A2

Präpositionen mit Dativ im Deutschen

Präpositionen mit Dativ

Dieser Artikel ist Teil des Deutsch-Grammatikbaums auf Settemila Lingue.

Kurz gesagt

Die Präpositionen aus, bei, mit, nach, seit, von, zu, gegenüber und außer verlangen grundsätzlich den Dativ: mit dem Bus, bei meiner Schwester, seit einem Jahr. Nach ihnen ändern sich also Artikel, Pronomen und manchmal auch das Nomen. Besonders wichtig sind die festen Kurzformen beim, vom, zum und zur.

Überblick

Eine Präposition ist ein kurzes Wort, das Beziehungen ausdrückt, zum Beispiel einen Ort, eine Richtung, einen Zeitpunkt oder eine Begleitung. In mit dem Bus zeigt mit, welches Verkehrsmittel benutzt wird; in seit Montag bezeichnet seit den Beginn eines Zeitraums. Die Wortgruppe nach der Präposition steht bei den hier behandelten Wörtern im Dativ, also in dem Fall, der unter anderem an Formen wie dem, der, einem, meiner oder ihnen erkennbar ist.

Dieses Thema gehört zum Niveau A2, weil die Präpositionen ständig in Alltagssituationen vorkommen: bei Wegen, Besuchen, Terminen, Herkunft und Zeitangaben. Die wichtigste Anfängerregel ist einfach: Wer aus, bei, mit, nach, seit, von, zu, gegenüber oder außer verwendet, setzt die folgende Nominalgruppe (Artikel, Adjektiv und Nomen als Einheit) in den Dativ.

Da Deutsch hier zugleich Unterrichts- und Zielsprache ist, lohnt es sich, nicht über eine Übersetzung zu lernen. Prägt man sich ganze Verbindungen wie mit dem Fahrrad, bei der Arbeit oder zu meinen Eltern ein, werden Bedeutung und Dativform gemeinsam automatisiert.

So funktioniert es

Die Dativformen erkennen

Nach einer Dativpräposition muss die gesamte Nominalgruppe zum Dativ passen. Bei Artikeln sind vor allem diese Formen wichtig:

Form Maskulin Feminin Neutrum Plural
bestimmter Artikel dem Mann der Frau dem Kind den Kindern
unbestimmter Artikel einem Mann einer Frau einem Kind
Possessivartikel, Beispiel mein- meinem Mann meiner Frau meinem Kind meinen Kindern
Verneinung mit kein- keinem Mann keiner Frau keinem Kind keinen Kindern

Im Dativ Plural erhält das Nomen meistens zusätzlich -n: mit den Kindern, bei meinen Freunden, aus großen Städten. Endet der Plural bereits auf -n oder -s, kommt nichts hinzu: mit den Frauen, von den Autos.

Auch Pronomen haben eigene Dativformen: mit mir, bei dir, von ihm, zu ihr, nach ihm, mit uns, bei euch, von ihnen, zu Ihnen. Bei gegenüber steht das Pronomen besonders oft vor der Präposition: mir gegenüber, Ihnen gegenüber.

Die neun Präpositionen und ihre Kernbedeutungen

Präposition Typische Funktion Typische Verbindung
aus Herkunft aus einem Inneren, Ursprung, Material aus der Küche, aus Spanien, aus Holz
bei Ort oder Nähe; Aufenthalt bei Personen oder Einrichtungen; gleichzeitige Handlung bei meiner Tante, bei Berlin, beim Essen
mit Begleitung, Mittel, Werkzeug oder Art und Weise mit einem Freund, mit dem Zug, mit Geduld
nach Ziel bei Städten und Ländern ohne Artikel; zeitliche Folge; Orientierung an etwas nach Köln, nach Italien, nach dem Kurs
seit Beginn in der Vergangenheit und Dauer bis jetzt seit einer Woche, seit dem Umzug
von Ausgangspunkt, Herkunft, Urheber oder Zugehörigkeit vom Bahnhof, von meiner Ärztin, das Fahrrad von Tom
zu Ziel bei Personen, Institutionen, Veranstaltungen oder bestimmten Orten zu meinem Bruder, zur Arbeit, zum Konzert
gegenüber Lage auf der anderen Seite; Haltung oder Verhalten zu jemandem dem Hotel gegenüber, mir gegenüber
außer Ausnahme: jemand oder etwas wird ausgeschlossen außer meinem Bruder, außer den Gästen

Feste Kurzformen

Einige Verbindungen aus Präposition und bestimmtem Artikel werden im normalen Deutsch zusammengezogen. Diese Formen sind keine lockeren Abkürzungen, sondern die übliche Standardform:

Langform Kurzform Beispiel
bei dem beim beim Arzt, beim Frühstück
von dem vom vom Flughafen, vom Chef
zu dem zum zum Bahnhof, zum Unterricht
zu der zur zur Schule, zur Apotheke

Die Langform bleibt möglich, wenn dem oder der besonders betont oder näher bestimmt wird: bei dem Arzt, den du empfohlen hast. Ohne solchen Kontrast klingt meist beim Arzt natürlicher.

Wichtige Bedeutungsunterschiede

aus oder von?

Aus bezeichnet häufig eine Bewegung aus einem Innenraum oder die Herkunft aus einem Land beziehungsweise einer Stadt: aus dem Haus, aus Österreich. Von bezeichnet eher einen Ausgangspunkt, eine Oberfläche oder eine Person: vom Bahnhof, vom Tisch, von meiner Kollegin.

  • Ich komme aus dem Büro. — Ich war im Büro und gehe heraus.
  • Ich komme vom Büro. — Das Büro ist der Ausgangspunkt meines Weges; der Innenraum ist nicht wichtig.

bei oder zu?

Bei antwortet meist auf Wo? und bezeichnet einen Aufenthalt: Ich bin bei meiner Ärztin. Zu antwortet meist auf Wohin? und bezeichnet ein Ziel: Ich gehe zu meiner Ärztin. Anders als die Wechselpräposition in bleibt zu dabei immer mit Dativ.

nach oder zu?

Für Städte und die meisten Ländernamen ohne Artikel verwendet man als Ziel nach: nach Hamburg, nach Portugal. Zu Personen und vielen Einrichtungen geht man zu: zu Lena, zum Zahnarzt. Bei Hause gelten feste Formen: nach Hause bezeichnet die Richtung, zu Hause den Ort.

Wortstellung

Normalerweise steht die Präposition vor der Nominalgruppe: mit meiner Nachbarin, seit dem Sommer. Gegenüber kann davor oder danach stehen:

  • gegenüber dem Museum
  • dem Museum gegenüber

Bei Pronomen ist die Stellung danach besonders üblich: mir gegenüber, uns gegenüber. Auch nach kann in der Bedeutung „gemäß“ nachgestellt werden: meiner Meinung nach, dem Plan nach.

Beispiele im Kontext

Beispielsatz Bedeutung in einfachem Deutsch Hinweis
Ich komme aus Deutschland. Deutschland ist mein Herkunftsland. aus + Ländername ohne Artikel
Sie nimmt die Tassen aus dem Schrank. Die Tassen waren im Schrank. Herkunft aus einem Innenraum
Der Tisch ist aus hellem Holz. Holz ist das Material des Tisches. Materialangabe
Er wohnt bei seinen Eltern. Er lebt im Haushalt seiner Eltern. Aufenthalt bei Personen
Beim Kochen höre ich einen Podcast. Ich höre während des Kochens zu. bei dem wird zu beim
Wir fahren mit dem Bus zur Arbeit. Der Bus ist unser Verkehrsmittel. Mittel oder Werkzeug
Kommst du mit deiner Schwester? Begleitet dich deine Schwester? Begleitung
Morgen fliegen sie nach Wien. Wien ist ihr Reiseziel. Stadtname als Ziel
Nach dem Termin rufe ich dich an. Zuerst ist der Termin, danach der Anruf. zeitliche Folge
Seit einem Jahr lerne ich Deutsch. Das Lernen begann vor einem Jahr und dauert noch an. Zeitraum bis in die Gegenwart
Der Brief ist von meiner Versicherung. Meine Versicherung hat den Brief geschickt. Urheber oder Quelle
Gehst du später zum Supermarkt? Der Supermarkt ist dein Ziel. zu dem wird zu zum
Die Apotheke liegt dem Bahnhof gegenüber. Apotheke und Bahnhof liegen auf verschiedenen Straßenseiten. nachgestelltes gegenüber
Sie war mir gegenüber immer freundlich. Sie hat mich immer freundlich behandelt. Pronomen vor gegenüber
Außer meinem Nachbarn wusste niemand davon. Mein Nachbar war die einzige weitere informierte Person. Ausnahme

Häufige Fehler

1. Den Akkusativ nach mit verwenden

  • Falsch: Ich fahre mit den Bus.
  • Richtig: Ich fahre mit dem Bus.
  • Warum? Mit verlangt immer den Dativ. Das maskuline der Bus wird deshalb zu dem Bus.

2. Das zusätzliche -n im Dativ Plural vergessen

  • Falsch: Sie spielt mit den Kind.
  • Falsch: Sie spielt mit den Kinder.
  • Richtig: Sie spielt mit den Kindern.
  • Warum? Man braucht den Plural Kinder und danach im Dativ meist noch die Endung -n: Kindern.

3. Seit mit einer abgeschlossenen Vergangenheit verbinden

  • Unpassend für eine noch andauernde Handlung: Seit einem Jahr lernte ich Deutsch.
  • Richtig: Seit einem Jahr lerne ich Deutsch.
  • Warum? Beginnt etwas in der Vergangenheit und dauert bis jetzt an, steht im Deutschen normalerweise das Präsens. Seit nennt den Anfang oder die bisherige Dauer.

4. Nach vor Personen verwenden

  • Falsch: Ich fahre nach meiner Freundin.
  • Richtig: Ich fahre zu meiner Freundin.
  • Warum? Nach steht als Richtungsangabe vor allem bei Städten und Ländern ohne Artikel. Bei Personen verwendet man zu.

5. Ort und Richtung bei bei und zu vertauschen

  • Falsch: Ich bin zu meinem Bruder.
  • Richtig: Ich bin bei meinem Bruder.
  • Richtig für eine Richtung: Ich gehe zu meinem Bruder.
  • Warum? Bei bezeichnet hier den Aufenthaltsort, zu die Bewegung zu einem Ziel.

6. Gegenüber mit gegen verwechseln

  • Falsch: Die Bank liegt gegen dem Rathaus.
  • Richtig: Die Bank liegt dem Rathaus gegenüber.
  • Warum? Gegenüber bedeutet „auf der anderen Seite“ und verlangt den Dativ. Gegen ist eine andere Präposition, hat andere Bedeutungen und steht mit Akkusativ.

Hinweise zum Gebrauch

Zu ist nicht nur eine Richtungspräposition. Mit einem substantivierten Verb, also einem wie ein Nomen gebrauchten Verb, kann es auch Zweck oder Anlass ausdrücken: zum Essen, zum Lernen, zur Begrüßung. Solche Wörter schreibt man groß, weil sie hier Nomen sind.

Bei Zeitangaben unterscheiden sich seit und vor deutlich. Seit drei Monaten arbeite ich hier bedeutet: Die Arbeit begann vor drei Monaten und dauert noch an. Vor drei Monaten habe ich hier gearbeitet setzt das Ereignis drei Monate vor den Sprechzeitpunkt; ob es noch andauert, sagt der Satz nicht.

Bei kann außer einem konkreten Ort auch eine Situation oder Bedingung bezeichnen: bei Regen, bei Bedarf, bei hoher Geschwindigkeit. In beim Lesen oder beim Telefonieren bedeutet es ungefähr „während dieser Tätigkeit“.

Die Kurzformen beim, vom, zum, zur sind auch in formellen Texten normal. Formen wie zu dem Bahnhof sind nur sinnvoll, wenn der Artikel hervorgehoben oder ergänzt wird: zu dem Bahnhof, der erst gestern eröffnet wurde.

Über die Grundlagen hinaus: fortgeschrittener Gebrauch

Die folgenden Einzelheiten muss man auf A2 noch nicht aktiv beherrschen. Sie erklären aber Formen, die in längeren Texten und Gesprächen häufig vorkommen.

Nach und gegenüber als nachgestellte Präpositionen

Eine Präposition steht meistens vor ihrer Ergänzung. Wird sie danach gestellt, nennt man sie auch Postposition, also ein Verhältniswort hinter seiner Ergänzung. Besonders fest ist meiner Meinung nach. Auch dem Bericht nach bedeutet „so, wie es im Bericht steht“. Bei gegenüber sind beide Stellungen möglich, doch mit Pronomen bevorzugt man ihm gegenüber statt gegenüber ihm.

Von in Passivsätzen

In einem Passivsatz steht die Handlung oder ihr Ergebnis im Mittelpunkt. Die handelnde Person kann mit von + Dativ genannt werden:

  • Der Vertrag wurde von der Chefin unterschrieben.
  • Das Fenster wird von einem Techniker repariert.

Diese Verwendung gehört nicht zur A2-Kernregel, folgt aber derselben Dativbildung.

Sichtbarer und unsichtbarer Dativ

In nach Berlin oder aus Frankreich sieht man keine besondere Dativendung, weil Eigennamen meist ohne Artikel stehen. Der Dativ wird sichtbar, sobald eine passende Ergänzung hinzukommt: aus dem modernen Berlin, aus der Schweiz. Die Regel gilt also auch dann, wenn die Form allein den Fall nicht zeigt.

Besondere Nomenformen

Einige maskuline Nomen bekommen außerhalb des Nominativs die Endung -n oder -en. Das betrifft zum Beispiel der Kunde und der Herr:

  • mit dem Kunden
  • bei Herrn Wagner
  • von einem Kollegen

Diese Endungen gehören zur Deklination des Nomens, also zur Veränderung seiner Form nach dem Fall. Sie kommen zusätzlich zur Dativform des Artikels vor.

Außer außerhalb der einfachen Grundregel

Für den normalen Gebrauch ist außer + Dativ die sichere Regel: außer mir, außer einem kleinen Fehler. Daneben gibt es feste Wendungen ohne sichtbaren Artikel, etwa außer Betrieb und außer Gefahr. Außerdem kann außer einen ganzen Satz einleiten: Ich komme, außer wenn ich krank bin. Dann folgt keine Nominalgruppe, deren Dativ man markieren könnte. Solche Konstruktionen ändern nichts an der A2-Grundregel für außer als Präposition.

Präposition oder Teil einer anderen Konstruktion?

Nicht jedes zu steht vor einem Dativ. In Ich versuche zu schlafen gehört zu zum Infinitiv zu schlafen, also zur Grundform des Verbs, und ist keine Präposition. Vergleiche:

  • Ich gehe zum Schlafen ins Schlafzimmer. — Präposition + substantiviertes Verb im Dativ
  • Ich versuche zu schlafen. — Infinitiv mit zu, kein Dativ

Übungstipps

  1. Lerne Wortgruppen statt Einzelwörter. Schreibe zu jeder Präposition drei persönliche Verbindungen auf, etwa mit meiner Kollegin, seit letztem Montag und zum Sport. Markiere Artikel und Pluralendung.
  2. Übe in Gegensatzpaaren. Bilde Mini-Dialoge mit Wo? – bei und Wohin? – zu sowie mit Woher? – aus/von: Wo bist du? Bei Anna. Wohin gehst du? Zu Anna.
  3. Kontrolliere in zwei Schritten. Suche zuerst die Präposition. Prüfe danach Artikel, Adjektiv und Nomen: Stehen alle Teile im Dativ? Beim Plural folgt als dritte Kontrolle die Frage, ob das Nomen ein -n braucht.

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  • Voraussetzung: Dativ (Artikel) — zeigt die Formen dem, der, einem, einer und die Artikelendungen, die nach diesen Präpositionen gebraucht werden.

Voraussetzung

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