommen wird. Der zeitliche Zusammenhang ergibt sich aus dem Kontext und aus kleinen Wörtern vor dem Verb. Solche Wörter heißen Aspektmarker: Sie zeigen vor allem, ob eine Handlung läuft, regelmäßig stattfindet oder bereits abgeschlossen ist. Gerade in Temporalsätzen tragen ń, ti, bá und die festen Rahmen kí ... tó sowie títí ... fi viel zur Bedeutung bei.

So funktioniert es

Der neutrale Rahmen: nígbà tí „als/wenn“

Nígbà tí leitet einen Zeitpunkt oder eine zeitliche Situation ein. Je nach Kontext entspricht es dem deutschen als bei einem einmaligen vergangenen Ereignis oder wenn bei einem wiederholten beziehungsweise zukünftigen Ereignis.

Muster Bedeutung Beispiel
nígbà tí + Subjekt + Verb als/wenn jemand etwas tut Nígbà tí mo dé ... „Als ich ankam ...“
nígbà tí + Subjekt + ń + Verb während ein Vorgang läuft Nígbà tí ó ń ṣiṣẹ́ ... „Während er/sie arbeitete ...“
nígbà tí + Subjekt + bá + Verb wenn ein erwarteter oder noch offener Fall eintritt Nígbà tí o bá dé ... „Wenn du ankommst ...“

Das Yoruba-Verbindungswort legt allein nicht fest, ob Deutsch als oder wenn braucht. Der restliche Satz schafft diese Unterscheidung. Eine einmalige Ankunft in einer Erzählung wird im Deutschen gewöhnlich mit als wiedergegeben; eine Ankunft in der Zukunft mit wenn.

Die Reihenfolge der beiden Teilsätze ist beweglich:

  • Nígbà tí mo dé, ó ti lọ. – „Als ich ankam, war er/sie schon gegangen.“
  • Ó ti lọ nígbà tí mo dé. – „Er/Sie war schon gegangen, als ich ankam.“

Steht der zeitliche Rahmen zuerst, macht ein Komma die Gliederung beim Lesen deutlich.

Vorzeitigkeit mit ṣáájú kí ... tó „bevor“

Bei ṣáájú „vorher, vor“ folgt vor einem ganzen Satz häufig der Rahmen kí + Subjekt + tó + Verb:

Haupthandlung + ṣáájú kí + Subjekt + tó + Verb

  • Jẹun ṣáájú kí o tó lọ. – „Iss, bevor du gehst.“
  • Mo pa ilẹ̀kùn ṣáájú kí mo tó jáde. – „Ich schloss die Tür, bevor ich hinausging.“

Kí ... tó gehört hier als Einheit zum Bauplan. Tó wird nicht wie ein deutsches Verb nach Person verändert: Man sagt kí mo tó lọ, kí o tó lọ und kí wọ́n tó lọ. Der zeitliche Teilsatz kann auch zuerst stehen: Ṣáájú kí o tó lọ, jẹun.

Folgt kein ganzer Satz, sondern nur ein Zeitpunkt oder ein Ereignis als Nomen (ein Wort für eine Person, Sache oder ein Ereignis), genügt ṣáájú:

  • ṣáájú ìpàdé – „vor der Besprechung“
  • ṣáájú ọ̀la – „vor morgen“

Abgeschlossene Voraussetzung mit lẹ́yìn tí ... ti „nachdem“

Lẹ́yìn tí leitet die Handlung ein, nach deren Abschluss die nächste folgt. Sehr oft steht im Teilsatz zusätzlich ti vor dem Verb:

lẹ́yìn tí + Subjekt + ti + Verb, + Haupthandlung

  • Lẹ́yìn tí wọ́n ti jẹun, wọ́n lọ. – „Nachdem sie gegessen hatten, gingen sie.“

Die beiden ähnlich aussehenden Wörter haben verschiedene Aufgaben. Das tonmarkierte tí ist Bestandteil von lẹ́yìn tí und verbindet den Satz. Das unmarkierte ti vor jẹun kennzeichnet die vorausgehende Handlung als abgeschlossen. Die Tonzeichen sind deshalb keine bloße Verzierung.

Wenn der Abschluss schon eindeutig ist oder nicht eigens hervorgehoben werden soll, kann ein Satz auch ohne diesen zusätzlichen Abschlussmarker vorkommen. Für Lernende ist lẹ́yìn tí + Subjekt + ti + Verb jedoch ein besonders klares und nützliches Grundmuster. Vor einem Nomen steht einfach lẹ́yìn: lẹ́yìn oúnjẹ „nach dem Essen“.

Ein Endpunkt mit títí ... fi „bis“

Bezeichnet „bis“ nicht nur einen Zeitpunkt, sondern einen ganzen Vorgang, ist títí ... fi ein wichtiges Rahmenmuster:

Haupthandlung + títí + Subjekt + fi + Verb

  • Dúró títí mo fi padà. – „Warte, bis ich zurückkomme.“
  • A ó dúró títí òjò fi dá. – „Wir werden warten, bis der Regen aufhört.“

Fi sollte in diesem Satzbau nicht nach dem deutschen Vorbild weggelassen werden. Es markiert den Vorgang, der die Grenze der Haupthandlung erreicht. Steht nach „bis“ nur ein Zeitpunkt, ist títí di üblich:

  • títí di ọ̀la – „bis morgen“
  • títí di aago mẹ́fà – „bis sechs Uhr“

Damit ergibt sich ein praktischer Gegensatz: títí di + Zeitpunkt, aber títí + Subjekt + fi + Verb bei einem Teilsatz.

Gleichzeitige Entwicklung mit bí ... ti

Der Rahmen bí ... ti kann zeigen, dass sich etwas während eines anderen Vorgangs ereignet oder parallel dazu entwickelt. Bei laufenden Vorgängen steht häufig ń:

bí + Subjekt + ti + ń + Verb, + Haupthandlung

  • Bí mo ti ń lọ sí ọjà, mo rí Bọ́lá. – „Als ich gerade zum Markt ging, sah ich Bọ́lá.“
  • Bí ọjọ́ ti ń lọ, Yorùbá rẹ̀ ń dára sí i. – „Mit der Zeit wird sein/ihr Yoruba immer besser.“

Hier darf ti nicht mit dem Abschlussmarker in ó ti lọ verwechselt werden. Im Rahmen bí ... ti gehört es zur verbindenden Konstruktion; das folgende ń zeigt den laufenden oder fortschreitenden Vorgang. Für eine einfache Zeitangabe ist nígbà tí meist der leichter einsetzbare Ausgangspunkt. Bí ... ti ist besonders nützlich, wenn Verlauf oder parallele Entwicklung im Vordergrund stehen.

Überblick über die Kernmuster

Zeitverhältnis Yoruba-Muster Typische deutsche Wiedergabe
Zeitpunkt nígbà tí + Subjekt + Verb als, wenn
laufender Hintergrund nígbà tí + Subjekt + ń + Verb während, als gerade
erwarteter Fall nígbà tí + Subjekt + bá + Verb wenn, sobald
frühere Handlung ṣáájú kí + Subjekt + tó + Verb bevor
abgeschlossene frühere Handlung lẹ́yìn tí + Subjekt + ti + Verb nachdem
Endpunkt als Vorgang títí + Subjekt + fi + Verb bis
Endpunkt als Zeitangabe títí di + Zeitpunkt bis
paralleler Verlauf bí + Subjekt + ti + ń + Verb während, als; je länger/weiter

Beispiele im Zusammenhang

Yoruba Deutsch Hinweis
Nígbà tí mo dé, ó ti lọ. Als ich ankam, war er/sie schon gegangen. ti zeigt, dass das Weggehen bereits abgeschlossen war.
Nígbà tí o bá dé ilé, pè mí. Wenn du zu Hause ankommst, ruf mich an. Erwartetes künftiges Ereignis mit bá.
Ó ń kàwé nígbà tí mo pè é. Er/Sie lernte gerade, als ich ihn/sie anrief. Der Temporalsatz steht nach der Haupthandlung.
Nígbà tí ó ń ṣiṣẹ́, kò fẹ́ ariwo. Wenn er/sie arbeitet, möchte er/sie keinen Lärm. ń kennzeichnet den laufenden Vorgang.
Ṣáájú kí o tó lọ, jẹun. Iss, bevor du gehst. Der Zeitrahmen steht zur Hervorhebung am Anfang.
Mo pa ilẹ̀kùn ṣáájú kí mo tó jáde. Ich schloss die Tür, bevor ich hinausging. Gleiches Subjekt in beiden Handlungen.
Lẹ́yìn tí wọ́n ti jẹun, wọ́n lọ. Nachdem sie gegessen hatten, gingen sie. Die erste Handlung ist abgeschlossen.
Lẹ́yìn tí mo ti parí iṣẹ́, mo sinmi. Nachdem ich die Arbeit beendet hatte, ruhte ich mich aus. ti parí betont den erreichten Abschluss.
Dúró títí mo fi padà. Warte, bis ich zurückkomme. títí ... fi mit einem ganzen Teilsatz.
Má ṣe jáde títí mo fi pè ọ. Geh nicht hinaus, bis ich dich rufe. Verneinte Aufforderung mit einem Endpunkt.
A ó dúró títí òjò fi dá. Wir werden warten, bis der Regen aufhört. Der aufhörende Regen setzt die Grenze.
Ilé ìtajà ṣí títí di aago mẹ́fà. Das Geschäft ist bis sechs Uhr geöffnet. títí di vor einer Zeitangabe.
Bí mo ti ń lọ sí ọjà, mo rí Bọ́lá. Als ich gerade zum Markt ging, sah ich Bọ́lá. Laufender Hintergrund mit bí ... ti ń.
Bí ọjọ́ ti ń lọ, Yorùbá rẹ̀ ń dára sí i. Mit der Zeit wird sein/ihr Yoruba immer besser. Zwei Entwicklungen verlaufen parallel.

Häufige Fehler

1. Deutsche Nebensatzstellung übernehmen

  • Falsch: Nígbà tí mo sí ọjà lọ ...
  • Richtig: Nígbà tí mo lọ sí ọjà ...
  • Warum: Nach nígbà tí bleibt die Yoruba-Grundfolge erhalten: mo „ich“ + lọ „gehen“ + sí ọjà „zum Markt“. Das Verb wandert nicht wie im deutschen Nebensatz ans Ende.

2. Im „bevor“-Satz tó auslassen

  • Falsch: Jẹun ṣáájú kí o lọ.
  • Richtig: Jẹun ṣáájú kí o tó lọ.
  • Warum: Für dieses zeitliche Muster wird ṣáájú kí ... tó als Rahmen gelernt. Eine bloße Wort-für-Wort-Übertragung von „bevor du gehst“ führt leicht zu einer unvollständigen Konstruktion.

3. Im „bis“-Satz fi vergessen

  • Falsch: Dúró títí mo padà.
  • Richtig: Dúró títí mo fi padà.
  • Warum: Vor einem ganzen Vorgang steht das Rahmenmuster títí + Subjekt + fi + Verb. Bei einem bloßen Zeitpunkt wird dagegen títí di verwendet: títí di ọ̀la.

4. tí und ti gleich behandeln

  • Falsch: Lẹ́yìn ti wọ́n tí jẹun, wọ́n lọ.
  • Richtig: Lẹ́yìn tí wọ́n ti jẹun, wọ́n lọ.
  • Warum: Tí nach lẹ́yìn ist das tonmarkierte Verbindungswort; ti vor jẹun markiert hier den Abschluss. Vertauschte oder fehlende Tonzeichen erschweren das Lesen und können grammatische Funktionen verdecken.

5. Für jede Vergangenheit ti einsetzen

  • Falsch: Nígbà tí mo ti dé lánàá, mo ti rí Adé – wenn nur zwei aufeinanderfolgende Ereignisse gemeint sind.
  • Richtig: Nígbà tí mo dé lánàá, mo rí Adé.
  • Warum: Ti ist keine allgemeine Vergangenheitsendung. Lánàá „gestern“ und der Erzählzusammenhang reichen hier aus. Ti hebt einen bereits erreichten Abschluss hervor, etwa in ó ti lọ „er/sie war schon gegangen“.

6. nígbà tí immer mit „als“ übersetzen

  • Falsch: Nígbà tí o bá dé ilé ... als „Als du nach Hause kommst ...“ wiedergeben.
  • Richtig: „Wenn du nach Hause kommst ...“
  • Warum: Deutsch trennt einmaliges vergangenes als und zukünftiges oder wiederholtes wenn. Yoruba kann in beiden Fällen nígbà tí verwenden; Wörter wie bá, Zeitangaben und der Kontext machen den Unterschied deutlich.

Hinweise zum Gebrauch

In Alltagssprache und in Erzählungen wird nicht jede zeitliche Abfolge als vollständiger Temporalsatz ausgebaut. Kurze Folgen können einfach nacheinander stehen oder mit lẹ́yìn náà „danach“ verbunden werden. Ó jẹun. Lẹ́yìn náà, ó lọ. bedeutet „Er/Sie aß. Danach ging er/sie.“ Ein solcher Anschluss erzählt Schritt für Schritt; lẹ́yìn tí ... bindet dagegen die erste Handlung grammatisch als zeitlichen Rahmen an die zweite.

Nígbà tí ist breit einsetzbar und deshalb ein guter Standardrahmen. Für ausdrücklich gleichzeitige laufende Vorgänge hilft ń: nígbà tí mo ń ṣiṣẹ́ „während ich arbeitete“. Bí ... ti ń wirkt besonders passend, wenn der Verlauf selbst wichtig ist, etwa „während ich unterwegs war“ oder „mit fortschreitender Zeit“.

Im Deutschen müssen Übersetzungen oft eine genaue Zeitform wählen: nachdem sie gegessen hatten, wenn du angekommen bist, bis ich zurückkomme. Yoruba bildet diese Unterschiede nicht durch Verbendungen ab. Beim Sprechen sollte man daher nicht zuerst nach einer deutschen Zeitform suchen, sondern nach der Beziehung: gleichzeitig, vorher abgeschlossen, noch nicht eingetreten oder Endpunkt einer Dauer.

Die vollständigen Tonzeichen sind in sorgfältig geschriebenem Standard-Yoruba wichtig, besonders bei kurzen grammatischen Wörtern wie tí. In informellen Nachrichten werden Zeichen zwar mitunter weggelassen, Lernende sollten die Formen aber vollständig schreiben. So prägen sich Ton, Aussprache und Funktion gemeinsam ein.

Über die Grundlagen hinaus

bá bei offenen oder erwarteten Ereignissen

In Sätzen über die Zukunft oder über Fälle, die immer dann gelten, wenn eine Bedingung eintritt, erscheint häufig bá im eingeleiteten Satz: Nígbà tí o bá dé, pè mí. Der Satz bezeichnet keine unsichere deutsche „Falls“-Bedingung im engeren Sinn; er kann schlicht den noch ausstehenden Zeitpunkt „wenn du ankommst“ ausdrücken. Der genaue Sinn ergibt sich aus Situation und Haupthandlung.

Abschluss ist eine Bedeutungsentscheidung

Vergleiche die Blickrichtung dieser beiden Sätze:

  • Nígbà tí mo dé, ó lọ. – „Als ich ankam, ging er/sie.“ Die Ereignisse werden zeitlich zusammengebracht.
  • Nígbà tí mo dé, ó ti lọ. – „Als ich ankam, war er/sie schon gegangen.“ Das Weggehen war zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen.

Der Marker ti entspricht somit nicht automatisch einer bestimmten deutschen Zeitform. Er liefert die Perspektive „bereits erreicht/abgeschlossen“; das Deutsche wählt je nach Zusammenhang Perfekt, Plusquamperfekt oder eine Umschreibung mit „schon“.

Satzverknüpfung und Erzählrhythmus

Mehrere Temporalsätze hintereinander können einen Text schwer machen. Yoruba-Erzählungen wechseln daher ebenso wie gute deutsche Texte zwischen untergeordneten Zeitrahmen und selbstständigen Anschlüssen:

  • Rahmen: Lẹ́yìn tí mo ti parí iṣẹ́, mo lọ sí ilé. – „Nachdem ich die Arbeit beendet hatte, ging ich nach Hause.“
  • Anschluss: Mo parí iṣẹ́. Lẹ́yìn náà, mo lọ sí ilé. – „Ich beendete die Arbeit. Danach ging ich nach Hause.“

Die erste Fassung stellt den Abschluss der Arbeit als Hintergrund für das Heimgehen dar. Die zweite gibt beiden Schritten mehr Eigengewicht. Fortgeschrittene Lernende können diese Wahl nutzen, um Erzählungen flüssiger und weniger eintönig zu gestalten.

Anfangsstellung zur Orientierung

Ein vorangestellter Temporalsatz setzt zuerst die zeitliche Bühne: Nígbà tí mo dé ... Ein nachgestellter Temporalsatz ergänzt den Zeitpunkt nach der Hauptaussage: Ó ń kàwé nígbà tí mo pè é. Beide Reihenfolgen sind möglich, aber die Informationswirkung unterscheidet sich. In längeren Texten hilft die Anfangsstellung, einen neuen Abschnitt oder Zeitsprung deutlich zu eröffnen.

Übungstipps

  1. Baue vier Satzpaare aus demselben Wortschatz. Nimm etwa dé „ankommen“ und jẹun „essen“ und bilde je einen Satz mit nígbà tí, ṣáájú kí ... tó, lẹ́yìn tí ... ti und títí ... fi. So lernst du nicht nur Wörter, sondern vollständige Rahmen.
  2. Markiere Zeitbeziehungen beim Lesen. Unterstreiche den Konnektor und kreise ń, ti, bá, tó oder fi ein. Frage dann: Läuft die Handlung, ist sie schon abgeschlossen, wird sie erwartet oder setzt sie einen Endpunkt?
  3. Erzähle einen Tagesablauf zweimal. Verwende zuerst kurze Sätze mit lẹ́yìn náà „danach“. Verbinde sie anschließend mit lẹ́yìn tí ... und ṣáájú kí ... tó. Lies beide Fassungen laut und achte darauf, dass das Verb im Yoruba nicht nach deutschem Muster ans Satzende rutscht.

Verwandte Themen

  • Voraussetzung: Konjunktionen und Verbindungswörter — schafft die Grundlage dafür, Aussagen mit Wörtern wie àti, ṣùgbọ́n, nítorí pé, bí und tí miteinander zu verknüpfen.

Voraussetzung

Konjunktionen und Verknüpfungen im YorubaA2

Mehr B1-Konzepte

Dieses Konzept in anderen Sprachen

In allen Sprachen vergleichen