Familienbegriffe auf Māori: Whānau
Whānau
Dieser Artikel ist Teil des Māori-Grammatikbaums auf Settemila Lingue.
concept: mi-a1-whanau lang: mi ui: de title: Familienbegriffe auf Māori: Whānau description: >- Lerne wichtige Familienbegriffe auf Māori, passende Besitzformen und genaue Wörter für Eltern, Kinder, Großeltern und Geschwister im Alltag. generation: article: version: native-ui-reference-v3.1 model: openai-codex/gpt-5.6-sol at: 2026-07-22T16:46:18Z reviews: spell-check: status: flagged at: 2026-07-22T16:46:18Z score: 0.0097 score-english: 0.0032 score-coverage: 0.0097 suspects: ["-Niveau", "-Paar", "Geschwisterpaar", "Geschwisters", "Hōne", "Lena", "Makron", "Makrone", "Māori-Aussprache", "Māori-Satz", "Possessivwörtern", "Vokabelliste", "adoptive", "alltagssprachlich", "gemischtgeschlechtliches", "genealogische", "konzeptualisiert", "wh"] criteria: v7 language-mixing: status: clean at: 2026-07-22T16:53:32Z criteria: v2
Kurz gesagt
Whānau bezeichnet die Familie, reicht aber oft weiter als die deutsche Vorstellung von Eltern und Kindern. Wichtige Grundwörter sind māmā oder whaea für Mutter, pāpā oder matua für Vater, tamaiti für Kind und tamariki für Kinder. In Sätzen stehen Familienwörter häufig mit Besitzwörtern wie tōku „mein/meine“ oder tāku „mein/meine“: tōku māmā, aber tāku tamāhine.
Überblick
Familie ist in te reo Māori, der Sprache der Māori, ein besonders wichtiger Lebensbereich. Das zeigt sich schon am Wort whānau: Es kann die unmittelbare Familie meinen, oft aber auch eine größere Gruppe von Verwandten und eng verbundenen Menschen. Die deutsche Übersetzung „Familie“ ist deshalb richtig, bildet jedoch nicht in jeder Situation den ganzen Bedeutungsumfang ab.
Auf A1-Niveau geht es zunächst darum, nahe Angehörige zu benennen und einfache Aussagen zu verstehen: Wer ist wessen Mutter? Wie viele Kinder hat jemand? Wer ist der Großvater? Dafür braucht man einige Substantive (Nomen, also Wörter für Personen und Dinge), die Satzmuster mit ko sowie wenige häufige Besitzformen.
Anders als im Deutschen gibt es bei manchen Verwandtschaftswörtern keine einzige neutrale Entsprechung. Besonders bei Geschwistern berücksichtigt Māori das Geschlecht der sprechenden Person, das Geschlecht des Geschwisters und teilweise das Alter. Für den Anfang genügt ein kleiner Kernwortschatz; die genaueren Unterscheidungen stehen weiter unten getrennt im Abschnitt für Fortgeschrittene.
So funktioniert es
Der grundlegende Wortschatz
| Māori | Deutsche Bedeutung | Wichtiger Hinweis |
|---|---|---|
| whānau | Familie, erweiterte Familie | kann mehr als die Kernfamilie umfassen |
| māmā | Mama, Mutter | familiär und im Alltag sehr gebräuchlich |
| whaea | Mutter; je nach Zusammenhang auch Tante oder respektvolle Anrede | Bedeutung ergibt sich aus Beziehung und Situation |
| pāpā | Papa, Vater | familiär und alltagssprachlich |
| matua | Vater, Elternteil; auch respektvolle Anrede | nicht in jedem Zusammenhang ausschließlich „Vater“ |
| tamaiti | Kind | Einzahl |
| tamariki | Kinder | gebräuchliche Mehrzahl zu tamaiti |
| tama | Sohn, Junge | der Zusammenhang entscheidet |
| tamāhine | Tochter | der lange Vokal in mā wird geschrieben |
| kuia | Großmutter; ältere Frau | nicht immer eine biologische Großmutter |
| koroua | Großvater; älterer Mann | nicht immer ein biologischer Großvater |
| mokopuna | Enkelkind, Nachkomme | kann auch eine weiter gefasste Nachkommenschaft bezeichnen |
| tuakana | älteres gleichgeschlechtliches Geschwister | genaue Verwendung hängt von der sprechenden Person ab |
Bei Māori zeigt normalerweise nicht eine Endung am Substantiv die Mehrzahl an. Häufig übernehmen Begleitwörter diese Aufgabe: te tamaiti heißt „das Kind“, ngā tamariki „die Kinder“. Einige Verwandtschaftswörter besitzen daneben besondere Einzahl- und Mehrzahlformen. Das wichtigste A1-Paar ist tamaiti – tamariki; es sollte als festes Paar gelernt werden.
Personen mit ko gleichsetzen
Wenn eine bestimmte Person benannt oder identifiziert wird, steht häufig ko am Anfang. Eine deutsche Form von „sein“ wie „ist“ wird dabei nicht eingesetzt:
Ko + Name oder Pronomen + Familienbeziehung
- Ko Mere tōku māmā. — Mere ist meine Mutter.
- Ko ia tōku koroua. — Er ist mein Großvater.
- Ko Hana tāku tamāhine. — Hana ist meine Tochter.
Ia bedeutet sowohl „er“ als auch „sie“. Das Geschlecht wird also nicht am Pronomen (Fürwort, das hier für eine Person steht) sichtbar, sondern aus dem Zusammenhang oder aus einem Wort wie koroua oder tamāhine erschlossen. Das unterscheidet sich deutlich vom Deutschen.
Für die Frage nach einer Person verwendet man ko wai „wer“:
- Ko wai tō tuakana? — Wer ist dein älteres gleichgeschlechtliches Geschwister?
- Ko wai tō māmā? — Wer ist deine Mutter?
Man sollte ko wai zunächst als feste Frageeinheit lernen. Eine wörtlich nach deutschem Muster gebaute Frage mit einem zusätzlichen Wort für „ist“ funktioniert hier nicht.
Besitz: warum es zwei Formen für „mein“ gibt
Māori besitzt zwei Reihen von Possessivwörtern (Wörtern wie „mein“ und „dein“): die A-Kategorie und die O-Kategorie. Welche Reihe gewählt wird, hängt von der Art der Beziehung ab, nicht vom grammatischen Geschlecht. Familienbeziehungen zu einer älteren Generation stehen typischerweise in der O-Kategorie; Kinder und Nachkommen der sprechenden Person typischerweise in der A-Kategorie.
Für den Einstieg helfen diese häufigen Verbindungen:
| Beziehung | Einzahl | Mehrzahl | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Mutter, Vater, Großeltern, ältere gleichgeschlechtliche Geschwister | tōku „mein/meine“ | ōku „meine“ | tōku māmā, ōku mātua |
| eigenes Kind, eigene Kinder | tāku „mein/meine“ | āku „meine“ | tāku tama, āku tamariki |
| Beziehung der angesprochenen Person | tō „dein/deine“ oder tā „dein/deine“ | ōu „deine“ oder āu „deine“ | tō tuakana, āu tamariki |
Das ist keine Unterscheidung wie deutsches „mein/meine“, denn sie richtet sich nicht nach Genus oder Zahl des deutschen Wortes. Vergleiche tōku māmā „meine Mutter“ und tāku tamāhine „meine Tochter“: Beide deutschen Ausdrücke beginnen mit „meine“, auf Māori gehören sie jedoch zu verschiedenen Besitzkategorien.
Die vollständige A-/O-Wahl ist ein eigenes Grammatikthema. Auf A1-Niveau ist es sinnvoll, die häufigsten Verbindungen als ganze Wortgruppen zu lernen, statt bei jedem Satz eine abstrakte Regel auszurechnen.
Anzahl und Familie
Eine einfache Mengenangabe beginnt mit e und der Zahl. Im Satz E rua āku tamariki steht rua für „zwei“:
- E rua āku tamariki. — Ich habe zwei Kinder.
Der deutsche Satz verwendet „haben“. Der Māori-Satz beschreibt dagegen eine Anzahl in einer Besitzbeziehung; ein direkt entsprechendes Verb „haben“ steht nicht darin. Beim Übersetzen sollte man deshalb den Sinn wiedergeben und nicht jedes deutsche Wort einzeln nachbauen.
Für das Zählen von Personen begegnen einem außerdem Formen mit toko-, etwa tokorua „zwei Personen“ und tokotoru „drei Personen“. Diese feinere Zählweise kann nach dem grundlegenden Zahlenwortschatz gelernt werden.
Beispiele im Zusammenhang
| Māori | Deutsch | Hinweis |
|---|---|---|
| Ko Mere tōku māmā. | Mere ist meine Mutter. | Identifikation mit ko |
| Ko ia tōku koroua. | Er ist mein Großvater. | ia kann auch „sie“ bedeuten; hier klärt koroua den Zusammenhang |
| Ko wai tō tuakana? | Wer ist dein älteres gleichgeschlechtliches Geschwister? | ko wai fragt nach einer Person |
| E rua āku tamariki. | Ich habe zwei Kinder. | A-Kategorie bei den eigenen Kindern |
| Ko Hana tāku tamāhine. | Hana ist meine Tochter. | tāku gehört zur A-Kategorie |
| Ko Rāwiri tāku tama. | Rāwiri ist mein Sohn. | tama kann auch „Junge“ heißen |
| Ko Miri rāua ko Hōne ōku mātua. | Miri und Hōne sind meine Eltern. | rāua bezieht sich auf genau zwei Personen |
| He nui tōku whānau. | Meine Familie ist groß. | whānau kann die erweiterte Familie meinen |
| Kei te mahi tōku pāpā. | Mein Vater arbeitet gerade. | alltägliches pāpā |
| Kei Rotorua tōku kuia. | Meine Großmutter ist in Rotorua. | Ortsangabe mit kei |
| Ko Ani tōku tuahine. | Ani ist meine Schwester. | aus der Sicht eines männlichen Sprechers |
| Ko Rangi tōku tungāne. | Rangi ist mein Bruder. | aus der Sicht einer weiblichen Sprecherin |
| Ko Pita tāku teina. | Pita ist mein jüngerer Bruder. | hier spricht ein Mann über einen jüngeren Mann |
| Tokotoru ngā mokopuna a Mere. | Mere hat drei Enkelkinder. | tokotoru zählt drei Personen |
Häufige Fehler
Tamaiti einfach regelmäßig in die Mehrzahl setzen
- Falsch: ngā tamaiti
- Richtig: ngā tamariki
- Warum: Die übliche Mehrzahl zu tamaiti lautet tamariki. Das Paar wird am besten gemeinsam gelernt: te tamaiti – ngā tamariki.
Jedes ältere Geschwister tuakana nennen
- Falsch: Ein Mann bezeichnet seine ältere Schwester ohne weiteren Zusammenhang als tōku tuakana.
- Richtig: tōku tuahine
- Warum: Tuakana bezeichnet ein älteres Geschwister desselben Geschlechts wie die sprechende Person. Ein Mann nennt seine Schwester tuahine; eine Frau nennt ihren Bruder tungāne.
Für alle Angehörigen dieselbe Besitzform verwenden
- Falsch: tāku māmā; tōku tamāhine
- Richtig: tōku māmā; tāku tamāhine
- Warum: Mutter und Tochter gehören in diesen gewöhnlichen Beziehungen zu unterschiedlichen Besitzkategorien. Deutsche Formen wie „meine“ geben keinen Hinweis auf diesen Unterschied.
Das deutsche „ist“ Wort für Wort nachbauen
- Falsch: Ko Mere he tōku māmā.
- Richtig: Ko Mere tōku māmā.
- Warum: Bei dieser Identifikation verbindet das Satzmuster mit ko die Person und die Beziehung. Ein zusätzliches Bindewort nach deutschem Vorbild ist nicht nötig.
Längenzeichen weglassen
- Falsch: whanau, tamahine statt whānau, tamāhine
- Richtig: whānau, tamāhine
- Warum: Der Makron, auf Māori tohutō, kennzeichnet einen langen Vokal. Vokallänge gehört zur Aussprache und kann Wörter unterscheiden; sie ist kein entbehrlicher Schmuck.
Hinweise zum Gebrauch
Māmā und pāpā klingen familiär und passen gut in alltägliche Gespräche über die eigenen Eltern. Whaea und matua haben einen weiteren Gebrauch. Sie können tatsächliche Verwandtschaft ausdrücken, aber auch als respektvolle Anrede oder Bezeichnung für Erwachsene dienen. In Bildungszusammenhängen hört man beispielsweise Whaea + Name oder Matua + Name, ohne dass „Mutter“ oder „Vater“ im biologischen Sinn gemeint ist.
Auch kuia und koroua sind nicht auf die deutschen Begriffe „Oma“ und „Opa“ beschränkt. Je nach Zusammenhang können sie eine ältere Frau oder einen älteren Mann bezeichnen. Wer eine konkrete Person vorstellt, sollte daher auf Beziehung, Situation und die von der betreffenden whānau bevorzugte Bezeichnung achten.
Whānau darf nicht automatisch mit „Kernfamilie“ gleichgesetzt werden. Das Wort kann Eltern, Kinder und Geschwister umfassen, ebenso aber einen größeren verwandtschaftlichen und sozialen Zusammenhang. Im neuseeländischen Alltag wird whānau auch in englisch geprägten Gesprächen verwendet; beim Lernen von Māori ist dennoch wichtig, die Māori-Aussprache und das wh korrekt zu üben.
Welche Verwandtschaftsbezeichnung eine Familie tatsächlich verwendet, kann außerdem von Region, iwi (Stammesverband), Dialekt und Familiengewohnheit abhängen. Varianten sind daher nicht vorschnell als falsch zu bewerten. Für die eigene Vorstellung ist die Form am besten, die in der betreffenden Familie und Gemeinschaft üblich ist.
Über die Grundlagen hinaus
Die folgenden Feinheiten muss man auf A1 noch nicht sicher beherrschen. Sie erklären aber, warum deutsche Sammelwörter wie „Geschwister“ oder „Großeltern“ beim späteren Lernen oft zu ungenau sind.
Geschwister aus der Perspektive der sprechenden Person
| Sprechende Person und Geschwister | Älter | Jünger |
|---|---|---|
| beide männlich oder beide weiblich | tuakana | teina |
| Mann spricht über eine Schwester | tuahine | tuahine |
| Frau spricht über einen Bruder | tungāne | tungāne |
Bei Geschwistern unterschiedlichen Geschlechts ist also nicht das Alter ausschlaggebend. Bei gleichgeschlechtlichen Geschwistern wird dagegen zwischen älter und jünger unterschieden. Dieselben Wörter können in traditionellen Verwandtschaftssystemen auch bestimmte Cousinen oder Cousins einschließen; die deutsche Kleinfamilienlogik lässt sich nicht immer eins zu eins übertragen.
Einige Verwandtschaftswörter zeigen in der Mehrzahl eine veränderte Vokallänge, etwa tuakana – tuākana, teina – tēina und tuahine – tuāhine. Daneben kennzeichnen Artikel und Zahlwörter die Mehrzahl. Solche Formen sollte man später mit vollständigen Wortgruppen lernen, zum Beispiel ngā tuākana.
Vorfahren, Nachkommen und whakapapa
Tipuna beziehungsweise die regionale Variante tupuna kann einen Vorfahren oder Großelternteil bezeichnen; entsprechende Mehrzahlformen sind tīpuna beziehungsweise tūpuna. Mokopuna verbindet die Bedeutung „Enkelkind“ mit der weiteren Idee eines Nachkommen. Dadurch ordnen die Wörter Personen nicht nur einem Haushalt, sondern Generationen und Abstammungslinien zu.
Der Begriff whakapapa bezeichnet genealogische Zusammenhänge und das Einordnen von Beziehungen über Generationen hinweg. Wer später an einem mihimihi, einer persönlichen Vorstellung, arbeitet, begegnet Familie deshalb nicht bloß als Vokabelliste: Herkunft, Orte und Beziehungen bilden zusammen einen wichtigen Teil der Selbstvorstellung.
Die A-/O-Kategorie ist eine Beziehungsperspektive
Die Faustregel „ältere Generation O, eigene Kinder A“ ist nützlich, aber nicht die vollständige Grammatik. A und O drücken aus, wie eine Beziehung konzeptualisiert wird, unter anderem im Hinblick auf Einfluss, Ursprung und soziale Stellung. Auch Ehepartner, Geschwister, adoptive Beziehungen und andere Verwandtschaftsverhältnisse verlangen genauere Regeln. Für korrekte fortgeschrittene Sätze sollte daher das vollständige System der Besitzkategorien gelernt werden, statt A und O mit „belebt“ und „unbelebt“ oder mit deutschem Genus zu verwechseln.
Tipps zum Üben
- Lerne kleine Beziehungspaare statt Einzelwörter. Sprich täglich Verbindungen wie tōku māmā, tōku pāpā, tāku tamāhine und āku tamariki laut. So werden Wortschatz und Besitzkategorie gemeinsam gespeichert.
- Zeichne eine einfache Familienübersicht. Beschrifte zunächst fünf bis acht reale oder erfundene Personen auf Māori. Formuliere danach zu jeder Person einen Satz mit ko, zum Beispiel Ko Lena tōku māmā. Verwende erfundene Namen, wenn du persönliche Angaben nicht aufschreiben möchtest.
- Wechsle bewusst die Perspektive. Nimm zwei Frauen, zwei Männer und ein gemischtgeschlechtliches Geschwisterpaar. Entscheide jeweils, ob tuakana, teina, tuahine oder tungāne passt. Sage zusätzlich die Makrone deutlich mit: whānau, māmā, tamāhine.
Verwandte Konzepte
Für diesen Eintrag sind derzeit keine verwandten Konzepte hinterlegt. Als nächster Lernschritt bietet sich besonders das vollständige System der A- und O-Besitzkategorien an, weil es Formen wie tōku māmā und āku tamariki erklärt.
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