Demonstrativpronomen im Deutschen: dieser und jener
Demonstrativpronomen
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concept: de-a1-demonstrativpronomen lang: de ui: de title: Demonstrativpronomen im Deutschen: dieser und jener description: >- Lerne die Formen von dieser, diese, dieses und jener, jene, jenes in allen vier Fällen – mit Tabellen, Beispielen und typischen Fehlern. generation: article: version: native-ui-reference-v3.1 model: openai-codex/gpt-5.6-sol at: 2026-07-17T17:29:25Z reviews: spell-check: status: flagged at: 2026-07-17T17:29:25Z score: 0.005 score-english: 0.005 score-coverage: null suspects: ["-Niveau", "-chen", "-em", "-en", "-er", "-n", "-s", "dies-", "jen-"] criteria: v7 language-mixing: status: clean at: 2026-07-17T18:00:00Z criteria: v2
Kurz gesagt
Mit dieser, diese, dieses weist man gezielt auf eine Person oder Sache hin: Dieses Buch meine ich. Jener, jene, jenes bezeichnet meist etwas weiter Entferntes oder stellt zwei Dinge einander gegenüber, kommt im heutigen Alltag aber deutlich seltener vor. Beide Wörter richten ihre Endung nach Genus (grammatischem Geschlecht), Numerus (Einzahl oder Mehrzahl) und Kasus (der Rolle im Satz).
Überblick
Demonstrativpronomen sind hinweisende Fürwörter. Sie zeigen nicht nur, um wen oder was es geht, sondern heben die gemeinte Person oder Sache besonders hervor. Vergleiche Das Buch ist gut mit Dieses Buch ist gut: Im zweiten Satz wird ein bestimmtes Buch aus mehreren Möglichkeiten ausgewählt. Oft könnte man dabei mit dem Finger darauf zeigen.
Die Grundformen lauten dieser für maskuline Wörter, diese für feminine Wörter und den Plural sowie dieses für neutrale Wörter. Jener, jene, jenes funktioniert grammatisch genauso. Auf A1-Niveau genügt zunächst die einfache Regel: Das Hinweiswort steht vor einem Nomen (einem Wort für eine Person, Sache oder Idee) und bekommt eine passende Endung: dieser Mann, diese Frau, dieses Buch, diese Leute.
Die Bezeichnung „Pronomen“ wird unterschiedlich weit verwendet. Steht das Wort ohne Nomen, ersetzt es dieses wirklich: Welcher Mantel gehört dir? – Dieser. Steht es vor einem Nomen, nennt man es genauer Demonstrativartikel oder demonstratives Begleitwort: dieser Mantel. Da Formen und Grundbedeutung gleich sind, werden beide Verwendungen hier gemeinsam erklärt.
So funktioniert es
Die Grundidee im Nominativ
Der Nominativ bezeichnet meistens das Subjekt, also die Person oder Sache, die handelt oder über die etwas ausgesagt wird.
| Genus und Numerus | Mit dies- | Mit jen- | Beispiel |
|---|---|---|---|
| maskulin | dieser | jener | Dieser Mann wartet. |
| feminin | diese | jene | Diese Frau wartet. |
| neutrum | dieses | jenes | Dieses Kind wartet. |
| Plural | diese | jene | Diese Leute warten. |
Die Endungen erinnern an die bestimmten Artikel der, die, das:
- der Mann → dieser Mann
- die Frau → diese Frau
- das Buch → dieses Buch
- die Bücher → diese Bücher
Wer der, die, das bereits kennt, kann die neue Form deshalb als Kombination lernen: Stamm dies- oder jen- plus eine deutlich sichtbare Endung.
Alle vier Fälle
Die Form hängt nicht nur vom Geschlecht ab, sondern auch vom Fall. Ein Akkusativobjekt ist meist die Person oder Sache, auf die sich eine Handlung direkt richtet: Ich kaufe diesen Mantel. Ein Dativobjekt bezeichnet häufig einen Empfänger oder Beteiligten: Ich helfe dieser Frau. Der Genitiv drückt vor allem Zugehörigkeit aus und ist in dieser Wortgruppe eher schriftsprachlich: die Farbe dieses Autos.
| Fall | maskulin | feminin | neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | dieser | diese | dieses | diese |
| Akkusativ | diesen | diese | dieses | diese |
| Dativ | diesem | dieser | diesem | diesen |
| Genitiv | dieses | dieser | dieses | dieser |
Für jener, jene, jenes werden genau dieselben Endungen verwendet:
| Fall | maskulin | feminin | neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | jener | jene | jenes | jene |
| Akkusativ | jenen | jene | jenes | jene |
| Dativ | jenem | jener | jenem | jenen |
| Genitiv | jenes | jener | jenes | jener |
Für den Anfang sind drei Muster besonders nützlich:
- Nur der maskuline Akkusativ ändert sich gegenüber dem Nominativ auffällig: dieser Mann → Ich sehe diesen Mann.
- Im Dativ stehen oft -em bei maskulinen und neutralen Wörtern, -er bei femininen Wörtern und -en im Plural.
- Nach mit, bei, von, zu folgt immer der Dativ: mit diesem Bus, bei dieser Firma, von diesen Leuten.
Vor einem Nomen
Vor einem Nomen ersetzt dieser den bestimmten Artikel. Man sagt also nicht dieser der Mann, sondern nur dieser Mann. Ein Adjektiv dazwischen bekommt in der Regel die schwache Endung, weil das Demonstrativwort Genus und Fall schon deutlich zeigt:
- dieser neu*e Computer*
- mit dieser nett*en Kollegin*
- für dieses klein*e Zimmer*
- von diesen alt*en Häusern*
Im Dativ Plural erhält außerdem das Nomen meistens ein -n, sofern es nicht bereits auf -n oder -s endet: mit diesen Kindern, in jenen Jahren, aber mit diesen Autos.
Ohne Nomen
Wenn aus dem Zusammenhang klar ist, welches Nomen gemeint ist, kann es wegfallen. Das Demonstrativpronomen trägt dann allein die Information:
- Welcher Kuchen ist frisch? – Dieser.
- Welche Tasche nimmst du? – Diese hier.
- Welches Fahrrad gehört Paul? – Jenes dort.
- Welche Schuhe sind günstiger? – Diese.
Auch ohne genanntes Nomen richtet sich die Form nach dem ausgelassenen Wort. Dieser kann zum Beispiel für dieser Pullover stehen, diese für diese Jacke oder diese Schuhe und dieses für dieses Hemd.
Nähe und Entfernung
Dieser verweist typischerweise auf etwas räumlich, zeitlich oder gedanklich Nahes:
- dieser Stuhl hier
- diese Woche
- dieses Problem, über das wir gerade sprechen
Jener kann auf etwas weiter Entferntes weisen:
- dieses Haus hier und jenes Haus am Waldrand
- in jenen Jahren – in einer weiter zurückliegenden Zeit
Die Unterscheidung ist jedoch nicht so fest wie ein einfaches Paar „nah gegen fern“. Im gesprochenen Deutsch verwendet man für Entferntes oft natürlicher der da, die dort oder eine andere Umschreibung: Nimmst du dieses Glas oder das da?
Beispiele im Kontext
| Beispiel | Bedeutung in einfachen Worten | Hinweis |
|---|---|---|
| Dieses Buch ist gut. | Genau das gemeinte Buch ist gut. | Neutrum, Nominativ |
| Diese Frau kenne ich. | Ich kenne genau die bezeichnete Frau. | Femininum, Akkusativ |
| Dieser Mann ist mein Chef. | Der bezeichnete Mann ist mein Chef. | Maskulinum, Nominativ |
| Ich nehme diesen Zug. | Ich entscheide mich für den bezeichneten Zug. | Maskulinum, Akkusativ |
| Kannst du mir mit diesem Koffer helfen? | Gemeint ist genau dieser Koffer. | Neutrum, Dativ nach mit |
| Wir sprechen mit dieser Ärztin. | Wir sprechen mit der bezeichneten Ärztin. | Femininum, Dativ |
| Diese Schuhe sind bequemer. | Die näher bezeichneten Schuhe sind bequemer. | Plural, Nominativ |
| Von diesen Bildern gefällt mir das erste. | Aus dieser bestimmten Bildergruppe gefällt mir eines. | Plural, Dativ nach von |
| Welchen Kaffee möchtest du? – Diesen. | Ich möchte den gerade bezeichneten Kaffee. | Nomen ausgelassen, maskuliner Akkusativ |
| Welche Jacke gehört dir? – Diese hier. | Die nahe Jacke gehört mir. | Nomen ausgelassen, Femininum |
| Dieses Café ist voll; gehen wir in jenes dort. | Das entferntere Café ist die Alternative. | Gegensatz dieses – jenes |
| In jenen Tagen gab es noch kein Internet. | Gemeint ist eine weiter zurückliegende Zeit. | Plural, Dativ; eher erzählend |
| Die Farbe dieses Autos gefällt mir. | Es geht um die Farbe genau dieses Autos. | Neutrum, Genitiv |
| An diesem Abend bleiben wir zu Hause. | Gemeint ist ein bestimmter, naher Abend. | feste Zeitangabe im Dativ |
Die „Bedeutung in einfachen Worten“ ist keine Übersetzung in eine andere Sprache. Sie macht sichtbar, welche zusätzliche Auswahl oder Hervorhebung das Demonstrativwort leistet.
Häufige Fehler
Artikel und Demonstrativwort doppelt setzen
- Falsch: dieser der Mann
- Richtig: dieser Mann
- Warum: Dieser übernimmt vor dem Nomen bereits die Funktion des Artikels. Ein zusätzlicher bestimmter Artikel ist nicht nötig.
Im maskulinen Akkusativ die Nominativform verwenden
- Falsch: Ich sehe dieser Mann.
- Richtig: Ich sehe diesen Mann.
- Warum: Der Mann ist hier das direkte Ziel des Sehens und steht im Akkusativ. Maskulin lautet die Endung deshalb -en.
Das Genus nach der realen Person wählen
- Falsch: Diese Mädchen wartet draußen.
- Richtig: Dieses Mädchen wartet draußen.
- Warum: Entscheidend ist das grammatische Geschlecht des Nomens. Mädchen ist wegen der Endung -chen neutral, auch wenn es eine weibliche Person bezeichnet.
Die Endung im Dativ vergessen
- Falsch: mit dieses Auto
- Richtig: mit diesem Auto
- Warum: Die Präposition mit verlangt den Dativ. Bei einem neutralen Nomen lautet die Form diesem.
Das Plural-n am Nomen übersehen
- Falsch: mit diesen Kind
- Falsch: mit diesen Kinder
- Richtig: mit diesen Kindern
- Warum: Diesen zeigt den Dativ Plural; das Nomen bekommt normalerweise zusätzlich ein -n.
Jener überall als normales Gegenstück zu dieser verwenden
- Unnatürlich im Alltag: Gib mir jene Tasse dort.
- Meist natürlicher: Gib mir die Tasse da.
- Warum: Der Satz mit jene ist grammatisch richtig, wirkt im lockeren Gespräch aber häufig formell, betont oder literarisch.
Hinweise zum Gebrauch
Dieser hebt stärker hervor als der, die, das
Der bestimmte Artikel identifiziert etwas meist neutral: Der Schlüssel liegt auf dem Tisch. Mit dieser wird ausgewählt, gezeigt oder ein Gegensatz angedeutet: Dieser Schlüssel passt, der andere nicht. Die genaue Wirkung hängt von Situation und Betonung ab.
Vor Personen kann eine starke Betonung auch kritisch oder abwertend klingen: Dieser Herr hat sich schon wieder beschwert. Das Wort selbst ist nicht unhöflich; Tonfall und Zusammenhang entscheiden. In einer sachlichen Vorstellung ist Diese Frau ist unsere neue Leiterin möglich, doch Das ist unsere neue Leiterin oder Frau Kaya ist unsere neue Leiterin klingt oft natürlicher.
Zeitangaben mit dies-
In Zeitangaben bezeichnet dies- häufig den gegenwärtigen oder unmittelbar relevanten Zeitraum:
- heute Morgen, aber auch an diesem Morgen
- diese Woche
- diesen Monat
- dieses Jahr
Die Form richtet sich nach der ganzen Konstruktion. Man sagt diese Woche im Akkusativ als Zeitangabe, aber in dieser Woche im Dativ nach in.
Jener ist korrekt, aber markierter
Jener begegnet besonders in geschriebenen Texten, Erzählungen, historischen Darstellungen und festen Wendungen wie in jenen Tagen oder auf jener Seite. Im spontanen Gespräch sind der da, die dort, damals oder eine Wiederholung des Nomens oft üblicher. Lernende sollten jener sicher erkennen und korrekt bilden können, müssen es aber nicht in jedem Alltagsgespräch aktiv verwenden.
Über die Grundlagen hinaus
Die folgenden Feinheiten sind für A1 noch nicht nötig. Sie helfen später dabei, anspruchsvollere Texte genau zu verstehen.
Das unveränderliche dies
Dies kann allein stehen und wird dann nicht nach Genus oder Fall verändert: Dies ist mein letzter Vorschlag. Diese Form wirkt häufig sachlich oder schriftsprachlich. Im Alltag ist Das ist mein letzter Vorschlag oft natürlicher. Vor einem Nomen braucht man dagegen die flektierte, also an den Satz angepasste Form: dieser Vorschlag, nicht dies Vorschlag.
Zwei zuvor genannte Dinge unterscheiden
In gehobener Sprache können dieser und jener auf zwei bereits genannte Personen oder Dinge zurückverweisen. Traditionell bezieht sich dieser eher auf das zuletzt Genannte, jener auf das zuerst Genannte:
Anna sprach mit Maria. Diese wollte bleiben, jene gehen.
Nach dieser Regel wollte Maria bleiben und Anna gehen. Solche Sätze können trotz der Regel schwer verständlich sein. In klarer Alltagssprache ist es besser, die Namen zu wiederholen.
Abgrenzung zu anderen hinweisenden Formen
Deutsch verfügt über weitere Demonstrativpronomen und demonstrative Ausdrücke:
- der, die, das mit starker Betonung: Den kenne ich.
- derjenige, diejenige, dasjenige: Diejenige, die zuerst ankommt, beginnt.
- derselbe, dieselbe, dasselbe für Identität: Wir tragen dasselbe Hemdmodell.
- so ein / solch ein für eine Art oder Beschaffenheit: So ein Fahrrad suche ich.
Diese Formen sind nicht beliebig austauschbar. Dieser wählt oder zeigt, derselbe sagt ausdrücklich, dass etwas identisch ist, und derjenige wird oft durch einen folgenden Relativsatz genauer bestimmt.
Genitivformen
Formen wie die Oberfläche dieses Tisches oder die Folgen jener Entscheidung sind besonders in formeller Schriftsprache üblich. Umgangssprachlich wird Zugehörigkeit häufig mit von + Dativ ausgedrückt: die Oberfläche von diesem Tisch. In sorgfältigen geschriebenen Texten ist der Genitiv meist die knappere Wahl.
Übungstipps
- Lerne in Vierergruppen. Nimm vier bekannte Nomen und sprich sie gemeinsam: dieser Tisch, diese Lampe, dieses Fenster, diese Stühle. Wechsle danach in den Akkusativ: Ich kaufe diesen Tisch, diese Lampe, dieses Fenster, diese Stühle.
- Zeige und entscheide. Schau dich in einem Raum oder in einem Geschäft um und bilde echte Auswahlsätze: Dieses Glas ist sauber. Diese Tasse nehme ich. Mit diesem Stift schreibe ich. So verbindet sich die Form mit einer konkreten Situation.
- Markiere Auslöser des Dativs. Sammle Sätze mit mit, bei, von und zu. Unterstreiche danach sowohl das Demonstrativwort als auch ein mögliches Plural-n: mit diesen Freunden, bei dieser Firma, von diesem Bahnhof.
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